Grading, CINE-D und sonstiges

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    • Prima Beispiele, danke.

      Ich gehe aber mal davon aus, dass eine derartige Bearbeitung bei 8bit 4:2:0 (AVCHD) nicht nur oversized ist, sondern aufgrund der 4:2:0 sogar grobe "Kuhflecken" ins Bild zaubern kann.

      Möchte man allerdings 10bit, 12bit oder 16bit mit 4:2:2 oder sogar 4:4:4 in ein Rec709 reinzwängen, dann verfolgt man auch einen sinnvolleren Pfad, ohne mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
    • Danke für die zusammenfassende Darstellung. Es ist immer mal interessant zu sehen wie die verschiedenen Arbeitsweisen aussehen. Man sollte halt hervorheben dass es eben doch verschiedene Arbeitsweisen geben kann und auch gibt. Ich will dazu folgende Punkte herausgreifen:

      1. Die Frage, ob man den Grobschnitt vorher oder nachher macht - das hängt von verschiedenen Aspekten ab, und hat verschiedene Vor- wie Nachteile. Eine Einflußgröße entsteht etwa aus der Frage heraus, mit welchen Werkzeugen überhaupt gearbeitet wird. Ich habe da schon die verschiedensten workflows gesehen. Die Einen schneiden grob vor und gehen dann nach Resolve, die Anderen graden in einer Grading Applikation wie Resolve oder auch dem Catalyst Prepare und gehen dann zum Schnitt in eine NLE wie Edit oder Vegas. Und die Dritten verwenden gleich direkt in der NLE Filter für das Grading und arbeiten direkt in der NLE, oder die Vierten machen inzwischen alles in Resolve.

      Die Verwendung der Werkzeuge beeinflussen dann in Wirklichkeit auch startk den verwendeten spezfischen workflow. Wenn man etwa direkt i Vegas arbeiten will, dann kann man entweder einen ACES workflow nutzen. Oder aber - weil performater - sehr wohl LUT-Plugins wie die von Hitfilm oder von Looks4. Teilweise rendert man dann final raus, teilweise macht man einen roundtrip workflow zu Resolve hin. Oder wenn man etwa Edius nutzt, dann hat man grundsätzlich ja mit dem primary color corrector alles bereits heute, um das Grading von slog3 zu rec709 zu machen. Das Plugin hat diese Konversion bereits fix verbaut, oder wahl weise kann man auch LUTs nutzen. Und wenn man etwa dem Catalyst Prepare nutzt, dann dreht sich der workflow um - dann graded man nämlich erst seine clips, macht maximal in diesem Werkzeug seinen Grobschnitt - und geht dann nach dem Graden in die NLE seiner Wahl.

      Wie immer im Leben hat jeder der gewählten workflows seine Vor- wie auch seine Nachteile. Was sich hier vielleicht (gerade mit HDR) herauskristallisieren wird, könnte eine zentralere Bedeutung von Werkzeugen wie Resolve sein. Denn das hier gezeigte Grading von slog zu rec709 ist zwar heute noch der relevante Teil, aber dürfte in Zukunft in vielen Fällen durch ein Graden zu einem HDR-Master ersetzt werden (der ähnlich x-log sein wird). Und von dort aus finalisiert man dann in Zukunft den Film entweder zu einer HDR-Version, oder aber zu einer rec709 Version.

      2. Ein wirklich relevanter Teil - nämlich die grundlegende Korrektur zu einer neutralen Version von der ausgehend man dann überhaupt einen Look wählt, wurde hier leider ausgelassen. Warum ist das relevant? Nun, gerade Resolve hat einen unschlagbaren Vorteil für das Graden von slog3 oder anderen x-log Versionen. Es hat dafür nämlich ein eigenes Set an Korrekturfiltern, nämlich den log-Korrekturn. Das sind im Kern spezielle Werkzeuge mit denen man zunächst das log-Material entsprechend einstellt - und dann in einem zweiten Schritt gibt es die linearen Filter, die optisch in Resolve recht ähnlich zu den log-Filtern sind, aber eben doch anders wirken.

      Grundsätzlich stellt man eben unter Verwendung dieser log-Filter zunächst die Luminanz so ein, dass eben in der Waveform-Darstellung der Luminanzbereich stimmig ausgenutzt wird, ehe man zu Farbkorrekturen oder gar Looks geht. Und genau da liegt dann in Wirklichkeit auch der Unterschied von Resolve zu einfacheren NLEs, die meist nur lineare Filter verwenden und damit in Wirklichkeit stärker eingeschränkt sind als echte Grading Applikationen wie Resolve oder der Catalyst.

