Emotionen mit Objektiven erzeugen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Emotionen mit Objektiven erzeugen


      Vanity Fair hat mit Newton Thomas Sigel („Bohemian Rhapsody“, „X-Man“) ein Video gemacht, in dem er erklärt, welche Auswirkungen verschiedene Bildwinkel / Brennweiten auf unterschiedliche Stimmungen in einem Film haben.

      'X-Men' Cinematographer Explains Why You Should Use These Lenses“, via No Film School.

      Ich habe die wichtigsten Aussagen, mit Zeitangaben, zusammengefasst. Bitte nicht über Tippfehler oder sonstige Ungenauigkeiten ärgern. Jeder sollte mit dem Text die Szenen vergleichen können

      Viel Spaß beim anschauen und beste Grüße von Uli :servus:


      00:20 Darum geht es: Wie erzeugt man eine bestimmte Stimmung durch die Wahl unterschiedlicher Objektive, genauer Bildwinkel.

      00:50 Grundsätzlich: The visual power of every Scene (etwa: Die visuelle Kraft jeder Szene) wird durch:

      1. Composition / Komposition
      2. Lighting / Lichtsetzung
      3. und Camera Movement / Kamerabewegung bestimmt
      01:00 Die Wahl des Objektives hat auf alle drei Größen Einfluss

      02:13 ff - Optische Wirkung verschiedener Bildwinkel – Tele- bis Weitwinkel

      02:58 Beispiele aus Filmen
      03:00 „Drive“ erste Szene, Weitwinkel, erzeugt in diesem Beispiel:

      • ein Gefühl von Raum um den Schauspieler.
      • Die beiden Schauspieler sind emotional nicht eng verbunden.
      • Doch der Zuschauern fühlt eine gewisse Nähe zu den Schauspielern
      • Der Bildwinkel unterstützt eine Intimität (nicht sexuell) zwischen Zuschauer und Schauspieler.
      • Die Szene mit einer Telel-Linse aufgenommen, würde eine Distanz zwischen Zuschauern und Schauspielern erzeugen.

      03:55 „Drive“, 2. Szene, Tele-Objektiv
      Es soll mit der Objektivwahl eine Gefühl der Entfremdungerzeugt werden

      • 03:54 Der Hauptdarsteller fällt eine radikale, grundsätzliche Entscheidung
      • 04:00 Der Regisseur will dem Zuschauer eine mehr objektive, fast voyeuristische Sichtweise auf seine Handlungen geben.
      • 04:17 Die geringe Schärfentiefe der Tele-Linse isoliert den Akteur aus seinem Umfeld.

      04:20 „Three Kings“, 1. Szenen mit fast extremen Weitwinkel

      • 04:30 erzeugt ein Gefühl der Subjektivität, der Zuschauer wird durch den extrem weiten Aufnahmewinkel in die Szene hineinversetzt, fast hineingezogen

      04:39 „Three Kings“, 2, Szenen mit Tele-Linsen

      • 04:46 ff Ebenfalls, wie bei den Weitwinkel-Aufnahmen Close ups, aber dieses Mal mit Tele-Linsen
      • 04:46 ff Die Tele-Aufnahmen erzeugen nicht die selbe Nähe, wie die, mit dem extremen Weitwinkel. Die Szenen haben nicht die gleiche „Intimität“, wie die, mit den Weitwinkel aufgenommenen. Vergleicht bitte mit den Weitwinkelaufnahmen aus „Three Kings“, 1. Szene.

      05:08„Bohemian Rhapsody“, 1. Szene, Normalobjektiv (standard lens)

      • 05:25 Romantische Szene, zeigt ihre Liebe.
      • 05:33 Kamera ist mit dieser Brennweite relativ nahe an den Schauspielern, aber nicht zu „aufdringlich“.
      • 05:40 Keiner der Charaktere dominiert den anderen
      • 05:50 Der Zuschauer hat einen eher „natürlichen“ Blick auf die Protagonisten.

      06:05Grundsätzlich:Der Regisseur / DOP muss sich bei jeder Einstellung fragen: Wie soll das Publikum den Darsteller erleben, sehen und fühlen?Was soll es ihm gegenüber empfinden? Soll es mit ihm sympathisieren? Ihn lieben? Ihn abstoßend sehen? Ihn hassen?
      06:14 Newton Thomas Sigels Punkt ist: Unterschiedliche Objektive(Brennweiten) können völlig unterschiedliche Gefühle gegenüber dem selben Subjekt (Schauspieler / Objekt z. B. Landschaft) erzeugen.

