Weißabgleich & Farbtemperatur

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    • Nee, es hat keine Saugkraft! ;)
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • wolfgang schrieb:

      Es können sich ja auch die Lichtverhältnisse verändern


      genau > und schon sieht der gefilmte Clip am Ende farblich etwas anders aus wie zu Anfang.

      Gruß
      Herbie
    • Herbie schrieb:

      und schon sieht der gefilmte Clip am Ende farblich etwas anders aus wie zu Anfang.


      Was dann ja auch der Realität entspricht. Die Sonne kommt, die Sonne geht - wollen wir das wirklich alles glattbügeln? Die Farbtemperatur ändert sich ständig und ist keine Konstante. Doch wenn ein Automat in dieses Wechselspiel eingreift, kommt meistens nichts Gescheites dabei heraus. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
    • Wenzi schrieb:

      Die Farbtemperatur ändert sich ständig und ist keine Konstante. Doch wenn ein Automat in dieses Wechselspiel eingreift, kommt meistens nichts Gescheites dabei heraus. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

      Früher habe ich mit der Automatik gearbeitet, bis ich mal einen traumhaften Sonnenuntergang in toller Landschaft gefilmt habe.
      Je roter die Sonne wurde, desto gelber wurde der Film - reif für die Tonne.
      Inzwischen setzr ich die Farbtemperatur gefülsmässig auf einen festen Kelvinwert innerhalb einer Szenenfolge oder über den ganzen tag bei gutem Tageslicht. Das gibt die Stimmung etwa so wieder, wie ich sie erlebt habe und das ist mir wichtig.
      Dirk
    • Wenzi schrieb:

      Was dann ja auch der Realität entspricht. Die Sonne kommt, die Sonne geht - wollen wir das wirklich alles glattbügeln?

      Nein sicher nicht alles glatt bügeln. Aber wenn man etwa in einem Innenraum Kunstlicht hat, und plötzlich von draußen die Sonne durch eine Wolkendecke durchbricht, dann kann man Mischlicht bekommen wo jede Automatik nur noch aussteigt. Solche Dinge sind das Problem.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Es wurde hier hinreichend erläutert wo die Probleme für die Automatiken liegen können. Was dann jeder für sich aus so einer Diskussion mitnimmt und wie er in spezifischen Situationen vorgeht ist ja ohnedies immer die eigene Entscheidung.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • HSMOVIE schrieb:

      Ich kann jedem Automatischen Weisabgleich einstellung nur empfehlen, der ganz im ernst sehr gut, ein manueller Weisabgleich braucht nicht.

      ......

      Sagt doch nicht das jede Meter manuellen Weisabgelich ändert wenn ich mal dunkler dann wieder heller geht, oder Zimmerbeleuchtung raus geht......ich meine mir ist lästig immer manuellen Weisabgleich in verschieden Räume Orte, belechtungen....zu ändern, deshalb neheme Automatischen Weisabgleich das nimmt viel arbeit ab und kamera macht wunderbar von selbst alleine sehr gut.


      Das Problem des sich änderndern Weissabgleiches beim Einsatz einer Automatik ist bei Mischlicht in einem einzigen Raum problematisch, z.B. wenn ich Kunstlicht habe und ein großes Fenster.

      Dann kann der ATW das "schwanken" anfangen und wird kontinuierlich je nach Kamerastellung das "Weiss" verschieben - und genau das sieht dann gruselig aus - und zwar je nachdem welche Farbtemperatur gerade überwiegt, sprich mehr Tages- oder mehr Kunstlicht....oder wenn ich sehr große farbige Flächen im Bild habe.

      Ich habe eine Aufnahme - grüner PKW relativ bildfüllend im Sand, fährt dann weg. Am Anfang ist der Sand richtig schön sandfarben, wie der PKW wegfährt ändern sich gleichzeitg der Weissabgleich und die Belichtung weil die Kamera auf "Vollautomatik" stand. Der Sand wird dann richtiggehend grau, verblasst, sieht aus wie völlig verdreckt - sieht unmöglich aus.

      Das sind Situationen wo ein ATW völlig überfordert ist !

