Audio mit Lavaliermikro, aber ohne Funkstrecke?

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    • Audio mit Lavaliermikro, aber ohne Funkstrecke?

      Was haltet ihr von thomann.de/de/tascam_dr_10_l.htm ?
      Recht günstig und ist auch in der Jackettasche unter zu bringen. Die Kombi ist recht platzsparend und sollte direkten, guten Ton liefern ohne sich um Funkfrequenzen kümmern zu müssen.

      Den Ton kann man dann später beispielsweise mit Pluraleyes zusammenführen.
    • Mit dem passenden Lavaliermikro funktioniert das sicherlich ganz gut - warum auch nicht ?

      Ich frage mich allerdings was der Vorteil gegenüber einer Funkstrecke sein soll wenn ich sowas bei Filmaufnahmen einsetze. Ich kann da nämlich i.d.R. keinen sehen, außer vielleicht einem Preisvorteil zu bestimmten Funkstrecken - den man sich aber mit einem erhöhten Aufwand in der Nachbearbeitung einkauft - wenn ich von einer normalen Videokamera ausgehe....

      Auch kann ich die Angst vieler Nutzer vor einer Funkstrecke nicht nachvollziehen. Ich arbeite seit Jahren damit, zu 99,9% ohne jegliche Probleme. Größtes Ärgernis ist das ich jetzt vier Batterien mehr im Blick haben muss. Aber ansonsten sind die Funkstrecken relativ zuverlässig wenn man die maximale Distanz nicht ausreizt, was aber i.d.R. in den meisten Situationen nicht der Fall ist.

      Die Funkstrecke hat sogar den Vorteil das ich den Ton an der Kamera via Kopfhörer kontrollieren kann und bemerke wenn z.B. Raschelgeräusche durch die Kleidung entstehen usw.

      Ich muss allerdings dazu sagen das ich bisher eigentlich immer namhafte Funkstrecken eingesetzt habe, keine 129€-Geräte welche meist keine Zulassung haben und auf divesen Kanälen meist aus Fernost zu uns hereinsickern. Und natürlich keine uralten geräte welche noch im D-Band arbeiten wo sich jetzt LTE-Sender tummeln können, sondern in zugelassenen Frequenzbereichen wie dem E-band in der sogenannten Mittenlücke. Dort funktioniert die Funkerei relativ störungsfrei - und damit es richtig "eng" wird und man keine freie Frequenz mehr findet muss wirklich schon einiges zusammenkommen - in der Mehrzahl aller Dreh's geht das ganz hervorragend und problemlos ;)
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    • MacMedia schrieb:

      Die Funkstrecke hat sogar den Vorteil das ich den Ton an der Kamera via Kopfhörer kontrollieren kann und bemerke wenn z.B. Raschelgeräusche durch die Kleidung entstehen usw.
      Das ist ein Problem, man merkt u. U. erst in der Post, dass der Ton besch... ist. Nur, das Ereignis ist dann schon Geschichte und der Sound weg.

      Beste Grüße, Uli
    • Rod schrieb:

      Das ist ein Problem, man merkt u. U. erst in der Post, dass der Ton besch... ist. Nur, das Ereignis ist dann schon Geschichte und der Sound weg.

      Daher immer (!) den Ton mit Kopfhörer direkt vor Ort überprüfen - und zwar mit geeigneten Kopfhörern und nicht den In-Ear-Steckern die vom letzten MP3-Player übrig geblieben sind....

      Ein ordentlicher Kopfhörer schirmt Außengeräusche gut ab so das ich den Ton prüfen kann - irgendwelche kleinen In-Ear-Dingerchen oder leichte und kleine Kopfhörer tun das nicht. Damit kann ich mir eine Tonkontrolle sparen.

      Wenn ich wichtige Tonaufnahmen mache muss ich den Ton kontrollieren. Ohne Kontrolle ist das als wie wenn ich ohne in den Sucher oder aufs Display zu schauen filme.... ;)

      (Sorry, meine Meinung - ich weiß das der Ton oft vernachlässigt wird.....im Bild wird der letzte Pixel gezählt und es muss unbedingt 10Bit und 4:2:2 und 50p sein - aber Ton, da wird kaum drauf geachtet und dann gejammert wenn der nicht gut wird....und ja, Tonkontrolle ist lästig, ein guter Kopfhörer groß und ggf. auch schwer, teuer dazu, unangenehm zu tragen, im Sommer schwitzt man darunter tierisch.....alles bekannt....)
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    • Da ich nicht besonders gute Kopfhörer habe nehme ich die in-ear Dinger.
      Setze mir aber dazu einen Lärmschutz (sieht aus wie ein Kopfhörer) auf. Der schirmt sehr gut von der Umgebung ab.
      Wobei ich auch schon auf einem Outdoor Set mal hören konnte was da alles zu hören war.
      Und bei einem Tatortdreh - auch aussen - der Tonmann mich um Ruhe bat weil ich (eher) leise mit einem Freund sprach....
      Hatte in beiden Fällen aber auch mit den Mikros zu tun
    • Ich verstehe das schon, aber es kommt auch etwas auf die Umstände an.