      3. Nutzt man die log-Filter korrekt, dann wird es eher uninteressant ob man mit oder ohne LUTs arbeitet. Grundsätzlich sind zwar die hier vorgebrachten Punkte gegen LUTs nicht falsch - ja, die können das Material zum Clippen bringen wenn man es falsch macht; und sie haben im besten Fall eine Zischenpunktinterpolation und sind damit ungenauer.

      Nur ist die Frage der Ungenauigkeit in Wirklichkeit eine sehr relative. Ich kenne keine derartige Korrektur wo man nicht zum Schluß dem Bild einen Feinschliff gibt, meist unter Verwendung von Kurvenwerkzeugen die es in den NLEs aber natürlich auch in Resolve gibt. Und spätestens dann verändert man die vom LUT ausgelöste Transformation ohnedies. Die Frage der Ungenauigkeit wird hier stark relatiert, denn von welcher Ungenauigkeit reden wir dann eigentlich?

      Das Thema des Clippings muss eben so berücksichtigt werden, dass man den LUT zuletzt wirken kann. Das ist in Resolve so gelöst, dass der 3D Lut der zu einem node zugewiese wird, per Definition in Resolve zuletzt wirkt. Bedeutet, dass man in diesem node eben die log-Gradingfilter verwendet UND einen LUT zuweist. Über die log Gradingfilter stellt man dann die Luminanz oder auch die Farben so ein, dass es eben nicht zum clipping kommt - und umgeht so diesen potentiellen Nachteil des LUTs. Das sind durchaus Standardvorgehensweisen, man kann sie bei Interesse etwa im Standardwerk Color Correction Handbook von Van Hurkmann nachlesen (p 124 etwa, 2. Auflage), der ja auch die recht umfassende Anleitung von Resolve selbst geschrieben hat.

      4. Grundsätzlich ist auch laut Van Hurkmann das graden mit LUTs oder ohne LUTs gleichwertig, führt also zu den selben Ergebnissen wenn man es richtig macht. Aber jeder workflow hat hier seine Stärken und seine Schwächen. So meint Van Hurkmann etwa, dass das händische Graden mit den diversen Werkzeugen (etwa Kurven oder auch den log-Tools von Resolve) durchaus zeitaufwendiger ist. Dieses handische Normalisieren hat auch den Nachteil dass einem der LUT ja durchaus eine schon ganz gute Basiskorrektur liefert, etwas wenn man von slog zu rec709 geht - und man sich dann rascher auf die Feinanpassung konzentrieren kann die meist eine nochmalige Kontrastanpassung ist, oder durchaus auch so Dinge wie hier gezeigte Augenkorrekturen beinhaltet. Ob man sich dieser Mühe von solchen Korrekturen unterzieht oder nicht - möglich ist gerade mit Resolve heute extrem viel, und es finden sich hier extrem interessante Tutorials im Netz wenn einem das interessiert. Hier spielt dann Resolve extrem seine Stärken aus, verglichen zu "reinen" NLEs.

      5. Also was bei diesen Dingen immer zwingend notwendig ist, das ist die konsequente Kontrolle der Arbeitsschritte über die Anzeigeinstrumente - vor allem über Waveform und Spectroskope. Resolve ist klar konfigurierbar, ob man den vollen Umfang des Luminanzspectrums bearbeiten will oder ob man eben - gerade für rec709 - einen legal range nutzen will (ein Begriff der mehr und mehr mit HDR problematisch erscheinen wird, aber eben gilt wenn man für Sender arbeitet). Leider wird auf diese Schritte hier zu wenig eingegangen, aber dafür bietet das gezeigte Tutorial eben einen Überblick über einen möglichen workflow. Wer da mehr wissen will, wird sich ohnedies noch deutlich tiefer gerade in Werkzeuge wie Resolve vertiefen müssen.

      Muss man aber nicht unbedingt, auch wenn Resolve viele Vorteile bietet (der größte Vorteil ist die extrem feine Anpassbarkeit der einzustellenden Filter auch mit der Maus). Grundsätzlich kann man sein Grading eben auch wirklich in vielen Schnittprogrammen machen, und einige Werkzeuge wie Edius gehen ja den Weg und bieten dem User leistungsstarke plugins heute schon an um das Graden auch direkt in der timeline zu erlauben. Das geht - wirkt aber fallweise fast schwerfällig wenn man die feinen Kontrollen von Resolve oder auch dem Catalyst schätzen gelernt hat. In Summe kann man nur jedem raten diese Dinge mal mit Testclips im Werkzeug seiner Wahl zu testen, wenn man diesen Weg gehen will.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für Dein ausführliches Statement. :)

      Es stimmt, ich bin auf manche Dinge nur kurz oder garnicht eingegangen.
      Wenn ich jedes Detail darin ausführlich beschrieben hätte, würde einfach die Gefahr bestehen, dass niemand mehr etwas damit anfangen kann, weil es der einen Hälfte zu lang und der anderen Hälfte zu kompliziert geworden wäre.
      Es ist ja so schon recht lang geworden.