      Weitere Beispiele

      • 06:20 „Three Kings“: Standard- bis leichtes Teleobjektiv. Der Zuschauer beobachtet emotional eher distanziert aus der Ferne, sieht aber die Protagonisten eng verbunden.
      • 06:49 FF In dem Moment, wo einer der Akteure angeschossen wird und George Clooney den Angreifer erschießt, wechselt die Kamera zu einem weiten, subjektiven Weitwinkel, der das Gefühl der Nähe und des Dramas verstärkt. Der Zuschauer fühlt sich plötzlich direkt im Geschehen.

      • 07:15 Szene im Studio
      • 07:15 ff Das Weitwinkel kann nicht nur die abbildungstechnische sondern auch und vor allem die emotionale Distanz, hier zwischen Sprecher (Regissseur) und Ton-Frau, vergrößern, oder sie beide per Tele-Linse annähern.
      • 07:59 Am Ende die Einstellung mit der Standard-Linse und Vergleich aller drei Bildwinkel.

      • 08:02 Szene „Three Kings“
      • 08:02 Tele-Aufnahme als der Protagonist läuft. Doch wenn der Schauspieler angeschossen wird
      • 08:13 ff wechselt die Kamera zum mehr subjektiven extremen Weitwinkel und versetzt den Zuschauer wieder direkt ins Geschehen. Er sieht die beiden um ihr Leben kämpfen. Die Kamera ist sehr nahe bei den Schauspielern und der Zuschauer mitten im Geschehen.

      • 08:56 Bohemian Rhapsody“ Szene 2
      • 08:56 Weitwinkel-Aufnahme, „fliegt“ zur Bühne. Die Band hat ein Problem, sie weiß nicht genau, wie sie sich gegenüber der Masse verhalten soll.
      • 09:13 Der Kameramann bleibt mit dem Weitwinkel auf Freddy Mercury und erzeugt durch das weit entfernte Publikum eine Distanz zwischen ihm und den Fans.
      • 09:18 Doch als Freddy zu spielen beginnt, er sich fängt, bringt ein Dollyzoom das Publikum Freddy und damit der Band räumlich und vor allem emotional näher, der Bann bricht.
    • Danke für die gute Zusammenfassung. Jetzt muss ich es mir nur noch anschauen.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Mehr als mundgerecht servieren kann ich es nicht, essen müsst ihr selber. ;) Kostet aber höchsten 30 bis 40 Minuten.

      Beste Grüße, Uli
    • Ja eh klar. Jetzt schläft mein 2-jähriger endlich und ich habe die Qual der Wahl: die Pocket für eine bessere Stromversorgung mit vmount versehen, oder mal ein wenig ausspannen oder den Laptop der Freundin weiter herrichten? Oder das anschauen? Na jetzt wird's zunächst mal ein Glas Wein.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Grundsätzlich ein interessantes Video. Allerdings sind alle besprochenen Szenen aus Filmen, bei denen Sigel der DP war. Mit anderen Worten, er erklärt quasi seine eigene Objektiv- bzw. Brennweitenwahl bzw. welchen Effekt bzw. Wirkung er beim Zuschauer mit der Wahl erzielen wollte (vermutlich in Absprache mit dem jeweiligen Regisseur). Es hätten gern auch Szenen (aus bekannten/klassischen Filmen) besprochen werden können, wo er die Brennweitenwahl andere DPs (aus seiner Sicht) erläutern.

      Ergänzung:
      Man sollte vielleicht auch noch berücksichtigen, dass man als Amateur - selbst bei szenischen Aufnahmen - nicht immer die freie Brennweitenwahl hat, da man die Szene/den Aufnahmeort nicht so "kontrollieren" kann, wie es bei einem Hollywoodfilm der Fall ist und deshalb andere Brennweiten benutzen muss, als man von der Bildaussage her vielleicht möchte:
      - Verwendung von Weitwinkeln bei Innenaufnahmen, weil man nicht einfach eine Wand für die Kamera entfernen kann (wie bei einem Studio-Set).
      - Verwendung von Teleobjektiven, weil man sich dem Motiv nicht physisch weiter nähern kann.
      Greetings,
      ro_max

      Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
      ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------
    • ro_max schrieb:

      Allerdings sind alle besprochenen Szenen aus Filmen, bei denen Sigel der DP war. Mit anderen Worten, er erklärt quasi seine eigene Objektiv- bzw. Brennweitenwahl bzw. welchen Effekt bzw. Wirkung er beim Zuschauer mit der Wahl erzielen wollte (vermutlich in Absprache mit dem jeweiligen Regisseur).
      Ja, klar, das ist Sigels Sicht.

      Mir ging es darum, einen Einstieg zu finden, wie Bildwinkel und Wirkung auf den Zuschauer zusammenhängen. Das sind Überlegungen, auf die wir als Amateure nicht mal kommen.

