Festbrennweiten oder Zoomobjektive zum filmen?

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    • Festbrennweiten oder Zoomobjektive zum filmen?

      Ich filme nun auch schon ein paar Jahre, aber seit ich eine Pocketkamera mit Speedbooster für Nikonobjektive besitze, bekomme ich wirklich andere Bilder. Nie wieder eine Kamera mit festen Objektiv darauf!

      Es geht mir gar nicht um die Brennweitenauswahl, natürlich ist das auch ein wichtiger Punkt. Aber mit richtig gerechneten Objektiven ist vor allen die Verzeichnung im Weitwinkel verschwunden. Was habe ich schon immer geflucht, wenn z.B. ein Windpark im Weitwinkel gefilmt - sich einige Stengel am Rand des Bildes stark neigen. Das Problem war, das die Agentur meine Aufnahmen mit Fotos auf Kalenderblätter verglich, hier waren alle Windkraftanlagen bis in die Ecken gerade. das hier evtl Photoshop nachgeholfen hatte, interessierte keinen. Also gingen manche Aufnahmen auf HD Video schlicht nicht.

      [IMG:http://www.digitalfx.de/temp/grad01.jpg]

      Oben ein Bild aus meiner Pocket mit einem Nikon Weitwinkel, mit einem fest an der Kamera angebauten Zoomglas davor, würde sich wahrscheinlich das Getreidefeld horizontal stärker durchbiegen, das Bild verliert dadurch an Ästhetik.

      Gut das sind nun für Fotofilmer keine neuen Erkenntnisse, klar.
      Da ich meine Pocket für unterwegs in Feld und Flur sehr klein halten möchte, suche ich jetzt noch ein gutes Zoom, braucht nicht sehr Lichtstark zu sein, aber sollte nicht allzu den Biegemann im Weitwinkel machen. Gut das wird jetzt wirklich etwas teurer, aber Nikon liefert auch dort etwas für 600 Euro, das Teil ist auch noch Knackscharf (NIKKOR Zoom-Objektiv AF-S DX 16-85 mm f/3.5-5.6G ED VR).

      Aber man möchte sich noch weiterentwickeln und ich achte nun auch gezielter auf andere Aspekte des Bildes, zum Beispiel das Bokeh...... da fällt mir auf, das fast bei jeden Nikon Zoomobjektiv es recht bescheiden damit ausschaut, das geht von "naja tragbar" bis "mein Gott, Spiegelobjektiv?". Also benötigt man für ein schönes Freistellen von Objekten doch noch eine Festbrennweite, die liefern fast durch die Bank weg ein schöneres Bokeh..... ja man hat es mit der Auswahl von Objektiven nicht leicht, was denkt ihr?

      extrem übles Bokeh:
      [IMG:http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2009/11/bokeh.png][IMG:http://www.lens-scape.com/article/090321-1.jpg]

      Perfektes Bokeh:
      [IMG:http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/picture.php?albumid=1483&pictureid=18952]
      schöne runde Scheiben (Spitzlicht) ohne sichtbaren Muster oder sogar Rand...... Festbrennweite Nikkor 85mm F1.4D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ruessel ()

    • Na, die Frage des Bekehs ist m. E. reine Geschmacksache. Ich weiß nicht warum es immer eine kreisrunde Reflektion sein muß. Ich lasse mir das nicht gerne vorschreiben.
      Das "Kringel-Bokeh" in dem Bild mit der Asiatin hat doch durchaus seinen Reiz.

      Gleiches gilt bei den Verzeichnungen von Weitwinkelgläser. Ein UtraWW verliert vollkommen seinen Charakter, wenn es nicht verzeichnet. Klar der Übergang ist fließend. Und letztlich ist es auch immer vom Motiv abhängig.

      Aber gut, so eine Festbrennweite hat ihre Vorteile. Ich schätze mein NOKTON 25, f=0,95 sehr. Die Aufnahemen wirken wie gemalt.
      schöne Grüße

      Christian


      Beiträge als Mod in Grün
    • Zoom oder nicht Zoom. Für mich ist das die Quadratur des Kreises.

      Da ich oft graphisch strenge Linien in meinen Bildern und Filmen habe, stört jede Verzeichnug enorm. Also Festbrennweiten! Da habe ich die von mir früher ungeliebe 50/55mm-Brennweite mit dem Sony FE 55mm, 1,8 plötzlich sehr schätzen gelernt. Das Objektiv ist ausgezeichnet, nicht nur auf dem Messblatt. Das Zeiss 24-70-Zoom fiel dagegen derart ab, dass ich keine Lust mehr hatte, mit dem Ding zu arbeiten. Die Randverzeichnungen bei 24mm waren nur mit einer speziellen Korrektureinrichtung von Lightroom in den Griff zu bekommen; funktioniert aber beim filmen nicht.

