"Goldener Schnitt"

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    • "Goldener Schnitt"

      Seit dem ich hobbymäßig selber filme, sehe ich Filme mit "anderen Augen".

      So fällt mir bei "Hollywood-Filmen" häufiger auf, daß die Kamera nach meinem "Geschmack" Gesichter "zu tief" einfängt. Bei mir orientiert sich der "Goldene Schnitt" tendenziell an den Augen, während er bei Spielfilmen wohl auf den Mund liegt.

      Ist das tatsächlich so, oder nur mein subjektives Empfinden? Und wenn es tatsächlich so ist, welche "Philosophie" könnte dahinter stehen?
    • RE: "Goldener Schnitt"

      Original von Maxe
      Bei mir orientiert sich der "Goldene Schnitt" tendenziell an den Augen, während er bei Spielfilmen wohl auf den Mund liegt.

      Ist das tatsächlich so, oder nur mein subjektives Empfinden? Und wenn es tatsächlich so ist, welche "Philosophie" könnte dahinter stehen?


      Irgendwer hat mal gesagt, dass Regeln da sind um gebrochen zu werden. :D

      Ob man Regeln brechen soll, muss man selbst entscheiden. Im Fall der Gesichter vermute ich, dass es einige Faktoren gibt: nämlich wie groß ist das Gesicht und der Kopf überhaupt gewählt, schneidet er oben an oder nicht; und wie dynamisch oder statisch will jemand die Figure erscheinen lassen (umso höher umso dynamischer erscheint eine Figure, umso tiefer umso statischer). So kann man zumindest diese Theorie nachlesen.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • RE: "Goldener Schnitt"

      Original von wolfgang... wie dynamisch oder statisch will jemand die Figure erscheinen lassen (umso höher umso dynamischer erscheint eine Figure, umso tiefer umso statischer).


      Danke! :)

      Das könnte die Lösung sein, da es mir besonders bei Dialogszenen aufgefallen ist. Da liegt "statisch" nahe.
    • Ich denke, dass muss man von Fall zu Fall unterscheiden und man kann durchaus auch eine Regel brechen.

      Ich lasse meine fertig geschnittenen Videos meisten immer erst ein paar Tage liegen und schaue mir sie dann wieder an. dadurch habe ich etwas mehr Abstand erhalten und sehe vieles mit anderen Augen. Da fallen einem dann schon mal Kleinigkeiten auf, die man beim Schnitt selber nicht sieht.
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • Es geht da oftmals mehr um die gezielte Blickführung des Zuschauers als ums Kleben an Formatregeln. Gerade bei Dialogen ist ein logischer Blickvektor entscheidend und andere ‚Regeln‘ sollten sich dem unterordnen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marco ()

    • Original von Hans-Jürgen ... man kann durchaus auch eine Regel brechen.
      Dazu muß ich die Regeln erst kennen ... mich also mehr mit Theorie beschäftigen.

      Mir ist bei diesen Dialogszenen auch aufgefallen, daß beim "Schuß - Gegenschuß" die Kamera den Angesprochenen gern mit ins Bild bringt, also Kopf oder Schulter unscharf am Rand zu sehen ist: Die Kamera als "neutraler" Beobachter, analog Talk-Show.

      Mir macht das Schneiden inzwischen mehr Spaß als das Filmen. Bei "Fremdfilmen" ist zudem der Abstand zur Handlung gegeben, was ein "wegwerfen" von Clips ungemein erleichtert ;) :teufel:
    • Um mal wieder zum Thema zurückzukommen – die „Drittelregel“ des goldenen Schnittes ist nicht sklavisch zu sehen. Die Augen oder sonstige (wichtige) Bildmerkmale müssen nicht millimetergenau auf einer Drittellinie „kleben“.

      Das sind eher „Bereiche“ mit einer gewissen Streuung. Die Augenposition hängt auch von der Einstellungsgröße ab sowie vom restlichen Bild das sich ergeben soll. Manchmal wird über dem Kopf richtig Platz gelassen, manche Einstellungen schneiden den Kopf sogar oben richtig ab (der sog. „Haircut“).

