Interview mit 2 Personen gleichzeitig....Richtmikro oder Stereo?

    • Interview mit 2 Personen gleichzeitig....Richtmikro oder Stereo?

      Headline sagt schon das meiste. Ich werd in 3 Wochen ein Feature drehen und dabei werden u.a. auch 2 Personen gleichzeitig vor mir sitzen und was reden. Hab sowas noch nie gemacht. Wäre das für ein Richtmikro, hier speziell das Rode NTG-2, "zuviel",also zu breit und damit besser Stereo (das wäre dann halt nur ein Zoom oder Tascam 100)? Oder kann man mit etwas Abstand des Rode das doch benutzen? Die Personen werden sehr nahe beieinander sitzen, Bank oder 2 Stühle. Gut ich kanns vor Ort auch probieren, aber vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit, wenn 2 Personen nahe beieinander sprechen und das Richtmikro fix mittig steht, also ich dreh das nicht zu dem, der gerade spricht. Stereo Mic hätte den Vorteil, dass die Sprache der Personen ortungstechnisch passt, die linke Person halt etwas linkslastiger ist, die rechte rechtslastiger.
    • Wichtig ist der Raum in dem das Interview stattfindet. Bei halligen Räumen ist das ggf. mit einem Richtimikro genau so wie mit einem Stereomikro Unsinn. Kleinere, akustisch trockene Räume sind da besser.

      Ideal sind da zwei Mikrofone bzw. jemand der das Richtmikro an einer Angel hält und ggf. mitschwenkt. Oder eben Anstecker.
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    • Ohne es mal praktisch getestet zu haben, würde ich zwei Mikros und kanal-getrennte Aufnahme empfehlen. Dann ist man hinterher flexibler und kann die Spuren sauber getrennt pegeln.

      Bei einem Interview, wo vielleicht nicht jeder Satz vorgeplant ist, weiß ich nicht, ob eine (geführte) Tonangel da so optimal ist. Bei szenischen Drehen weiß die für das Angeln verantwortliche Person ja, wer wann Dialog hat. Bei einem Interview mit spontanen Fragen und Antworten ist das eventuell nicht der Fall. Ein Stereomikro würde ich eher nicht benutzen.

      Und, wie bereits erwähnt, spiel die Raumakustik auch eine wichtige Rolle. Da erscheint mir in den meisten Fällen eine Nahmikrofonierung mit Lavaliermikros sinnvoller, um den Einfluss des Raums zu reduzieren.
      Greetings,
      ro_max

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    • Ja, es gibt keinen vorgefertigten Text, die Beiden sprechen frei und so ist in der Tat auch nicht absehbar, wer gerade gleich was sagen wird. Da ich dann auch mit einer 2. Kamera ständig von der Seite die Schärfe auf das sprechende Gesicht ziehe, wäre da ein ähnliches, aber im Griff zu bekommendes "Problem". Eventuell machen wir das auch draußen, wenns Wetter passt. Da es so ca. 17 Uhr rum sein wird, ist auch genug Licht da.
    • Berliner schrieb:

      Ja, es gibt keinen vorgefertigten Text, die Beiden sprechen frei und so ist in der Tat auch nicht absehbar, wer gerade gleich was sagen wird. Da ich dann auch mit einer 2. Kamera ständig von der Seite die Schärfe auf das sprechende Gesicht ziehe, wäre da ein ähnliches, aber im Griff zu bekommendes "Problem". Eventuell machen wir das auch draußen, wenns Wetter passt. Da es so ca. 17 Uhr rum sein wird, ist auch genug Licht da.

      Hi,

      wenn der Raum akustisch passend ist (also groß genug und wenig Hall hat), kannst Du ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik mittig auf den Tisch stellen. Falls ein Tisch oder ähnliches zwischen den beiden ist.
      de-de.sennheiser.com/reporter-…interview-reportage-me-62

      Ansonsten zwei Richtmikrofone jeweils über die Köpfe der beiden hängen oder angeln lassen.

      Wenn der Raum hallproblematisch ist, hilf auch ein Molton jeweils möglichst nah und möglichst breit hinter die beiden Interviewpartner aufzuhängen dann mit zwei Richtmikrofonen zu arbeiten.
      Molton und Mikrofone so aufbauen, dass die Mikrofone auf das Gesicht der jeweiligen Personen "zielen" und in der Verlängerung dann auf das jeweilige Molton-Tuch treffen.
      Das Molton dämpft Fremdschall und Reflektion und reduziert dadurch den Hall.

