Die Anforderungen an den Amateur-Kameramann von heute

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    • Comte schrieb:

      Mal so am Rande: Was ist einen amerikanische bzw. italienische Einstellung?

      (Ich hoffe jetzt mal, dass die Antwort nicht schon in einem der recht langen Texte stand ...)

      Die amerikanische Einstellung ist die Einstellungsgröße in der der Körper bis knapp über dem Knie gezeigt wird.
      Wurde gerne in den Western der 1940er und 1950er verwendet, damit man die Hand und den Revolver noch sieht.

      Beispiel:






      Die italienische Einstellung ist eine ganz nahe EInstellung, bei der nur die Augen gezeigt werden.

      Beispiel:




      Viele Grüße
      Peter
    • Ein großer Freund der "italienischen" Einstellung war Sergio Leone. Gerade im Widescreen-Format wirkt diese Einstellung, weil durch die Aspect-Ratio wenig vom eigentlichen Gesicht zu sehen ist.
      Greetings,
      ro_max

      Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    • Schönen Dank. Kennt jeder, aber der Fachbegriff war mir nicht geläufig
      schöne Grüße

      Christian


      Beiträge als Mod in Grün
    • MacMedia schrieb:

      Die Aussage das die vorhandenen Kameras die Kreativität "beschneiden" ist öfters zu hören. Es sind nicht die "schlechten" Amateur-Kameras welche von der Industrie absichtlich "schlecht" gehalten werden, es ist vielmehr oftmals das was man als "Physik" bezeichnet was Grenzen setzt.

      Und zwar auch bei professionellen Kameras. Diese sind vielleicht "etwas" besser als Amateurmodelle, aber trotzdem muss ich auf gewisse Dinge achten. Muss die Kamera kennen, wissen wie sie auf oder in bestimmten Situationen reagiert.

      Dummerweise lässt sich die Physik nicht durch Technik verändern, auch wenn das manche Nutzer gerne so hätten ;)
      .
      Und hier liegt oftmals das Problem, viele Filmer wollen sich nicht damit beschäftigen, sehen das als zu viel Aufwand an - denn sie wollen "Filmen" und nicht erst mal Bücher lesen, Tutorials anschauen, quasi erst mal die Schulbank drücken und sich mit Theorie beschäftigen. "Ich will Kreativ sein und mich nicht von angestaubten Regeln einengen lassen!" hört man da dann manchmal als Aussage.

      Genau das ist der Punkt, den ich mit diesem Thread ansprechen wollte:

      Der Profi ist sich bewusst, welchen Aufwand er treiben muß um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
      Dem Amateur wird von der Industre immer wieder eingeredet, wie "kinderleicht" alles ist.
      Und so schaut das Ergebnis dann oft aus. Da werden alle Regeln gebrochen - nach allen Regeln der Kunst (Wortspiel)
      Ohne Bildstabilisator wäre das Erstellen von Videofilmen geradezu unmöglich - dennoch scheinen viele Amateutkameramänner an Chorea Huntigton ("Veitstanz")
      zu leiden - Die Kamera wackelt und hüpft unkoordiniert herum, daß es (k)eine Freude ist. Geschwenkt wird zu oft und zu schnell.
      Scheinbar ist das ein Zeichen von Kreativität - Und natürlich der Einsatz des Zooms. Ich finde den Zoom optimal - man kann damit ohne Obektivwechsel den Bildausschnitt VOR der Aufnahme festlegen. Natürlich kann in Ausnahmefällen schon mal gezoomt werden
      DIe Einstellund, daß die Nichtbeachtung der Grundregeln mit "Kreativität" gleichzusetzen sei, ist sehr beliebt - weil sie scheinbar die Lernunwilligkeit viler Amateure unterstützt. Eigentlich sind das ja keine "Amateure" sondern "Gelegenheitsfilmer"

      MacMedia schrieb:

      Es gibt ein "Sprichwort" welches behauptet: Nicht die Kamera muss sich bewegen, die Bewegung muss im Motiv sein !

      Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Voll d' accord


      PeterC schrieb:




      Eine Einstellungsgröße rein nach der Technik auszuwählen und diese dann als "seine" Einstellungsgröße zu definieren zeigt die falsche Gewichtung sehr gut auf.