      Viel wichtiger ist es darauf zu achten dass sich der Kopf entsprechend vom Hintergrund abhebt und der abgebildeten Person z.B. keine Schilder oder Straßenlaternen aus dem Kopf (oder auch aus den Schultern….) wachsen. Passiert öfter als man denkt und schaut absolut doof aus – und ist meistens schnell behoben weil man oft nur mit der Kamera einen ein bisschen anderen Standort wählen muss oder der Protagonist sich nur ein kleines Stück bewegen muss. Ich finde solche „Kopfgewächse“ auch dann unschön wenn sie teilweise in der Unschärfe liegen – damit das nicht stört muss die Hintergrundunschärfe schon sehr extrem sein.

      Mindestens genau so wichtig ist aber auch gerade bei Nahaufnahmen wo Personen groß im Bild zu sehen sind die Ausleuchtung des Gesichtes. Da säuft schnell mal was im Schatten ab, das sieht dann oft sehr unvorteilhaft aus wenn die Augen kaum erkennbar sind. Auch hier reicht oftmals schon bei der Aufnahme eine kleine Korrektur aus damit das ganze deutlich angenehmer und schöner aussieht.

      Und wie schon oben erwähnt – Regeln können auch gebrochen werden. Aber um das zu können sollte man die Regeln auch kennen !

      Servus

      Dirk

      P:S.: abgesehen davon wäre es langweilig wenn ALLE Kameraeinstellungen in JEDEM Film genau bis ins Detail durchreguliert und gleich wären ;)
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    • So, damit man mal hier in Ruhe zum Thema zurück kommen kann, habe ich diesen Thread aufs Thema fokusiert.

      Das halte ich nämlich für massiv interessant. Also läßt uns doch daran weiter diskutieren.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Original von MacMediaUnd wie schon oben erwähnt – Regeln können auch gebrochen werden. Aber um das zu können sollte man die Regeln auch kennen !


      Genau das ist der Punkt. Grundsätzlich machen die diversen Regeln ja auch viel Sinn. Denn die sind in Wirklichkeit "gelernte Erfahrung" - was aus Sicht der Wahrnehmungspsychologie auch gut funktioniert, und was auch nicht gut funktioniert.

      Ich selbst halte mich auch nicht besonders an die Regeln - was aber dazu führt dass die Arbeiten auch viel besser sein könnten. Einerseits gibts immer den (berechtigten) Wunsch die Grenzen von Regeln zu sehen - aber wie soll man das sehen wenn man die Regeln zu wenig kennt und anwendet, und nicht ausgelotet hat WAS eigentlich geht wenn man die Regeln auch einhält?

      Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Montage IMMER auch Manipulation ist - positiver formuliert: die Steuerung der Wahrnehmung des Betrachters, was wir ihm auch zeigen wollen. Und wie mächtig die Montage ist - nun das sehen wir an 100 Jahren erfolgreicher Filmgeschichte.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Schon als Jugendlicher habe ich gerne die alten (50iger Jahre) Fotobücher meines Vaters gelesen. Viele Regeln der Bildgestaltung (goldener Schnitt, am Rand nicht aus dem Bild hinaussehen usw.) habe ich so schon lange vor dem Filmen gekannt. Als ich mit dem Filmen anfing habe ich dann Bücher über den Schnitt, filmische Einstellgrößen (amerikanische...) gelesen. Nicht dass ich alle auswendig kann aber im Hinterkopf sind sie verankert. Beim Fotografieren fällt mir die Beachtung der Regeln leichter als beim Filmen Ich finde sie sind eine gute Grundlage für ein schönes Bild und einen harmonischen Schnitt.
      vg Ian
    • Die Beachtung - oder Brechung - des Goldenen Schnitts ist im Film ja nur eine Komponente des Bildaufbaus und der gesamten Bildgestaltung. Da wir Bewegtbilder haben - der Trick des Films ;) - wird aus meiner Sicht die Bildaufbaugeschichte deutlich komplexer.

      Bewegt sich zum Beispiel ein Paar in einem Film, dann wir es schwierig bis unsinnig, so was wie den Goldenen Schnitt in der Bewegung konsequent durchzuhalten. Über die filmische Darstellung der Beweging des Paares zueinander und im Raum kann man sehr viel über deren Beziehung ausdrücken, ohne dass einer im Film ein Wort spricht. Das muss aber entsprechend umgesetzt werden.

