Filmkommentar und Nachvertonung für Einsteiger

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Filmkommentar und Nachvertonung für Einsteiger

      Ich oute mich mal, dass ich während all der vielen Jahre, in denen ich mehr oder minder intensiv gefilmt habe, nie einen nachträglichen Filmkommentar aufgesprochen habe. Nachdem ich das zuletzt bei Jürgen (HJS) im Showroom gelungen fand, wollte ich dies nun auch mal probieren. Dabei bin ich aber auf praktische Schwierigkeiten gestoßen.

      Probiert habe ich zunächst mit einem Mikrofon, das meine Frau früher oft für Karaoke benutzt hat (Philips SBC MD150). Die Erkennung und Kalibrierung im Realtek HD Audio Manager klappte prima. Ein paar Probeaufnahmen mit der Aufnahmefunktion von Power Director 13 gingen ebenfalls gut. Es ist klar, dass ich an der Aussprache usw. feilen muss. Dazu gibt es ja hier einen Thread.

      Ich wunderte mich aber schon, dass ich bei der Wiedergabe den Ton an meinem Verstärker lauter stellen muss, um überhaupt etwas zu hören. Bei der Bearbeitung sah ich dann die Bescherung. Der Pegel ist praktisch ein Strich. Auch mehrere Versuche, in denen ich relativ dicht an das Mikro ging, brachten praktisch keine Verbesserung. Mit den Ergebnissen konnte ich praktisch im Schnittprogramm nichts anfangen.

      Dann habe ich ein höherwertiges Elektret Condenser Stereo Mikro (Sony ECM-MS957) ausprobiert. Aber auch das brachte kaum eine Verbesserung, obwohl ich da noch eine frische Batterie eingelegt habe.

      Mache ich etwas falsch oder ist ein PC (ich habe ein AMD HD Audio Device) einfach für einen Filmkommentar nicht geeignet? Allerdings frage ich mich, wofür dann die Aufnahmefunktion im Schnittprogramm gut ist.

      Benutzt ihr stattdessen die Kamera dafür, was ja zunächst einmal umständlicher ist?
      Viele Grüße, Reinhold
      https://www.youtube.com/channel/UC9_Mp7nbdIxnbx_JpXfQjsQ
    • Condenser Stereo Mikrofon deutet auf Kondensatormikrofon hin. Kondensatormikrofone benötigen eine 48V Phantomspeisung und haben üblicherweise eine XLR-Buchse. Die sind nicht für OnBoardSound (Realtek und Konsorten) vorgesehen.

      Gegebenenfalls muss auch im Audio-Treiber zwischen Line-Eingang und Mikrofoneingang umgeschaltet werden, um das ankommende Signal angemessen zu verstärken.

      Einige Mikrofone bieten einen batteriebetriebenen Ersatz für die 48V Phantomspeisung. Manche Mikrofone funktionieren dann ab 9V mehr oder weniger gut. Ist am Mikrofon noch ein Dämpfungsschalter ( 0db, -10 db oder - 20db) ? Dann würde ich auf 0 db stellen.

      Anstatt eines XLR auf Klinke-Adapters sollte man in eine externe Soundcard.mit passenden Anschlüssen und Enthaltener Phantomspeisung investieren.
    • Peter Friesen schrieb:

      mit welchem Betriebssystem arbeitest Du am PC : Win 8 oder 10 ?

      Du musst das Micro am PC anmelden und einstellen


      Ich habe Windows 10. Erkannt war es schon, aber ich habe den Mikrofonvorverstärker übersehen, wie ich gerade gemerkt habe. Aber den muss ich dann schon auf die höchste Stufe (+ 30 dB) einstellen, um die Lautstärke passend einzustellen.

