Schwenken mit Zoom?

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    • Schwenken mit Zoom?

      Hallo,

      wenn Ihr einen Kameraschwenk macht und sich der Ausschnitt verändern soll.
      Macht Ihr den Schwenk zu ende und Zoomt danach oder macht Ihr beides Zeitgleich?

      LG
      Michael
    • Beides gleichzeitig. Nach Möglichkeit verwende ich an dieser Stelle ein Standbild und bewege mich auf diesem seitlich und in die Tiefe.
    • Kleine Anmerkung: gleichzeitig.

      ABER: wenn ich das überhaupt mache! Sowohl Schwenken wie auch Zoom sind ja nie ganz unproblematisch.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang
    • Von mir keine generelle Empfehlung mit dem Zoom/Schwenk...
      Ich setze dieses Mittel aber ein um eine bestimmte Wirkung bei dem Betrachter zu erzielen.
      Beispiel: Schwenk & Zoom auf ein Kettenkarussell macht den Betrachter fast schwindlig weil er den Eindruck gewinnt selbst mitzufahren...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Achilles ()

    • ...- also, wenn man schwenkt in der "reinen" Waagerechten, mag die Bedienung des Zoomhebels ja noch gehen, aber da treten schon Grenzen auf in der Koordinierung der Handgriffe, auch vom Stativ - finde ich.
      Wenn aber die Waagerechte verlassen werden muß, um auch Höhe / Tiefe auszugleichen, artet der Griff zum Zoomhebel schon in artistisches Können aus...- :gruebel:

      Günter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Günter1 ()

    • Original von video-creator
      Zoomen ohne Stativ? Nur in Action-Filmen. :teufel:


      Wichtig ist das die Zoomfahrt und der Schwenk absolut synchron beginnen und auch enden. Das ist nicht leicht hinzubekommen und bedarf einige Übung, eventuell muss die Fahrt wiederholt werden bis sie sauber ist. Gutes Werkzeug (Stativ mit vernünftigem Fluidkopf, ggf. Hinterkamerabedienung) macht dabei vieles leichter.

      Dann gilt bei Schwenks (vor allem kombiniert mit einer Zoomfahrt) – das Anfangs- und Endbild muss stehen – vor allem das Endbild !

      Auch wenn z.B. die Bildaufteilung nicht sauber getroffen wurde nicht am Schwenk-Ende nachkorrigieren, sondern so stehen lassen oder den Schwenk komplett neu machen !

      Zoomfahrten sollten immer weich einsetzen und auch weich enden. Nicht abrupt anfangen, nicht abrupt aufhören, ausser es wird als Effekt so gewünscht. Vor allem kombiniert mit einem Schwenk muss der Zoom sanft einsetzen und enden, genau so sanft wie ein Schwenk beginnt und endet.

      Eine Zoomfahrt auf ein Objekt / eine Person verdichtet und unterstreicht etwaige Aussaugen, z.B. im Text bzw. im Zusammenhang mit den Bildern. Dazu folgendes Beispiel – in einem Film geht es um den Klimawandel, die Hitzeperiode der letzten Tage hat den Maisfeldern arg zugesetzt. Die Situation ist ernst, die Ernte in Gefahr. Anfangsbild ist ein Maisfeld, einige Pflanzen in der Halbtotalen. Zoome ich jetzt während dem Text auf ein verdorrtes, trockenes Blatt so unterstreiche ich diese Gefahr, mach diese bildlich begreifbar.

      Will ich hingegen aussagen dass die Hitze zwar dem Mais zugesetzt hat, die Ernte aber noch lange nicht in Gefahr ist mache ich die Zoomfahrt genau anders herum. Ich fange mit einer Großaufnahme eines verdorrten Blattes an und ziehe auf bis viel Grün im Bild ist….schon wirkt das weniger dramatisch.

      Oder bei einem Interview. Angenommen ich interviewe den Inhaber einer Firma die 20 Leute entlassen muss. Der Chef sagt am Ende im tut das selbst weh diese Entlassungen zu machen, aber er hat keine Wahl, so wirkt diese Aussage wesentlich intensiver wenn ich ganz leicht das Bild verdichte, mit dem Zoom auf sein Gesicht gehe während er das sagt.

      Wichtig ist auch zu wissen dass kombinierte Schwenk/Zoomfahrten dem Zuschauer kaum Bildinformation bringen. Man kann diese oftmals besser durch zwei, drei statische Einstellungen auflösen – Beispielsweise ein Gebäude an welchem ein Firmenschild hängt. Da könnte man vom Schild in Großaufnahme wegzoomen aufs komplette Gebäude – oder auf das Schild hinzoomen. Alternativ könnte man aber auch erst das Gebäude als Totale statisch nehmen und danach das Firmenschild auch als statische Einstellung.

      Bei Bewegungen kann man eventuell einen „Umschnitt in der Bewegung“ als Ersatz für einen kombinierten Schwenk mit Zoom hernehmen. Beispielsszene wäre ein Mann geht in einem Büro an einen Schalter und bekommt einen Stempel in ein Dokument. In Großaufnahme soll gezeigt werden d er einen Stempelvorgang. Dazu könnte man ja einfach hinzoomen bzw. gleichzeitg zoomen und schwenken und quasi seine Hand mit dem Dokument „verfolgen“ und die Schwenk-/Zoomfahrt im Schnitt einfach drinlassen. Alternativ dazu kann ich zwei Szenen statisch nehmen – eine in halbnah wo er die Hand ausstreckt und das Dokument auf den Tisch legen will und eine Nahaufnahme vom Dokument wie es abgestempelt wird. Dazu filme ich den Anfang der Bewegung, zoome dann blitzschnell heran und nehme den Teil wo er das Dokument auf den Tisch legt, schneide die Zoomfahrt einfach heraus…..

      Servus

      Dirk
    • Original von Günter1
      Wenn aber die Waagerechte verlassen werden muß, um auch Höhe / Tiefe auszugleichen, artet der Griff zum Zoomhebel schon in artistisches Können aus...


      Am allerbesten geht das mit einer guten Hinterkamerabedienung am Stativgriff – ohne artistische Verrenkungen. Viel schwerer ist es den genauen Bildausschnitt am Ende der kombinierten Schwenk/Zoomfahrt zu treffen….