      Da ist auch ein Klinkenausgang zur Kontrolle dran. Ein Ohrhörer kann schon ein Textilrascheln registrieren, wenn man mit der Kleidung ans Mikro stößt. Vielleicht nicht in der Maschinenhalle, aber da braucht man dann auch einen Tonmann mit Angel oder wenigstens mit Finger am Toneingangsregler mit Kopfhörer.

      Ich dachte eigentlich mehr so an Standardinterview im Raum oder aufm Waldspaziergang.

      Der Recorder ist übrigens recht flexibel, indem er mit zweierlei Lautstärken auf dem 1. und 2. Kanal aufzeichnet. Wenn man also beiden Beteiligten je einen Recorder gibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Ton nicht zu leise und nicht zu laut ist. Man hat also später noch die Auswahl des besseren Tons. Der Recorder besitzt sogar eine eingebaute Uhr, die über das Broadcast Waveformat später einigermaßen mit einer zweiten Recorderaufnahme synchronisiert werden kann.

      Und die Geräte „veralten“ nicht indem mal wieder Frequenzbereiche für Funkstrecken neu zugeordnet werden und man sich vielleicht bei internationaler Nutzung um die lokalen Frequenzzuordnungen kümmern muss. Kauf einmal und nutze ewig. ^^

      Das kann gerade fürden ambitionierten Amateur interessant sein, der nicht live sendet, sondern sowieso in der Postpro rumschraubt.
    • Das geht schon, mit dem Tascam. Du musst darauf achten, dass das Lavalier nicht verrutscht und vor allem der Interviewte beim Räuspern usw. nicht gegen das kleine Mikro kommt und es verschiebt.

      Ich würde mir eines ausleihen und schauen, ob es für dich passt.

      Eine preiswertere Lösung: Nimm einen Zoom H1 - ich meine der hat nen Mikro-Eingang - und hänge dort ein Lavalier dran. Der H1 ist so klein, den kannst du auch beim Interviewten in die Tasche stecken, wie den Tascam. Außerdem hast du dann noch einen kleinen externen Recorder mit Mikrofonen.

      Beste Grüße, Uli
    • homer1 schrieb:


      Ich dachte eigentlich mehr so an Standardinterview im Raum oder aufm Waldspaziergang.
      Und genau da setze ich beispielsweise gerne eine (oder mehrere) Funkstrecken ein. Typisches Setting - zwei Personen laufen nebeneinander (Interviewer und Protagonist) auf einem Waldweg. Da sind zwei Funkstrecken deutlich im Vorteil. ODer auch bei den bekannten "Aufsagern" wenn eben nur eine Person im Wald läuft - auf die Kamera zu oder die Kamera läuft mit....

      Funktionieren tut es auch mit dem Tascam-Recorder, ganz klar....

      homer1 schrieb:

      Der Recorder ist übrigens recht flexibel, indem er mit zweierlei Lautstärken auf dem 1. und 2. Kanal aufzeichnet. Wenn man also beiden Beteiligten je einen Recorder gibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Ton nicht zu leise und nicht zu laut ist. Man hat also später noch die Auswahl des besseren Tons. Der Recorder besitzt sogar eine eingebaute Uhr, die über das Broadcast Waveformat später einigermaßen mit einer zweiten Recorderaufnahme synchronisiert werden kann.
      Das mit zwei Pegeln sollte jeder bessere Recorder können ;)

      Damit kann man dann versuchen zwei Lautstärkebereiche "abzudecken" - wenn man aber bei der Voreinstellung beides Mal voll daneben liegt bringt auch das nichts.....dann sind beide Spuren ebenfalls "futsch", entweder einmal viel zu leise und einmal zu leise oder eimal zu laut und ggf. übersteuert und einmal völlig übersteuert.....