      Ich werde es später damit mal probieren und dann berichten. Unabhängig davon interessieren mich mal eure Erfahrungen, ob ihr lieber über den PC den Kommentar macht oder lieber ein Mikro an die Kamera anschließt.
      Dateien
      • Mikro 1.png

        (1,21 MB, 94 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Viele Grüße, Reinhold
      https://www.youtube.com/channel/UC9_Mp7nbdIxnbx_JpXfQjsQ
    • Obwohl meine Kamera XLR mit Phantomspeisung hat und ich dazu eine Rhode NTG-2 angeschafft habe bevorzuge ich für den nachträglichen Kommentar ein USB-Headset.
      vg Ian
    • Ich habe W7 und hatte das gleiche Problem mit USB und dem Zoom.
      Ich habe das Mikro ähnlich wie in dem Screenshot von Peter.
      Habe "Eigenschaften" aufgerufen und konnte dann zum "Pegel" kommen.
      Den habe ich auf 100 gedreht und dann ging es (bei mir)
    • homer1 schrieb:

      Anstatt eines XLR auf Klinke-Adapters sollte man in eine externe Soundcard.mit passenden Anschlüssen und Enthaltener Phantomspeisung investieren.


      Nein, tue das nicht. Dann lieber ein anständiges USB-Mikrofon (kaufen). Z.B. das von Peter erwähnte H2, das Du auch noch anderweitig mal bei der Aufnahme verwenden kannst.


      sunday schrieb:

      ob ihr lieber über den PC den Kommentar macht oder lieber ein Mikro an die Kamera anschließt.


      Ich habe beides schon gemacht und beides ist durchaus brauchbar. Im Falle 'Kamera' kommen keine PC-Geräusche mit auf die Tonspur - und wenn der PC sehr leise ist, dann eben auch nicht. Ausprobieren geht über studieren...
    • Ein USB-Mikrofon ist meist die einfachste Lösung, Probleme macht hier aber ggf. der PC bei hörbaren Lüftergeräuschen o.ä. - Abhilfe schafft oft die verwendung eines Laptops. Für Sprachaufnahmen muss das kein leistungsstarker Rechner sein, da tut es notfalls ein altes Netbook o.ä.

      Genauso wichtig ist aber auch eine Umgebung mit möglichst wenig Raumhall. Also lieber einen Raum mit Teppichen und Vorhängen - es muss kein ausgesprochen akustisch optimierter Raum sein, aber es sollte nicht hallen wie in einem Kirchenschiff ;)

      Ein großes Zimmer mit Fliesenboden und wenig Möbeln ist eher ungeeignet wie ein kleinerer Raum mit Teppichboden und viel Einrichtung....

      Aber noch viel wichtiger ist der Sprechertext - keine langen Sätze, keine Satzungetüme mit Nebesätzen. Kurz und prägnant zu sprechen, dan geht das auch ohne Luftnot - und es spricht sich einfach leichter.

      Aufnahmen direkt in die Timeline (Voice-Over) und absolut passend zum Bild - da benötigt man einiges an Übung um das wirklich korrekt hin zu bekommen. Lieber getrennt aufnehmen und wenn es zeitlich nicht passt einfach den Off-Text im Schnittprogramm oder Audioeditor in einzelne Sätze "zerlegen" und diese dann auf der Timeline passen arrangieren.

      Eines muss aber immer klar sein - Sprechertexte ganz ohne Aufwand sind nicht möglich !

      Trotzdem lässt sich ein Film durch einen halbwegs guten Sprechertext aus dem OFF meistens deutlich aufpeppen - mit meist vertretbarem Aufwand.

      Wovor ich ausdrücklich warne ist z.B. bei Reise-/Urlaubsvideos der Einfachheit halber den geschriebenen Touristen-/Reiseführer einfach "vorzulesen" - das geht i.d.R. schief und klingt nicht gut. Das Problem ist das wir uns normalerweise nicht in "Schreibdeutsch" unterhalten. Das klingt dann eher merkwürdig. Daher lieber den Reiseführer quasi als Grundlage für Fakten hernehmen und etwas textlich modifizieren - und einen Text schreiben so wls wie wenn wir einem guten Freund unseren Urlaub erklären würden. So wie wenn wir bei einer Diaschau quasi den Urlaub erzählen würden. Klingt meist besser wie aus dem Reiseführer vorlesen.

