Angepinnt Was macht Videos zu etws Besonderem?

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    • Ich glaube, die Genzen sind in Wahrheit fließend. Klar kann kein Amateur einen Broadcast-Film machen, dazu fehlen die Mitteln. Aber aus der Qualität des finalen Films heraus gesehen gibts halt keine Grenze zwischen diesen Lagern.

      Ich sehe es halt wie Wiro: es ist das Zusammenspiel aller Komponenten, was in Summe zählt.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Ich möchte das auch nicht nur aus solch einem strengen Standpunkt aus beleuchtet sehen (zumal ich mich sehr wohl auch als Amateur sehe). Aber die Aussage, dass der Schnitt im Gegensatz zu anderen Bereichen nur einen sehr geringen Anteil an der Güte eines Filmes ausmacht, musste ich einfach heftigst widersprechen, weil sich dieses Bild tatsächlich schon in zu vielen Köpfen festgefressen hat und die Berufsgruppe der Cutter darunter auch wirklich zu leiden hat.

      Nochmal abschließend von meiner Seite dazu: Es gibt Produktionen, wo der Stellenwert der Kameraarbeit schwindend gering sein kann. Es gibt Produktionen, wo der Stellenwert des Schnitts gleich Null ist (man schaue sich mal den Videoclip "Wanna be" von den Spice Girls an ...). Aber keine solcher Aussagen lässt sich in irgendeiner Art und Weise verallgemeinern. Wie groß das Maß der Qualitätsbeeinflussung eines bestimmten Handwerks in einem Film ist, ist von Produktion zu Produktion verschieden und die mögliche Bandbreite geht dabei von 0 bis 100 Prozent.

      "Ich sehe es halt wie Wiro: es ist das Zusammenspiel aller Komponenten, was in Summe zählt."

      So sehe ich das auch. Ein Film ist wie ein (hoffentlich köstliches) Menü. Da können mal mehr und mal weniger Zutaten dazugehören, die Zutaten können mal raffiniert und manchmal auch ruhig geradezu primitiv sein. Was gut ist und was das Essen verdirbt, das bestimmen u.U. sehr viele Faktoren, hängt letzten Endes stark vom Geschmack der Esser ab.
      Wenn ich etwas koche, sollte ich wissen, für wen ich koche. Ich kann in den Keller gehen, und einfach mal querbeet die Zutaten sammeln, die noch im Regal stehen. Ich kann mir aber auch erstmal ein Rezept zusammenstellen und demnach Zutaten einfkaufen und vorbereiten. Je zufälliger ich die Zutaten wähle, desto schwieriger wird es sein, damit den Geschmack eines dritten zu treffen. Die Vorbereitung per Rezept, das genaue Auswählen von Zutaten und auch das konsequente Aussondern von Elementen wird zwar etwas aufwendiger sein, aber auch zielstrebiger, wenn's drum geht, einen bestimmten Geschmack zu treffen.

      Beim Film sind die Zutaten das, was über Augen und Ohren wahrnehmbar ist. Und das ist sehr viel!!! Zuviel als dass man sagen könnte, das Rezept XYZ ist es, was jedes Menü so köstlich macht.
      Eine schöne Spielwiese, die herausfordernd und faszinierend ist. Damit wieder zurück zum eigentlichen Thema ...
    • Amateur- oder Profifilmer?
      In diesem Punkt bin ich völlig Wolfgangs Meinung. Nicht die Qualität des Filmes ist das entscheidende Kriterium. Die Grenze ist fließend. Gute und schlechte Filme gibt es hier wie dort. Ein anderes Kriterium trennt die beiden Lager jedoch ganz eindeutig: Der Amateur macht seine Filme "just for fun", der Profi verbindet damit kommerzielle Absichten.
    • Das Thema war ja eigentlich ein anderes.

      Hängt das Endprodukt Video (und die damit verbundene Arbeit) nicht auch in einem sehr starken Maße davon ab, wer den Film zu sehen bekommt bzw. für wen er gemacht wurde?

