Ton mit ext. Mikro für Sprache in Video einfügen

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    • Ton mit ext. Mikro für Sprache in Video einfügen

      Hallo zusammen,

      ich beschäftige mich erst seit kurzem mit dem Thema des Videos aufnehmen, muss also noch einiges lernen. Ich komme aus der DSLR-Ecke und möchte nun auch damit Videos aufnehmen.

      Für eine Veranstaltung vom Assistenzhunde-Verein auf einem Festivalgelände möchte ich mit einem externen Mikrofon die Stimme der Moderation aufnehmen, während ich einige Meter entfernt das geschehen mit der Kamera aufnehme. Meine Grundsätzliche Frage ist nun, wie kann ich die Audiodatei der Moderation auf das Video legen, ohne die Umgebungsgeräusche komplett zu eliminieren? Wie ich die Audiospur mit dem Video synchronisiere hab ich bereits herausgefunden.
      Als Video-Editing Software benutze ich zur Zeit Flowblade und für Audiobearbeitung Audacity, jeweils unter Linux-Mint. Mir würde aber auch eine Allgemeine, Software-unabhängige Lösung interessieren.

      Vielen Dank schon mal
      Jochen
    • JFHunter schrieb:

      Flowblade
      moin,
      kenne ich nicht, insofern weiß ich nicht, ob die Antwort funktioniert:
      du fügst eine weitere Audio spur in den Video-Editor ein und in diese lädst du dein externes Audio.
      Es ist abhängig vom Video-Editor ob du das als mp3 machen kannst, oder als wav machen mußt. Bei ersterem kann es zu Synchronisationsproblemen über die Zeit kommen.
      An der Wellenform bei maximalem reinzoomen kannst du sehen, ob die Spuren synchron laufen. Und du wirst phasingeffekte hören, wenn sie das nicht tun.
      Dann machst du die interne Audiospur leiser als die externe und schiebst sie mir dem PAN regler etwas zur einen Seite und die externe Spur etwas zur anderen Seite.
      Wieviel Lautstärke du jeder Spur gibst und wie weit das panning gehen sollte, mußt du ausprobieren.
      Gruß, horst
    • JFHunter schrieb:

      Dann ist also das A&O ein perfekte Synchronisation der Mikro-Aufnahme.
      Eine Synchronisation ist schon wichtig, solange der Sprecher im Bild zu sehen ist. Wenn der Ton im Off läuft, dann natürlich nicht.

      Man kann die Synchronisation prinzipiell in einer NLE machen, entweder nach "Augenmaß" anhand der Waveform oder automatisch/automatisiert, wenn die Software bzw. ein Plug-in das unterstützt. Als reiner Windows-Anwender weiß ich allerdings nicht, was dafür an Software für Linux verfügbar ist.
      Greetings,
      ro_max

      Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
      ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------
    • ro_max schrieb:

      solange der Sprecher im Bild zu sehen ist
      jein :) , es geht dabei nicht um das optische, sondern vor allem auch um die auditive synchronisation. Wenn die nicht stimmt, dann kommt es eben - abhängig von Entfernung und dem jeweiligen Pegel zu den erwähnten Phasingeffekten.
      Ich mache das regelmäßig für die Dokumentation unserer Auftritte.
      Hier ist ein Beispiel noch obigem vorgehen:
      youtu.be/2U7h4njq88U
      Der Ton kommt hauptsächlich aus dem Mittschnitt direkt vom Mischpult, nachträglich die einzelnen Spuren bearbeitet, und dazu etwas Umgebungssound aus dem Kameramikro.
    • Hi,

