Video8-Bänder mit unwiderbringlichen Aufnahmen verschollen - nur alte Digitalisierung vorhanden

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    • Video8-Bänder mit unwiderbringlichen Aufnahmen verschollen - nur alte Digitalisierung vorhanden

      Hallo allerseits,

      vor einem halben Jahr haben meine Eltern im Keller renoviert. Dort unten lagerten seit jeher ca 12 Video8-Bänder mit Kindheitsaufnahmen von meinem Bruder und mir. Leider war relativ früh kein Abspielgerät mehr vorhanden, sodass die Bänder seit ihrer Bespielung fast nicht mehr gesichtet worden sind. Bis ich dann im Jahre 2008 über Markus (der war mal Admin im Slashcam-Forum, bis er dann aufgehört hat; alte User hier werden ihn vermutlich noch kennen) und der Cassettenklinik in Hamburg die Bänder digitalisieren habe lassen. Die Cassettenklinik wurde deshalb notwendig, weil die meisten Aufnahmen auf den Bändern mit einer dejustierten Kamera aufgenommen wurden und somit mit einem regulären Abspielgerät nicht abspielbar waren.

      Jedenfalls wurden die Aufnahmen damals alle im DV-AVI-Format gespeichert, also so, als würde man auch über MiniDV-Kabel Aufnahmen von MiniDV-Bändern capturen. Interlaced, 720x576.

      Diese digitalen Dateien habe ich zwar noch auf einer externen Festplatte, aber die originalen Bänder sind seit der Renovierung vor einem halben Jahr unauffindbar und ich hoffe nicht, dass meine Eltern die während der Renovierung weggeschmissen haben.

      Eigentlich wollte ich die Bänder demnächst alle noch einmal mittels eines Digitalisierungsdienstes in Dresden neu-digitalisieren lassen, zusammen mit ein paar wenigen VHS-Bändern, die damals irgendwie unter den Tisch gefallen sind bei der Auswahl.

      Da die Bänder aber wie gesagt momentan verschollen sind, ist das einzige, was momentan noch bleibt, der Digitalisierungsversuch von 2008. Eigentlich bin ich mit der Qualität der Aufnahmen von 2008 aus der Cassettenklinik soweit zufrieden - weiß aber nicht, ob man heutzutage bei einer neuen Abtastung/Digitalisierung nicht noch mehr rausholen hätte können?

      Gerade im Bezug auf die immer höher auflösenden TVs und alles wäre doch möglicherweise eine verlustfreie Digitalisierung ohne Komprimierung doch besser gewesen, oder nicht? Das DVI-AVI-Format ist ja ziemlich komprimiert und der Farbraum auch nur 4:2:0.

      Würde im Falle des Wiederauffindens eine neue Digitalisierung der alten Video8-Bänder eine noch bessere Qualität erzielen, oder ist das damals gewählte DV-AVI-Format noch zeitgemäß und für die Bänder ausreichend?
    • Hi,

      da ja offenbar bereits eine professionell Digitalisierung mit hoher Qualität erfolgte, gehe ich mal davon aus, dass keine "bessere Qualität" im Sinne von klareren, detailreicheren, oder gar höher aufgelösten Bildern zu erreichen wäre. Das gibt das Quellmaterial = Video8- / VHS-Bänder einfach nicht her. DV ist dem ja schon überlegen gewesen. Wo soll also eine Qualitätssteigerung herkommen?

      Was natürlich durch eine erneute Digitalisierung möglich wäre, wäre die Verwendung eines moderneren Codec, z.B. MPEG-4. Hier dürfte sich eine "bessere" Qualität ergeben, als wenn man das vorhandene DV-Material jetzt umcodiert wird. Das liegt aber dann einfach an den Bearbeitungsgenerationen.