      Wenn ich z. B. einen Kindergeburtstag filme, dann werden die ankommenden Gäste (bei der Begrüßung) gefilmt, das Überreichen und Auspacken der Geschenke, die Freude des Geburtstagskindes, das Ausblasen der Geburtstagstorte, die Kinder beim Essen, die Kinder bei freien und gelenkten Spielen (Geburtstagspiele), dabei immer mit dem Wechsel der Bildausschnitte, Perspektiven und Szenenlänge spielend. Material für Zwischenschnitte wird ebenfalls gesammelt. Natürlich werden auch die Erwachsenen gefilmt. Im fertigen Video erscheint dann ganz am Anfang, von wem der Film ist, der Titel des Filmes und das Datum. Am Schluß (Abspann) erscheinen dann als Diashow (diesmal mit Musikuntermalung!) die besten Szenen des Videos noch einmal.

      Da diese Art von Video nur an die beteiligten Personen weitergeben wird, brauche ich da eine künstlich erzeugte Geschichte? Reicht der natürliche Handlungsablauf (siehe oben) nicht aus? Brauche ich da einen Kommentarton bzw. eine Musikuntermalung? Wenn das Video im Fernsehen ausgestrahlt werden soll, klar, dann reicht ein so gedrehtes und geschnittenes Video sicher nicht. Steckt ihr in euren Filmen stets soviel Arbeit rein, dass diese sogar „fernsehtauglich“ sind? Ich meine, das ist doch auch eine Zeitfrage.

      Wenn ich noch so an die ersten Filme denke, die ich gemacht habe, von der unmöglichen Kameraführung einmal abgesehen :kotz: , da habe ich noch viel mehr mit Blenden und Musikuntermalung gespielt. Nur, wenn man diese Videos dann ein paar Mal gesehen hat, dann wirken sie „kitschig“, zumindestens auf mich.
      Deswegen gilt für mich eigentlich, weniger ist (manchmal) mehr.

      Mich freut es immer wieder, wenn hier der eine oder andere mal einen kurzen Film (auch Ausschnitt aus einem Video) präsentiert. Das finde ich sehr lehrreich und inspirierend! :Zwinkern:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Archimedes ()

    • Klar! Zu einem guten Film gehört auch, dass er dem richtigen Publikum gezeigt wird.

      Familienfilm, den Du als Beispiel angeführt hast, lebt von der Authentizität der gezeigten Personen. Bei einem Kindergeburtstag braucht man natürlich keine zusätzliche Geschichte. Der Ablauf des Festes ist Geschichte genug. Da leider nichts konstant bleibt, außer dem Wechsel, wird Familienfilm im Laufe der Jahre i.a. immer wertvoller. Das Aussehen der geliebten Kinder, Omas, Opas, Mama, Papa, Nimik, Gestik, Stimme zu jenem Zeitpunkt sind wichtig. Je eindrucksvoller und besser erkennbar die Bilder (viele Groß- und Ganzgroßaufnahmen) und je deutlicher der Ton sind, desto leichter wird das Zurückerinnern mit Hilfe der wunderbaren "Zeitmaschine" Film.

      Dass solche familiären Erinnerungsfilme für die „Ewigkeit“ auch ins Gegenteil umschlagen können, habe ich erst kürzlich erlebt, als Freunde, für die ich mit viel Liebe IHREN Hochzeitsfilm gedreht hatte, uns nicht lange danach mitteilten, dass sie sich scheiden lassen. Wer schaut nun noch meinen Film an?