      Soweit ich das kapiert habe, kommt da der Begriff Blocking ins Spiel: "Als blocking bezeichnet man in der englisch-amerikanischen Theater- und filmischen Inszenierungspraxis die präzise Festlegung der Bewegungen von Akteuren auf der Bühne. In der Regel werden die Aktionen der Schauspieler im Szenenraum, vor allem aber auch die Konstellationen, die sie zwischen Veränderungen der Figuren- und Gruppenpositionen einnehmen, schon zu Beginn der Proben festgelegt."

      Zu diesem Thema habe ich in dem Buch "Die richtige Einstellung - Shot by Shot. Zur Bildsprache des Films. Das Handbuch von Steven D. Katz" reichlich Meterial gefunden. Englisch: "Film Directing: Shot by Shot - Visualizing from Concept to Screen - Steven D. Katz"

      Kommerziell: "The Master Course In High-End Blocking & Staging" von Hollywood Camera Work. Klickt euch da mal durch die "Sample Clips", da bekommt ihr einen guten Eindruck davon, auf was man - neben dem Goldenen Schnitt - so alles zu achten hat. :teufel:

      Grundsätzlich: Jede Kameraeinstellung und -Bewegung hat ein Ziel: Die Story voranzutreiben. Unter dieser Prämisse wird dann der Bildaufbau, das Licht, die Bewegung von Akteuren und Kamaras entwickelt.

      Um sich da einen Überblick zu verschaffen, könnt ihr diese Bücher mit vielen Illustrationen schauen: "Cinematic Storytelling" oder "MasterShots Vol 1, 2nd 100 Advanced Camera Techniques to Get an Expensive Look on Your Low-Budget Movie [Kindle Edition]"

      Blättert man sich da durch, dann wird aus meiner Sicht deutlich, warum unsere Filme immer wie Amateurfilme aussehen. Solch ein Aufwand überfordert mich als Solo-Filmer. Deshalb beschränke ich mich eher auf das dokumentarische, filme eher ab als dass ich einen Film gestalte - sieht man dann halt auch. ;)

      Sowie ich eine Szene ernsthaft plane, skizziere, einrichte, ausleuchte, probefahre, übe usw., steigt der Aufwand für einen Einzelnen ins nahezu unermessliche. Deshalb beschänke ich mich.

      Nebenbei, mir fällt es mit Bildern, also Fotos, deutlich leichter, eine besseres Niveau zu erreichen, als mit meinen Filmaufnahmen. Da denke ich schon länger drüber nach. :D

      Beste Grüße, Rod

      PS: Hier ist noch ne knappe Zusammenfassung: "Blocking People" von Videomaker

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rod ()

    • Rod, ich kenne da einige Bücher, die von dir genannten sind sicherlich gut.

      ABER was mich bei all dieser Literatur stört ist immer, dass sie uns was über Videos erzählt - leider in geschriebener Form. Und da gibt es deutlich Besseres. Und zwar Lern-DVDs. Die haben den Vorteil, dass man sofort und unmittelbar Beispiele gezeigt bekommt, uns sofort sieht wie das aussieht, oder aussehen kann. Da sind deine Beispiele gut - leider halt auf englisch.

      Es gibt aber auch sehr gute Lern-DVDs auf Deutsch. Was ich wirklich wärmstens empfehlen kann, sind hier die Trainingsvideos von Lutz Dickmann. Viele von denen sind einfach nur gut - was mich dort etwa begeistert hat ist die "Tutorial-DVD Schnitt 2", wo wirklich auch Anhand von Beispielen die Sachen her gezeigt werden. Beinhaltet zwei DVDs und damit wirklich viel Material, bis hin zu den Darstellungen welche historischen Entwicklungen den Erfolg des Kinofilms beim Editing ausgemacht haben. Empfehlenswert.

      s318659816.e-shop.info/shop/ar…DVD-%22Schnitt-II%22.html

      Lutz bietet übrigens eine Vergünstigung für Forenmitglieder an, wie er mir gerade geschrieben hat. Also bei einer Bestellung in der Mitteilung unbedingt angeben, dass man vom Forum kommt - dann wird die Sache nochmals etwas günstiger.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Um gar kein Fabrikat (oder ich verstehe die Frage nicht) sondern um den Teil 2 seiner Tutorialsammlung zum Schnitt.