      Gruß
      Peter
    • Magnetbänder werden über die Zeit nicht besser! Die letzte Digitalisierung ist ja jetzt auch schon wieder 11 Jahre her... Und aus Video8-Material etwas anderes zu erhalten als 4:2:0 halte ich für unrealistisch. Mit anderen Worten: Suche nicht weiter...
    • OK, danke für die Meinungen. Also würde selbst ein Capturen in unkomprimiert, vollbild statt interlaced und 4:2:2 oder höher nichts mehr bewirken?
    • DoBBy schrieb:

      Also würde selbst ein Capturen in unkomprimiert, vollbild statt interlaced und 4:2:2 oder höher nichts mehr bewirken?
      Was soll das bringen, wenn die Qualität nicht auf dem Originalband drauf ist? Ein Deinterlacing würde ich ggf. lieber hinterher in Ruhe machen und nicht während des Capturings.

      Ich würde erst einmal austesten, was sich aus den bestehenden Digitaldateien noch herausholen lässt. Wunder sollte man keine erwarten.

      BTW:
      Meine eigenen Versuche vor einigen Jahren, mit Hilfe von AfterEffects und verschiedenen Red-Giant Plugins noch mehr Qualität aus Digital8 Aufnahmen einer TRV740 zu holen, waren ziemlich ernüchternd. Am besten hat noch der Rauschfilter Neat Video funktioniert.
      Greetings,
      ro_max

      Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
      ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------
    • Was mich etwas wundert ist: es muss doch möglich sein, alte analoge 4:3-Aufnahmen so aufzubereiten, dass sie annähernd an heutige HD-Qualität rankommen? Man sieht das doch immer im Fernsehen, wenn sie alte Nachrichtenbeiträge aus der 4:3-Zeit in heutige Nachrichtenbeiträge reinschneiden, da sieht das Material von damals kaum schlechter aus als das heutige? Wie kann sowas möglich sein, wo es doch zu 4:3 Zeiten vor 30 Jahren gar kein HD gab und auch damals nur in SD-Qualität aufgezeichnet wurde??

      Ganz arg aufgefallen ist es mir bei folgendem Video: Ein Tagesschaubeitrag aus dem Jahre 1998, also noch weit und breit kein HD oder ähnliches in Sicht und schaut euch mal an, wie glasklar und in welch schöner HD-Qualität das Ganze rausgebracht wurde:

      youtube.com/watch?v=9WxzYolu8Jw

      Wie kann das sein?
    • DoBBy schrieb:

      Was mich etwas wundert ist: es muss doch möglich sein, alte analoge 4:3-Aufnahmen so aufzubereiten, dass sie annähernd an heutige HD-Qualität rankommen?
      Definitiv "nein". Zwar kann so eine alte Aufnahme mit einer hochwertigen Studiokamera erfolgt und auf MAZ aufgezeichnet worden sein - das bringt durchaus Qualität. Aber dann ist das immer noch meilenweit von HD entfernt. Wo die Auflösung fehlt, hilft kein Kraut.
    • Die Jungs hatten damals viel und viel bessere Kamera wie die Amateuren. Nicht so kleine leichte Sachen die "Mühlen waren so an die 10kg schwer etc.

      Dirk PEL

      Wenzi war schneller!
    • DoBBy, dann mache Dich mal drüber mit einem Videoschnittprogramm
      1920 x 1080 daraus zu machen:
      Hi8533x400 Pixel400 horizontale Linien
      Beste Grüsse;
      Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...
    • DoBBy schrieb:

      Man sieht das doch immer im Fernsehen, wenn sie alte Nachrichtenbeiträge aus der 4:3-Zeit in heutige Nachrichtenbeiträge reinschneiden, da sieht das Material von damals kaum schlechter aus als das heutige?
      Ich weiß nicht, wie es bei (deutschen) Nachrichtenbeiträgen war, aber z.B. für das amerikanische TV wurde anscheinend allerlei auf Film aufgenommen. Deshalb sind z.B. TV-Serien aus den 60igerrn wie "Star Trek" und "Hogan's Heroes" (beide 35 mm) in 1080p abgetastet und aufbereitet auch heute noch ansehbar.
      Greetings,
      ro_max

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    • DoBBy schrieb:

      Man sieht das doch immer im Fernsehen, wenn sie alte Nachrichtenbeiträge aus der 4:3-Zeit in heutige Nachrichtenbeiträge reinschneiden,
      Wie ja schon von anderer Seite gesagt, handelt es sich dabei um komplett anderes Quellmaterial.