      Auf die eine oder andere Sache kann ich ja gezielt in weiteren (dann kürzeren) Beiträgen eingehen.

      Da sind wir auch schon bei der ersten Sache.

      Warum erst Grob-/Feinschnitt, dann Grading?
      Das hat nichts mit der Technik zu tun und ist auch unabhängig davon, welche NLE verwendet wird.

      Das Grading ist - wie gezeigt - eine recht aufwändige Arbeit.
      Jede einzelne Szene wird angefasst, analysiert, gegraded. Meist deutlich mehr als die rudimentären Sachen die ich oben gezeigt habe.
      Bei szenischen Filmen ist Roh-/Filmfaktor selten unter 20:1 - meist darüber, bei dokumentarischen Filmen eher bei 60:1 und mehr,
      (also 20 Minuten Rohmaterial für 1 MInuten Film bzw. 60 Minuten Rohmaterial für 1 Minute Film).
      Durch die digitale Aufnahme und die rasant steigende Verfügbarkeit von Rechenleistung und Speicherkapazität verschiebt sich das sogar noch immer weiter in Richtung noch mehr Rohaufnahme für eine Filmminute.

      Was aber bleibt ist die notwendige Manpower sprich Arbeitsleistung der Person die es macht.

      Wenn nun also vor dem Schnitt gegraded wird, muss die 20 oder 60 fache (oder nochmehr) Arbeit ins Grading gesteckt werden nur damit sie hinterher im Schnitt in die Tonne getreten wird.
      Das macht bei diesem aufwändigen Arbeitsvorgang keinen Sinn.

      Dazu kommt, dass verschiedene Einstellungen einer Szene in der Aussage angeglichen werden müssen.
      Welche und wie, das weiß ich erst nach dem Schnitt.
      Zumindest der Rohschnitt ist dafür notwendig.
      Da im Feinschnitt aber nicht nur Einzelbilder verschoben werden, sondern durchaus auch einzelne Teile ausgetauscht werden, besteht auch hier die Gefahr, dass zu viel Arbeit weggeworfen wird.
      Deswegen ist es vorteilhaft nach dem Feinschnitt ins Grading zu gehen.

      Der nächste Punkt ist:
      Ein und dieselbe Einstellung wird u.U. im Film zwei- oder drei Mal verwendet, dabei jeweils mit unterschiedlichem Grading, da sie unterschiedliche Aussagen trifft.
      Wenn nun schon vor dem Schnitt gegraded wurde, ist diese Möglichkeit verbaut und man muss nochmal gaaaanz an den Anfang gehen, aus der Rohaufnahme eine zwei und dritte generieren, die dann komplett durchgraden um danach wieder 90% dieser Arbeit wegzuwerfen.

      Gesparte Zeit bedeutet im professionellen Umfeld gespartes Geld.

      Im Hobby- und Amateurumfeld bedeute es, Freiraum für kreative Arbeit gewonnen zu haben.

      Daher ist es - egal für welchen Zweck und in welchem Umfeld - nie sinnvoll einen Arbeitsablauf aufzubauen, bei dem von vornherein klar ist, dass man den größten Teil seiner Arbeit in die Tonne tritt - solange man dies durch andere Abläufe vermeiden kann.


      Dass man zuerst auf ein Neutralbild korrigiert und dann gestalterisch graded hat auch weniger mit der Technik an sich zu tun.

      Zum Einen kann ich vieles gestalterische erst entscheiden und erstellen, wenn ich neutrale miteinander vergleichbare "Clips" habe, zum zweiten ist es schwer aus - bildhaft gesprochen - drei verschiedenen Blaus ein einheitliches Rot zu machen ohne vorher über weiß bzw. grau zu gehen.

      An einem der obigen Beispiele ausgedrückt: Ich kann nicht entscheiden, dass das Gesicht mehr Urlaubsbräune braucht, solange es noch unkorrigiert blaustichig oder unkorrigiert kontrastarm ist.
      Dann sehe ich nämlich noch nicht, dass die Urlaubsbräune fehlt.


      Zum Anderen ist zwischen Grundkorrektur und gestalterischem Grading oftmals noch eine Begutachtung zusammen mit den Regisseur notwendig.
      Folglich muss man diese Stufe auch eindeutig abgrenzen können.

      Hier mag nun der Einwand kommen "Ja, wenn man als Profi arbeitet vielleicht, aber ich mache ja nur meine Filme alleine ...".