      Gleiches gilt übrigens auch für Veranstaltungen - sind diese etwas größer und die Presse bzw. Zeitung berichtet darüber und man selbst macht einen Film über diese Veranstaltung ist es schon verlockend einfach den Zeitungstext zumindest auszugsweise als OFF-Kommentar zu lesen - klingt dann genauso gestelzt und "komisch" wie das Vorlesen aus dem Reiseführer ;)

      Nur so aus leidvoller Erfahrung etlicher selbstgeschriebener Texte ;)

      Dazu kommt das man im Text nicht das Bild nochmals beschreiben sollte - ein Film mit Off-Sprecher soll kein Fernsehen für Blinde werden (indem die Tonspur alle Informationen nochmals widerholt die man im Bild sieht) und natürlich auch kein bebildertes Hörspiel....im Idealfall ergänzt der Off-Text das Bild mit Fakten und Eindrücken die das Bild nicht wiedergeben können, liefert neue Informationen.

      Aber Vorsicht - der Mensch kann nicht all zu viel Info auf einmal durch hören und sehen verarbeiten - das kennt jeder wenn er z.B. einem Museumsführer der einen mit Zahlen, daten und Fakten zutextet folgen will und sich gleichzeitig versucht die Exponate anzuschauen - das geht schief....also immer nur richtig dosierte Infos geben.....

      Sprecherton kann halbwegs gute Filme aufwerten - aber er wird keinen (von der Bildsprache her) schlechten Film zu einem sehr guten hochpushen können !


      Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von MacMedia ()

    • Wenzi schrieb:

      MacMedia schrieb:

      Sprechertexte ganz ohne Aufwand sind nicht möglich !


      Was insbesondere für deren Niveau gilt. Aber das ist ein ganz anderes Thema.


      Naja, Du musst ja keine Niveacreme verwenden.... :D

      Alles ist wichtig - ein technisch gut aufgezeichneter Ton (Nebengeräusche, Rauschen, Tonqualität) sowie ein guter, prägnanter und passender Text als auch eine gute Sprecherstimme und auch eine ordentliche, verständliche Aussprache ;)

      Das schlimme ist das Tonfehler viel schlimmer auffallen wie Bildfehler - das gilt für nachträglich aufgezeichneten Sprecherton genauso wie aufgezeichneten O-Ton !
      Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar
    • Vielen Dank für die vielen Hinweise von euch.

      kpot11 schrieb:

      Im übrigen hat MacMedia in seiner Post-#9 brillant beschrieben, worauf es ankommt !!!


      Das sehe ich auch so und finde es toll, dass du dir so viel Mühe gemacht hast und die wichtigsten Punkte angesprochen hast. Ich denke, dass mit Hilfe des prägnanten Threadnamens dann in Zukunft auch andere davon profitieren werden.

      Ich konnte nur noch kurz die Hardware testen. Offensichtlich mache ich aber noch andere Anfängerfehler. Ich habe im Schnittprg. meine Testaufnahme doppelt gehört, vermutlich weil ich mit einem Monomikrofon eine Stereoaufnahme gemacht habe. Bei der direkten Kontrolle passierte das aber nicht. Morgen teste ich mal das Stereomikro.
      Der Pegel ist jetzt nach der Verstärkung deutlich lauter, aber noch geringer als beim O-Ton. Er klingt außerdem etwas dumpf. Vielleicht muss ich die Nachhallunterdrückung (s. Bild oben) ausschalten.

      Als Testclip für den Kommentar habe ich mir einen Bericht über unser Hotel vom letzten Urlaub in Zypern ausgesucht. Da hatte ich eine Veröffentlichung über YT zugesagt. Material für den Text habe ich u.a. schon durch meine Rezension bei Holiday Check gleich anschließend.
      Viele Grüße, Reinhold
      https://www.youtube.com/channel/UC9_Mp7nbdIxnbx_JpXfQjsQ
    • Nur ein Hinweis:
      Die Experten sind sich fast alle einig, dass man Kommentare "üblicherweise" mittels Monomikrofon aufnehmen sollte.
      In der NLE (Stereoprojekt) kann man dann den einen Kanal auf den anderen Kanal übertragen (was auch die Lautstärke erhöht).
      Gruß kurt
    • MacMedias Hinweise möchte ich noch durch einen für mich sehr wichtigen ergänzen. Beim Text bei Reisefilmen nicht die Vergangenheitsform wählen, wie sie häufig beim Vorführen von Dias genutzt wird, sondern den Zuschauer mit dem Präsens quasi mitnehmen und einbeziehen.
      LG
      Peter
    • elCutty schrieb:

      MacMedias Hinweise möchte ich noch durch einen für mich sehr wichtigen ergänzen. Beim Text bei Reisefilmen nicht die Vergangenheitsform wählen, wie sie häufig beim Vorführen von Dias genutzt wird, sondern den Zuschauer mit dem Präsens quasi mitnehmen und einbeziehen.


      Stimmt. Da bin ich gar nicht darauf eingegangen....

      Ganz übel: "Ostern waren wir im Kurzurlaub in Rom und wir schauten uns als erste Ziel, gleich nach dem wir angekommen sind den Touristenmgneten, das schöne Kollosseum an. wo In einer Ecke eine wunderbare Statue stand die mir ausgezeichnet gefiel...."

      Okay, bei dem Text gehe ich davon aus dass die Statue jetzt nicht mehr dort steht - ist das Kolloseum vielleicht zusammengebrochen? Und der Filmautor hat wohl seinen Kunstgeschmack geändert da ihm die Statue heute nicht mehr gefällt und nur zu Ostern gefiel.... ;)

      Lieber so: "Die ewige Stadt. Rom, Unser Ziel an Ostern 2015. Wir sind kaum angekommen und schon auf Sightseeing-Tour. Unser erstes Ziel ist das Kolloseum. Dort steht in einer Ecke, ganz versteckt eine schöne Statue. Sie gefällt mir besonders gut....."

      Der erste Satz oben handelt nur in der Vergangenheit - und ist vor allem als Bandwurm fast unaussprechbar. Einfach mal beide Sätze sprechen, mit quasi "Sprecherstimme". Beim ersten Satz dürfte spätestens im zweiten Drittel Atemnot einsetzen, wo hingegen der zweite Satz deutlich sprechbar ist, auch für einen "Sprecherlaien"

      Ein Patzer sind auch Texte die nur das Bild erklären. Einfach mal vorstellen, man sieht im Film eine belebte Kreuzung auf der ein Polizist den verkehr regelt. Dazu folgender Text: "Auf der Kreuzung steht ein Polizist. Er regelt den Verkehr. Die Autos fahren um ihn herum und hupen."
      Das ist jetzt Fernsehen für Blinde, denn der Off-Text beschreibt haargenau das Bild. Oder bebildertes Radio, denn der Off-Text enthält genau die Information die mir auch das Bild bringt. Sinnlos !

      Lieber so einen Text zu den gleichen Bildern: "Die Kreuzung via XYZ und via ABC. Der Carbinieri in Rom'S Innenstadt hat keine leichte Aufgabe. Er muss den Verkehr ordnen. Aber auch als Autofahrer hat man in den Straßen von Rom kein einfaches Leben. Stop and Go. Blechlawinen überall."

      Das Problem ist das man bei unteren Text jetzt auf einmal deutlich mehr Bilder benötigt. Einfach eine Totale ist nicht ausreichend. Ideal wären eine Großaufnahme vom Polizisten, vielleicht sein Gesicht. Oder seine Hände. Großaufnahmen von Autos, ruhig angeschnittene Räder, Stoßstangen, Auspuff und Abgase als Motiv. Eine haöbnahe Aufnahme von einem Autofahrer in seinem Auto. Ein Blick die Straße entlang wo sich die Autos stauen. Lauter einzelne Szenen die das Geschehen lebendig wiedergeben. Die totale Einstellung der ganzen Kreuzung brauchen wir entweder überhaupt nicht - oder wenn nur deutlich kürzer als vorher.

