Welche Farben kann eine Kamera wiedergeben?

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    • Zorro schrieb:

      Alle Harry Potter (ebenso wie der im Thread genannte Woody Allen Film) wurden analog gefilmt.

      Ja, stimmt, aber was hat das mit Colorgrading zu tun?

      Woody Allens "Midnight in Paris" wurde u. a. von Joe Gawler mit dem Programm Lustre gegradet. Ich guck auch gern für Harry Potter nach.

      Ich kann jedem "Midnight in Paris" empfehlen, vor allem wenn man Paris mag. Einmal ist Owen Wilson endlich in einer guten Rolle zu sehen. Zudem ist es spannend, wie sich Paris und die Farben und Lichtstimmungen verändern, wenn Wilson in die 20er Jahre eintaucht und dort, begleitet von Cole Porter Songs auf F. Scott Fitzgerald, Salvador Dalí, Man Ray u. a, trifft. Die Rahmenhandlung mit seiner Verlobten ist nicht so dolle.

      Noch stimmungsvoller wird es, wenn er in die „Belle Époque“ entschwindet und mit seiner Geliebten mit Paul Gauguin, Henri de Toulouse-Lautrec und Edgar Degas spricht, die wiederum ihre Epoche hassen und lieber in der Renaissance wären.

      NACHTRAG: Gawler könnte auch mit DaVinci Resolve gearbeitet haben. Denn er nennt es als eines seiner Lieblingsprogramme.

      Beste Grüße, Uli

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rod ()

    • Zorro schrieb:

      Wirklich interessant wäre zu wissen, welche Filmscanner zum Einsatz gekommen sind.

      Je kommerzieller die Filme werden, um so weniger erfährt man über die Produktionsdetails. Es war schon recht aufwendig, die Infos über Gawler zusammenzusuchen. Wenn ich mal was über die verwendeten Filmscanner finde, poste ich es.

      Beste Grüße, Uli
    • Jetzt habe ich mal einige Grading-Experimente mit Aufnahmen der AX-100 im Programm Catalyst Prepare gemacht, wo schon wolfgang bemerkt hatte, das dort ein hervorragendes Farbkorrekturprogramm vorhanden ist.
      als Aufnahmen wrden bewußt solche mit extremen Helligkeitunterschieden gewählt.Aufgenommen wurde in Cineform, einge manuell, andere mit Automatik.
      Beobachtungen: Der Dynamitkbereich der AX-100 reicht dabei oft nicht aus. Oft stehen einige Stellen am oberen Anschlag, unten seltener. Mit dem Gradingprogramm kann man schon eine Menge herausholen, oft an der grenze vom natürlichen zum unnatürlichen. Trotz 8bit gibt es eigentlich nie sichtbares banding und selten andere störende Artefakte. Also ein guter Einstieg, aber natürlich noch deutlich weg von den"Harry Potter" Bildern.
      Mein Fazit als Wunsc für meine nächste Kamera:
      Höherer Dynamikbereich und umschaltbar 50p oder 10 bit (da beides zusammen wohl kaum realisierbar wäre)
      Werde versuchen, noch ein paar weitere Experimente zu machen.
      Im Übigen: vielen Dank für die qualifizierten Tipps und Kommentare.
      Dirk
    • Bei Colorgrading habe ich auch mehr Fragen als Antworten.

      Was ich aber als faule Socke fast immer nutze, ist Looks von Red Giant. Das ist ein großes Set an vorgefertigten Filtern, die über die Clips gelegt werden, wenn man die Basis-Farbkorrektur gemacht hat.

      Achtung: Ich habe noch nie einen Filter im Original genutzt. Die passen nie und müssen immer angepasst werden.

      Ich mache folgendes:
      • Ich suche mir ein bis drei Filtersets, die in die gewünschte Richtung gehen
      • Dann schaue ich mir genau an, welche Detaileinstellungen verwendet werden. Looks zeigt exact, welche Detaileinstellungen für das jeweilige Set genutzt werden. Die lassen sich auch alle verändern, ganz ausschalten und neue Detailfilter hinzunehmen. Du kannst also ein Set ganz nach deinen Wünschen ausbauen.
      • Schalte sie alle aus um sie dann Stück für Stück wieder anzuschalten. So sehe ich, welcher Einstellung was bewirkt und bekommen ein Gefühl dafür, wie ein Filter gebaut werden muss um einen bestimmten Look zu erzeugen.
      • Das probiere ich dann noch mit einem sehr ähnlichen Basis-Filter
      • Am Ende wähle ich den passend gebauten Filter aus und speicher ihn als eigenes Preset. So kann ich ihn auch über ähnliche Clips legen.
      Schau bitte mal hier in die Looks-Tutorials