      Das ist schon richtig, aber irgendwie auch falsch.

      Wenn ich private Filme mache (was durchaus immer noch vorkommt), dann zeige ich Zwischenstufen auch z.B. meiner Frau, ggfs. meinen Kindern usw.
      Nicht jedem jede Zwischenstufe (alleine schon weil unsere Kinder nicht mehr bei uns wohnen), aber meist die Stufe zwischen Gundkorrektur und gestalterischem Grading.

      Mit dieser Stufe kann jeder etwas anfangen, ohne technisches Verständnis für Dynamik, Farbverschiebung usw. zu benötigen.

      So kann man mit dem Urteil bzw. den Anregungen dieser eingeholten "zweiten Meinung" effektiv etwas anfangen.
      Man kann es noch einfließen lassen ohne dass der aufwändige Teil des gestalterischen Gradings vergebene Liebesmühe gewesen wäre.


      Wer natürlich der Meinung ist, im stillen Kämmerchen unter Verschluss vor sich hinwurschteln zu müssen bis er das - seiner Meinung nach - perfekte Endergebnis hat und dann beleidigt ist, wenn bei der stolzen Präsentation dieses Endergebnis gar nicht so toll ankommt ...
      der soll weiterhin vor sich rumwurschteln. Für den brauche ich nicht schreiben.

      Für diejenigen, die aber daran interessiert sind, sich den einen oder anderen Aspekt rauszusuchen um damit evtl. seinen eigenen Workflow zu überdenken, für die schreibe ich gerne.

      Dies ist zwar etwas überspitzt ausgedrückt, aber oft genug hört man gerade von Hobbyfilmern bei Anregungen und Verbesserungsvorschlägen:
      "Och nöööö. Die ganze Arbeit mache ich jetzt nicht nochmal ...".


      Diese grunsätzlichen Gedanken sind unabhängig von der verwendeten Software.
      Egal ob Vegas, Edius, Magix, Avid, Smoke, Flame, FCPX, Premiere, Dings, Bumms, Ödeldödel ... ;)
      Ein paar Farbräder zum Drehen und ein paar Kurven zum Einstellen bieten sie doch alle.

      Und wer meint, das könne man doch eh blos mit Resolve machen ...
      Resolve gibt's legal kostenlos und ist wahrlich kein Hexenwerk.
      So what?


      Darüber hinaus würde mich auch durchaus Eure Meinung interessieren.

      Seid Ihr eher der Meinung "Och, das Geschreibsel ist zu abgehoben, das bringt mir eh nichts." oder doch eher der Meinung, dass man auch als Hobby- und Amateurfilmer da durchaus ein Quentchen davon auf sich selber übertragen kann.

      Seid ruhig ehrlich. Ich werde nicht beleidigt sein.

      Es geht mir darum, ob sich die Mühe lohnt, weiterhin das Thema aus "Nichthobbysicht" sprich "nicht rein technischer Sicht" zu beleuchten oder ob es vergebene Liebesmühe ist. :)

      Viele Grüße
      Peter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von PeterC ()

    • PeterC schrieb:

      Es geht mir darum, ob sich die Mühe lohnt, weiterhin das Thema aus "Nichthobbysicht" sprich "nicht rein technischer Sicht" zu beleuchten oder ob es vergebene Liebesmühe ist.
      Nein, ich denke, vergebliche Liebesmühe ist es nicht. Auch wenn vielleicht im Hobbybereich nicht alles direkt umsetzbar bzw. erst mit Aufwand angeeignet werden kann, so zeigt es doch eine Richtung. Wie weit man auf diesem Weg gehen möchte, muss jeder selbst entscheiden, aber auch das geht IMO erst, wenn man überhaupt einmal sehen kann, wohin die (eigene) Weiterentwicklung führen könnte.

      Für mich würde das beispielsweise bedeuten, ich müsste mich in Resolve einarbeiten (von Haus aus ist Vegas, nach meinen bisherigen Erfahrungen, bei den Farbkorrekturmöglichkeiten jetzt nicht so der Überflieger). Obwohl die Basis-Version von Resolve gratis ist, müsste ich erst in neue Hardware investieren, um das Programm in UHD nutzen zu können, was wiederum auch erst mittelfristig möglich ist, da noch Anschaffungen mit höherer Priorität anstehen. ;)

      Ich sehe die Grading-Thematik ähnlich wie HDR und >=10 Bit-Aufzeichnung: für mich derzeit von eher beschränkter Umsetzbarkeit, aber wichtig für die nächsten Jahre und daher durchaus wert, dass man sich damit befasst. :)

      PeterC schrieb:

      Wer natürlich der Meinung ist, im stillen Kämmerchen unter Verschluss vor sich hinwurschteln zu müssen bis er das - seiner Meinung nach - perfekte Endergebnis hat und dann beleidigt ist, wenn bei der stolzen Präsentation dieses Endergebnis gar nicht so toll ankommt ...
      Wer sich bei so etwas beleidigt fühlt, sollte vielleicht erst einmal an der eigenen Einstellung arbeiten. Ohne konstruktive Kritik kommt man meistens kaum weiter und das gilt nicht nur für das Video-Hobby.

