Angepinnt Was macht Videos zu etws Besonderem?

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    • Im Moment schaue ich mit dem rechten Auge gerade den Riha-Film über Wiens Umgebungswälder in ORF2. Aber eben nur mit einem Auge. Rihas Filme sind perfek: gutes Thema, alle Arten von Perspektiven, wunderbares Licht, Großaufnahmen, sensationelle Kamerafahrten und perfekter Ton. Aber es fehlt ihnen was. Ich denke das Berührende, das Emotionale. Wie seht ihr die Riha-Filme (zB. über den Stephansdom)?

      LG Helmut
    • HI,

      nachdem ich seit heute endlich DSL habe und mir erst jetzt auch Eure Filme im Internet anschaurn kann, möchte ich mal meine Meinung zu Markus (Provid) Hochzeitsvideoclips sagen.
      Sehr schöne und gelungene ästhetische Kompositionen, aber eher als Werbeclip für ein Produkt geeignet, das zu einer Hochzeit passt als eine Erinnerung an die Hochzeit. Es wird bei aller Faszination über die stilistischen Einfälle bald langweilig und gekünstelt. Das Brautpaar wirkt austauschbar wie Models einer Werbeszene. Befriedigt vielleicht die Eitelkeit wie ein gelungenes Foto. Das Erlebnis Hochzeit wird aber IMHO nicht wiedergegeben.
      Ich hätte meine Zweifel, ob ich mit dieser Stilart - wenn ich sie ebensogut wie Markus beherrschen würde- das Brautpaar zufriedenstellen könnte.
      Solche Szenen als Traum oder Rückblende in einem Spielfilm, auch perfekt, aber kein Ersatz für eine weniger ästhetische aber dafür authentische Dokumentation.

      Gruss
      Rainer
    • Ich kann Rainer nur recht geben!

      Ich habe auch Hochzeitsfilme für Freunde gemacht. Da ist nicht nur Ästhetik, sondern vor allem Authentizität und Vollständigkeit gefragt.

      Immer wieder höre ich dann vom Brautpaar: Gut dass du alles aufgenommen und festgehalten hast. Wir waren so aufgeregt, dass wir unseren "schönsten" Tag wie im Nebel erlebt und gar nicht richtig mitbekommen haben.
    • Rainer,

      mir stellen sich da 2 Fragen:

      1) will das Hochzeitspaar überhaupt eine "authentische Dokumentation"? Oder ist das nicht für viele bereits ein Imagevideo, im Kreis von Verwandten, Freunden oder Kollegen?

      2) wie oft sehen sich die Leute nachher noch solche Videos an? Vermutlich nur fallweise.

      Was ist da nun richtig? Nun, das was gekauft wird!?
      :D
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Was macht Videos zu etws Besonderem?

      Hallo Wolfgang,

      bin heute hier Mitglied geworden und las gerade deinen "Aufsatz" bezüglich Rohmaterial und fertigem Film.

      Hierzu vielleicht noch eine Ergänzung (nicht nur) für den Anfänger. Zu Schmalfilmzeiten habe ich noch gelernt, das Verhältnis Roh- zu Fertigmaterial liegt bei mindestens 7:1. (Das war sauteuer.) In heutigen Zeiten, da das Speichermedium "so gut wie nichts kostet", glaube ich sollte das Verhältnis eher noch größere Differenz haben, nach dem Motto Aufnehmen - so viel wie möglich, Abspielen - so viel wie nötig.

      Natürlich ist das nicht als Gesetz zu verstehen, aber die Alten Hasen haben schon gewußt, warum sie so etwas von sich geben.

      Gruß

      Edwin
    • Wenn das maximale Drehverhältnis nicht sogar eine Vorgabe ist, der man sich unterordnen muss, dann spiegelt es doch meist wider, wie gut eine Produktion geplant wurde, wie gut die Kommunikation im Team funktionierte (falls es ein Team gab) und wie selbstsicher und konsequent der Kameramann arbeitete. Ich habe Drehverhältnisse von weniger als 2:1 bis mehr als 50:1 erlebt. Kann auch stark abhängig vom Genre sein (denkt nur an Tierdokumentationen ...).
      Wenn da alles richtig läuft, sollte es eigentlich keinen großen Unterschied machen, auf welchem Medium produziert wird. Die Realität sieht leider anders aus, denn tatsächlich explodiert eher das Drehverhältnis mit zunehmender Digitalisierung. Geht man dabei in medias res zeigt sich aber meist, dass der Grund dafür eher Schlampigkeit ist und nicht der Versuch, irgendwelche "digitalen Reserven" nutzen zu wollen. ;)
    • Edwin, willkommen mal hier.