      Kurioserweise hättest Du z.B. mit noch älterem (Super8-)Filmmaterial sogar eine wesentlich höhere Chance bei einer heute vorgenommenen Digitalisierung auf eine gute "Qualität" zu kommen. Denn hier würden ja die vorhandenen "Fotos" abgetastet.
      Gut zu sehen an den Abtastungen alter (natürlich auch qualitativ höher als Super 8 seienden) Spielfilme.

      Die "Qualität" einer üblichen Consumer-DV-Aufnahme ist doch auch nie wirklich an die einer kommerziellen Fernsehsendung rangekommen. Da hat man die Unterschiede selbst auf den damals üblichen Röhrenbildschirmen doch relativ deutlich gesehen. Und Video8 lag da noch unterhalb von DV.

      Alles was "fehlt" kann also nur aus den vorhandenen Informationen (künstlich) erzeugt/errechnet werden. Das verbessert deshalb aber nicht die Qualität.
      Und dass jetzt ein Programm ein besseres Upscaling z.B. auf FHD liefert, ist auch nicht unbedingt gesagt. Denn die modernen TV-Geräte können ebenso gut rechnen.

      Gruß
      Peter
    • Ist ja alles richtig.

      Ob man sich das in diesem Fall aber wirklich antun möchte? - Es geht hier immerhin um 12 Video-8-Bänder!!!

      Wenn man jetzt alleine mal nur 20 Minuten Video rechnen würde, wären das (50i) 50 zu ergänzende Halbbilder x 60 (Sekunden) x 20 (Minuten) = 60.000 Einzelbilder, die zu bearbeiten wären.
      Was soll da erst bei 12 Bändern rauskommen?????

      Dies Bilder müssten dann im PS (nach-)bearbeitet werden. Gut, dafür gäbe es die Stapelbearbeitung. Aber um ein sinnvolles Ergebnis zu bekommen, müsste man diese sicherlich auf einzelne Filmszenen mit unterschiedlichen Einstellungen durchführen.
      Der Aufwand erscheint mir in dem Fall einfach für zu hoch.

      Außerdem - auch in PS kann ich nur das Material einlesen, was mir zur Verfügung steht. Die "Qualität" des Ausgangsmaterials ist also die gleiche. PS (ich arbeite selber damit) hat wirklich erstklassige Möglichkeiten, ob da dann aber wirklich ein signifikanter Unterschied zu einem guten Schnittprogramm mit entsprechenden Filtern und Algorithmen ist...

      Erfahrungsgemäß ist es doch auch so, dass man durchaus für bestimmte Inhalte eine deutliche Verbesserung erhalten kann - meist sind das die Bilder/Clips, mit denen der Hersteller dann Werbung macht. Bei anderen Inhalten kann das aber grade nach hinten losgehen und den Bildeindruck noch verschlechtern. Stichwort - Geisterbilder, Überschärfe, …

      Das soll natürlich nicht heißen, dass man nicht eine Verbesserung versuchen soll. Aber das ist ein gewaltiges Stück Arbeit bei 12 Bändern, für evtl. nicht, oder kaum sichtbare Unterschiede.


      Gruß
      Peter
    • Hans-Jürgen schrieb:

      Man muss in Photoshop die Bilder aber nicht einzeln bearbeiten.
      Natürlich nicht - siehe

      gurlt schrieb:

      Gut, dafür gäbe es die Stapelbearbeitung. Aber um ein sinnvolles Ergebnis zu bekommen, müsste man diese sicherlich auf einzelne Filmszenen mit unterschiedlichen Einstellungen durchführen.
      Der Aufwand erscheint mir in dem Fall einfach für zu hoch.
      Wie gesagt 12 Bänder mit dann geschätzten ca. 2 Millionen Bildern!!!