      Es gibt Kameras welche eine sogenannte "ATW-STOP"-Funktion habebn, d.h. der automatische Weissabgleich ist aktiv - hat dieser seine Farbe sauber "gefunden" so kann ich ihn durch diese ATW-STOP-Funktion blockieren. Er wird sich dann nicht mehr verändern. Damit kann man solchen Problemen entgegenwirken und trotzdem wenns schnell gehen muss die Automatik nutzen ;)
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    • Dann filme mal einen schönen Herbstwald.

      Wie soll die Kamera da die autom. WB machen? Anhand der roten Blätter? Oder der gelben? Oder anhand des blauen Himmels? Der grünen Wiese? (je nach Distanz zu den Farben muss auch der WB-Deckel versagen)

      Für einen Weissabgleich braucht es ein Weiss. Deshalb heisst er so. Gibt es kein Weiss im Bild, kann die Kamera unmöglich die richtige Farbtemperatur treffen - es sei denn per Zufall. Und wenn es ein Weiss gibt, muss dieses von der Kamera als Weiss erkannt werden. Wo gibt es ein "echtes" Weiss in der Natur? -> Maler wissen, dass selbst die Kreidefelsen von Rügen ein anderes Weiss haben, als die Kreidefelsen von Cornwall. Deshalb verwenden sie Titanweiss, welches in der Natur rein nicht vorkommt.

      Ausserdem ist der Weissabgleich nur ein "Notbehelf" für Farben, denn er kalibriert lediglich das Weiss. Alle anderen Farben bleiben unkalibriert. Deshalb kommt bei jedem Hollywoodfilm KEIN Weissabgleich zum Einsatz, sondern eine Farbtafel mit einer Handvoll Farben (Je nach Chart) plus einer Handvoll Graustufen.

      Selbst die Graukarte liefert schon das bessere Farbbild, als ein weisses Blatt. Im man. Weissabgleich der Kamera! - Grund: Wenn eine weisse Referenz gänzlich oder teilweise überbelichtet ist, dann merkt das der Kameramann nicht - er filmt ja schliesslich Weiss. Die Farben können dann aber nicht kalibriert werden, weil JEDE Farbe bei Überbelichtung weiss wird. Die Kamera wird dann nicht gegensteuern, weil die Überbelichtung schliesslich weiss aussieht.

      Hat man keine Graukarte, könnte man abgefilmte Teile aus Beton etc. im Bild verwenden (in Post), von denen man weiss, dass sie neutralgrau sind. Weisse Bereiche im Bild eignen sich NIE - aus den genannten Gründen. Deshalb gibt es ja auch den 3-Punkteabgleich. Besser als Weissabgleich - schlechter als Farbtafeln.

      - das schlechteste Ergebnis bei den Farben bekommt man mit dem automatischen Weissabgleich
      - besser, aber NICHT ideal, ist der manuelle Weissabgleich. Es ist zu viel Fehlerpotential vorhanden und man konzentriert sich auf EINE Graustufe. Ausserdem ist es NICHT reproduzierbar (z.B. ähnliche Szene, 1 Jahr später)
      - sehr gut sind die festen Werte "Outdoor" und "Indoor", weil sie für eine Kamera REPRODUZIERBAR sind. In den technischen Daten der Kamera finde ich auch die Kelvinwerte, wenn ich diese für die Presets wissen will
      - noch besser sind wählbare Kelvinwerte
      - am besten ist die Farbtafel im Bild bei bekannten Werten bzw. digitaler Kalibrierung (mit einem Mausklick)

      Für diejenigen, welche eine lokale Lichtstimmung einfangen wollen sind die Presets (z.B. Outdoor), feste Kelvinwerte oder die Farbtafel am besten. Grund:
      Man hat damit die NEUTRALE Ausgangslage und bringt die Stimmung in Post. Das ist reproduzierbar und kontrollierbar. Beim Filmen einfach auf das LCD gucken ist für Farbbeurteilung NICHT geeignet. Übrigens bringen die Outdoor-Presets die Lichtstimmung gut zur Geltung, weil sie sich nicht verändern. Das Licht verändert sich aber -> das gibt schönes goldenes Herbstlicht.