      Welchen "Aufsatz" meintst du eigentlich von mir? Ich habe ein paar verbrochen...
      :D

      Ja, wenn das Material "scheinbar" nichts mehr kostet, kann man ruhig schlampiger werden. In Wahrheit hat man kosten - man muss das Material ja mal drehen, sichten, sortieren usw., und das kostet zumindest Zeit, und die ist ja auch nicht gratis.

      Auf der anderen Seite braucht man halt für einen guten Film auch Material einer bestimmten Güte. Ob das nun jemand schafft, indem er nur 50% aussortiert, oder halt auf 10% runter sortiert? Gerade für den Amateuer ist es am Anfang schwer, sich von seinem "überschüssigen" Material zu trennen - und das werden dann die "Qualvideos" für Freunde, Bekannte, Verwandte und die Familie selbst. Hier braucht man auch Härte.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Hallo Edwin,
      bist auch noch einer aus der Riege der Super8-Filmer, freut mich sehr!
      Habe mich nach Jahren der Enthaltsamkeit wieder der Amateurfilmerei in HDV zugewandt und kann dir mal ein Beispiel von meiner Schneiderei am Beispiel von Las Vegas erzählen. Das ursprüngliche Material war etwas länger als eine Stunde. Nach dem Entfernen von total verhauten Aufnahmen waren es 55 Minuten. Dann machte ich einen Titel und verschiedene Kürzungen aber ohne jedwede Tonbearbeitung, eine davon sandte ich an Wolfgang, aber die war auch noch relativ lang. Die derzeitige Fassung läuft 11 Minuten und es stecken sicher 20 Stunden Tonbearbeitung, wenn nicht mehr drinnen. Der Bildschnitt ist nach meiner Meinung ja nicht wirklich das Problem, sondern der Ton. Ich mache allerdings keine Videobearbeitung des Bildes an sich. Entweder stimmt das Originalmaterial oder ich verwerfe es. Keine Farbkorrekturen und so gut wie keine Überblendungen etc. Ich weiß nicht wie Profis das handhaben, aber 5:1 ist wohl das Minimum der Kürzung, wenn man sich nicht schon vorher genau überlegt, was man filmt.

      LG Helmut
    • Der Ansatz ist bei professionellen Produktionen meist etwas anders, denn dort ist meist schon vor dem Dreh, bzw. vor der Planung des Drehs sehr genau definiert, wie lange der fertige Film sein darf und muss. Damit geht man bereits mit klaren Vorstellungen - zumindest, was ein vernünftiges Drehverhältnis angeht - in den Dreh rein.
      Ausserdem zwingt dort auch die enge Disposition von Schnittplätzen und Personal zu Disziplin. Ein zu hohes Drehverhältnis kann diese Planung leicht sprengen und so spielt sich das mit der Zeit im Team ein. Sollte zumindest so sein, wenn die Produktion effektiv sein soll.

      "5:1 ist wohl das Minimum der Kürzung, wenn man sich nicht schon vorher genau überlegt, was man filmt. "