      Zu den wichtigen Hauptpunkten der kreativen Kameraarbeit gehört doch z.B. die Auflösung der Szene in einzelne Einstellungen.
      Dabei wird eben nicht nur mit einer - vermeintlich der Technik geschuldeten - Einstellung gearbeitet sondern es werden verschiedene Einstellungen und Einstellungsgrößen genutzt um die Aussage der Szene voranzutreiben.

      Hast Du schon mal - als Beispiel - in einer Szene eine amerikanische und eine italienische Einstellung verwendet und dabei die unterschiedliche Wirkung beobachtet?


      Der Technikkram ist doch nur reines Handwerk.

      Viele Grüße
      Peter
      Selstverständlich wird eine Szene in mehrere Einstellungen aufgeteilt. Aber die Filmformate haben da durchaus auch einen Einfluß. Denn in 8 mm war eine "Totale" einfach hässlich anzusehen, die Detais gingen in der Unschärfe des Materials unter (Trotz Kodachrome) Man benötigte NATÜRLICH auch die klassische Totale, aber ich habe sie sprsamer eingesetzt. Heute in 4 K stellt sie kein Problem mehr dar.

      Natürlich kenne ich die Wirkung der einzelnen Einstellungen. Ich habe in meiner Jugend noch die (schon damals etwas antiquierte, aber dennoch sehr substanzielle "Schmalfilmschule" von H.C: Opfermann gelesen. Da die Erstauflage von 1940 war, war einiges schon sehr verstaubt, aber vielleicht gerade deshalb sehr interessant)

      Das "Handwerk" - ist die Grundlage des Kunstwerks oder auch des gelungenen "Werkstücks"
      Wer das Handwerk nicht beherrscht, der wird auch keines der beiden Genannten schaffen können
      Handwerklich mißglückte Dinge als "Kunstwerk oder "kreativ" zu bezeichnen sehe ich als Schutzbehauptung an.

      Zugegebenermaßen kann aber auch ZUVIEL Beschäftigung mit dem technisch-handwerklichen hemmenden Einfluß ausüben...


      Berliner schrieb:

      "Amateur" und "Profi"...da geht es doch schon los. Wann ist man "Amateur", wann ist man "Profi"?
      EIns sehr gute Frage.
      Meine sehr persönliche Antwort darauf ist, daß im Grundprinzip der Unterschied darin besteht, daß der eine Geld damit verdient, der andere indes nicht.
      Lassen wie die "großen" Produktionen mal bei Seite, so erwarten Zuseher heute einen gewissen Standard - Ob der von Profis oder von Amateuren (=Liebhabern) gemacht wird ist dem Zuschauer prinzipiell egal.
      FIlme, wo die eigenen Kinder Ball spielen oder Schlittschuhlaufen würde ich eher in den Bereich "Gelegenheitsfilmer" einstufen, ähnlich wie mit Hanys gemachte "Selfies" ja auch keine "Photographien" darstellen....

      mfg aus Wien
      Alfred
    • Lumiere schrieb:



      Berliner schrieb:

      "Amateur" und "Profi"...da geht es doch schon los. Wann ist man "Amateur", wann ist man "Profi"?
      EIns sehr gute Frage.Meine sehr persönliche Antwort darauf ist, daß im Grundprinzip der Unterschied darin besteht, daß der eine Geld damit verdient, der andere indes nicht.

      Wie ich schon schrieb:

      Profi ist, wer seinen Lebensunterhalt damit verdient.

      Amateur ist, wer es nur nebenbei oder nur als Hobby macht.


      So die Definition, derer sich auch Duden und ähnliche bedienen.