      An anderer Stelle bin ich bereits auf Farbempfindungen eingegangen, deshalb lasse ich das hier. Nur zur Erinnerung: Farbwahrnehmung ist IMMER subjektiv, die Kamera immer objektiv. Das passt nicht zusammen, weshalb man in der Postproduktion die Farben wieder neu anpassen MUSS, wenn man ein bestimmtes Ergebnis erzielen will. Vor Ort nehmen wir die Farben anders wahr. Das gäbe im Endprodukt eine Enttäuschung, weshalb wir lieber in einer fixen und / oder neutralen und reproduzierbaren Stellung die Farben festhalten, damit wir in der Post die Stimmung zurückholen können. Einfangenwollen vor Ort geht nicht. Das wurde auch schon von anderen hier erklärt und die Wahrnehmungspsychologie zeigt uns das auch mit schönen optischen Täuschungen.

      Das alles spricht klar GEGEN autom. WB und auch gegen man. WB (Letzteres zumindest wenn man Szenen verschiedener Orte / Aufnahmezeiten mischen will).
    • cici schrieb:


      Selbst die Graukarte liefert schon das bessere Farbbild, als ein weisses Blatt. Im man. Weissabgleich der Kamera! - Grund: Wenn eine weisse Referenz gänzlich oder teilweise überbelichtet ist, dann merkt das der Kameramann nicht - er filmt ja schliesslich Weiss. Die Farben können dann aber nicht kalibriert werden, weil JEDE Farbe bei Überbelichtung weiss wird. Die Kamera wird dann nicht gegensteuern, weil die Überbelichtung schliesslich weiss aussieht.


      Prinzipiell stimmt das - ohne korrekte Belichtung kein korrekter Weissabgleich. Wenn der Kameramann allerdings eine ordentliche VIDEOkamera hat (und diese normgerecht kalibriert ist) dann merkt er das ganz schnell anhand des Zebra. Denn das sollte überbelichtete Bildanteile anzeigen - und somit auch ein durch Überbelichtung entstandenes "falsches" Weiss.

      Viele filmende Fotoapparate haben kein Zebra - was für mich unverständlich ist, gerade wenn ein Hersteller seine Kamera eher in der oberen Liga positionieren will. In Profikreisen (Videokameraleute - nicht bei Fotografen und tlw. Filmkameraleuten!) ist ein Zebra ein seit Jahrzehnten ein unverzichtbares Hilfsmittel weil es richtig eingestellt beginnende ausfressende Bildteile anzeigt.

      cici schrieb:


      Das alles spricht klar GEGEN autom. WB und auch gegen man. WB (Letzteres zumindest wenn man Szenen verschiedener Orte / Aufnahmezeiten mischen will).


      Stimmt bei bestimmten Voraussetzungen ebenfalls. Wenn von vorne herein klar ist das an der Grading-Schraube massiv gedreht werden muss um einen bestimmten Look zu bauen macht es Sinn so zu arbeiten. Dann macht eine Farbtafel Sinn. Nur leider lässt sich so eine Arbeitsweise oft nicht anwenden.

      Und wenn ich im Studio arbeite bzw. das Licht 100% unter meiner eigenen Kontrolle habe dann kann ich ohne Messung oder auch Farbtafel das richtige Weiss einstellen - eine kalibrierte Kamera vorausgesetzt. Ich hatte letztens das Vergnügen eine komplett szenisch gestellte Nachtszene einer Demonstration drehen zu dürfen - das Licht war komplett "selbstgemacht" und bestand aus Fackeln, Kerzen, einem künstlichen Mond (der diffuses, kühles, blaues Mondlicht liefern sollte) und ansonsten reinen Tageslichtleuchten (Spots). Die Farbstimmung war vorher mit der Regie abgesprochen - und wurde mit manuell eingestelltem Weissabgleich auf einen fixen Kelvinwert sofort und ohne nachträgliches Grading getroffen - das geht aber nur wenn man alle Parameter direkt bei der Aufnahme kontrollieren kann, eine Straßenlaterne die einem in die Szene "spuckt" und schon funktioniert das nicht mehr....

      Oftmals soll allerdings sofort ein brauchbares Bild aus der Kamera kommen - auch bei nicht kontrollierbarer Lichtstimmung. Dann ist ein Weissabgleich vor Ort unverzichtbar, eine Farbtafel trotzdem ein gutes Hilfsmittel....
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    • MacMedia schrieb:


      Zitat 1) Und wenn ich im Studio arbeite bzw. das Licht 100% unter meiner eigenen Kontrolle habe dann kann ich ohne Messung oder auch Farbtafel das richtige Weiss einstellen
      Zitat 2) Oftmals soll allerdings sofort ein brauchbares Bild aus der Kamera kommen - auch bei nicht kontrollierbarer Lichtstimmung. Dann ist ein Weissabgleich vor Ort unverzichtbar, eine Farbtafel trotzdem ein gutes Hilfsmittel....