      Das sehe ich - Pi mal Daumen - auch so.
    • Hi,
      also ich filme nicht auf Deuwel komm raus, sondern schon überlegt und gezielt auf den Schnitt orientiert, so dass sich bei mir ein Verhältnis von allenfalls 3:1, meist 2:1 ergibt. Der Verschnitt wäre weniger, wenn ich bei den einzelnen Einstellungen nicht einige Sekunden aus Sicherheitsgründen länger drauf halte, als ich später brauche. Und ich bemühe mich auch bei den Drehs, schnitttechnisch vorzugehen und die benötigten Close-Ups gleich mit zu filmen. Bei kleinen Erinnerungsfilmen, z.B über eine Stadtbesichtigung, brauche ich dann kaum noch viel umzustellen und zu schneiden.
      Das Aufnahmematerial mag zwar nicht mehr viel kosten, es kostet aber Unmengen mehr an Zeit, für den Schnitt eines 30 Min. Films 7 statt 1 1/2 bis 2 Cassetten zu sichten, capturen, strukturieren, auszuwerten und zu ordnen, von der zusätzlich benötigten Speicherkapazität auf der Fesplatte mal abgesehen. (manchmal hat man ja 3 Projekte gleichzeitig in der Schere und 21 Stunden AVI-Material passt auf keine Festplatte. )
      Zeit ist ja irgendwie auch Geld und ich würde die Lust am Filmschnitt verlieren, wenn ich für jeden auch kleineren Film vorher stets tagelang erstmal das Material ordnen müsste.
      Bei grossen Filmen wie Reiseberichten über grosse Rundreisen meinetwegen aber nicht für einen normalen Urlaubsfilm.

      Gruss
      Rainer
    • Das halte ich für einen guten und richtigen Punkt. Wenn ich an meine Unmengen an Material denke, die ich von so einem Urlaub habe, ist die Sichtung und Organisation des Materials immer zuviel Aufwand.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Was macht Videos zu etws Besonderem?

      Das Thema scheint doch extrem unterschiedlich bewertet zu werden. Dabei gebe ich denjenigen, die der Meinung sind, am Rohmaterial "sparen" zu müssen zu bedenken: Auch die Planung, evtl. Schreiben eines Drehbuchs kostet Zeit - viel Zeit. Ich schätze, sogar mehr Zeit, als rigoroses Schneiden all dessen, was nicht wirklich gutes Rohmaterial ist. Hinzu kommt noch:

      Vieles läßt sich filmisch überhaupt nicht planen. Man denke z. B. einmal an eine Stadtrundfahrt, die nicht wiederholbar ist, weil das Kreuzfahrtschiff in wenigen Stunden wieder ablegt.

      Spätestens hier wird deutlich, wie wertvoll dann filmisches Rohmaterial in Verbindung mit gutem (und rigorosem) Schnitt ist.

      Aber wie schon in meinem letzten Beitrag gesagt: das muss jeder für sich entscheiden.


      Und dass der Ton eine besonders aufwändige Sache ist, vor allem musikalischer Hintergrund, das weiß jeder, der schon mal eine Dokumentation "vertont" hat und dabei nicht in die Verlegenheit kam (ich übertreibe jetzt absichtlich) vom Zuschauer belehrt zu werden, dass "an der schönen blauen Donau" nicht unbedingt zur Schiabfahrt am Junfernjoch passt.

      Edwin
    • Es gibt in der Tat keine eindeutigen Rezepte für das Filmen, außer dass das Ergebnis nicht langweilig sein sollte. Aber was ist langweilig? Wie groß die Bandbreite diebezüglich sein kann, ist am Bespiel Eisenbahnfilm schön zu erklären. Da gibt es auf der einen Seite die sgn. Führerstandsmitfahrten im TV, für mich das beste Schlafmittel. Hier wird nur stundenlanges Eisenbahnfahren durch die Scheibe der Lok gefimt und ohne jedwede Nachbearbeitung gezeigt. Es wird aber sicher Eisenbahnfreaks geben, die ganz verrückt nach diesen Videos sind. Auf der anderen Seite gibt es z.B. einen sehr aufwändig gemachten Film über die Restaurierung der schnellsten Dampfzugslok der Welt die

      Dampflok 18201

      Dieser Film ist wahrhaft professionell gemacht, alle Phasen der Wiederherstellung, Parallelflüge mit sündteurer stabilisierter Kamera am Hubschrauber, sowie diverse Kameras an den unmöglichsten Stellen der Lok plaziert, welche bei der Jungfernfahrt mitliefen und emotional geführte Interviews mit den Initiatoren der Restaurierung. Da kommt unsereins natürlich nicht mehr mit und das ist manchmal etwas deprimierend.