      Abgesehen von Testmaterial habe ich bis dato keine Videos veröffentlicht und das wird sich voraussichtlich auch nicht großartig ändern. Aber das liegt nicht daran, dass ich mich beleidigt fühlen könnte, sondern an anderen Faktoren.
      Mein "Publikum" im engen Familienkreis ist bei solchen videotechnischen Dingen dagegen völlig unkritisch und die einzigen "Qualitätsansprüche", die ich normalerweise befriedigen müsste, wären meine eigenen, und die nehmen halt tendenziell zu... ;)
      Greetings,
      ro_max

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    • Peter, Du hast eine sehr schöne Art, auch kompliziertere Dinge verständlich und nachvollziehbar zu beschreiben. das ist eine große Bereicherung hier. Dafür möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Dir bedanken. Mach bitte weiter so.
      Um es nicht zu anstrengend werden zu lassen, sind kleine Häppchen jeweils über ein Thema ideal.
      Als engagierter Amateur bin ich immer besonders dankbar, Wissen von einem Profispezialisten zu bekommen.
      Dirk
    • Ich finde es interessant, also gerne weiter so.

      Es kommt auch auf die Arbeitsweise oder möglicherweise das Team an. Große Filme haben sicherlich mehrere Grading-Artists, die sich Referenzbilder in Resolve hinterlegen und entsprechend der "Vorlagen" graden.

      Mit dem Fein- und Rohschnitt, da macht es sicherlich Sinn, wenn man erstmal die Grundkorrektur erstellt. Dann kann man nämlich auf zweierlei Arten weiter verfahren.
      1. Man arbeitet in Resolve am Grundgrading mit dem künstlerischen Grading weiter (macht wohl die Mehrzahl der Profis)
      2. Man hat das Grundgrading erstmal rausgerendert, denn die Basis sollte ja erstmal stehen und macht das künstlerische Grading an den rausgerenderten Dateien. Dabei braucht man weniger Gesamt Nodes und das System des Amateurs ist entlastet. (Ich meine bei der Gratisversion ist sowieso die Nodezahl oder zumindest die GPU-Zahl begrenzt.)
    • Hi,

      der Zuspruch freut mich natürlich und ich bin der gleichen Meinung ... kleine Häppchen sind leichter verdaulich. :)


      Ach ja ... haltet Euch nicht zu sehr an der Hardware auf.

      Die Kiste, auf der Resolve hier läuft ist ein ganz normaler i7 4770k im Standardtakt und luftgekühlt.
      Speicher 32 GByte, damit ist die Mutterplatine voll ausgebaut.
      Grafikkarte: nvidia GTX670 (nur eine)
      Prozessor Onboard-Grafik ist unbenutzt.

      Besonderheiten: Intensity Pro 4k Karte für den Vorschaumonitor
      Direct attached Raid Gehäuse mit 2 Festplatten in Raid-0 an eSATA um das NAS zu entlasten, wenn die Renderfarm gerade anderes arbeitet.
      960 GByte SSD für den Rendercache.

      Es ist wahrlich keine Wunderkiste, da haben viele für ihre normale NLE weit jüngeres und leistungsfähigeres.

      Auf dieser Kiste arbeite ich mit Resolve mit 4k-Material (DCI-4k in XAVC-I und OpenEXR 16 Bit semifloat) ohne einen Nervenkasper zu bekommen. :)


      Die Lite-Version von Resolve unterstützt zwar nur eine Grafikkarte, aber eine Begrenzung der Nodeanzahl ist mir nicht bekannt.
      Ich habe mit der Lite-Version von Resolve ein dreiviertel Jahr gearbeitet bis der Kauf der Studioversion entschieden wurde.
      Eine Grenze der Node-Anzahl ist dabei nie zum Vorschein gekommen.


      Aber ich will hier keine Werbung für Resolve machen.
      Es macht nicht für jeden Sinn, sich dieses zusätzliche Stück Werkzeug zu beschaffen und sich darin einzuarbeiten.

      Andererseits ... Das Editing ist so gut ausgebaut worden mittlerweile, dass es oftmals eine vorgeschaltete NLE ersetzt.
      Nur an den Möglichkeiten beim Ton, da hapert es noch mächtig. Da ist man eigentlich immer auf VST-Plugins angewiesen.

