Wie und mit welchen Programmen gradet man Slog2? Sind LUT´s die Lösung?

    • Wie und mit welchen Programmen gradet man Slog2? Sind LUT´s die Lösung?

      Die Möglichkeit, mit der A7RII Slog2 aufzunehmen, bringt mich zu der Frage, wie man am Besten und Einfachsten Slog2 bearbeitet?

      (Der Kontrastumfang von Slog2 ist wirklich beeindruckend.)

      Am Einfachsten wäre es wohl, mit sogenannten LUT´s zu arbeiten. Siehe:



      Im Grunde will ich nicht stundenlang herumprobieren, bis ich einen Style gefunden und selbst gegradet habe. LUT´s scheinen mir da die schnellste Möglichkeit zu sein, um ans Ziel zu kommen.

      Bei welchen Programmen kann man mit LUT´s arbeiten? Bei Edius geht es wohl nur via DaVinci Resolve? Bei Premiere scheint der Weg über Afters Effects oder auch über DaVinci Resolve zu führen? Liege ich da richtig?

      DaVinci Resolve-Preis: ca. 1000 Euro. Gibt´s es da eine günstigere Alternative?

      Und hat man da dann ein paar LUT´s im Preis drin oder kosten die Extra?
    • Bei Premiere arbeite ich mit dem Plugin "Filmconvert", das funktioniert sehr gut. Gibt es, glaube ich, auch für andere Schnittsysteme. Man kann sich eine Trial Version herunterladen.

      ​Viele Grüße

      Lothar
    • Hallo Lothar,

      leider funktioniert das Programm nicht unter Edius. Schade. Die Ergebnisse auf der Startseite von Filmconvert sehen gut aus.

      Umsteigen zu einem anderen Schnitt-Programm will ich deswegen nicht.
    • DaVinci geht auch gratis. Nur, wenn man mehrere GPU und besondere Profifeatures benötigt muss man die Vollversion kaufen. Man kann aber auch bei mehreren GPU einfach die kostenlose Version installieren und dann nur mit einer GPU rechnen lassen. Das dauert länger, aber funktioniert auch.
    • Ja wirst du nicht Edius 8.2 haben? Dort wird die Bearbeitung von log Material enthalten sein, und 8.2 dürfte demnächst (vor oder während der NAB) erscheinen. Ist vermutlich für dich die einfachste Lösung.

      Die gratis Resolve Version ist nur teilweise hilfreich, da sie zwar 4K importieren aber nur HD ausgeben kann.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang
    • Das ist die Gratisversion? Ok wenn es so ist. Nur trotzdem ist die Frage ob man das nicht besser doch in Edius macht. Hängt vom workflow ab ob man die mächtigen features von Resolve braucht.

      Ich fahre bisher über die LUT Plugins in Vegas, aber mit dem LUT Support wird Edius viel attraktiver. Meine Meinung halt b
      Lieben Gruß,
      Wolfgang
    • Ich habe jetzt DaVinci Resolve als Standalone-Programm angetestet. Das mit den LUT´s klappt. Aber die Slog2-Dateien aus der Sony A7RII machen mich trotz LUT´s nicht glücklich. Vielleicht muss da einfach mehr Sonne her, damit man mit Slog2 und unter Verwendung von LUTs schönere Bilder bekommt?

      Nachdem ich ein paar alte Filme, die mit einem normalen Farbprofil (Gamma oder 709) entstanden sind, importiert und gegradet habe, habe ich da schönere Farben und mehr Möglichkeiten gesehen, als mit Slog2.

      Slog2 scheint mir etwas für Profis zu sein. Wobei die vielleicht dann doch eher gleich mit echtem RAW Vorlieb nehmen?

      DavinciResolve ist bei meiner kostenlosen Version bei den Exportmöglichkeiten nicht so gut, wie Edius. So wird das Programm nur so lange auf meinem Rechner bleiben, bis Edius LUT-fähig ist. Das wird ja hoffentlich bald sein.