      Geht es um das reine Filmen, verschieben sich bei mir die Anforderungen. Beim Foto kann ich dank der 36 MP Reserve problemlos kroppen. Das geht beim Film nicht. Entweder die Komposition stimmt auf Anhieb, oder eben nicht. Sind die räumlichen Gegebenheiten begrenzt, und das sind sie fast immer, dann lässt sich nur mit einem Zoom der Bildwinkel vor der Aufnahme genau einstellen. Da sehne ich mich wieder nach einem sehr guten 24-70er.

      Eigenlich hätte ich beides gerne, ein astrein auskorrigiertes Zoom, vor allem für das Filmen, und spezielle lichtstarke Festbrennweiten.

      Beste Grüße, Rod
    • Guten Tag zusammen, bei gut konstruiertem Weitwinkel, z.B. Zeiss Distagon 15mm 2,8 gibt es keine Verzerrungen. Eine Horizontale sollte horizontal bleiben, die Vertikale vertikal. Was aber bei Rüssels Post durchklingt, sind die perspektivischen Verzerrungen; diese entstehen, wenn die Bildebene nicht parallel zur Chipebene liegt, also wenn z.B. nicht der Horizont in Bildmitte liegt. Diese (perspektivischen) Verzerrungen sind optischer Natur und haben nichts mit der Objektivkonstruktion zu tun, sei es Festbrennweite oder Zoom. Auch für das Auge laufen parallele gerade Linien gegen unendlich zusammen.
    • Das Zeiss 15mm dürfte zu den wenigen sehr gut korrigierten Weitwinkel-Objektiven gehören. Aber das war ja die Frage: Muss ich zu Prime-Objektiven greifen, um eine zumindest technisch tadellose Abbildungsleistung zu erhalten, oder gibt es Zoom-Alternatinen, die gleichwertig sind?

      Ich fürchte, im Zombereich wird es dann sehr teuer.

      Wer auf diese korrekte Abbildung verzichten kann, der fährt deutlich preiswerter.

      Beste Grüße, Rod
    • Erichus schrieb:

      Was aber bei Rüssels Post durchklingt, sind die perspektivischen Verzerrungen;


      Das habe ich aber anders verstanden. Er schreibt doch eindeutig von verbogenen Stängeln am Bildrand. Diese Fehler sind eindeutig konstruktionsbedingt.

      Das Leica 21-35mm soll auch ein gutes Zoomobjektiv sein, aber ich habe es noch nie testen können.

      overgaard.dk/pdf/Vario-Elmar-R…SPH_Technical_Data_en.pdf

      Das hat aber auch seinen Preis und ist vermutlich für die Pocket noch nicht weitwinklig genug.
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • Er schreibt doch eindeutig von verbogenen Stängeln am Bildrand


      richtig. Ich meine nicht die perspektivische Verzeichnung. Ihr glaubt gar nicht was Sony und Canon mir da in den letzten HD Jahren so alles geboten hat. Wie gesagt, seitdem ich Fotoobjektive einsetze ist alles mehr oder weniger in Butter und es sind viel schönere Bildgestaltungen möglich. Nur das Zoomobjektive aus dem Hause Nikon auch nicht alles so toll machen, war mir neu. Es liegt sicherlich damit zusammen, dass einige Eigenschaften beim stehenden Foto nicht so auffallen.

      hinzu kommt, das beim Foto auch Objektivfehler gleich in der Kamera korrigiert werden. Auch das fällt bei Video flach..... was nicht im Glas ist, ist auch nicht im Video zu sehen. Ich rede aber auch nicht vom gelegentlichen Geburtstagfilmer sondern von versuchter Bildgestaltung.

      [IMG:http://www.landkreis-cuxhaven.de/media/custom/578_7738_1_m.JPG?1252998002]

      video sah immer so aus wie oben :wallbash:
    • Eigentlich führen wir diese Diskussion auch "nur" deswegen, weil halt heute mehr und mehr qualitativ hochwertigere Objektive dem Filmer überhaupt zur Verfügung stehen. Früher mit fix verbauten Glasscherben war diese Diskussion wohl eher kurz. Gibts eigentlich wo Testdatenbanken wo man sich zu Güte der Optiken für den Filmer schlau machen kamn?
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • @Rüssel: Dein obenstehendes Bild zeigt gerade pespektivische Verzerrung, da das Objektiv nach oben gerichtet ist, die Bildebene also nicht parallel zur zum Chip steht; deshalb laufen die Senkrechten nach oben hin zusammen und die "Stängel" sind am Bildrand schräg. Hättest Du den Horizont in der Bildmitte, wären die Stängel parallel.
    • Stimmen diese Angaben zu Deinem obigen Bild ?


