Welche Bitrate ist für H.264 576i optimal?

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    • Welche Bitrate ist für H.264 576i optimal?

      Die Konvertierung MPEG-2 zu H.264 beschäftigt mich seit langem, aber selbst (Semi-)Profis sind da immer unterschiedlicher Meinung, wie ich aus Foren und diversen Fachartikeln lese:

      Meine privaten Filme haben durch die technische Entwicklung seit jeher eine Wandlung durchlebt: Super 8, VHS, SVHS; SVCD, DVD, BluRay

      Alte VHS-Filme wurden digitalisiert und auf DVD gebannt. Die alten Super-8, die ich früher auf VHS einmal übertragen habe, wurden von einem Digitalisierungs-Unternehmen ins digitale Zeitalter neu portiert und ebenso auf DVD "verewigt".

      Zu Beginn des HD-Zeitalters habe ich noch in MPEG-2 exportiert, da ja damalige Prozessoren für H.264 nicht wirklich ausgereift waren, um diese in akzeptabler Geschwindigkeit zu rendern. Hinzu kommt natürlich, dass damalige H.264-Encoder in Schnittsoftware noch selbst nicht so gut wie der "alte" MPEG-2 Encoder waren.

      Meine derzeitige AVCHD-Kamera zeichnet mit 17 Mbit/s auf. Zwischenzeitlich encodiere ich meine fertigen Filme in H.264, bei einer variablen Bitrate von 17 Mbit/s (maximale Bitrate ist dabei auf 24 Mbit/s im 2-fachen Verfahren).

      Meine Annahme ist dabei, dass die Qualität ja nicht besser werden kann, wenn die Bitrate des Quellmaterials sowieso schon bei 17 Mbit/s ist (und bei der variablen Encodierung habe ich ja dafür noch die maximale Bitrate von 24 Mbit/s als Spielraum angegeben).

      Sollte ich eine neue Kamera mit mehr Bitrate haben, würde ich auch beim Encodieren diese darauf anpassen natürlich. Soweit so gut.

      Jetzt habe ich noch alte MPEG-2 Dateien, die ich gerne ins neue H.264 Zeitalter transportieren möchte, natürlich mit den Vorzügen der Platzersparnis durch den neuen H.264.

      Die Frage also, was sich für mich stellt, welche Bitrate ist ungefähr als Richtwert anzusehen? Im Internet findet man 1080p Filme mit meines Erachtens lächerlichen Bitraten (teilweise 8 MBit/s), die aber beim Fernseher trotzdem für einwandfreie Ergebnisse sorgen. Abgesehen davon, dass HD-Fernsehkanäle ebenso mit derartigen Bitraten arbeiten. Von dem her sieht man ja, was so ein H.264 leisten kann.

      Meine derzeitigen Videoeinstellungen:

      576i-Material
      MPEG-2
      8 Mbit/s konstant (Video)
      384 kbit/s Audio (Dolby Digital Stereo)

      1080i-Material (alt)
      MPEG-2
      30 Mbit/s konstant (Video)
      384 kbit/s Stereo bzw. 448 kbit/s Mehrkanal (meine Sony-Kamera hat Dolby Digital 5.1)

      1080i-Material (aktuell)
      H.264
      17 Mbit/s variabel (Maximalwert 24 MBit/s gemäß AVCHD-Spezifikation meiner Kamera)
      448 kbit/s Mehrkanal Audio (Dolby Digital 5.1)

      Abschließend stellen sich also für mich zwei Fragen:
      1.) Welche Bitrate wäre für eine MPEG-2 DVD Konvertierung in H.264 mit variabler Bitrate anzudenken?
      2.) Kann ich bei der Konvertierung von 1080i MPEG-2 in H.264 die Einstellungen so wie oben beschrieben verwenden?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von maverick0812 ()

    • maverick0812 schrieb:

      Meine Annahme ist dabei, dass die Qualität ja nicht besser werden kann, wenn die Bitrate des Quellmaterials sowieso schon bei 17 Mbit/s ist (und bei der variablen Encodierung habe ich ja dafür noch die maximale Bitrate von 24 Mbit/s als Spielraum angegeben).


      Grundsätzlich hängt die Frage, welche Datenrate man für eine gewisse Qualität benötigt, immer auch von dem spezifischen Encoder ab. Bei hohen Datenraten sind die alle gut - aber bei geringen Datenraten gibt es halt welche die besser und welche die schlechter sind.

      Heiß auch: selbst wenn die Datenrate des Hardware-Encoders in der Kamera geringer ist, kann es schon Sinn machen beim Software-Encoder eine höhere Datenrate zu wählen, halt je nach Güte des verwendeten Encoders. Ich würde hier in jedem Fall selbst ein paar Sichttests machen - mit dem verwendeten Encoder.

      maverick0812 schrieb:

      Jetzt habe ich noch alte MPEG-2 Dateien, die ich gerne ins neue H.264 Zeitalter transportieren möchte, natürlich mit den Vorzügen der Platzersparnis durch den neuen H.264.