      Was ich mir vorstellen könnte - an bestimmten neuralgischen Punkten, bei denen bei der einfachen Wiedergabe des digitalisierten Materials, bzw. nach einer Nachbearbeitung mit einem NLE (+ PlugIns), keine ausreichende "Qualität" vorliegt es über den vorgeschlagenen Weg zu probieren. Das kann sich aber m.E. immer nur auf möglichst kurze Teilabschnitte - Clips von einigen Sekunden, höchsten noch Minuten - beziehen, aber nicht auf das gesamte Unterfangen.
    • Die Möglichkeit auch längere Film Sequenz in PS zu laden, habe ich bewusst nicht genant. Gerade die Möglichkeiten der Einzelbildbearbeitung sind mit diesen Werkzeug derart enorm, ob einem der Aufwand und das zu erwartende Ergebnis das wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
      Bilder bzw. Filme aufzuhübschen, war noch nie mal eben so gemacht.
    • DoBBy schrieb:

      Was mich etwas wundert ist: es muss doch möglich sein, alte analoge 4:3-Aufnahmen so aufzubereiten, dass sie annähernd an heutige HD-Qualität rankommen? Man sieht das doch immer im Fernsehen, wenn sie alte Nachrichtenbeiträge aus der 4:3-Zeit in heutige Nachrichtenbeiträge reinschneiden, da sieht das Material von damals kaum schlechter aus als das heutige? Wie kann sowas möglich sein, wo es doch zu 4:3 Zeiten vor 30 Jahren gar kein HD gab und auch damals nur in SD-Qualität aufgezeichnet wurde??

      Ganz arg aufgefallen ist es mir bei folgendem Video: Ein Tagesschaubeitrag aus dem Jahre 1998, also noch weit und breit kein HD oder ähnliches in Sicht und schaut euch mal an, wie glasklar und in welch schöner HD-Qualität das Ganze rausgebracht wurde:

      youtube.com/watch?v=9WxzYolu8Jw

      Wie kann das sein?


      Nun ja ...

      Betacam SP hat halt von sich aus schon eine deutlich bessere Signalqualität als Video8.

      Video8 und VHS waren mit ihrem Signal weit unter dem was bei PAL als Sendenorm galt.
      Das reichte bei guten Geräten gerade mal so für rund 280 Linien Auflösung. (Horizontal, also x)

      Hi8 und S-VHS kratzten da eher an die Sendenorm.
      Damit erreichten gute Geräte rund 400 Linien Auflösung.

      Betcam SP überschritt die Anforderung der Sendenorm deutlich, sodaß die horizontale Auflösung höher lag als gesendet wurde.
      Außerdem kamen sehr gute TBCs zu Einsatz und vor allem wurden die Signale immer wieder sauber eingemessen um das Farbschmieren (besonders rot) im analogen Signal zu vermeiden und um die Verluste von Generation zu Generation soweit wie möglich zu reduzieren.
      Ebenso wurden problematische Farben im Signal zurückgenommen, damit es sauber bleibt.
      Die Haarfarbe rothaariger Personen kam damals im Fernsehen immer ziemlich "zart" rüber. :)

      Es waren schließlich analoge Signale.


      Für eine spätere Digitalisierung bringen die Betacam-SP Archive somit eine Eingangsqualität, die höher ist als das, was damals gesendet wurde und somit zumindest horizontal eine mögliche Auflösung die höher ist als digitales SD-AV.

      Video8 dagegen hat ja nicht mal den Sendestandard auch nur annähernd erreicht, bringt also eine Eingangsqualität, die weit unter dem ist, was schon damals möglich gewesen wäre.

      Daher sind wir bei den alten Fernsehaufnahmen oft ziemlich erstaunt, wie gut sich die digitalisieren lassen, während die eigenen alten Consumer-Aufnahmen eher ziemlich zermatscht aussehen. :)

      Viele Grüße
      Peter
    • Blen schrieb:

      Die Möglichkeit auch längere Film Sequenz in PS zu laden, habe ich bewusst nicht genant.

      Hatte ich ja auch so nicht gemeint.

      Ich wollte ja halt auch nur vermeiden, dass hier bei @DoBBy evtl. falsche Hoffnungen geweckt werden, wie "easy" sowas ist.