      (Zitatunterteilung von mir)

      Zu den beiden Punkten:

      1) na klar: für das Weiss braucht es nie eine Farbtafel. Die Farbtafel ist für die korrekte Wiedergabe der Farben, nicht für die korrekte Wiedergabe des Weiss. Ein Weissabgleich macht eben eine lineare Kurve (EIN einziger Kelvinwert), wohingegen eine Farbtafel jede repräsentierte Farbe für sich kalibriert (und damit auch ähnliche Farben). Sozusagen ein Kelvinwert PRO FARBE.

      Farben 'verbiegen' sich leider nicht linear: 5 Kelvin mehr Licht bedeutet leider nicht, dass alle Farben um 5 Kelvin kühler werden. Jede Farbe nimmt je nach Zusammensetzung des Lichts und der Luft (z.B. Feinstaub in der Stadtluft) um einen anderen Wert zu: Grün vielleicht 4 Kelvin, Rot vielleicht 7 Kelvin... Und an einem anderen Ort oder zu einer anderen Zeit nimmt Grün vielleicht wieder 4 Kelvin zu, aber Rot diesmal 5 Kelvin. Diese Unberechenbarkeit kriegen Farbfanatiker (wie eben sämtliche Hollywood-DOPs) nur mit möglichst vielen Referenzfarben in den Griff. Man fängt üblicherweise mit den wichtigsten Farben an: RGBCMY .

      Oder minimalistisch:



      Das sind quasi die "obligatorischen" Farbfelder. Dazu kommen noch Schwarz, Weiss und Graustufen. Je mehr Felder man hat (Spydercheckr hat 48 und ist noch bezahlbar), desto genauer wird das gesamte Farbspektrum kalibriert. Wie gesagt mit einem Mausklick.

      Das Problem im Studio ist also nicht, dass du mit der WB nicht die Gesamtlichtstimmung nicht einfangen könntest (wozu die WB durchaus fähig ist), sondern die einzelnen Farben werden nur zu einem bestimmten Grad korrekt angezeigt. Problematisch ist das natürlich nur, wenn absolute Genauigkeit gefordert wird: Material von sehr unterschiedlichen Kameras abgleichen, Produktewerbung mit wichtigen Farben (z.B. Kleider im Teleshopping), problematische Kameras (z.B. wenn eine Kamera Mühe mit dem Himmelblau oder Hautfarben hat), usw.

      Wenn ich es nur "mässig" genau brauche, dann nehme ich ein Farb-Preset, welches ich über einen Clip lege. Das Preset habe ich erstellt aus so vielen Messungen wie möglich. Dazu nehme ich aus meinem Archiv zu einer Kamera sämtliche Aufnahmen, in denen die Farbtafel zu sehen ist und errechne einen Durchschnitt für sämtliche Grundfarben, welche ich für Presets zur Verfügung habe. Ich mache dann nur noch EIN Preset für Indoor und EIN Preset für Outdoor. Damit sind grosse Farbprobleme einer Kamera schon mal eliminiert und ich kann mich um den Grauabgleich kümmern, welcher dann reicht um zusammen mit dem Preset bereits Ergebnisse zu erzielen, welche einer echten Farbkalibrierung extrem nahe kommen. Das hört sich nach viel Arbeit an, ist aber eine Sache von wenigen Minuten, wenn man gute Ordnung im Archiv hat. Ausserdem reicht das Preset für ein ganzes Kameraleben.

      Für oft benötigte Farben (z.B. Leute, welche ständig Rosen filmen) kann man Farbtafeln auch selber machen. Kurz gefasst braucht es dazu nur lichtechte Pigmente mit dem gewünschten Farbton und ein wenig Pröbeln bis man die Farben ausgemessen hat und die jeweilige Verschiebung einer Kamera errechnen kann.

      2) für News könnte ich mir das beispielsweise vorstellen. Da wird ja kein Material gemischt.... und der Reporter sollte kein grünes Gesicht bekommen - also ist eine man. WB dort sicherlich sinnvoll. Ist dann halt nicht reproduzierbar, was aber vermutlich niemanden stört.