      Und auf einmal ergänzen sich Text und Bild - und wir finden die Five-Shots wieder, auch bei dieser Szene.... ;)

      Also muss man sich schon beim Dreh auch ein paar Gedanken machen wie man das ganze dann auch im Off-Text abbildet und die nötigen Bilder drehen - eben vor allem Zwischenschnitte. Denn die machen zusammen mit einem guten Text das ganze lebendig !
      Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar
    • Ja, ein USB-Mikrofon ist wohl am praktikabelsten.

      Ich habe mir eine teure Apogee Duet for iPad zugelegt, weil diese sowohl am PC, Mac und an iPad/iPhone/iPod betreibbar ist und vorzügliche Wandler hat.

      Jetzt kann ich lüfterlos mit dem iPad und einem AKG C3000 B aufnehmen. (So eine Kombination lohnt für mich auch nur, weil ich auch Musik mache)
    • Der Punkt mit den kurzen knackigen Sätzen, die nicht nur das Bild beschreiben, kann ich nur unterstreichen.

      Und ich nehme an die technischen Probleme sind behebar. Mir erscheint der "kleine Rest" aber viel relevanter. :D

      Denn - in der Praxis ist das für viele höllisch schwer einen guten Kommentarton zu sprechen. Weil das sind die wenigsten gewöhnt, da hat man meist keine Erfahrung - oder wer hat schon eine echte Sprecherausbildung/Stimmbildung? Mag dem Einem leichter fallen als dem Anderen, und man muss auch ausprobieren was für einem selbst funktioniert. Vorher überlegen was man sagen will, sich überlegen wie lange das ist - das niederzuschreiben unter Beachtung dessen was hier gesagt worden ist - und dann das so zu bringen dass es nicht nur vorgelesen wirkt ist halt auch eine Übungssache.

      Beachte auch, dass es verschieden Sprachbilder gibt - und viele versuchen dann in geschriebenen Deutsch zu sprechen, und das kann dann total künstlich wirken wenn das nicht das eigene Sprachbild ist. Eine gewisse Entspanntheit und Lockerheit kann da helfen - und man sollte ein Feeling dafür entwicklen ob man sich mit so einem Text gerade irgendwo völlig außerhalb der eigenen Komfortzone bewegt, oder ob das geht.

      Und gerade wenn man viel plaudern und schwafeln gewöhnt ist - so stellt man dann vielleicht doch fest, dass - wenn man den Text nicht vorschreibt/vordenkt dass es dann gar nicht so einfach ist, frei weg von der Leber was sinnvolles zu den oft vorher geschnittenen Bildern zu sagen. Da verstummt man dann gerne, und dann kommen die Ähhs und Ühhs und Nachdenkpausen. Ganz hochtrabend - natürlich gibts Sprecherausbildungen. Aber da du das wohl nicht vorhast lass dir auch nicht zuviel Stress machen - und akzeptiere dass das vielleicht gar nicht einfach sein wird. Nicht am Anfang zumindest.

      Es kann daher schon einen gewissen Sinn ;) machen sich auch zu überlegen was man eigentlich aussagen will. Das ist dann eine klare Verbindung zur gesamten Story des Films. Was will ich aussagen, wo will ich mit dem Film hin? Wenn man das nicht recht weiß, ist es schwer einerseits einen gezielten Film zu schneiden - und andererseits einen vernünftigen Kommentar zu erstellen. Das geht eigentlich soweit dass man eben NICHT den Film vorher nur nach schönen Bildern schneidet, sondern sich überlegen muss was die Story hinter dem Film ist - wobei Story hier nichtmal hochtrabend gemeint ist. Lehnt man sich z.B. an einen Reiseverlauf an? Lehnt man sich an den eigenen Empfindungen an? Was hat man für Material vor sich, wie viel kann ich dazu eigentlich sagen - will ich sagen? Muss man da nicht massiv viel des Materials wegwerfen oder zumindest umordnen - wieviel ist dem Zuhörer zumutbar?