      Also ich persönlich würde mir das Transkodieren des alten Materials nicht antun. Denn das neuerliche Encoden kann eigentlich nur Qualität kosten, und die Festplattenpreise sind nicht mehr so enorm als dass man die alten Datein unbedingt nochmals eindampfen sollte. Ist halt meine Meinung dazu - aber das hängt auch immer davon ab um welche Datenmengen es eigentlich geht.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Ist vielleicht besser so. Danke für die Info. Dachte nur, sollte irgendwann mal MPEG-2 nicht mehr unterstützt werden und H.264 oder gar HEVC die Gegenwart sein. Möchte auch in 20 Jahren noch meine alten Videos abspielen können. Der Wechsel zu moderneren Codecs erschien mir da logisch.

      Also einen Qualitätsunterschied zum Quellmaterial konnte ich bei gleicher Bitrate mal nicht feststellen. Hab mir da anfangs natürlich zwei Varianten, einmal in MPEG-2 und einmal in H.264 berechnen lassen. Sowohl mit konstanter als auch mit variabler Bitrate. Aber hängt wohl auch vom Quellmaterial ab.

      Des Weiteren habe ich ja als Zielbitrate 17 Mbit/s eingestellt und als maximale Bitrate 24 Mbit/s. Sollten also vom Encoder her beim 2-fachen Verfahren 17 Mbit/s zu wenig sein, würde es ja dann die maximale Bitrate von 24 Mbit/s ausreizen oder wie ist das bei den variablen Bitraten-Einstellungen sonst zu verstehen?
    • maverick0812 schrieb:

      Ist vielleicht besser so. Danke für die Info. Dachte nur, sollte irgendwann mal MPEG-2 nicht mehr unterstützt werden und H.264 oder gar HEVC die Gegenwart sein. Möchte auch in 20 Jahren noch meine alten Videos abspielen können. Der Wechsel zu moderneren Codecs erschien mir da logisch.


      Es wird wohl nicht so sein das auf einmal MPEG2 ab Stichtag "X" überhaupt nicht mehr funktioniert - insofern codiere in 20 Jahren in die dann aktuellen Codecs um.

      Ich gehe aktuell her und wandle teilweise Varianten für meine Wiedergabemedien oder zu weitergeben in H.264 bzw. MP4 - nötigenfalls auch genau angepasst an die Auflösung des Wiedergabegerätes - für die Wiedergabe am Handy brauche ich kein Full-HD;).

      Dazu rechne ich immer ein "Masterfile" in einem möglichst guten Codec. Das wird dann archiviert und dient als "Master" aus welchem ich dann eben die anderen Varianten erzeugen kann.

      Erstelle ich eine DVD oder BluRay so lege ich mir davon immer ein Image mit ab - dann sind "Nachbestellungen" relativ easy und mit geringem Aufwand machbar. Denn die Zeiten wo alle und jeder am liebesten ein MP4-File für den Mediaplayer haben will sind längst noch nicht angebrochen, genügend Leute in meinem Familien-/Bekanntenkreis benötigen immer noch DVDs ;)

      Bei Auftragsproduktionen schaut das ganze auch nicht deutlich anders aus, oft sind da auch noch DVDs gewünscht, teilwiese auch BluRay. Aber eher selten, SD-Auflösung ist da eher Standard, auch im 4K-Zeitalter....
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    • Zu den normalen M2TS Files lege ich auch noch die BluRay/DVD Images ab. Mach das Menü und die ganze Struktur der Disc ja auch nicht gerne nochmal neu, wenn es eine neuerliche Kopie bedarf. BluRay-Rohlinge kosten ja heutzutage nicht mehr die Welt.

      Den fertigen Film gibt's meist in einer schönen blauen BluRay-Doppelhülle, wo die BluRay- und die DVD-Version Platz finden, somit hat man für beide Abspielgeräte alles in einer Hülle.

      Neuere Kameras zeichnen ja zwischenzeitlich mit 50p auf, was nicht mehr den BluRay-Spezifikationen entspricht und somit auch nicht mehr als BluRay-Film gebrannt werden kann, es sei denn man down konvertiert von 50p auf 50i. Für solch Qualitätsbewusste gibt es dann halt "nur" mehr die MP4-Variante.

      So gesehen, besteht das Archiv immer aus 4 Bestandteilen bei mir:
      - die Videodateien (M2TS oder MP4, je nachdem ob 50i oder 50p vorliegt)
      - BluRay-Image
      - DVD-Image
      - InDesign Case Cover (Projektdatei und PDF)
    • Also ich hebe mir den geschnittenen Film als ausgegebene Datei auf, wenn ein Authoring gemacht worden ist dann auch als Image der Bluray und/oder der DVD.