      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von cici ()

    • Ich konnte gerade mit ein paar Leuten (u.a. Spyder) sprechen.
      Alles was cici sagt ist absolut richtig - aber im wesentlichen in der Fotografie. Da gibt es den Weg aus der Kamera auf den Monitor/Rechner und von dort mit einem passendem ICC-Profil versehen geht es auf einen Großformatdrucker, in die digitale Belichtung, in den Offsetdruck oder in z.B. die Geo. Da erreiche ich trotz unterschiedlicher Farbräume sehr angeglichene Bilder.
      Diese Verbindlichkeit des Wiedergabemediums fehlt im Film. Ich zeige ihn auf sehr unterschiedlichen Fernsehern/Monitoren wie auch mit Beamer(n) auf unterschiedlichen Leinwänden.
      Da bleibt ein subjektiver Rest. Der ist verschmerzbar weil sich das Auge darauf einstellt. Oder wie man früher sagte: zeige immer den gleichen Diafilm bei einem Vortarg - dann stimmt das Bild.
      Wehe wenn gemischt wir....
    • wabu schrieb:

      Diese Verbindlichkeit des Wiedergabemediums fehlt im Film. Ich zeige ihn auf sehr unterschiedlichen Fernsehern/Monitoren wie auch mit Beamer(n) auf unterschiedlichen Leinwänden.

      falsch!
      Die Verbindlichkeit ist in den Fernseh-Standards gegeben.
      Rec 709 ist sRGB für HD, für UHD ist es rec 2020.
      Wer sich nicht daran hält, ist es eine persönliche Entscheidung.
      Hat das Wiedergabemedium einen anderen Farbraum, sollte ein CMM oder eine Kalibrierung mit Farbraumemulation verwendet werden.
    • Da nun die Diskussion bzgl. Weissableich schon den ein und anderen Wissenden berührt hat,
      möchte ich gerne meine Problematik schildern.
      Vielleicht hat ja einer von Euch eine gute Idee was ich besser anders machen könnte/sollte.

      Ich filme vorwiegend Unterwasser mit meiner EX1
      Mein Manöver für man WA:
      zoomen - Kamera an die Brust mit Finger an den WB Taster – mit der anderen Hand halte ich eine weiße Tafel für Weitwinkel so weit als möglich weg
      über den Monitor kontrolliere ich ob ich die Tafel treffe.

      Leider passiert es mir immer wieder, dass der man. WA gar nicht stimmt und ich das Unterwasser via Sucher oder Monitor nicht erkenne.
      Sollte ich auf Graukarte umstellen?
      Farbtafel ist nicht nötig - da sich die Farben zwischen 0m und ca. 3m Entfernung zum Objekt exponentiell verändern. Im Nahbereich müsste man eigentlich alle 20cm Abstandsänderung einen neuen WA machen.

      Auch nach dem man. WA in größeren Tiefen, ab ca. 20m steht die Kelvinanzeige immer auf maximal Wert und
      ändert sich nicht mehr, obwohl es die CAM anscheinend noch schafft die Farben weiter zu verbiegen. Kann das sein?

      Hier stellt sich mir die Frage ob man mit einem besseren Monitor über
      z.B. RGB Parade die Farben besser kontrollieren kann?

      Wie machen das die Profis?

      VG
      Joachim
    • Oft nehme ich die Pressluftflasche meines Buddies als Referenz - die ist immer farbneutral (mit Ausnahme der gelben). Zusätzliches "Featuer": Sie hat immer einen Glanzlichtstreifen! (der ist oft türkisblau) So kann ich Weiss- und Grauabgleich machen.

      Wenn dann im Clip irgendwo die Pressluftflasche auftaucht, kann ich daran mindestens ZWEI Grauwerte messen. Für den Rest brauche ich halt mehrere Farbfilter UW. (Für Nichttaucher: Die ermittelten Werte gelten dann auch nur für die betreffende Distanz zur Kamera. Alles was näher oder weiter weg ist als die Pressluftflasche, bräuchte theoretisch wieder einen neuen Farbabgleich. Man bräuchte für jede Distanz einen. Quasi eine "Verlauf-WB", aber auf der Objektivachse. Das ist nicht möglich, weil der PC nicht verstehen kann, was weit weg ist und was nah).

      Von PADI habe ich einmal eine UW-Farbtafel bekommen. Diese hat die Farbfelder RGBY, eine weisse Fläche, einen Grauverlauf und eine Graukarte (Rückseite). Diese Farbkarte habe ich immer mit einem Karabiner an der Kamera oder an mir.