      Mein persönliches Fazit ist, dass LUT´s sehr wohl ne feine Sache sind, besonders wenn man schnell einen bestimmten Look erzeugen will. Man kann und sollte die LUT´s aber nicht als Allheilmittel sehen. Ich spiele gerne mit den Farben und mit anderen Einstellmöglichkeiten und werde das auch trotz zukünftiger Verwendung von LUT´s beibehalten. Man will ja schließlich irgendwo seinen ganz eigenen Look.
    • jcmohring schrieb:

      Aber die Slog2-Dateien aus der Sony A7RII machen mich trotz LUT´s nicht glücklich. Vielleicht muss da einfach mehr Sonne her, damit man mit Slog2 und unter Verwendung von LUTs schönere Bilder bekommt?

      Mit LUTs zu arbeiten erfordert vermutlich doch einige Übung und einiges Wissen.

      Das fängt mal mit dem LUT selbst an. Welcher LUT wird gewählt? In deinem Fall brauchst du einen Slog2 zu rec.709 Lut. Wenn das ähnlich ist wie bei dem von mir verwendeten v-log l, dann war ich etwa mit dem von Panasonic gelieferten Original-LUT für die GH4 gar nicht zufrieden. Der hat mir nämlich Rot eher in ein Orange übersetzt. Erst ein LUT aus einer sekundären Quelle hat recht gute Ergebnisse gebracht. Man muss also verschiedene LUTs ausprobieren.

      Dann gehts um die Frage, ob man einen LUT nutzt um bereits ein bestimmtes Color Grading zu bekommen. Oder ob man lediglich eine Übersetzung zu rec.709 haben will.

      Dann kommt die Frage dazu, welche Filter man sonst noch verwendet. Log Material ist je eher farbarm und kontrastlos. Je nachdem wie der LUT arbeitet kann man dann noch Luminanzkorrekturen machen wollen - und auch noch Farbkorrekturen. Da bieten sich verschiedene Arbeitsweisen an:
      - mache ich das in eigenen Tools wie eben Resolve oder Catalyst Prepare? Dort geht der Zug der Zeit hin. Erfordert aber Zwischenexporte
      - mache ich das gleich in einer NLE - wie Vegas oder Edius? Bei ersteren geht das mit plugins, bei Edius kommts demnächst
      - in welcher Reihenfolge wende ich die Filterkette an? Farbkorrektur nach Luminanzkorrektur ist die meist gewählte Vorgehensweise - aber kommt der LUT vor dieser Kette oder danach? Oft wird empfohlen dass der LUT danach kommt - und man die Filter davor legt. Grund: gerade bei slog kann der LUT auf 100 IRE gehen und wenn etwas darüber liegt würde es geclippt werden.
      - wie stellt man gegebenenfalls die 10bit oder höhere Verarbeitung sicher? Denn x-log macht halt eigentlich erst bei 10bit Sinn, die Hersteller der Kamers kümmerts eher wenig und sie verbauen diese Funktionen halt jetzt auch gerne in reine 8bit Kameras? Sinnvoll oder nicht - das wird immer wieder heftig diskutiert.

      Also da gibts schon einige Punkte zu beachten. Ist alles nicht unmöglich aber man muss halt wissen wie man da vorgeht. Raw ist auch ebenso oder genauso wenig komplex - man macht halt das Debayern in Resolve. Und ja, die Datenmengen werden bei all diesen Dingen enorm - große Raid-Systeme sind da durchaus erwünscht.

      Was macht jetzt der "kleine" 8bit Filmer damit? Frustriert das Handtuch werfen? Ich würde sagen das kann ein spannendes Lernfeld sein - aber man muss mit einem gewissen Lernaufwand rechnen. Der Lohn kann eine ganz gute Darstellung des Kontrastumfangs der eigenen Kamera sein - besser als man es mit rec.709 hin bekommen kann.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang
    • Hast mir jetzt wieder etwas Mut gemacht, Wolfgang. ;)

      Sehr interessant von dir die Ausführung, welchen Filter/Einstellung man drüber oder drunter legt. Das habe ich bislang nicht beachtet.

      Mein Ziel ist halt nicht direkt Rec709, sondern gleich ein bestimmter Look. Und der Look ist ja auch davon abhängig, was man filmt oder erzählt. Bei Familiensachen, darf es ruhig etwas bunt sein, bei Reportagen dafür eher nüchtern.