      Trotzdem: "Filmen, damit ein Stück Leben bleibt" war mal ein sehr treffender Werbeslogan zu Super8-Zeiten.
    • Original von wolfgang
      - Ganz toll werden Filme, wenn sie aber noch weiter gehen. Wenn sie uns emotional berühren . Wenn sie Bilder bringen, die uns mehr als nur gefallen. Für sowas gibts wahrscheinlich kein wirkliches Rezept, hier kommen wir in den Bereich des primär kreativen, des Elementes, wo wir mit der Kamera anfangen Kunst zu machen. Hier spielen wir noch stärker mit Licht, Aufnahmewinkel, Bildausschnitt, Geschwindigkeit usw. Ich habe mal einen download im Sony Forum gesehen, von GmElliott, der war einfach phantastisch. Das war eine kleines Hochzeitsvideo, welches derart professionel war, derart die Gefühle berührt hat, daß es mich wirklich vom Hocker gehauen hat . Leider hat er das Video nicht mehr im Netz stehen - aber so sollten unsere Videos sein. Ich versuche mal, ihn zu kontaktieren, vielleicht bekomme ich die Erlaubnis, das für diese Diskussion mal ins Netz stellen zu dürfen.


      Ich habe von Elliott die Erlaubnis bekommen, dieses Video für eine Diskussion ins Netz zu stellen. Besteht daran noch Interesse?
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Gut, ich muß mal schauen, wann ich dazu komme, den Film zu uppen. Dauert aber ein wenig.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Hallo und Moin Moin,

      dies ist zwar mein erstes Posting hier, aber so wie ich das sehe, finden sich auch hier viele Bekannte wieder :))

      Tja,.. was mach einen Film zu etwas Besonderem?

      Wenn ein Film für mich etwas Besonderes war, dann hat er mich berührt.
      Emotionen sind es, die bleibende Eindrücke hinterlassen.

      Um das nun zu erreichen ist es ein Weg, sehr pragmatisch an die Sache heranzugehen und alle Punkte zu analysieren:

      Da ist das Thema zu analysieren, welches man zeigen will, die Zielgruppe die ich habe, die auf den Film ja ansprechen soll und die ich natürlich besonders berücksichtigen muß. Man kann einen Film ja (zumeist) nun mal nicht für Alle machen.
      Will ich z.B. mit Humor oder Sehnsucht , mit Melancholie oder Freude die Gefühle der Zuschauer ansprechen?
      Wie baue ich die Spannung einer Produktion auf? Halte ich sie gleichmäßig aufrecht, oder bilde ich (was besser ist) Spannungsbögen, die für immer wechselnde Gemütszustände sorgen und den Zuschauer bei der Stange halten.
      Es gibt zahlreiche forensische Ansätze, wie man einen perfekt gestylten Film produziert.

      Auf jeden Fall brauche ich eine gewisse Vorbereitung. Wenn ich vorher ein Konzept, ein Storyboard oder gar ein Drehbuch habe, geht alles wesentlich leichter.

      Aber kann das für Amateure und Profis gleichermaßen gelten?
      Na klar!
      Wenn ich einen Urlaubsfilm drehe, gehe ich nicht anders vor, als für einen Imagefilm.
      Wir bereiten uns ohnehin schon lange vor Reisebeginn auf den Urlaubsort vor, lesen Bücher, durchsuchen das Netz nach Infos, planen Besichtigungen, schauen, wo wir überall hin wollen, was es wo zu sehen gibt und und und.
      Die Vorfreude ist die schönste Freude und das macht richtig Spaß.
      Und immer fallen uns dabei schon im Vorfeld Ideen ein, wie wir das hinterher in einem schönen Film verpacken können.
      Das heißt ja nicht, dass sich im Laufe des Drehs und bei der Post nicht noch was ändern könnte.
      Selbst die Profis lassen sich oft genug reichlich Spielraum.
      Da kommt auch Marcos Aussage ins Spiel, der ich Voll und Ganz zustimme: Auch der Schnitt ist ein mächtiges gestalterisches und dramaturgisches Hilfsmittel. (Die Franzosen z.B. wissen das viel besser zu schätzen, denn dort wird nicht einfach nur vom "Schnit", also "zerschneiden" geredet, dort bezeichnet man die Tätigkeit als "Montage". An diesem Punkt erst beginnt der Film Gestalt anzunehmen)

      Bestes Beispiel dafür bietet kein Geringerer als Steven Spielberg, der z.B. bei Indiana Jones laufend beim Dreh das Storyboard geändert hat. Und auch der Kameramann (DOP, Director of Photography, auch das ist ein "Regisseur halt für die Kamera) hat einen großen gestalterischen Einfluss auf das Endwerk, wie auch der Cutter.
      Nicht umsonst findet man diese Funktionen in den Abspännen der Filme an den ersten Stellen.