      Viele Grüße
      Peter
    • Lumiere schrieb:

      Ohne Bildstabilisator wäre das Erstellen von Videofilmen geradezu unmöglich - dennoch scheinen viele Amateutkameramänner an Chorea Huntigton ("Veitstanz")
      zu leiden - Die Kamera wackelt und hüpft unkoordiniert herum, daß es (k)eine Freude ist. Geschwenkt wird zu oft und zu schnell.
      Scheinbar ist das ein Zeichen von Kreativität - Und natürlich der Einsatz des Zooms. Ich finde den Zoom optimal - man kann damit ohne Obektivwechsel den Bildausschnitt VOR der Aufnahme festlegen.
      Na ja, ich würde das von Dir hier monierte eher dem Anfänger zuschreiben, nicht grundsätzlich dem Amateurstatus, es gibt ja auch erfahrene Amateure
      die schon ernsthaft fast 20 Jahre lang auf Schmalfilm gefilmt haben und im örtlichen Filmklub damals schon Beiträge bei Wettbewerben vorgestellt haben.
      Es gibt auch unter den Amateuren Filmer die ihr Hobby enthusiastisch ausüben, z.B. unser Mitglied Rolf der mit seinen Tierfilmen hier schon geglänzt hat.

      Wozu brauchen wir aber eigentlich diese Diskussion, wenn derjenige der den Thread hier gestartet hat sich wohl selbst nicht mehr als lupenreinen
      Anfänger-Amateur sieht.

      Wollen wir der Anfängern hier nicht helfen, es ist doch hier für die Leute soweit ich mich erinnern kann eine extra Rubrik eingerichtet worden um
      Fragen zu stellen
      an diejenigen, die schon fortgeschrittener sind.
      ++++++ GUT DING BRAUCHT WEILE ! ++++++
      +++ FZ300 - RX100 - EDIUS 8.x - DaVinci Res.14 - i7-6700 +++
    • Berliner schrieb:

      "Amateur" und "Profi"...da geht es doch schon los. Wann ist man "Amateur", wann ist man "Profi"?

      Die Zahl derer, die sich bald noch ein Storyboard schreiben bevor sie weiß ich auf einen spontanen Spaziergang mit Kamera einen Schlosspark besuchen, dürfte bundesweit lange nicht so hoch sein wie im Verhältnis hier im Forum. Allein weil das Interesse daran fehlt. Es gibt viel mehr Leute die filmen drauflos, unter Missachtung aller sog. Regeln. Sind das dann alles Amateure? Profi nur wer den beispielhaft erwähnten Spaziergang 3 Wochen im voraus plant, schon die Einstellungen und Winkel im Kopf durchgeht?
      Es geht hier nicht darum wer Amateur und wer Profi ist.

      Storyboard - das macht natürlich niemand vor dem Spaziergang im Park. Und das muss gar nicht sein. Aber wenn Du losziehst und einen kleinen Film machen willst - dann weisst Du vorher doch welche Bilder Du im Park sammeln willst - ein paar Blümchen als Close-Up, die schöne Athmosphäre als Totale, diverse Wege, vielleicht Spaziergänger usw. - also überlegst Du Dir vorher was Du für Szenen benötigst.

      Das macht ggf. der Profi der den Auftrag hat "ein paar nette Impressionen von Schloss XYZ mitzubringen" nicht anders - auch der plant das nicht akribisch durch ;)

      Man muss um gewisse GEstaltungsregeln einzuhalten keine wochenlange Vorplanung betreiben, das geht auch spontan und ohne Vorbereitung...

      PeterC schrieb:

      Berliner schrieb:

      "Amateur" und "Profi"...da geht es doch schon los. Wann ist man "Amateur", wann ist man "Profi"?
      Profi ist, wer seinen Lebensunterhalt damit verdient.

      Amateur ist, wer es nur nebenbei oder nur als Hobby macht.

      Exakt so ist es. Für den Profi ist es der Lebensunterhalt. Für den Amateur ist es Hobby, für den immer wieder gerne erwähnten "Semiprofi" ist es ein nettes Zubrot.

      Und alle drei können paralell existieren und nehmen sich gegeneinander nicht die Butter vom Brot - und es bedeutet auch keinesfalls das ein Profi immer alles richtig macht und generell bessere Qualität abliefert wie ein Amateur. Dazu muss man nur den Fernseher einschalten - was da manchmal von "Profis" an Schrott verzapft und gesendet wird - Bilder wo einem ganz schwummerig wird ;)
      Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar
    • MacMedia schrieb:



      Storyboard - das macht natürlich niemand vor dem Spaziergang im Park. Und das muss gar nicht sein. Aber wenn Du losziehst und einen kleinen Film machen willst - dann weisst Du vorher doch welche Bilder Du im Park sammeln willst - ein paar Blümchen als Close-Up, die schöne Athmosphäre als Totale, diverse Wege, vielleicht Spaziergänger usw. - also überlegst Du Dir vorher was Du für Szenen benötigst.

