"Virtueller" Vergleich von Kamerafahrt, Zoomen und nachträglichem Zoom in ein Standbild

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    • MacMedia schrieb:

      Da kann ich das Buch "FIlm verstehen" von James Monaco empfehlen. In diesem "Wälzer" (Achtung Dick!) weden verschiedene bekannte Kinofilme zerlegt und die Wirkung der einzelnen Bilder erklärt.
      Danke für den Tipp. :)
      Greetings,
      ro_max

      Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
      ------------------------ Meine CGI-Tests auf Vimeo. --------------------------
    • ro_max schrieb:

      MacMedia schrieb:

      Da kann ich das Buch "FIlm verstehen" von James Monaco empfehlen. In diesem "Wälzer" (Achtung Dick!) weden verschiedene bekannte Kinofilme zerlegt und die Wirkung der einzelnen Bilder erklärt.
      Danke für den Tipp. :)

      Filmanalyse ist immer ein wichtiges Thema.

      Wer keine Angst vor englischsprachigen Büchern hat, dem kann ich zusätzlich auch das Buch "the filmmaker's eye" von Gustavo Mercado empfehlen.

      Für die Vorplanung von Szenen sowie auch um die eigene "Denke" zu trainieren ist meine Bibel "Gramatik der Filmsprache" von Daniel Arijon.
      Die deutsche Ausgabe ist leider seit Jahren ausverkauft, gebraucht bekommt man es immer wieder mal.

      Viele Grüße
      Peter
    • PeterC schrieb:

      Für die Vorplanung von Szenen sowie auch um die eigene "Denke" zu trainieren ist meine Bibel "Gramatik der Filmsprache" von Daniel Arijon.
      Die deutsche Ausgabe ist leider seit Jahren ausverkauft, gebraucht bekommt man es immer wieder mal.

      Auch ein guter Tipp.

      Was zwischendrin auch immer gut ist sind Lehrbücher für die Ausbildung von Mediengestaltern Bild&Ton. Es gibt da z.B. im Europa-Verlag ganz gute Sachkunde-Bücher, dort wird zwar nicht in aller Tiefe auf alle Themen eingegangen, sondern es werden i.d.R. nur die wichtigen Kernpunkte abgehandelt.

      Dafür gibt es dort aber auch Einblicke in die tschnischen Grundlagen, in Grundlagen der Lichtsetzung - was für "Wirkung" hat unterschiedliche Beleuchtung usw. - Vorgehensweise im Schnitt, aber eben auch Grundlagen der Filmsprache usw.

      Literatur gibt es einiges, man muss das nur finden ;)

      Ein nettes, recht kompaktes und gut zu lesendes Büchlein ist auch "Das stärkste Bild zuerst: Filmgestaltung für TV-Journalisten" von Falk Schettler. Zwar eher auf die Gestaltung von Magazinbeiträgen oder Imagefilmen ausgelegt ist es aber ggf. auch für Filmamateure interessant.

      Wichtig ist nur eines - diese ganze Literatur ist meist kein Kochbuch, so nach dem Motto "einfach genau daran halten und nachmachen für einen guten Film!" - man muss das Wissen in/aus diesen Büchern selbst in die Praxis bringen, sich eigene Gedanken dazu machen.....
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    • Rod schrieb:

      Ich meine, dass es bei uns Amateuren an filmischer Denke fehlt. Was will ich eigentlich zeigen? Sind halt zu sehr mit dem jüngsten Kameratest beschäftigt.

      MacMedia schrieb:

      Und ja, wir versteifen uns oftmals auf viel zu viel Technik, bewerten diese höher wie eine gute Filmidee....
      Das sind schon mal die wichtigsten Grundgedanken. Also sich vorher mit dem Thema beschäftigen - z.B. bei einer Reise vorher Literatur über Land und Leute und auch die Sehenswürdigkeiten besorgen - gerne auch gebraucht für wenig Geld.
      Aber nun kommen die Probleme für uns Amateure:
      . Die vorher ausgedachte Story trägt nicht so, wie sie soll - da merkt man leider erst mittendrin.
      . Völlig unerwartet kommen attraktive Situationen, die auch oft zeitlich sehr begrenzt sind. Ist man schnell genug? Mehrere Blickwinkel zeitlich kaum möglich.
      . Das schöne Bild begeistert uns - wir vergessen die Story
      . Einige Aufnahmen haben technische Fehler - ab in die Tonne, aber sie fehlen.
      . Die Zeit läuft nur vorwärts. Was vergessen ist, kann nicht nachgeholt werden. Die Szene für mehrere Einstellungen wiederholen selten möglich.
      Nicht umsonst brauchen professionelle Filme unglaublich viel Zeit und Personal und trotzdem gelingt da auch nicht alles.
      Was können wir bei so viel Hindernissen und Überforderungen denn noch tun?
      2 Möglichkeiten und Alleinstellungsmerkmale gegenüber Profis bleiben uns: Das ganz persönliche Erlebnis und der Kommissar Zufall.
      Und dann gelingen plötzlich oft doch ganz interessante Filme - allen Unzulänglichkeiten zum Trotz.
      Dirk
    • Dirk-1 schrieb:

      Aber nun kommen die Probleme für uns Amateure:
      Es gibt keine Probleme, es gibt nur Herausforderungen ;)

      Dirk-1 schrieb:

      . Die vorher ausgedachte Story trägt nicht so, wie sie soll - da merkt man leider erst mittendrin.

      Nunja, das kann passieren. Shit happens - einfach neu anfangen, nur Übung macht den Meister. Aus dem Grund ist es auch empfehlenswert nicht nur im Urlaub (oder bei anderen, wichtigen Anlässen) zu filmen, sondern auch so einen Film mit Story zu "versuchen" - um zu merken wie man ran geht, wie man die Story aufbaut.


      Dirk-1 schrieb:

      . Völlig unerwartet kommen attraktive Situationen, die auch oft zeitlich sehr begrenzt sind. Ist man schnell genug? Mehrere Blickwinkel zeitlich kaum möglich.. Das schöne Bild begeistert uns - wir vergessen die Story

      Auch hier hilft "Übung" ungemein weiter. Kenne ich meine Kamera "blind" und beherrsche die Technik habe ich Zeit mich aufs Bild zu konzentrieren. Weiß ich auf Anhieb wie ich bestimmte Situationen und Handlungen filmisch abarbeiten kann so bin ich schnell genug die richtigen Bilder zu drehen.

      Das kommt aber nicht von alleine, dazu bedarf es einiger Erfahrung. Und die kommt nur wenn man praktische Arbeit macht, sprich wenn man filmt, filmt, filmt !


      Dirk-1 schrieb:


      . Einige Aufnahmen haben technische Fehler - ab in die Tonne, aber sie fehlen.
      . Die Zeit läuft nur vorwärts. Was vergessen ist, kann nicht nachgeholt werden. Die Szene für mehrere Einstellungen wiederholen selten möglich.

      Auch wenn es langsam nervt, ich muss mich wiederholen: gegen technische Fehler hilft am besten eines: Übung ! ;)

      Wenn ich meine Kamera "blind" kenne, weiß wie Automatiken reagieren, mit manuellen Einstellungen umgehen kann, Blende und Fokus manuell hinbekomme, alle "Helferchen" ich meiner Kamera dazu kenne dann sinkt auch die Ausschussquote, werden technische Fehler immer weniger.

      Und manchmal muss man sich auch vom Perfektionismus des "technisch perfekten Bildes" verabschieden ;)

      Nur bei der Sache mit der Zeit - klar, da kann man nichts gegen tun. Außer schnell sein. Teilweise kann man im Film zwar "tricksen" aber eben nicht immer. Und oftmals ist man alleine verloren, kann man mit nur einer Kamera einfach keinen interessanten Film erstellen. Diese Grenzen muss man einfach akzeptieren.


      Dirk-1 schrieb:


      Nicht umsonst brauchen professionelle Filme unglaublich viel Zeit und Personal und trotzdem gelingt da auch nicht alles.
      Nicht unbedingt. Viele Filme sind eine Aneinanderreihung von Kompromissen, sind reine "Sparprodukte" - denn Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Nicht immer und alles wird mit großem Team und Budget gedreht, viele Aufnahmen entstehen mit wenigen Leuten und in kurzer Zeit.

      Manchmal sieht man das im Ergebnis nicht - oftmals (gerade im Fernsehen) sieht man diese "Sparprodukte" deutlich.