      Als Amateure sind wir halt all das in Personalunion. Das macht manches leichter, manches aber auch schwieriger.

      Der letzte Funken Besonderheit aber kommt nicht aus dem "mechanischen", präzisen und nach psychologischen und bidgestaltungtechnischen Gesichtspunkten vorbereiteten Film, so wichtig das auch ist..... was bleibt ist einfach "das gewisse Etwas", das Persönliche des Filmemachers, ein Stück seiner selbst.
      Und das kann man nicht lernen.
      Schreiben zu können macht nicht gleich jeden zu einem guten Romanautor, auch nicht die Grundsätze der Dramaturgie und Rhetorik zu beherrschen.
      Wenn man etwas von sich gibt, gibt man auch etwas "von sich" weiter, und das gilt denke ich auch beim Film.

      Viele Grüße,
      Marcus
    • Tolles Einstiegsposting, Marcus!

      Willkommen und viel Spaß hier.
      :))
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Hier das Video von GmElliott (ca. 24 MB).

      Viel Spaß beim Ansehen und der Diskussion darüber!

      Eine englischsprachige Diskussion dazu gab es HIER, wo auch einige Fragen dazu beantwortet worden sind.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Stephan Kexel (GF-Canopus!) postete:

      Ich habe in diesem Thread versucht zu provozieren und das ist wie man sieht in die Hose gegangen.


      Umso unverständlicher das Posting davor als Verkäufer von Videoschnittprogrammen! 8)
      ++++++ GUT DING BRAUCHT WEILE ! ++++++
      +++ FZ300 - RX100 - EDIUS 8.x - DaVinci Res.14 - i7-6700 +++
    • @Wolfgang, danke für den Film;

      Die Zeitlupe würde ich eher für etwas einsetzen, was lange zurückliegt und was wie im Traum erscheinen soll. Die ständigen Ein- und Ausblendungen hätte ich nicht gemacht, ich setze dieses Mittel eigentlich nur dann ein, wenn ein Orts- oder Themenwechsel eintritt. Als Hintergrundmusik hätte ich zu einem Hochszeitsvideo eher vielleicht etwas von Mozart gewählt.

      Sicher, über Geschmack läßt sich streiten. Bin selbst eher eine Frohnatur, was sich auch in meinen Filmen/Videos niederschlägt.
      ++++++ GUT DING BRAUCHT WEILE ! ++++++
      +++ FZ300 - RX100 - EDIUS 8.x - DaVinci Res.14 - i7-6700 +++
    • Hi,

      aus dem Urlaub zurück habe ich diesen thread mit Interesse verfolgt.

      1. Wenn ein Film Emotionen vermitteln und anzusprechen vermag, dann kann er entscheidende Pluspunkte für sich verbuchen. Letzteres hängt aber auch entscheidend vom Thema und dem Bezug des Betrachters zu diesem Thema ab.
      Als ich meinen Brasilienfilm Brasilianern vorführte, fingen diese vor Begeisterung an zu tanzen. Als ich ihn im Filmclub gesetzten betagten Ehepaaren vorführte, kam die Reaktion, "da werd ich nie Urlaub machen" ih git ih git (so viele Schwarze)
      Auch bei clubinternen Diskussionen über Wettbewerbsfilme zeigt sich, wie gegensätzlich meist die Empfindungen über prämierte, dh. handwerklich zumindest gut gemachte Filme sind: von gelangweilt bist hell auf begeistert.