      LGH
    • Hi,

      ja wenn man als Zuschauer keinen inneren Bezug zum Thema hat, können einen nur spekulative Kammeraführungen aus dem Sessel heben, die man dann als Filmer mit der Brille "interessante Aufnahmetechnik" verarbeitet.
      Filme werden generell immer fesselnder, wenn die Kamera mitfährt und nicht hinterherschaut.
      So habe ich voriges Jahr einen kleinen Erinnerungstreffen von Schlauchbootfreunden auf dem Rhein gefilmt. Bin auf einem Boot mitgefahren und habe das meiste aus voller Fahrt gefilmt. super dynamische Aufnahmen sind das geworden, die die Teilnehmer, aber auch Aussenstehende begeistert haben. Hätte ich das ganze vom Ufer aus gefilmt, dann wärde der Film zumindest für Aussenstehende langweilig geworden. Für uns Filmamateure sind aber die Möglichkeiten, richtige Mitfahrtaufnahmen zu machen, begrenzt.
      Jüngst habe ich meinen Film von einem Pferderennen geschnitten. Sind recht gute Aufnahmen geworden. Der Film hätte spektakulär werden können, wenn ich mit einem schnellen Fahrzeug mit stabilisierter Kamera hätte mitfahren können. Auch ein noch so guter Kommentar kann eine aussergewöhnliche Aufnahmetechnik nicht ersetzen.

      Grus
      Rainer
    • Die Probleme der fehlenden bzw. mangelhaften Cameramitfahrten bei uns Amateuren zählen wirklich zu gravierendsten im Vergleich zum Profifilm. Habe heute zufällig eine Demo von der CES eines Schwebestatives nach "Pendelprinzip" gesehen. Es war zum Brüllen was der Typ damit aufgeführt hat, eigentlich hat er wie ein Zauberer alle Schwächen dieses System mit flinken Handbewegungen und sonstigen Tricks zu kaschieren versucht. Zum größten Teil hielt er die HC1 bzw. die Fx1 mit der Hand fest und ließ sie nur für Momente am Kugelgelenk agieren, wollten die dann auspendeln, korrigierte er mit blitzschnellen Hanbewegung am Camcorder selbst die Lage. Zweitens machte er hauptsächlich Auf- und Abbewegungen, die sowie kein Problem sind und drittens machte er Sidesteps noch innerhalb der Pendelfrequenz, d.h. bevor das System überhaupt ausschwingen konnte, war es schon wieder zurück in der Ausgangsposition. Erinnerte mich irgendwie an Vorführungen bei den TV-Verkaufssendern, wo auch alles immer perfekt funktioniert.

      LGH
    • Moin,

      Original von domain
      .....eigentlich hat er wie ein Zauberer alle Schwächen dieses System mit flinken Handbewegungen und sonstigen Tricks zu kaschieren versucht.

      Welche sind denn die Schwächen dieses Systemes?

      Klingt sehr nach einem Verkäufer, der mit dem Gerät nicht umgehen kann.
      Diese Systeme wollen beherrscht werden,... d.h. Übung Übung Übung,... und idealerweise an einem Workshop teilnehmen (der aber wieder so ca. 2500$ kostet und meist in den USA stattfindet (zumindest für körpergebundene Steadicams), also wieder eher nix für Amateure)...
      Und es muss perfekt ausbalanciert werden, sowohl statisch als auch dynamisch, sonst kriegt man's nie in den Griff. Und bereits das sollte gekonnt werden und erfordert Geduld und Sorgfalt.
      Auspacken und loslegen ist damit leider leider nicht,.....

      Mal so aus Neugier:
      Welches System wurde da denn vorgeführt?

      Viele Grüße
      Marcus
    • Welches System das war, habe ich mir nicht gemerkt, aber es war kein körpergebundens sondern eines nur mit Handgriff. Natürlich kann man mit diesen Systemen nach entsprechender Übung gute Ergebnisse erzielen. Benutze selbst hin und wieder sowas Ähnliches. Ich würde aber mal sagen, dass es so viel Übung bedarf wie ein Kranführer braucht, der eine am Seil hängende Last auf den Meter genau ohne Nachpendeln abstoppen kann.

      LGH
    • Original von domain
      Ich würde aber mal sagen, dass es so viel Übung bedarf wie ein Kranführer braucht, der eine am Seil hängende Last auf den Meter genau ohne Nachpendeln abstoppen kann.


      Das ist ein seeehr guter Vergleich.
      (Und man darf nie damit aufhören,..... (kann aber auch echt süchtig machen :] ) )

      Viele Grüße
      Marcus