      Wichtig ist, wirklich gute und rauscharme MIkrofone zu nehmen und mit den Mikrofonen möglichst nah an die Personen ran gehen. Muss jetzt nicht 2 cm vor dem Mund sein, aber je näher Du bist umso weiter kannst Du runter pegeln und damit auch Fremdgeräusche wegpegeln.
      50 cm als Beispiel ist schon charmant für solch eine Tonaufnahme. Nah genug für guten Ton, weit genug weg um auf Poppfilter verzichten zu können.

      Viele Grüße
      Peter
    • Danke. 2 Richtmikros habe ich nicht, also das Rode nur 1x. Dafür 2 Zoom H2n, die man auf Mono runterpegeln kann im MS Mode (links + rechts auf null, bleibt Mitte übrig). Ich hab mich da vielleicht auch etwas zu geschwollen ;) ausgedrückt. Im Endeffekt ist es kein richtiges Interview, ich frage nichts, die Beiden erzählen paar Sätze vor der Kamera wie wenn sie was gefragt wurden, was im Feature dann verwendet wird und vielleicht 1min ausmacht bzw. teilweise als Off läuft. Insgesamt werden wir je nach erforderlichen Takes auch nicht gerade lange zusammensitzen, sie sagen nur paar Sätze. Dafür wäre der Aufwand der hier empfohlen wurde wohl auch zu hoch. Trotzdem soll es natürlich deutlich besser klingen wie mit In-Cam Mic.
    • Berliner schrieb:

      Dafür wäre der Aufwand der hier empfohlen wurde wohl auch zu hoch.
      Bis ich das gelesen habe, hätte ich vorgeschlagen, nicht vorhandenes Equipment ggf. zu leihen/mieten. Wenn aber doch eher eine Quick-n-Dirty-Methode ohne viel Aufwand gewünscht wird, wäre ein entsprechender Hinweis im Eingangspost vielleicht sinnvoll gewesen. ;)
      Greetings,
      ro_max

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    • Dafür 2 Zoom H2n, Genau die beiden würde ich nehemen und im M/S Modus normal aufnehmen. Später kann man immernoch korrigieren, aber nicht die H2n einschränken. M/S ist gut, da man später sogar die Phase dabei bearbeiten kann.
    • ro_max schrieb:

      Wenn aber doch eher eine Quick-n-Dirty-Methode ohne viel Aufwand gewünscht wird, wäre ein entsprechender Hinweis im Eingangspost vielleicht sinnvoll gewesen. ;)
      Dann weiss man woran man ist. Ohne großen Aufwand - versuche beide Protagonisten möglichst nah nebeneinander zu setzen und nimm ein Richtmikro das mit seiner Keule beide "erwischt" und schau das hinter/zwischen den beiden keine Schallquellen oder großartig reflektierenden Wände o.ä. sind - fertig.

      Das beste Quick'n-Dirty in dem Fall wären tatsächlich allerdings Funkanstecker die auf beide Kanäle der Kamera gehen. Einfach mit guten Ergebnissen, setzt allerdings das Vorhandensein von zwei Funkstrecken voraus ;)

      Die Luxusvariante sind dann zwei Funkstrecken auf einen externen Mischer und zusätzlich einen Tonmann der nochmal mit einem anderen Mikro etwas Atmoton einfängt. Beide Funkstrecken dann auf einen Kanal, die Atmo auf den anderen Kanal - oder alternativ eine Kamera mit 4 Tonspuren. Oder alternativ einen externen Mehrspurrecorder der dann eine Stereomischung an die Kamera schickt - passt die im Schnitt nicht kann man den Ton neu mischen. Das ist dann aber schon nicht mehr Quick'n-Dirty sondern eher Highend....

      Was bei Gesprächsrunden von Leuten welche an einem Tisch sitzen übrigens auch als Mikrofonierung gut geeignet ist: ein Grenzflächenmikrofon auf dem Tisch. Lässt sich auch gut hinter einer Blumenvase o.ä. Tischschmuck "verstecken" und bringt einen schönen Ton, eine akustisch halbwegs saubere Umgebung vorausgesetzt...
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    • MacMedia schrieb:

      Das beste Quick'n-Dirty in dem Fall wären tatsächlich allerdings Funkanstecker die auf beide Kanäle der Kamera gehen. Einfach mit guten Ergebnissen, setzt allerdings das Vorhandensein von zwei Funkstrecken voraus ;)
      Mache ich auch so (2 occ. Sennheiser) tolle Resultate in fast jeder Räumlichkeit. Knopf-Mic wegen "Kleiderrascheln" allenfalls kleben. Ambiton nehme ich jeweils danach auf, da nicht Bildrelevant.
      Gruss
      Tom