      Meist liegt das gesamte Projekt aber auch noch auf Festplatte herum - was den Speicherplatzbedarf schon entsprechend erhöht. :D
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • wolfgang schrieb:


      Meist liegt das gesamte Projekt aber auch noch auf Festplatte herum - was den Speicherplatzbedarf schon entsprechend erhöht. :D


      Ich fage jetzt mal provokativ: Wie viel von den herumliegenden Projekten hast Du nochmals benötigt....?

      Wenn ich von mir ausgehe so ist das ein verschwindend geringer Teil.... ;)
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    • Du das sind sehr oft private Erinnerungen, Urlaubsfilme, Filmchen von längst verstorbenen Verwandten etwa - so von den leztten 30 Jahren. Von dem "braucht" man in Wirklichkeit kaum etwas oder Alles. :)

      Und dazu kommt halt dass etliche Dinge noch in Vidoe8 oder Hi8 sind - und oft aus den Anfängen noch scheußlich gefilmt. Sowas schneidet man dann kaum mehr (oder ich zumindest nicht).

      Was ich damit machen werde ist ungewiß... zunächst mal aufheben.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • wolfgang schrieb:

      Also ich hebe mir den geschnittenen Film als ausgegebene Datei auf, wenn ein Authoring gemacht worden ist dann auch als Image der Bluray und/oder der DVD.
      Meist liegt das gesamte Projekt aber auch noch auf Festplatte herum - was den Speicherplatzbedarf schon entsprechend erhöht.

      ===> Das halte ich ganz genauso.

      MacMedia schrieb:

      Ich fage jetzt mal provokativ: Wie viel von den herumliegenden Projekten hast Du nochmals benötigt....?

      ===> Meine Erben wollen später doch was zum Entsorgen haben :besen:

      Gruß kurt - und frohe Ostern!
    • Also ich habe mir schon die Arbeit "angetan", alte Super8, (S)VHS Filme nach der Digitalisierung einem neuen Schnitt zu verpassen. Früher ging das ja alles nur mit Klebeband oder zwei Videorekordern. Die Möglichkeiten heute allein was die bloßen Bildoptimierungen (Helligkeit, Sättigung, Kontrast, Schärfe) oder die Nachvertonung anbelangt, verpassen diesen alten Filmen schon eine deutliche Verjüngung.

      Klar, es wird nie DVD-Qualität erlangen, geschweige denn FullHD, aber es ist schon erstaunlich, was man da herausholen kann. Im Endeffekt sehen die dann besser aus als das Original mit den ganzen Korrekturen.

      Nach einem sinnvolleren Schnitt, was das 2-Stunden-Gefilme in einen von mir aus 1-stündigen spannenden und unterhaltsamen Abendfilm macht, sind diese alten Erinnerungen auch auf den heutigen 50 Zoll Fernsehern durchaus ansehnlich.

      Aber derartige Projekte bewahre ich selbst auch nicht auf. Wenn ein Projekt fertig ist, ist es fertig. Glaube nicht, dass ich oder meine Nachkommen 15 Jahre später noch eine "Extended Version" mit noch bis dato "unveröffentlichten" Szenen daraus machen werden, um diese dann mit einem H.280 Codec, der wahrscheinlich HEVC-Ultraplus heißen wird, aus meiner MPEG-2 Datei mit 8 Mbps, eine bescheidene 0,3 Mbps mp8-Datei zu machen. ;)

      Spaß beiseite. Trotz zwischenzeitlich 6 bis 8 TB Festplatten bräuchte ich bald einen Schrank an Platten davon, wenn ich auch noch die Projektdateien mit dem meist 80 GB Quellmaterial (und den ganzen anderen Dateien wie unkomprimierte Routen-Videos, Bilddateien, Musik im WAV-/MP3-Format) aufbewahren müsste,... hinzu kommt, dass ich bei jeder neuen Version von Adobe Premiere auch alle Projektdateien zu kontrollieren habe, ob diese überhaupt noch kompatibel sind mit der neuen Version und die ganzen Verknüpfungen zu den Dateien weiterhin gewährleistet sind. Mal abgesehen davon, dass man früher vielleicht Plugins verwendet hat, die im Schnitt enthalten sind, aber in neueren Versionen gar nicht mehr vorkommen.

      Außerdem ist es bei mir schon mal vorgekommen, dass ich mein Schnittprogramm gewechselt habe, da das alte einfach nicht mehr weiter entwickelt wurde (Ulead Media Studio Pro 8 auf Adobe Premiere CS3). Was hätte ich jetzt mit den alten Projektdateien machen sollen?