      DAS sind verdammt viele Fragen dafür dass du einen kleinen Kommentar sprechen willst - ich weiß. Aber irgendwann landest bei diesen Querbezügen. Ich würde mir mal wirklich ein erstes Stück nehmen, welches du schon hast. Und etwa mit der Voice over Funktion des Schnittprogramms versuchen dazu was halbwegs sinnvolles zu formulieren und einzusprechen. Socle Voice over Funktionen haben den Vorteil dass das direkt in der timeline der NLE landet, und man das dann sofort abspielen kann - und damit sofort sieht wie das eigentlich geworden ist. Und die ist geduldig, denn auf Anhieb muss es ja nichts werden.

      Viel Spaß dabei!
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • elCutty schrieb:

      Beim Text bei Reisefilmen nicht die Vergangenheitsform wählen, wie sie häufig beim Vorführen von Dias genutzt wird, sondern den Zuschauer mit dem Präsens quasi mitnehmen und einbeziehen.


      MacMedia schrieb:

      Ein Patzer sind auch Texte die nur das Bild erklären. Einfach mal vorstellen, man sieht im Film eine belebte Kreuzung auf der ein Polizist den verkehr regelt. Dazu folgender Text: "Auf der Kreuzung steht ein Polizist. Er regelt den Verkehr. Die Autos fahren um ihn herum und hupen."
      Das ist jetzt Fernsehen für Blinde, denn der Off-Text beschreibt haargenau das Bild. Oder bebildertes Radio, denn der Off-Text enthält genau die Information die mir auch das Bild bringt. Sinnlos !

      Lieber so einen Text zu den gleichen Bildern: "Die Kreuzung via XYZ und via ABC. Der Carbinieri in Rom'S Innenstadt hat keine leichte Aufgabe. Er muss den Verkehr ordnen. Aber auch als Autofahrer hat man in den Straßen von Rom kein einfaches Leben. Stop and Go. Blechlawinen überall."


      Das sind 2 neue sehr wichtige Hinweise - Danke. Es sind auch gute praktische Anregungen dabei, um so einen Reisebericht noch interessanter zu machen. Das ist dann aber schon das Stadium für Fortgeschrittene.

      Obwohl ich ja von dem Thema eigentlich keine Ahnung habe, habe ich doch schon eine gewisse Vorstellung, was ich machen möchte und was nicht. Als Einsteiger geht es mir zunächst um die Technik und dann um den sparsamen Einsatz. Darum passt mir auch das eher trockene Thema Hotelanlage ganz gut. Ich habe nicht vor, dies nun künstlich interessanter zu machen, sondern möchte auf Stärken (vor allem) und ein paar Schwächen eingehen.

      Man kann sich das am besten vorstellen an einem Fußballspiel. Da haben wir einen Hörfunkreporter (s. Beispiel MacMedia), einen vom TV aus Südamerika und einen mundfaulen, aber der sich auskennt, aus Mitteleuropa (bin ich). Ich habe also nicht vor die Leute vollzuquatschen, auch wenn man den Inhalt dieses Textes nicht im Bild sieht. In erster Linie sollen weiterhin die Bilder sprechen. Der Text soll Informationen und Bewertungen zusätzlich bringen und dies soll eher in kleinen Dosen verabreicht werden.

      Ich weiß, das ist eher etwas langweilig für Leute, die sich nicht konkret dafür interessieren. Für den Zweck erscheint mir das aber angemessen zu sein. Lediglich bei Einleitung, Zwischenbemerkung und evtl Schluss möchte ich mir ein paar emotionale bzw. prosaische Bemerkungen gestatten.

      Apropos Einleitung: Die habe ich jetzt schon ca. 20 Mal geübt: Zu ein paar schönen Bildern und einer Animation am Anfang wollte ich folgenden Text sprechen. "Nur etwa 3 1/2 Flugstunden von uns entfernt liegt eine wunderbare Insel im östlichen Mittelmeer. In der Antike hielt man sie für den Geburtsort der Göttin Aphrodite. Wir nennen sie heute (kleine Pause) Zypern."

      Was haltet ihr davon?
      Viele Grüße, Reinhold
      https://www.youtube.com/channel/UC9_Mp7nbdIxnbx_JpXfQjsQ