      Das muss jeder für sich selber entscheiden, ob es lohnt oder nicht.

      Ich möchte versuchen, das gezeigte so bereitzuhalten, dass man die Informationen daraus möglichst auf sein eigenes Werkzeug übertragen kann ... innerhalb der technischen Grenzen der jeweiligen Software halt.

      Deswegen versuche ich nicht einfach nur zu zeigen "mach es so und so", sondern ich versuche zu erklären, warum ich es so mache, was das Ziel dabei ist.
      Damit man möglichst viel davon auf seine eigenen Mittel übertragen kann.

      Viele Grüße
      Peter
    • Ich selbst bin ja der typische 'Automatik Knipser' nach dem Motto: Tagsüber aufgenommen und abends im Internet oder auch dem TV gezeigt. 8o
      Trotzdem interessiert mich schon, was herauskommt - wie hier beschrieben über Grading und aufwendige Bearbeitung usw.
      Gibt es hier einige Beispiele?

      Gruss Martina
    • PeterC schrieb:

      Wenn ich jedes Detail darin ausführlich beschrieben hätte, würde einfach die Gefahr bestehen, dass niemand mehr etwas damit anfangen kann,
      Das Problem dabei: mit der kurzen Darstellung kann in Wahrheit auch keiner was anfangen, weil - gerade bei Resolve - die Details enorm wichtig sind. Wichter als in anderen Werkzeugen. Und zwar einfach deshalb weil ich eben in Resolve WISSEN muss, dass es lineare und logarithmische Regler gibt. Und ich muss wissen welche ich nehme und warum.

      Natürlich wird man sich das entsprechende Wissen dann aneignen müssen wenn man damit ernsthaft arbeiten will - und da gibts dann genug Quellen. Die aber ensprechend umfangreich sind.

      PeterC schrieb:

      Warum erst Grob-/Feinschnitt, dann Grading?

      PeterC schrieb:

      Wenn nun also vor dem Schnitt gegraded wird, muss die 20 oder 60 fache (oder nochmehr) Arbeit ins Grading gesteckt werden nur damit sie hinterher im Schnitt in die Tonne getreten wird.
      Das macht bei diesem aufwändigen Arbeitsvorgang keinen Sinn.

      PeterC schrieb:

      Gesparte Zeit bedeutet im professionellen Umfeld gespartes Geld.
      All diese Argument sind verständlich und auf der Hand liegend, und mir als professionellen Produktivitätsberater ist das alles nicht fremd. ;) Nur nochmals: es ist nicht richitg zu sagen dass das Werkzeug hier keinen Einfluß hat. Im Catalyst Prepare wirst du immer vorab graden und nachher den wirklichen Feinschnitt machen.

      Graden ist hier aber auch nicht unbedingt immer gleich. Was das Minimum in der Praxis ist, das ist das Einstellen von Luminanzbereich, Farben, Kontrast. Ob ich dann die Augen besonders einfärben muss, ob ich also Bereiche einzeln bearbeite, das wird man nicht immer machen müssen und wollen. Vor allem nicht in Amateurprojekten.

      In Wirklichkeit fehlt sowieso ein relevanter Schritt in der Auflistung, und das ist das Sichten des Materials. Um das komme ich nie herum. Wenn ich dazu etwa den Catalyst Prepare nutze, dann lade ich mir durchaus mal alle Clips ins Storyboard von Prepare. Und sichte das Material, und dabei stelle ich mir schon Luminanz, Farben und Kontrast hin. Das sind eher wenige Handgriffe, meist werden in Wirklichkeit Filter von einem auf dem nächsten Clip übertragen und nur noch feiner justiert. Das ist deswegen keine verschwendete Liebesmühe, weil in einem kleinen Amateurprojekt bei mir meist ein beträchtlicher Teil des Materials verwendet wird (ich filme meist schon so dass ich da relativ wenig rauswerfen muss). Das ist bei andern Projektformen massiv anders.

      Nicht einmal der Rohschnitt muss da schon in Prepare erfolgern. Es ist bei kleineren und überschaubareren Projektgrößen recht egal, ob ich das ganze dann aus dem Catalyst zu XAVC I zu Einzelclips raus rendere und dann mit dem Schnitt in Vegas beginne.