      Das geht tlw. (je nach Kamera) ja auch bei der direkten Tonaufnahme und kann auch dort Sinn machen.


      homer1 schrieb:


      Und die Geräte „veralten“ nicht indem mal wieder Frequenzbereiche für Funkstrecken neu zugeordnet werden und man sich vielleicht bei internationaler Nutzung um die lokalen Frequenzzuordnungen kümmern muss. Kauf einmal und nutze ewig. ^^

      Das ist in der Tat ein wichtiger Punkt, gerade wenn man viel in Ländern außerhalb der EU dreht - wer weiß denn schon ob man in Zentral-Timbuktu sein Funkmikro verwenden darf und wer einem in Hinter-Turkmenistan ggf. eine Genehmigung ausstellt...?

      Da sind solche Recorder dann wirklich die bessere Lösung, denn je nach Reiseziel mag man die ungenehmigte Nutzung von Funk jeglicher Geschmacksrichtung gar nicht - kann ggf. zum Genuß eines Gefängnisaufenthalts führen ;)


      homer1 schrieb:


      Das kann gerade fürden ambitionierten Amateur interessant sein, der nicht live sendet, sondern sowieso in der Postpro rumschraubt.

      Auch der Profi nimmt Funkstrecken abseits von "lIve" her - ganz einfach weil es sich niemand leisten kann (will?) hier ewig rumzudoktern mit der Synchronität - nicht umsonst haben professionelle Geräte i.d.R. die Möglichkeit sich gegenseitig timecodemäßig verkoppeln zu lassen.


      Rod schrieb:


      Eine preiswertere Lösung: Nimm einen Zoom H1 - ich meine der hat nen Mikro-Eingang - und hänge dort ein Lavalier dran. Der H1 ist so klein, den kannst du auch beim Interviewten in die Tasche stecken, wie den Tascam. Außerdem hast du dann noch einen kleinen externen Recorder mit Mikrofonen.

      Wichtig wäre vorher zu prüfen ob der H1 (von dem es überigens jetzt die aktuelle Variante H1n gibt) auch die Phantomspannung für die meisten Ansteckmikros hergibt. Müsste man mal probieren, vermutlich wird er das aber schon können.

      Mit dem H1 und einem einfachen Lavalier-Mikro wie dem MKE2 sollte man preislich auf das Niveau des reinen Tascam-Recorders kommen und hat ggf. zusätzlich noch eine Art "Handmikro" bzw. kann den H1 flexibler nutzen wie den Tascam-Recorder.
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    • Mit den zwei Pegeln pro Mikrofon, da brauchst du aber schon eine Proficam, um 4 Kanäle aufzunehmen. Normale Camcorder haben meist nur 2 Kanäle für Stereo.

      Das Lavaliermikro ist ja schon mit dem Tascam gebundelt.

      Muss aber jeder selbst wissen, was er macht. Dieses sollte ja nur eine Diskussion über alternative Vorgehensweisen sein.
    • MacMedia schrieb:

      homer1 schrieb:

      Und die Geräte „veralten“ nicht indem mal wieder Frequenzbereiche für Funkstrecken neu zugeordnet werden und man sich vielleicht bei internationaler Nutzung um die lokalen Frequenzzuordnungen kümmern muss. Kauf einmal und nutze ewig. ^^
      Das ist in der Tat ein wichtiger Punkt, gerade wenn man viel in Ländern außerhalb der EU dreht - wer weiß denn schon ob man in Zentral-Timbuktu sein Funkmikro verwenden darf und wer einem in Hinter-Turkmenistan ggf. eine Genehmigung ausstellt...

      Da sind solche Recorder dann wirklich die bessere Lösung, denn je nach Reiseziel mag man die ungenehmigte Nutzung von Funk jeglicher Geschmacksrichtung gar nicht - kann ggf. zum Genuß eines Gefängnisaufenthalts führen ;)
      Das Problem unterschiedlich zugeteilter Funkfrequenzen kann bei Reisen (ich habe für mich gerade nach Griechenland geschaut, da geht wohl nur 862-865Mhz) tatsächlich ein Grund für einen Verzicht auf eine Funkstrecke sein.

      Im Inland kann es aber auch - selten - Überraschungen geben: Ich hatte im vergangenen Jahr den Fall, dass ich den Veranstaltungsort auf freie Frequenzen gescannt hatte, aber ein anderer "Held" seine Funkstrecke (anderer Hersteller) während der laufenden Veranstaltung erst in Betrieb genommen hat - natürlich ohne Scan und damit auf "meiner" Frequenz. ;(

      War nicht schön. Da hätte ich lieber einen lokalen Rekorder "am Mann" gehabt...

      Ist aber ein Fall, der mir so nur ein einziges Mal passiert ist.
      LG
      Bjørn

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