      2. Was die Filme angeht, die wir meist im privaten Umfeld erstellen, so scheitern wirklich gute Produktionen nicht selten aun der mangelnden Bereitschaft der Mitwirkenden, sei es die eigene Familie oder Freunde, Verwandte und Bekannte. Die Mitwirkenden haben mit der Erstellung des Filmes wenig im Sinn, sondern nur wir, die dann meist nur mit der Cam und einem Blick für ausdrucksvolle Szenen Material sammeln können und dann eher bewusst mehr als benötigt einsammeln. (Man weiss ja nie, was man dann braucht) Hier eine zuvor erdachte Story als Handlungsstrang nach Storyboard zu filmen, erwies sich mir in der Praxis als nicht durchführbar. Dies gilt erst recht für Urlaubsfilme, wo die Familie Urlaub machen und nicht gemeinsam ein Filmprojekt erstellen will.

      3. Die Hochzeitsvorzeigefilme gewerblicher Videographen sind IMHO gestellte Aufnahmen mit vorher einstudierten Szenen. Das glaube ich auch von dem hier veröffentlichten Muster. Im richtigen Leben ist das Brautpaar in grosser Hektik und hat anderes im Kopf, als filmwirksam zu posieren.

      4.. Ich habe schon viele hochprämierte Wettbewerbsfilme des BDFA gesehen. 95% haben mich in Wirklichkeit gelangweilt , obwohl viele von ihnen eigentlich perfekt gemacht wurden.
      Vieles war zu konstruiert, viele Themen wirklich nicht fesselnd, oft zu speziell oder banal, aber der Film musste ja ein Thema haben. Nett gemacht und gute Kameraführung attestiert man zwar mit geschultem Auge, aber im Grunde uninteressant mangels persönlichem Bezug zum Thema.Da finde ich im Fernsehen schon einen wesentlich höheren Anteil von Dokumentationen, die mich fesseln.

      Im Kopf wüsste ich oft, wie ich einen meinetwegen fernsehreifen und packenden Film z.b. von einem Reiseziel gestalten könnte. Dann müsste ich aber mindestens 4 Wochen vor Ort sein und mich ausschliesslich dem Filmen und Recherchieren widmen. Und dann für wen der Aufwand ? wenn der Film - mag er noch so gut werden - im Grunde keine Vermarktungschancen hat.
      Leichter wäre es nur, wenn man z.B. an einer Expedition teilnimmt und da ein gewisser Handlungsablauf mit Spannungsbögen bereits vorgegeben ist.

      Es ist weniger die fehlende technische Ausrüstung, die uns Amateuren im Wege steht, wirklich packende Videofilme zu drehen, sondern das fehlende Entre´als Amateurfilmer zu bestimmten Aufnahmeorten und Personen, die die eigentliche Story vermitteln. So sieht man statdessen in BDFA-Filmen abgefilmte historische Ruinen von Burgen, Klöstern , Schlössern und Tempeln, die im Grunde nur vom Kommentar leben. Ätzend . Bloss die Vergangenheit spannend und spielfimmässig - wie in Fernsehbeiträgen oft zu sehen - zu illustrieren, das entzieht sich den Möglichkeiten eines Amateurs.

      Und wen interessieren unspektakuläre Ereignisse aus jemanden privaten Umfeldes wirklich, auch wenn sie filmtechnisch noch so gekonnt umgesetzt wurden ?

      Gruss
      Rainer D
    • Tja, ein Film ist halt immer für ein bestimmtes Publikum zu einer bestimmten Zeit gemacht. Das soll man nie vergessen - will man nicht am Zielpublikum vorbeiproduzieren oder die Leute extrem langweilen.

      Trivial? Vielleicht. Aber sowas wird zu oft vergessen, finde ich.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • @attorney,

      Du sprichst mir mit Deinen Aussagen über BDFA-Amateurfilme aus dem Herzen.