      Irgendwie war der Link falsch - habe den nochmals korrigiert.

      Wenn es ums Equipment geht - Lutz nutzt dort an Equipment gerne seine EX1 und als NLE kommt dort Edius 6 zum Einsatz. Das nennt aber aber in praktisch jedem Tutorial, welche Hardware verwendet worden ist - und listet die am Ende seiner Tutorials auch immer auf.

      Übrigens gibt es dort auch Sammelangebote (bundles), was die Sache nochmals billiger macht.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Original von Achilles
      ....um welches Fabrikat handelt es sich dabei?


      Um eine normale, runde DVD, ca. 120mm Durchmesser, aus Metallbedampftem Kunststoff, Oberseite bedruckt und in normaler DVD-Hülle.... :D :D :D

      Sory für die doofe Antwort, aber Deine Frage ist nicht soooo ganz klar formuliert und obige Antwort könnte daher ebenfalls die gewünschte sinnvolle Antwort sein.... ;)

      Ich nehme an Du meinst für welches Kamerafabrikat die DVD ist - die Tutorial-DVD von Lutz sind meiner Erfahrung nach eher "Markenneutral", es ist also völlig egal welche Kamera man verwendet. Lutz geht eher auf die generellen Dinge der Kameraarbeit ein, eben die Grundlagen welche bei jeder Kamera mehr oder weniger gleich sind.

      Zumindest war das bei der Kamera DVD 1 so und ich nehme an er wird sich da nicht untreu werden auf der zweiten Ausgabe.....

      Schau Dir einfach mal seine Online-Tutorials auf seiner Webseite an, dann bekommst Du einen Eindruck über seine DVDs welche im Endeffekt gleich aufgebaut nsind - die Web-Tutorials sind quasi Auskopplungen einzelner Themen(schnipsel) aus seinen Trainings.

      Servus

      Dirk
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    • Ja, Lern-DVDs sind da besser. Hatte ich ja auch erwähnt, falls ihr nochmals in die Beispielclips reinschauen wollt. Sind halt in Englisch, wer aber ein wenig versteht, der kann anhand er gezeigten Abläufe schnell sehen, worauf es ankommt.

      Beste Grüße, Rod

      PS: Das funktioniert sogar mit ner Super-8-Kamera oder Smartphone ;)
      PPS: Das Tutoruial gibt es auch als Download. Wer sparen will: Ab und zu verkaufen sie es zum halben Preis.
      PPPS: Lutz seine sind in Deutsch, ist einfacher für uns. ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rod ()

    • Hallo zusammen,

      wenn ich mich da auch ganz kurz einschalten darf zu meinen DVDs. Wie MacMedia schon sagte, mir geht es um Methoden - gerade weil jeder eine andere Kamera, ein anderes Schnittsystem usw. hat. Die DVDs behandeln alle Themen, also Kamera (bisher 2 DVDs, die dritte kommt jetzt) Technik (eine) Schnitt (zwei DVDs) Intensiv (eine DVD mit Kundenwünschen und vielen Antworten) und natürlich Licht (eine DVD). Daneben gibt es noch 3 Footage DVDs. Alle DVDs enthalten die Tutorials auch als HD- Windows Media Files. Bei den neueren DVDs sind auch Audiokommentare auf den Tutorials.
      So - ich hoffe, ich habe sie gut genug beschrieben für die, die sie noch nicht kennen.

      Was die Vergünstigungen für die Forenmitglieder angeht, es gibt auf alle Tutorial und Footage DVDs (also die oben genannten) 10% und auf alle Bundels mit HD-Trainings Tutorial DVDs (auch die Footage) 5%. Dazu müsst Ihr einfach Euren Forennahmen und VIDEOTREFFPUNKT im Feld IHRE MITTEILUNG AN UNS eingeben.

      Achtung: Der Shop nimmt keine Preisreduktion vor, das kann er nicht. ICH mache das händisch bei der Rechnungsstellung.

      Alle Klarheiten beseitigt;-) Ich hoffe doch. Ansonsten einfach fragen.

      Liebe Grüße
      Lutz
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