      Keine Ahnung. Habe es nur als Beispiel genommen.

      Dein obenstehendes Bild zeigt gerade pespektivische Verzerrung,


      Auch das mag sein, soll nur als Demo gelten. In Wirklichkeit waren die Stengel auch etwas durchgebogen. dramatisch wurde das erst richtig mit der Einführung von 16:9. ich habe dann mir so geholfen, Stengel am Sucherrand vertikal zum Bildrand ausrichten - dafür lief dann der Boden schief weg und wirklich richtig gerade war das Teil dann auch nicht. Das ging natürlich nur mit einzelnen Anlagen, ein ganzer Park ging nur bei völlig klaren Wetter, bin dann Kilometerweit weg gefahren um dann mit Tele alles abzulichten. Deshalb habe ich heute noch ein Vinten 20 Stativ mit 150mm Schale - sonst hätte jeder Windstoß alles zum wackeln gebracht. Diese Bilder liefen dann auch Später öfters im TV, wurden gerne genommen - selber hatten sie wohl auch nur durchgebogenes ;-).
      Das war aber kein Problem meiner 3000 Euro Kamera, der NDR (um Jahr 2008) hatte eine ca. 20.000 Euro Video Optik drauf - da sah es ähnlich aus. Zoom ist mist! Mich wundert es wirklich das bei Fotoobjektive das anscheinend leicht korrigiert werden kann. Vielleicht sind aber auch moderne Zooms von Arri da völlig besser - nur bezahlen kann man sie nicht.

      Die Zoomobjektive von Nikon (andere kenne ich nicht) sind da schon besser als damals die Schnapsgläser vor den Videokameras. Ein billiges 18-55mm objektiv biegt zwar auch etwas, aber kein Vergleich zu mancher festen Videooptik.

      Ich kaufe mir ja gerne mal eine Nikonoptik, bis 4K halten die sowieso mit (also auch für meine nächste Kamera mit APS Sensor geeignet) und ich benötige keinen Schnickschnack wie Autofokus, Stabi..... habe ich noch nicht vermisst. Wenn es geht, versuche ich eine gebrauchte Vollformatoptik zu bekommen - hier bilde ich mir ein, diese auch noch in 10 Jahren auf eine Videokamera schrauben zu können. Kameras kauft man öfters, gutes Glas behält man(n) ;)

      Meine Frage war aber eher, ob jemand auch den Gebrauch von Zoomfotoobjektive in der Bildqualität als nicht ganz unkritisch sieht. Festbrennweiten zwingen einen doch mehr zu laufen.... aber es lohnt sich wohl.
    • Bei Zoomobejektiven hast Du 2 Probleme: 1. Sie sind immer ein optischer Kompromiss 2. Nicht alle sind parfokal, d.h., der Backfokus kann sich beim Zoomen verändern. Beim Videofilmen ist man dann eher auf statisches Filmen limitiert. Und wenn man nicht immer Objektive wechseln will, ist eventuell die Anschaffung eines zweiten Gehäuses (in Deinem Falle der Pocket) mit der jeweils anderen Optik drauf eine "kostengünstige" Alternative.
    • Sehe Zoomobjektive (Brennweiten von 18-300mm) für mich persönlich als äußerst nützlich an, wegen der Möglichkeit Bildausschnitte vom identischen Standort aus zu betrachten.
      Manuelle Altgläserfestbrennweiten habe ich auch, hier kaufe ich aber nur Weitwinkelobjektive (unter 28mm KB-Brennweite) mit Lichtstärken 1,8 und 2,8. Ein 135mm Objektiv ist allerdings auch darunter wegen der Lichtstärke von 2,8. Dieses Objektiv brauche ich für Innenaufnahmen in Kirchen etc. wenn ich Details aufnehmen möchte.
      Zur Unterstützung habe ich dann noch einen 9,5fach Weitwinkelvorsatz und einen Kenko-Telekonverter 1,4fach.
      Damit decke ich alle meine Wünsche ab.
      Beste Grüsse allen Teilnehmern des Forums;
      Pana. FZ-300 - ThiEYE T5 EDGE mit eGimbal - Sony RX-100
    • Wenn digitales Entzerren nicht erwünscht ist (obwohl es auch in Photoshop geht für Videos), kenne ich zu Tilt-Shift noch keine bessere Alternative - und das geht heute auch sogar relativ günstig, siehe diese optisch hervorragende, superscharfe Linse hier:

      Samyang = Rokinon = Bowen = Walimex

      und so sieht dann Architektur damit aus, ohne digitales Nachhelfen: Link

      ab einer gewissen Brennweite verschwindet ja die Problematik, weshalb ich mir halt das (sowieso oft unnötige) Zoomen bis zur unproblematischen Brennweite verkneifen würde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von cici ()