      Das macht ggf. der Profi der den Auftrag hat "ein paar nette Impressionen von Schloss XYZ mitzubringen" nicht anders - auch der plant das nicht akribisch durch ;)

      Man muss um gewisse GEstaltungsregeln einzuhalten keine wochenlange Vorplanung betreiben, das geht auch spontan und ohne Vorbereitung...
      Exakt so ist es. Für den Profi ist es der Lebensunterhalt. Für den Amateur ist es Hobby, für den immer wieder gerne erwähnten "Semiprofi" ist es ein nettes Zubrot.
      Insofern ist heute ja vieles einfacher als in der Vergangenheit

      Als Schüler durfte ich bei 2 Filmen fürs Schulfernsehen ais Kleindarsteller mitwirken. Der erste Film wurde stumm in SW gedreht und später mit Kommentaren versehen, der 2. zwei Jahre später war in Farbe (obwohl Farbfernsehen noch nicht eingeführt war)und mit Ton. Die geblimpte lautlose Arriflex schüchterte mich derart ein, daß ich 2 mal meinen zu sprechenden Satz verpatzte. Damals bekam ich sofort zu hören, welche Unsummen meine Fehler das Fernsehen kosten würden.
      Heute kann man mißglücktes Material einfach löschen, der "Erfolgsdruck" ist daher nicht so groß. Man kann sogar "auf Vorrat" filmen, der Cutter steht dann vor der Entscheidung, was er nimmt und was nicht....
    • MacMedia schrieb:



      ... und es bedeutet auch keinesfalls das ein Profi immer alles richtig macht und generell bessere Qualität abliefert wie ein Amateur. Dazu muss man nur den Fernseher einschalten - was da manchmal von "Profis" an Schrott verzapft und gesendet wird - Bilder wo einem ganz schwummerig wird ;)

      Jepp. :)
    • Berliner schrieb:

      Die Zahl derer, die sich bald noch ein Storyboard schreiben bevor sie weiß ich auf einen spontanen Spaziergang mit Kamera einen Schlosspark besuchen, dürfte bundesweit lange nicht so hoch sein wie im Verhältnis hier im Forum.
      Da hast du mit Sicherheit Recht, ich denke da z.B. an die Zahl der Videofilmer, die ihre Videos tatsächlich noch schneiden.
      Es schwirrte auch hier im Forum mal die Zahl von 8% herum. Die übrigen 92% erstellen mit Sicherheit kein Storyboard.
      Ich mache das auch nicht immer, aber häufig eben doch.

      So dokumentiere ich zur Zeit gerade bei uns eine Orchideenwiese.
      Da schreibe ich mir schon vorher auf welche Aufnahmen ich von welcher Orchidee aus welcher Perspektive und zu welcher Tageszeit machen will.
      Mache ich das nicht, dann vergesse ich in der Hektik bei den Aufnahmen mit Sicherheit irgend welche Einstellungen.
      So etwas passiert mir des Öfteren, es mag am Alter liegen, aber ich plane mittlerweile alle Aufnahmen genau durch und packe entsprechende Ausrüstung dann ein.

      Einfach so losgehen zum Filmen mache in kaum noch,

      Die Urlaube sind mittlerweile auch wieder filmfrei, lediglich ein paar Fotos werden gemacht - es sei denn, ich verreise extra um zu filmen.
    • PeterC schrieb:


      M.C. Escher hat für seine berühmten otpischen Täuschungen auch erstmal die Regeln gelernt bevor er sie brechen konnte.

      Die benötigte technische Ausstattung dazu war nur ein Bleistift.

      Escher_kl.jpg


      Viele Grüße
      Peter
      Herr Maurits Cornelis Escher hat keine Regeln gebrochen sonder die geometrischen Regeln ausgereizt. Gebrochen hat er höchstens unsere Sehgewohnheiten.