      "GETTING STARTED TUTORIAL WITH MAGIC BULLET LOOKS"

      Magic Bullet Looks Tutorials

      Übrigens, da gibt es auch das "Creating a Death Eater Apparition EffectIn this episode of Red Giant TV, Michael Park shows you how to create the Death Eater Apparition Effect, as seen in the “Harry Potter” films.

      Beste Grüße, Uli

      PS: Dieser Hinweis ist nicht für Meister des Faches, die das alles schon beherrschen. Ausserdem kaufe ich meine Plugins als Privatmann und bin nicht mir der Firma verbunden, falls Bruno das Gefühl haben sollte, ich mache Werbung.
    • Zorro schrieb:

      Wirklich interessant wäre zu wissen, welche Filmscanner zum Einsatz gekommen sind.

      Es gibt einige vage Hinweise im Netz, dass es Cintel - Telecine sein könnte. Kriege das aber nicht hart.

      Beste Grüße, Uli
    • Habe ein Fotografin gefunden, die fein, fast zart abgestufte und detailreiche Landschaftsbilder macht. Sie steht gegen den Trend, der aktuellen digitalen Bilder, auch Videos, die sehr kontrastreich, sehr scharf und eher plakativ sind. Hier "White Sands National Monument, New Mexico" von Valerie Millett:






      Zwei Dinge fallen bei ihr auf: Sie beobachtet ihre Umgebung lange und erst wenn sie ein Vorstellung vom Bild hat, dann wartet sie, bis der richtige Moment gekommen ist.

      Ihre Ausrüstung ist minimal und eher low tech. Sie fotografiert noch heute mit einer gebraucht erstandenen Canon 5D II und kleinem Glas.

      Dagegen investiert sie viel Zeit in die Bearbeitung ihrer Bilder. Als Vorbild nennt sie Ansel Adams.

      Schaut Euch bitte ihre anderen Bilder in dem Artikel an: "#454. Valerie Millett interview", via Dearsusan und hier ist Valerie Milletts Homepage.

      Eine Farbabstimmung wie in ihren Bildern wäre auch für uns Videografen eine schöne Alternative zum momentanen kontrastreichen Trend.

      Beste Grüße, Uli
    • Eine sehr kultivierte Aufnahme! Ja, solche Farbabstimmung kann auch in einem Video toll wirken, man braucht aber die geeigneten Motive und Stories dafür. Dein Post kommt für mich gerade besonders passend, da ich mich gerade intensiv mit grading beschäftige und dazu meinen Grönlandfilm überarbeitet habe. Bei einer mittsommernächtlichen Fahrt durch die Eisberge waren änliche Motive wie Dein gezeigtes dabei und ich habe ähnlich zarte rottöne für den Himmel am Übergang hinbekommen. Da ich die Eisberge dagegen deutlich kontrastiert habe (bin mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden), werde ich jetzt noch mal genau das Gegenteil versuchen und die Kontraste da betont herausnehmen. Mal sehen, wie das wirkt.
      Rod, vielen Dank für diesen interessanten Hinweis, so etwas kann uns weiterbringen :servus:
      Dirk
    • Jetzt habe ich mal ein paar Eisbergszenen extrem hell und kontrastarm gegradet. Dank 4k geht das ja auch mit 4:2:0 Aufnahmen der AX-100 wirklich sehr gut. Das Ergebnsi ist verblüffend und auch überzeugend. Es kommen tatsächlich ähnliche Szenen wie in dem Fotobeispiel von Uli zustande. Dabei wird aus einer mitternächtlich dunklen, bedrohlichen Szene allerdings eine eher morgendlich hell und freundliche
      Es eignen sich allerdings nur einige Bilder der Eisberge dafür, die einen ähnlichen Charakter wie auf Foto haben.
      Mal sehen, wofür ich diese interessante Art verwenden kann - vielleicht nicht in einem ganzen Video, sondern in einem Kapitel oder Abschnitt.
      Nochmal herzlichen Dank für diese Anregung.
      Dirk