      ergänzend von mir noch ein paar Tipps:
      1. Synchronisation - (ich gehe davon aus, beide Aufnahmen laufen durchgehend, Unterbrechungen nur zu "Pausen")
        lässt sich am einfachsten und genauesten realisieren, wenn Du zu Beginn der Aufnahmen eine akustische "Klappe" setzt,
        also ein kurzer Piepton (z.B. vom Handy), Händeklatschen, o.ä., welches natürlich auf beiden Geräten gleichzeitig aufgenommen wird,
        dies lässt sich später auf der Timeline des Schnittprogramms als steiler Ausschlag in der Wellenform finden und somit leicht synchronisieren,
        - aber siehe auch 7. !
      2. Audio Sample Rate -
        bei Video sind 48 kHz (48.000 Hz) Standard, die (Video-) Kameras sind normalerweise auch auf diesen Aufnahmewert eigestellt,
        bitte achte darauf, dass auch die separate Audioaufnahme (Digitalrekorder?) auf 48 kHz eingestellt wird, meist haben diese als Grundeinstellung nämlich 44,1 kHz (CD-Qualität),
        wenn Du das nicht beachtest und 48 kHz und 44,1 kHz-Material auf der Timeline mischst, wird es nach einiger Zeit zwangsläufig asynchron,
        zudem haben viele Schnittprogramme Probleme mit gemischtem Audiomaterial;
      3. WAV -
        sollte auf alle Fälle die 1. Wahl sein und möglichst für die separate Aufnahme verwendet werden,
        MP 3 ist durch seine Komprimierung nicht so gut für eine weitere Audio-Bearbeitung geeignet, auch hier können (wenn auch seltener, bzw. nicht so stark) Asynchronitäten auftreten;
        auch können Schnittprogramme mit MP 3 Probleme haben;
      4. "Badewanne" -
        nennt man eine Vorgehensweise die Lautstärke einer Audiospur (in Deinem Fall die der Kamera = Umgebung) vorübergehend abzusenken, um einen Kommentar (hier = Moderation) auf einer anderen Audiospur besser hören zu können,
        anschließend wird die Lautstärke der 1. Spur dann wieder auf den alten Wert angehoben - der Verlauf erinnert in der Form an eine Badewanne, deshalb der Name,
        einige Programme haben dafür sogar eine Automatik, ansonsten muss man das über "Keyframes" realisieren,
        - dies könnte sich evtl. besser anhören, als wenn Du die Umgebung über den kompletten Film zu leise einstellst - s. auch 7. -;
      5. Mono/Stereo -
        Deine Kamera wird Dir i.d.R. eine Stereoaufnahme liefern, also rechter und linker Kanal - die kannst Du vom PAN (Panorama) her normalerweise auch so belassen,
        (nur wenn Du ein externes Mikrofon an die Kamera anschließt, erhältst Du ggf. zwei Mono-Spuren (1xKamera, 1xMic), die aber vom Schnittprogramm als vermeidliche Stereo-Spur erkannt wird),
        die externe Aufnahme durch einen Audiorekorder mit nur 1 Mic. wird Dir eine Mono-Aufnahme liefern, was aber nicht schlimm ist;
        hier musst Du nur in Deinem Schnittprogramm sehen, dass dieser Ton auf beide Stereo-Kanäle ausgegeben wird - wie das geht, das ist abhängig vom einzelnen Programm,
        wenn das "geschafft" ist, kannst Du die Stimme vom Sprecher per PAN im Raum ausrichten;
      6. Aufnahme und Bearbeitung der Moderation -
        versuche den Ton möglichst direkt aus der Anlage des Veranstalters zu bekommen (Rekorder wird einfach per Kabel an einen Ausgang angeschlossen), sprich da aber bitte die eingestellten Sample-Raten ab,
        achte auf eine saubere Aussteuerung, deshalb vor der Aufnahme einen "Soundcheck" ausführen - wenn Du an die Anlage des Veranstalters darfst, wird das der freundliche "Tonmeister" bestimmt für Dich mitmachen,
        in der Nachbearbeitung wäre auf alle Fälle ein parametrischer EQ gut, meist bringt eine Anhebung im 2 kHz-Bereich eine starke Verbesserung der Sprechstimme, unter 80 Hz kann man absenken um "Brummen" zu eliminieren,
        wenn man einen Kompressor (vor dem EQ) anwendet, dann bitte nicht zu stark, damit die Dynamik noch erhalten bleibt;
      7. evtl. auftretendes Problem Hall und Verzögerung -
        der Ton der Kamera nimmt natürlich auch die Moderation der Veranstaltung auf, je nach den räumlichen Gegebenheiten und insbes. der Entfernung zu den Lautsprechern können Hall und/oder eine zeitliche Verzögerung auftreten,
        (Schallgeschwindigkeit ca. 340 m/s - d.h. 100 m Entfernung zum Lautsprecher macht ca. 1/3 Sekunde = 16 Bilder (bei 50 fps) Unterschied)
        insbes. wenn Du Dich mit Deiner Cam auf der Veranstaltung bewegst, können hier leichte zeitliche Unterschiede auftreten, die aber durchaus bemerkbar sind,
        dies kannst Du dann nur manuell durch verschieben ("nachsynchronisieren") der Audio-Spur lösen,
        Hall ist - wenn überhaupt - nur sehr schwer zu entfernen, schon deshalb kann der Tipp aus 4. = "Badewanne" - Ton aus Cam absenken, evtl. hilfreich sein.
      Gruß
      Peter
    • gurlt schrieb:

      zudem haben viele Schnittprogramme Probleme mit gemischtem Audiomaterial;
      ...

      gurlt schrieb:

      MP 3 ist durch seine Komprimierung nicht so gut für eine weitere Audio-Bearbeitung geeignet, auch hier können (wenn auch seltener, bzw. nicht so stark) Asynchronitäten auftreten;
      Da habe ich bei Vegas MovieStudio gestaunt: Ich hab' das mal versucht und dem ist das völlig egal. Da kann ich mp3 (ok. 320 Kbs CBR) mit wav egal welcher samplerate mischen und es gibt keine probleme.

      gurlt schrieb:

      "Badewanne" -
      Jo, sehr richtig!
    • Vielen Dank, vor allem an gurtl für die ausführlich Beschriebenen Tipps. Da die Veranstaltung erst im Sommer sein wird, hab ich noch etwas Zeit das ganze im kleinen Rahmen zu testen.
      Die automatische Synchronisation einer weiteren Audiodatei mit dem Ton vom Video klappt mit Flowblade ganz gut.

      Viele Grüße
      Jochen