      (Bild nicht von mir)

      Ausserdem sind Delfine farbneutral, die weissen Bäuche der Haie und Rochen, skelettierte Korallenteile, etc. - So habe ich bei UW-Clips oft keine Probleme, einen ersten Wert zu finden. Schwieriger ist der permanente Wechsel der Lichtrichtung. Das können sich "Überwasserfilmer" gar nicht vorstellen (mit jedem Grad Wendung unterwasser, verändern sich ALLE Farben, weil das Licht gebündelt aus nur einer Richtung kommt. So braucht es schlimmstenfalls sogar einen keyframegesteuerten Übergang von 2 Farbabgleichen).

      Die GoPro ist erstaunlicherweise supereinfach zum farbkorrigieren UW. Sie hat ein so tolles Farbprofil (ProTune), dass man mit wenigen Klicks schon Farben hat, welche man bei der DSLR erst nach langem Pröbeln bekommt. Meist muss ich für jede Reise ein neues Preset-Filterset anlegen, von dem ich bei den Clips ausgehe. Einmal den Atoll gewechselt, schon ist das Licht wieder völlig anders. Es liegt eben auch am Gefälle, wie steil der Korallenrand abfällt und wie er belebt ist / wieviel tote Korallen vorhanden sind. Das hat Einfluss auf die Farben. Salzgehalt, Tiefe etc. . Mit GoPro hatte ich Farben bis 40m (!) - aber nur noch bei sehr geringer Distanz. Bei 60m Tauchtiefe ist dann selbst die eigene Hand auf dem Video nur noch blau und die Korrektur schafft keine akzeptable Farbe mehr.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von cici ()

    • @cici

      hätte ich nicht gedacht mit der GOPRO - hast Du da Licht dabei oder alles ohne?
      ich hab mal einige Clips (im tiefen Wasser aufgenommen) bekommen - die waren leider unterbelichtet, zu BLAU und nicht mehr zu korrigieren.
      Zusätzlich hat das Teil anscheinend den Shutter so langsam gewählt, um mehr Licht zu bekommen, dass besonders die Schwanzflosse der Haie eine extreme Bewegungsunschärfe aufwieß,
      leider für die Tonne :heul:
      Ich weiss jedoch nicht ob mit oder ohne Protune!

      Danke für den Tipp mit den ALU Flaschen - werde ich mal versuchen.
      Sand, Muschel, Weisse Koralle verwende ich auch - zur Not auch mal die Sonne oder weissen Bauch von großen Fisch, die Delfine hat man halt nicht immer gleich zur Hand :D
      ja, und wehe der Fisch schwimmt um dich rum und man dreht sich mit, da kannst den WB Knopf gedrückt halten.

      Von den Padi Farbtafeln, hab ich bei meinem letzten Urlaub das letzte Stück aufgearbeitet - aber ich werde mir wahrscheinlich wieder eine organisieren.
      Habe bei vimeo ein Video gefunden, ich glaube es war mit einer Sony ConsumerCam mit 4k, der Kollege hat durch testen angeblich herausgefunden, dass ein roter Punkt oder Quadrat auf der weißen Tafel, der Kamera hilft den Weisspunkt leichter zu finden.
      Was hällst Du davon?

      @ ALL
      mich würde noch der Monitor interessieren - RGB Parade / Vektorscope - zu Beurteilung des richtigen Weissabgleichs
      denke da an Atomos/Videodevices/Convergent
      hat jemand Erfahrungen damit?
      würde man die Farben der Padi Farbtafel am Monitor im Vektorscope/RGB Parade erkennen?


      Danke
      Joachim

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von JoeT ()

    • Bei der GoPro filme ich ohne Licht, da sie sowieso kein Makro kann... Sie hat aber ein relativ helles UW-Bild, wenn es durch Tauchtiefe etc. dunkel wird. Den Fokus packt sie auch schneller als DSLR oder GH4 (u.a. natürlich weil der Chip kleiner ist).

      Die Sonne selber würde ich nicht "zentral" nehmen für WB, aber gleich NEBEN der Sonne (türkisfarbener Schaum / Wellenspitzen). Weiss gibt es wirklich viel UW - gerade die Bäuche von Fischen :) - z.B. auch beim Picasso oder beim wunderschönen Leopardendrückerfisch, die Seite bei den Maskenwimpelfischen, Bauch bei Mantas, Adlerrochen, Kugelfische usw.