      Wenn´s Wetter über Ostern mitmacht, werde ich nochmals Slog2 testen. Ich wage jedenfalls einen zweiten Anlauf.
    • jcmohring schrieb:

      Mein Ziel ist halt nicht direkt Rec709, sondern gleich ein bestimmter Look. Und der Look ist ja auch davon abhängig, was man filmt oder erzählt. Bei Familiensachen, darf es ruhig etwas bunt sein, bei Reportagen dafür eher nüchtern.

      Bevor man fliegt sollte man mal gehen können.

      Also würde ich mal erlernen wollen wie man überhaupt mit log Material arbeitet. Und mal damit neutrales Material bekommt.

      Color Grading im Sinn von einen Look wählen ist dann ein zweiter - großer - Schritt. Nicht umsonst ist der Colorist ein eigener Beruf.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang
    • jcmohring schrieb:

      Mein Ziel ist halt nicht direkt Rec709, sondern gleich ein bestimmter Look


      wolfgang schrieb:

      Also würde ich mal erlernen wollen wie man überhaupt mit log Material arbeitet. Und mal damit neutrales Material bekommt


      Hallo Jürgen,

      oft meinen Leute, die zum ersten mal mit Log-Material arbeiten, man braucht eine LUT, um einen bestimmten Look zu erzeugen. Im Profibereich ist der Workflow i.A. anders:

      Der erste Schritt im Workflow ist die Farbkorrektur. Dabei ist es Ziel, einen möglichst natürlichen Farbton zu erhalten. Dazu verwendet man eine LUT. Und zwar die LUT, die zu deiner Kamera passt. Nicht irgendeine. Du kannst für diesen Schritt das kostenlose und sehr gute Programm "Catalyst Browse" von SONY verwenden, das natürlich die für Sonycams richtigen LUTs eingebaut hat. Neben der Anwendung einer LUT (S-Log Material nach Rec 709) werden weitere Farb- und Luminanzkorrekturen je nach Erfordernis gemacht, um ein natürlich wirkendes Bild zu bekommen.

      Im zweiten Schritt exportierst du dann dein Video und bearbeitest es mit einem NLE weiter. Dann erst wird der Look erzeugt. Das nennt man Grading. Vorher war es nur "Farbkorrektur". Das kann natürlich auch wieder mit einer LUT gemacht werden. Z.B. mit den Filmconvert Tools, die dein Material dann so aussehen lassen können, als ob du einen analogen Film benutzt hättest. Hierfür findest du LUTs ohne Ende im Internet.

      Den Workflow mit Davinci kenne ich allerdings nicht im Detail.

      Gruß Jürgen

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    • So richtig Freude macht das aber erst mit 10 Bit Material, da kann man sich dann so richtig Farbkreativ austoben. Das macht Spaß.

      ​Viele Grüße

      Lothar
    • Ja klar macht es erst mit 10bit so richtig Spaß - einfach weil man damit in der Nachbearbeitung erst die notwendigen Reserven für die Korrekturen hat. Das ist ja die Absurdität dass die Industrie neuerdings auch bei puren 8bit Kameras die log Aufzeichnung verbaut.

      Aber ich würde mich davon nicht gänzlich abschrecken lassen. Man kann log Files auch mal mit 8bit probieren - bei den diversen Formen von s-log geht das schon halbwegs, weil die den Luminanzbereich ausnutzen. Bei v-log l ist der ja bei der Log-Aufzeichung oben bei 80% = IRE 80 begrenzt, dort machts leider deutlich weniger Spaß wenn man nur mit 8bit fährt.

      Leider - und ich sage wirklich leider - kommen bisher kaum die 10bit Kameras in den preiswerten Bereichen zum Tragen. Eine derwenigen preiswerterern Wahlen war die GH4, aber 10bit geht bei der auch erst mit externen Rekordern. Oder halt die FS7 - auch preislich kein Kleinkaliber für den Privatmann. Na vielleicht wird das irgendwann besser - die Hoffnung stirbt zuletzt.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang
    • lobra schrieb:

      So richtig Freude macht das aber erst mit 10 Bit Material, da kann man sich dann so richtig Farbkreativ austoben. Das macht Spaß.

      Ich sag mal ab 10bit fängt es an Spaß zu machen. Arri und Red liefern ja schon 12, 16 und 32bit.