      Auch Deine Feststellungen zu wirklich packenden, interessanten, Emotionen auslösenden Filmen entsprechen genau meiner Erfahrung. Zum Beispiel:

      "Wenn ein Film Emotionen vermitteln und anzusprechen vermag, dann kann er entscheidende Pluspunkte für sich verbuchen", oder "aber im Grunde uninteressant mangels persönlichem Bezug zum Thema"

      In welchem BDFA-Filmclub bist Du denn? Ich bin Mitglied des Reutlinger Film- und Video-Clubs e.V. In diesem Jahr ist mir ein Filmchen gelungen, dessen Erfolg ich wohl kaum wiederholen kann. "Ich hatte eine Farm in Afrika" ist der Titel. Es ist ein Reisefilm auf den Spuren der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen, die mit ihrem Buch "Jenseits von Afrika" die Drehbuchvorlage für den gleichnamigen Kinoklassiker geliefert hat.

      Mein Film hat vom Regionalen- bis zum Bundeswettbewerb jeweils Goldmedaillen gemacht, ist schließlich auf der DAFF gelandet und wird jetzt im September auf der UNICA in Belgien gezeigt. Das Erfreuliche ist für mich, dass nicht nur die Jurys Gefallen an meinem Film fanden, auch in der Publikumswertung lag er jeweils ganz vorne.

      Grüße vom Jürgen
    • Hallo Jürgen,

      ich bin im Film- u. Videoclub Bergisch Gladbach. Meine Feststellungen beziehen sich auf Wettbewerbsbeobachtungen und die in den BDFA Umlaufprogrammen publizierten Filme und beschränken sich nicht auf die Produktionen eigener Cubmitglieder.

      Ich nehme an, dein Film wird in das BDFA-Umlaufprogramm aufgenommen, dass ich ihn demnächst auch einmal sehen kann.

      Ich kenne Deinen Film, wie gesagt leider noch nicht, aber ich nehme an, dass du das Glück hattest, an einem interessanten Zielort ein interessantes Thema aufzugreifen und opulente Aufnahmen der phantastischen afrikanischen Landschaft zu machen, die den Film bereichern.
      Gut gemachte Reisefilme von fernen Zielorten faszinieren am ehesten ein breites Publikum, wohingegen ein im Grunde ebenso gut gemachter Reisefilm einer deutschen Region unbeschadet seiner guten technischen Umsetzung schnell langweilt und für uns Amateure lediglich als Anregung für eigene Produktionen dient und daher für uns allenfalls als Lehrfilm interessant ist.

      An wirklich interessanten Stoff und die Handelnden heranzukommen, gelingt meist nur den Fernsehanstalten . Das persönliche Umfeld des Amateurs ist meist unspektakulär und entsprechend unspektakulär können dann auch in Wirklichkeit nur seine Filme werden.

      Wenn ich die Gelegenheit hätte, z.B. eine Schlauchboottour auf dem Amazonas zu drehen, dann kann ich von vornherein - gute handwerkliche Arbeit vorausgesetzt - viel eher ein breites Publikum faszinieren, als wenn ich eine solche Bootstour von der Mosel filmen würde.


      Gruss
      Rainer
    • Am Freitag ist von Bayerischen Fernsehen der Film:

      Sommerhausen und Winterhausen-
      Wem gehört der Main?

      br-online.de/land-und-leute/se…enscheninbayern/index.xml

      ausgestrahlt worden.

      Toll die Bilder, das eingefangene Licht und die Erzählung.

      Einen solchen Film kann praktisch jeder Amateur realisieren, da braucht man keine besonderen Zugänge. Es kommt lediglich darauf ein, wie man die Szenen einfängt, bei welchem Licht und welche Geschichte man damit erzählen möchte.

      Dieser Film hat mir persönlich sehr viel gegeben und er war viel zu schnell vorbei.
      Reisen in exotische Länder müssen es nicht unbedingt sein. Die Rhön, die Eifel, die Sächsische Schweiz und meine Stadt Würzburg geben z.B. genug Themen her.
      ++++++ GUT DING BRAUCHT WEILE ! ++++++
      +++ FZ300 - RX100 - EDIUS 8.x - DaVinci Res.14 - i7-6700 +++