Weitwinkel macht unscharfe Bilder

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    • Weitwinkel macht unscharfe Bilder

      Prolog
      Ich nutze Pentax Kameras seit den 70er Jahren.
      Seit etwa 2005 mache ich Videos und inzwischen überwiegend Videos.
      Vor 12 Jahren kaufte ich eine K10D, war auch zufrieden und legte mir ein Sigma 10/20 zu, das 18/200 von Sigma war mein Standardobjektiv.
      Irgendwann dachte ich: Schade das dieser Bildwinkel nicht für Video zur Verfügung steht. Da kam die K30D und ich schlug zu (2013).
      Ich konnte vorher ausgiebig testen, die Videos waren nie scharf und ich habe es der Auflösung 1920/1080 zugeschrieben.
      Bei anderen Gelegenheiten war ich auch nicht zufrieden - dachte an ein falsches Handling.

      Das Problem:
      Im Videomodus geht die Schärfe nur vo etwa 6,5 cm bis 50 cm. Deswegen war bei Landschaftsaufnahmen oder auch Architektur nichts im Bild was scharf ist und damit gezeigt hätte was geht.
      In dem Bereich von 6,5 bis 50cm gibt es wunderbare Aufnahmen - geht also.

      Dann bin ich beim Service (Pentax) und bekomme folgenden Hinweis:
      Ihre Kamera hat einen starken Frontfocus und Ihre Optik einen Backfocus.
      Beim fotografieren heben sich der Back-und Frontfocus auf, sodass die Focuslage "Null" ergibt.
      Der Videomodus geht direkt über den Sensor, sodass der Backfocus der Optik und somit eine Unschärfe in
      gewissen Bereichen sichtbar wird.
      Wenn wir die Kamera korrekt justieren muss im Anschluss die Optik auch justiert werden, sonst
      haben Sie kein zufriedenstellendes Ergebnis.
      Das habe ich getan - erst zu Pentax dann zu Sigma geschickt.
      Vorher hatte ich auf der Photokina versucht mir dazu Meinungen, Wissen zu holen.....
      Inzwischen habe ich die Kamera wieder in den Händen. Im Fotobereich ist sie gut wie zuvor und im Filmbereich so schlecht wie zuvor.
      Das Geld für die Focus Korekktur habe ich als Lehrgeld abgehakt.
      Ich habe alte M42 Linsen getestet, 35mm und 28mm und das dann noch mit so einem Fisheye Vorsatz. Erkennbar ähnliche Probleme. Die Fotos sind o.k.

      Fazit:
      Interessant (für mich) ist je kürzer die Brennweite umso größer der Fehler - das ist auch reproduzierbar.
      Um das noch einmal ganz deutlich zu machen: Kamera ist auf einem Stativ - der Focus manuell eingestellt: Ich mache ein Foto, schalte nur auf Video und es fehlt die Schärfe im Hintergrund.
      In der pdf ist zu sehen das im Bereich bis zu von 7cm bis 70cm Schärfe zu sehen ist. Bei 70cm muss ich auf unendlich eistellen. Video hat unscharfen Hintergrund, Foto nicht.......
      Ich habe meine Erfahrungen mal mit etwas rechen untermauert. Wobei ich die geometrische Optik zu Grunde lege - auch wenn ich um die Unterschiede weiß zwischen Brennweite und Schnittweite.
      Sigma 10 bis 20mm – auf 10mm eingestellt.
      Die kürzeste Einstellung ist 240mm – die Bildweite dafür ist 10,435mm
      Bedeutet: von unendlich bis 240mm ist der Hub 0,435mm
      Wird auf Video umgestellt liegt die hintere Schärfe nicht bei unendlich sondern bei 500mm.
      Die Bildweite dafür ist eigentlich 10,204mm – was bei Foto so auch richtig ist.
      So ist aber ein Versatz von 0,204mm zu konstatieren.
      Dieser Versatz würde für Video bedeuten : es wird ab 167mm scharf abgebildet – das ist auch so zu beobachten.
      Sigma 10 bis 20mm – auf 20mm eingestellt.
      Die kürzeste Einstellung ist 240mm – die Bildweite dafür ist 21,82mm
      Bedeutet: von unendlich bis 240mm ist der Hub 1,82mm
      Ist hier der gleiche Versatz vorhanden dann liegt auf der unendlich Einstellung eine Bildweite von 20,2mm vor.
      Das entspricht einer Gegenstandsweite von 2020mm – also etwa 2m.
      Das erklärt auch die Verringerung des Schärfeproblems bei längeren Brennweiten:
      Bei 28mm ist es 3,9m (statt unendlich)
      Bei 35mm ist es 6,2m (statt unendlich)
      Bei 50mm ist es 12,6m (statt unendlich)
      Bei 80mm ist es 32,1m (statt unendlich)
      Bei 135mm ist es 91,2m (statt unendlich)
      Bei 200mm ist es 200m (statt unendlich)
      Dabei kann ab etwa 50mm davon ausgegangen werden das die Schärfentiefe bis unendlich reichen kann.
      Das meine Kombination sehr untypisch ist - klar.
      Im Rahmen der Möglichkeiten kann über das Display die Schärfe bestimmt werden. Bei längerer Brennweite und eher nahe liegende Objekte gibt es ja auch tolle Videobilder.
      Was sehr eingeschränkt ist: Ich habe gerne durch den Sucher die Schärfe manuell eingestellt. Das ist aber durch das Delta zwischen Video und Foto nicht sinnvoll.
      An zwei Beispielen habe ich das mal gerechnet.
      Brennweite- Einstellung auf 1m
      ist dann tatsächlich- Delta in m
      10-------------0,3----------- 0,70
      20------------ 0,7----------- 0,3
      28------------ 0,8----------- 0,2
      35------------0,87---------- 0,13
      50------------0,93---------- 0,07
      80------------0,974-------- 0,026
      135----------0,992-------- 0,008
      200----------0,997---------0,003