      Mit Resolve Studio für HDR (Kaufversion) beginnt sich das bei mir zusehens umzudrehen, was aber starke technische Gründe hat. Weder Vegas noch Edius sind heute bereits voll HDR fähig. Also wird man gut beraten sein, derzeit sehr stark auf Resolve zu setzen. Da macht es dann Sinn tatsächlich einen Grobschnitt zu erstellen, was ein Sichten, Sortieren und richtiges aneinander Reihen der Clips beinhaltet. Und klar, dafür kann man gerade in Resolve gut einen Vorschaulut nutzen, und die Decklink 4K wird ja auch ideal unterstützt. Und dann kommt beim HDR Grading bei der Einstellung der Luminanz und der Basisfarben noch die Einstellung der Highlights dazu - das sind die technischen Gründ die heute bei HDR zwingend das in einem Arbeitsschritt machen - neben einem etwaigen LUT. Da ist Resolve gut. Die größte Schwäche von Resolve sind heute noch der Audiobereich, und teilweise die Ausgabecodecs.

      PeterC schrieb:

      Diese grunsätzlichen Gedanken sind unabhängig von der verwendeten Software.
      Egal ob Vegas, Edius, Magix, Avid, Smoke, Flame, FCPX, Premiere, Dings, Bumms, Ödeldödel ...
      Ein paar Farbräder zum Drehen und ein paar Kurven zum Einstellen bieten sie doch alle.
      Diese Dinge sind nie unabhängig von den Werkzeugen, auch nicht unabhängig von der Art des Projektes (siehe oben) und de Zielsetzung.

      PeterC schrieb:

      Ach ja ... haltet Euch nicht zu sehr an der Hardware auf.

      Die Kiste, auf der Resolve hier läuft ist ein ganz normaler i7 4770k im Standardtakt und luftgekühlt.
      Speicher 32 GByte, damit ist die Mutterplatine voll ausgebaut.
      Grafikkarte: nvidia GTX670 (nur eine)
      Prozessor Onboard-Grafik ist unbenutzt.
      Wie viele GB RAM hat die GTX670? Denn BM empfiehlt für UHD/4K DCI eben eigentlich 8GB RAM - mit 4GB gehts inzwischen auch, aber unter dem würde ich UHD Material in Resolve nicht bearbeiten wollen. Die Hauptanforderung von Resolve ist eben die GPU und nicht mehr die CPU, damit reichen tatsächlich ältere Prozessoren. Was man zu Resolve auch klar sagen sollte ist, dass die Ausgabe mittels Grafikkarte auf einen zweiten Monitor nicht wirklich gut geht. Die kleine Blackmagic Intensity Pro 4K ist dann das Minimum, geht eben maximal bis UHD 30p. Wer mehr will - UHD 50p - braucht dann bereits Karten wie die Decklink 4K Extreme 6G, für HDR gibts zwar auch neue kleine Karten oder eben doch die Decklink 4K Extreme 12G.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • PeterC schrieb:

      Dann will ich mal ... :-)

      Gleich vorab, damit die Forenbetreiber nichts befürchten müssen:
      Die dargestellten Personen sind bezahlte Schauspieler mit entsprechend unterschriebener Einverständniserklärung.

      Ich finde es überaus begrüßenswert, wenn in dieser Art das Problem Grading systematisch behandelt wird. Muss man doch allzu oft in diesen Foren ein Hick Hack lesen, wodurch oft nur fragwürdige persönliche Erfahrungen mittels Kleinigkeiten zerredet werden.
      Wenn in verständlicher Weise Grundsätze angesprochen werden, dann ist das ein Anfang der lobenswert ist.
      Jeder der ein Video bearbeiten möchte und damit anfängt, hat schon einiges gelesen. In der Regel kennt man e i n Schnittprogramm und alle Anderen nicht.
      Ich selbst habe meine Urlaubsfilme mit Powerdirektor von Cyberlink bearbeitet. Dabei habe ich bei meinen Camcordern darauf geachtet, dass die Bildparameter (Kontrast, Sättigung, Schärfung, Helligkeit, Weißabgleich ...) in der Kamera beeinflussbar waren. So habe ich versucht, das Bild in der Kamera so einzustellen, dass es in den begrenzten Dynamikumfang der Kamera passt. In der Hauptsache so, dass die Lichter nicht ausfressen, die Farbwiedergabe (der Look) also meinem Geschmack nahe kommt. Das ist mir mit der LUMIX L100 eigentlich gut gelungen, weil in Urlaubsfilmen ja im allgemeinen keine extremen Lichtsituationen vorkommen. Was mir nicht gelingen konnte, das war die Ruhe im Bild zu erreichen, wenn man aus der Hand filmen und auch schwenken möchte. Besser wurde es, nachdem ich die Kamera mit einem schweren Griff verwendet habe.