      Übrigens sind z.b. bei den Dreharbeiten zu einem Magazinbeitrag nicht die Aufnahmen vor Ort der Löwenanteil der Zeit, auch nicht die Nachbearbeitung, sondern schlichtweg die Recherche im Vorfeld. Sich in das Thema reinarbeiten, Spezialisten fragen, Meinungen einholen, Protagonisten suchen die vor der Kamera stehen, alles das ist unheimlich zeitfressend. In einem Beitrag mit meinetwegen 6 oder 7 Minuten Länge stecken oft eine Woche intensiver Vorarbeit, dann wird einen Tag gedreht und einen Tag geschnitten und vertont.... ;)
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    • MacMedia schrieb:

      Vorplanung bedeutet ausschließlich sich Gedanken zu machen welche Orte, welche Dinge will ich in meinen Film bringen, wie kann ich zwischen einzelnen Handlungen bzw. Orten überleiten, was sind vielleicht Gemeinsamkeiten die einen roten Faden ergeben können usw. - und eben kein fertiges und abzuarbeitendes Drehbuch.

      Genau so mache ich es in Der Regel auch. Da von mir gewünschte wird dann auch auf jeden Fall notiert, denn ich meinem Alter vergisst man schon mal wieder einige Einstellungen.

      Aber:

      MacMedia schrieb:

      Viele Filmer denken dann gleich an ein detailliertes Drehbuch, genaue Auflösungen, Einstellungen, vielleicht sind auch alle Kommentare schon fertig - dabei ist das völlig in die falsche Richtung gedacht.

      Es kommt auch immer mal wieder vor, dass mir bestimmte Szenen fehlen.
      Dann gehe ich schon mit ganz konkreten Vorstellungen wieder los, um diese Szenen zu filmen.
      Da kommt es durchaus mal vor, dass auch der Kommentar schon steht.
      Also nicht immer alles so "ausschließlich" sehen.

      ro_max schrieb:

      Ich fände es wirklich interessanter zu erfahren, welche (emotionale) Wirkung sich mit verschiedenen Brennweiten oder Kamerafahrten erzielen lassen.

      Da gibt es ja noch eine ganz interessante Kombination von Zoom und Kamerafahrt, die wir hier vor längerer Zeit auch schon mal besprochen haben, wenn ich mich recht erinnere.
      Leider fällt mir der begriff dazu gerade nicht ein und eine Beispielaufnahme finde ich auch nicht.

      Eine Person etwas weiter weg soll gefilmt werden.
      Dazu wird auf die Person gezoomt, sie ist also recht groß im Bild.
      Während der Aufnahme wird die Kamera dann auf die Person zubewegt und gleichzeitig weiter ausgezoomt, und zwar so, dass die Person immer die gleiche Größe behält.
      Diese Aufnahmen sind aber von einer einzelnen Person an der kamera schwer zu bewerkstelligen, aber wenn es gelingt ergibt das einen schönen Effekt.
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • Hans-Jürgen schrieb:

      Diese Aufnahmen sind aber von einer einzelnen Person an der kamera schwer zu bewerkstelligen, aber wenn es gelingt ergibt das einen schönen Effekt.
      Wenn Interesse besteht, kann ich nach Weihnachten mal schauen, ob ich eine entsprechende Animation hinbekomme.


      Ian schrieb:

      Vertigo
      Das ist aber wohl mehr der Film von Alfred Hitchcock (1958), in dem dieser Effekt verwendet wird, um die Höhenangst/das Schwindelgefühl der Hauptfigur zu verdeutlichen.
      Greetings,
      ro_max

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    • Dirk-1 schrieb:


      Aber nun kommen die Probleme für uns Amateure:
      . Die vorher ausgedachte Story trägt nicht so, wie sie soll - da merkt man leider erst mittendrin.
      . Völlig unerwartet kommen attraktive Situationen, die auch oft zeitlich sehr begrenzt sind. Ist man schnell genug? Mehrere Blickwinkel zeitlich kaum möglich.
      . Das schöne Bild begeistert uns - wir vergessen die Story
      . Einige Aufnahmen haben technische Fehler - ab in die Tonne, aber sie fehlen.
      . Die Zeit läuft nur vorwärts. Was vergessen ist, kann nicht nachgeholt werden. Die Szene für mehrere Einstellungen wiederholen selten möglich.

      Gerade dabei hilft es ungemein, wenn man seine "Denke" trainiert hat und trainiert hält.