      Brennweite Einstellung auf 10m
      ist dann tatsächlich - Delta in m
      10-----------0,48---------- 9,52
      20-----------1,659---------8,341
      28-----------2,8----------- 7,2
      35-----------3,781-------- 6,219
      50-----------5,5----------- 4,5
      80-----------7,6 ----------2,4
      135---------9,02-------- 0,98
      200---------9,53---------0,47
      Am Ende hilft zur Not die Tiefenschärfe... :-))
      Was mich interessiert: wie ist es bei Canon, Nikon oder Sony:
      Ist da das gleiche Problem zu sehen??
      Das für Pentax keine Relevanz zu sehen ist - das kann ich nachvollziehen:
      Fremdobjektiv und Video - da kann ich in der BRD wohl keine Selbsthilfegruppe bilden
      last not least: Gibt es eine schwache konkave Linse??
      lerne nie aus
      mein Kanal: https://www.youtube.com/user/wabuddel?feature=mhum
    • Ich hatte etwas ähnliches mal bei meiner EOS 700 als ich ein Altglas-Objektiv einsetzen wollte.
      Das Auflagemaß hat nicht gestimmt, bei unendlich waren die Aufnahmen nicht scharf zu bekommen.
      Habe das Objektiv dann auseinander gelegt und bin mit einem Messingring auf meine Drehbank gegangen
      um etwas wegzunehmen an der Auflagefläche zum Bajonetanschluss hin. Habe mehrmals etwas
      weggenommen und das Objektiv wieder zusammengebaut und an die Kamera angeschlossen und
      eine Probeaufnahme gemacht, ich glaube es waren drei Schritt nötig bis es gepasst hat.
      Der Nahbereich war natürlich damit automatisch neu definiert, das störte mich aber nicht,
      wichtig war mir, dass ich irgendwann blendenabhängig die Unendlichposition scharf hinbekommen habe.

      Hier das Bild vom auseinander gelegten Objektiv:

      Practicar B an EOS.jpg

      Vielleicht hat hier noch jemand Erfahrungen damit?
      Beste Grüsse;
      Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...
    • hier

      ebay.de/itm/Pentax-K-30-16-3MP…ikAAOSwD1pb~XBo:rk:6:pf:0

      habe ich gesehen, dass die Kamera einen "Shake Reduction" hat (Stabilisierer).

      Wenn beim Film und bei Foto unterschiedliches Fokusverhalten zu beobachten ist, dann kann das doch nur von einem mechanischen Unterschied kommen. Da der Sensor fest verschraubt ist und das Objektiv nicht "wackelt" (nehme ich mal an :yes: ) , kann es doch nur eine defekte Stabilisierung sein ?

      Falls das der Grund ist, stellt sich natürlich die Frage, ob eine Reparatur noch möglich und/oder sinnvoll ist.

      Gruß Jürgen
    • shake reduction ist ausgeschaltet.
      In der pdf ist zu sehen: eingestellt auf 30 cm (manuell und Kamera auf Stativ):
      Foto scharf bei 30 cm, Video hat die Schärfe erheblich dichter an der Kamera.
      Ich will das Objektiv nicht auseinander nehmen - im Foto ist es exzellent - damit habe ich schon Gruppen mit 200 Leuten fotografiert
      Die Kamera hat ja auch einen "Liveview" wenn ich darüber (im Fotomodus) scharf stelle und gehe dann auf Video muss ich am selben Display den Focus ändern.
      Ich habe (seit Jahren) guten persönlichen, privaten Kontakt zu Pentax - ich habe in der Fotobranche gearbeitet und lebe bei Hamburg.
      Diese Fragestellung hat die alle bisher an das Limit gebracht.
      Zumal die tatsächliche Technik in Japan ist.
      Die Kombination ausgerechnet mit einer Pentax zu filmen und dann in einem so kurzen Brennweitenbereich.
      Kommt halt nicht vor. Die Abweichungen bei längeren Brennweiten sind nicht präsent. Deswegen laufen auch keine Reklamationen auf.
      Mit meinem M42 Spiegeltele kann ich wunderbar arbeiten und bei etwas längeren Brennweiten sieht auch alles gut aus.
      lerne nie aus
      mein Kanal: https://www.youtube.com/user/wabuddel?feature=mhum