      Da ich aber mit den Gedanken spiele, eventuell eine GH5 oder G81 zu kaufen, stellt sich die Problematik, was bringen die Bildprofile Cinelike D, Cinelike V, V-Log, und wie sollte man optimal damit umgehen.
      Cinelike D uind Cinelike V sind ja wohl leicht modifizierte Bildprofile. Hier denke ich, wird man mit diesem Profil auch auf dem Sucher/Monitor der Kamera arbeiten müssen. Erst in der Nachbearbeitung wird man wohl zur Korrektur eine LUT verwenden, wenn das Schnittprogramm es erlaubt. (ob das beim Powerdirektor von Cyberlink geht, das weis ich nicht). Oder ist dann Grading per Hand angesagt.


      Wenn für die GH5 ein V-LOG L-Profi käuflich erworben werden kann, dann müsste ja zur Wiedergabe auf dem Kamera-Monitor im Upgrade auch eine passende LUT beinhaltet sein. Dazu eine LUT für das Schnittprogramm wenn diese LUT im Schnittprogramm implementierbar ist.


      Daraus ergeben sich folgend Fragen:
      1. sind bei der Verwendung dieser Profile die unter "Bildstil" wählbaren o.g. Parameter in der Kamera noch anwählbar?
      2. Ist denn die LUT für V-LOG-L in Powerdirektor implementierbar, oder ist man gezwungen zu einem anderen Schnittprogramm zu wechseln.
      3. Macht es Sinn auch bei 8Bit/4:2:0 das V-LOG L-Profil zu nutzen.


      Gehen denn meine Gedanken überhaupt in die richtige Richtung? Oder kann mir da jemand etwas Hilfestellung geben?
      Dann schon mal herzliches Dankeschön von mir.
    • Die GH5 dürfte nach Installation des extra zu kaufenden v log l auch im Vorschau Display der Kamera einen passenden Vorschau LUT implementiert haben. Bei der GH4 war das noch nicht der Fall. Das ist praktisch um das Bild halbwegs beurteilen und einstellen zu können. Weiters ist ein waveform Diagramm vorhanden, was für die Einstellung der Helligkeit eine recht gute Unterstützung ist.

      Die Aufzeichnung von v log l Material zu 8bit 420 ist technisch zwar möglich, aber in Wirklichkeit kaum sinnvoll, da man in der Nachbearbeitung von v log mit 10bit beträchtliche Vorteile hat. Da die GH5 erstmals in dieser Preisklasse innovativ und richtungsweisen eine interne 10bit Aufzeichnung besitzt, ist das durchaus von Vorteil. Vermutlich aber erst mit dem für Sommer 2017 angekündigten Firmware Update mit dem 400 Mbps all i codec.

      Die GH5 nutzt erstmals für die interne 10bit Aufzeichnung high profile H.264. Erst wenige Schnittprogramme können das problemlos einlesen. Ob der Powerdirector hier Sinn macht, wage ich zu bezweifeln weil der noch nicht 10bit fähig sein dürfte (in den technischen Specs sehe ich zumindest nichts). Ob der das erlernt weiß ich nicht. Falls nicht wäre tatsächlich der Wechsel auf eine andere Software erforderlich.

      Solche Beratungen bekommt man übrigens hier gratis. Wenn man entsprechend fragt und die Forenstimmung eben nicht durch den Hickhack persönlicher Profilierer nur noch vergiftet ist.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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    • wolfgang schrieb:

      Die GH5 dürfte nach Installation des extra zu kaufenden v log l auch im Vorschau Display der Kamera einen passenden Vorschau LUT implementiert haben. Bei der GH4 war das noch nicht der Fall. Das ist
      Danke, das war hilfreich. Aber die GH5 bietet ja auch einige andere Vorzüge, sodass ich dann doch wohl für meine Zwecke nicht alles was sie kann auch nutzen werde.
      Lieben Gruß
    • shuttlebahn schrieb:

      Gibt es hier einige Beispiele?
      GIF-Animation: Frame ohne(Kameraaufnahme mit modifizierten CINE-D Profil) und mit LUT drauf im NLE:



      zu Manoth:

      was bringen die Bildprofile Cinelike D, Cinelike V

      Beides sind zunächst Kameraaufnahmformate im Cinema-Style...
      Cineline D mit größerer Aufnahmedynamik, d.h. mehr Detalis in den Schatten und Lichtern, man kann das Aufnahmeprofil den eigenen Wünschen anpassen auch für LUT-Anwendungen darauf im NLE.
      Cinelike V ist ein "out of the box" Cinema für den Endverbraucher, wird normalerweise im NLE nicht mehr nachbehandelt. Das Aufnahmeprofil kann man hier allerdings ebenfalls selbst bestimmen.
      ++++++ GUT DING BRAUCHT WEILE ! ++++++
      +++ FZ300 - RX100 - EDIUS 8.x - DaVinci Res.14 - i7-6700 +++

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