      Was auch hilft: Die Farbe der eigenen Flossen. Diese kann man ins Bild strecken und hat so immer einen Referenzwert. Schwieriger ist die Trennung von Dunkelgelb, Zitronengelb und Neongelb. Für diese brauche ich einen eigenen Filter, den ich bei Anwesenheit (z.B. Pinzettenfisch) über das korrigierte Bild lege (für ein reineres Gelb).

      Den Trick mit dem roten Punkt / Quadrat kenne ich nicht.

      Mein Buddy hat übrigens noch eine Notiztafel, welche schneeweiss ist. Diese hängt mit Karabiner am Shorty. Wir brauchen die Tafel für detaillierte Kommunikation. Ansonsten haben wir uns mittlerweile ein grosses Zeichensprachen-Vokabular angeeignet.

      Die Peaks der PADI-Farbtafel kann man natürlich problemlos erkennen. Allerdings sind schon bei moderater Tiefe die ersten zwei Farben unwiederruflich GANZ weg.
    • So, diese Diskussion habe ich mal bereinigt.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Danke, Wolfgang, so macht das wieder Sinn.


      Wolfgang nutzt u. a. diese faltbare Graukarte (Wenzi: Topflappen :) ) aus Beitrag Nr. 19

      Bei mir gibt es grob zwei Szenarien:
      1. Ich gehe spazieren, bin mit Freunden unterwegs, Clips und Fotos werden nur als Erinnerung gemacht, dann nehme ich meist den automatischen Weißabgleich oder, wenn die Lichtsituation kompliziert ist, eine feste Kelvinzahl.
      2. Wenn ich ein Projekt mache, wo hunderte Fotos und Clips untereinander farblich stimmig sein sollten, dann nutze ich von X-Rite den Colorchecker Passport Foto. Wie der Name sagt, ist er auf Foto geeicht und man kann ihn nicht so gut für Video einsetzen. Bisher kam ich immer so hin.

      Da ich gerade ein kleines Projekt über eine Ausstellung farblich in den Sand gesetzt habe, überlege ich, ob ich mir den nicht ganz billigen Colochecker Passport Video zulege.

      Deshalb die Frage: FRAGE: Was verwendet ihr wie (Workflow) bei einem manuellen Weiß- und Farbabgleich?

      Beste Grüße, Uli
    • Danke Wolfgang!

      cici - hast mich voll erwischt - wo keine Farbe kann der beste Monitor nichts anzeigen.
      ich hab den Link wieder gefunden: vimeo.com/150779470
      und konnte mir ein pdf downloaden, dass ich Dir zukommen lassen könnte.

      @ALL
      um wieder auf den Weissabgleich zurück zu kommen:
      Wolfgang von fxsupport hat sich auch sehr damit beschäftigt und mit professionellem Equipment die verschiedensten Kameras eingemessen
      um Farben und Weiß - out of the box - bestens aufzuzeichenen.

      Da wir uns alle verbessern möchten, ist für mich jede Idee / Anregung nur von Vorteil.
      Die richtige Einstellung / Workflow muss sich jeder selbst erarbeiten und ist sicher auch von Kamera, Schnittprogramm, Monitor, Geschmack ... abhängig.

      Am Ende sollte unser Werk auf jedem Wiedergabegerät (annähernd) gleich dargestellt werden.

      Der Frage von Uli kann ich mich nur anschließen!

      Rod schrieb:

      Deshalb die Frage: FRAGE: Was verwendet ihr wie (Workflow) bei einem manuellen Weiß- und Farbabgleich?



    • Ich bekomme oft durch die Jahrzehnte lange Lagerung rotstichige Filme zur Digitalisierung.
      Mit einer 3-Wege-Farbkorrektur bekomme ich meist noch ein ansehnliches Ergebnis raus.



      Die Projektorlaufsteifen durch Dreck auf der Filmbühne des Projektors bekomme ich
      mit einer AviSynth-Restaurierung auch noch raus.

      Wichtig:
      Das 1x 1 der nachträglichen Farbkorrekur muß man erlernen und üben, dann klappt
      das auch.
      +++ Erfahrung ist die Summe aller Reinfälle +++
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