      Dann erkennt man auch in den ungeplanten Momenten "ad-hoc" welche Einstellungen nötig sind und ob und wie welche möglich sind.
      Und man bekommt auch leichter Ideen, wie man hinterher noch passendes machen kann um eventuell nichtmöglichgewesene Einstellungen auszugleichen.

      Ich drücke es mal so aus: Ein Koch kann auch nicht deshalb das Gemüse blind und blitzschnell schneiden, weil er monatelang im Internet über das schärfste Messer gelesen hat, sondern weil er in seiner Ausbildung aberhunderte Kilogramm Gemüse geschnitten hat.

      Viele Grüße
      Peter
    • Ich sammle immer "footage" - seien es Ortsschilder, Speisekarten oder auch Wolkenbilder u.ä.
      Außerdem schaue ich für meine "Diashows" schon nach Dingen für den Anfang und für den Schluss.
    • PeterC schrieb:

      Genau deswegen heißt der Effekt "Vertigo-Effekt"
      Erbsenzählermodus ON: Klar, aber dann sollte man das Wort "Effekt" auch dazu schreiben. So ist "Vertigo" erst einmal nur ein "medizinischer Fachbegriff" (und ein Filmtitel). ;) Erbsenzählermodus OFF.
      Greetings,
      ro_max

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    • Hans-Jürgen schrieb:

      Ja, Interesse besteht durchaus.
      Eine sehr vereinfachte Animation ist ja unter meinem Link zu finden.
      Ich dachte mehr an etwas in die Richtung der anderen Animationen, die ich hier gepostet habe. Mal sehen, was sich machen lässt. ;) Nur ob ich mir die DOF-Geschichte (aus der Wiki-Animation) antun möchte, weiß ich noch nicht so recht.
      Greetings,
      ro_max

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    • PeterC schrieb:

      Wer keine Angst vor englischsprachigen Büchern hat, dem kann ich zusätzlich auch das Buch "the filmmaker's eye" von Gustavo Mercado empfehlen.

      Für die Vorplanung von Szenen sowie auch um die eigene "Denke" zu trainieren ist meine Bibel "Gramatik der Filmsprache" von Daniel Arijon.
      Ich habe mir mal alle drei Schmöker bestellt.

      PeterC schrieb:

      Ich drücke es mal so aus: Ein Koch kann auch nicht deshalb das Gemüse blind und blitzschnell schneiden, weil er monatelang im Internet über das schärfste Messer gelesen hat, sondern weil er in seiner Ausbildung aberhunderte Kilogramm Gemüse geschnitten hat.
      Ein schöner Vergleich. Aber wo bekommt denn ein Hobbyfilmer die entsprechende Routine her, wenn er sich nicht jeden (Arbeits)Tag stundenlang praktisch mit der Filmerei auseinander setzt? Oder, um beim Vergleich zu bleiben, wie lange dauert es, bis ein Gelegenheitshobbykoch aberhunderte Kilogramm Gemüse geschnitten hat?
      Greetings,
      ro_max

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    • ro_max schrieb:

      Ein schöner Vergleich. Aber wo bekommt denn ein Hobbyfilmer die entsprechende Routine her, wenn er sich nicht jeden (Arbeits)Tag stundenlang praktisch mit der Filmerei auseinander setzt? Oder, um beim Vergleich zu bleiben, wie lange dauert es, bis ein Gelegenheitshobbykoch aberhunderte Kilogramm Gemüse geschnitten hat?
      Es wird von einem "Hobbykoch" niemals erwartet das er so fix ist beim Gemüse schneiden wie ein Profikoch. Aber Übung gehört schon dazu sauber und schnell zu schnippeln und noch alle 5 Finger an jeder Hand zu haben :D

      Für den Amateur muss es nicht perfekt sein, vom Profi erwartet man das im Normalfall - oer um beim Koch zu bleiben, beim Hobbykoch darf ein Gemüseschnipsel auch mal größer oder kleiner ausfallen, beim Profi erwaret man das jedes Stück geschnippelte Gurke gleich dick ist....

      Aber ohne Übung wird das Gemüse schnippeln immer aufwendig bleiben, ganz alleine deswegen weil man sich auf das Messer konzentrieren muss - der Profikoch macht das alles automatisch und muss nicht mehr denken wie er das Messer führt, wie er das Gemüse hält.

      Beim filmen ist es genauso - wenn etwas in Fleisch und Blut über gegangen ist wird der Kopf frei(er) für kreative Ideen ;)
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