      Und hier habe ich einen Film gefunden, wo an vielen Filmbeispielen gezeigt wird, wie Emotionen durch die Wahl der Brennweite mit beeinflusst werden können. So eine Sichtweise kenne wir Hobbyfilmer meist nicht.

      In den meisten Video-Erklärstücken werden gerade mal ein oder zwei Filmbeispiele gezeigt. Hier waren es mehr, deshalb habe ich es genommen.

      Die Wahl der Brennweite legen Kameramann und Regisseur immer gemeinsam fest.


      ro_max schrieb:

      Es hätten gern auch Szenen (aus bekannten/klassischen Filmen) besprochen werden können, wo er die Brennweitenwahl andere DPs (aus seiner Sicht) erläutern.
      Klar, leider kenne ich so eine Zusammenstellung nicht.

      ro_max schrieb:

      Man sollte vielleicht auch noch berücksichtigen, dass man als Amateur - selbst bei szenischen Aufnahmen - nicht immer die freie Brennweitenwahl hat, da man die Szene/den Aufnahmeort nicht so "kontrollieren" kann, wie es bei einem Hollywoodfilm der Fall ist und deshalb andere Brennweiten benutzen muss, als man von der Bildaussage her vielleicht möchte
      Als Amateure haben wir in den seltensten Fällen die Möglichkeit, die Brennweite entsprechend unseren Vorstellungen zu wählen.

      Wie oben schon gesagt, mir ging es darum, überhaupt mal darauf hinzuweisen, dass zwischen der Objektivwahl / Bildwinkel und Emotion der Zuschauer ein Zusammenhang besteht.

      Beste Grüße, Uli
    • Rod schrieb:

      Als Amateure haben wir in den seltensten Fällen die Möglichkeit, die Brennweite entsprechend unseren Vorstellungen zu wählen.
      Das ist mir neu...
      Aktuell kann ich zwischen 25-600 KB-Brennweite jeden Zwischenwert wählen,
      sogar durchgehen mit F2,8, wenn es nützlich ist.
      Beste Grüsse;
      Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...
    • Achilles schrieb:

      Das ist mir neu...
      Aktuell kann ich zwischen 25-600 KB-Brennweite jeden Zwischenwert wählen,
      Wenn du dir den obigen Film anschaust und die Beispiele durchgehst, dann wird deutlich, dass man zuerst die Brennweite, neben anderem, wegen einer bestimmten Wirkung wählt. Und diese Brennweite wird in den seltensten Fällen, vor allem bei dem häufigen Einsatz von Weitwinkel oder extremen Weitwinkel, für die aktuelle Aufnahmesituation passen.

      Einstellen kannst du natürlich, was du willst. Aber genau darum geht es in diesem Beitrag nicht.

      Für alle Mitlesenden, die zumindest neugierig auf die Zusammenhänge zwischen Bildwinkel und Emotion sind. Bitte nehmt, um die Idee zu verstehen und reinzukommen, die Szene (geht natürlich auch jede andere)
      • 08:02 Szene „Three Kings“
      • 08:02 Tele-Aufnahme als der Protagonist läuft. Doch wenn der Schauspieler angeschossen wird
      • 08:13 ff wechselt die Kamera zum mehr subjektiven extremen Weitwinkel und versetzt den Zuschauer wieder direkt ins Geschehen. Er sieht die beiden um ihr Leben kämpfen. Die Kamera ist sehr nahe bei den Schauspielern und der Zuschauer mitten im Geschehen.
      Von hier aus kann man zu den anderen Szenen gehen.

      Beste Grüße, Uli
    • Rod schrieb:

      Ja, klar, das ist Sigels Sicht.
      Sicherlich ist das Sigels Sicht. Mir ging es aber eher darum, dass er weiß, was er beabsichtigt hat. Bei einer Analyse der Szenen von anderen DPs müsste er vermuten.
      Wenn man sich also Filme dahingehend anschaut/analysiert, dann wird man i.d.R. mutmaßen müssen, es sei denn es gibt z.B. einen entsprechenden Kommentar des Filmemachers, in dem auf Einstellungen eingegangen wird (ich habe mir zwar schon eine ganze Reihe von solchen Audiokommentaren angehört, aber Erläuterungen der gewählten Brennweite waren dabei - nach meinem Gedächtnis - immer Mangelware.
      Und eine solche Analyse dürfte auch der Übung bedürfen, denn manche Sachen wirken eher unbewusst auf den Zuschauer. Dass z.B. das Publikum bei Bohemian Rhapsody optisch an F. M. heranrückt als er anfängt zu spielen, war mir im Film gar nicht so (bewusst) aufgefallen.

      Rod schrieb:

      Als Amateure haben wir in den seltensten Fällen die Möglichkeit, die Brennweite entsprechend unseren Vorstellungen zu wählen.
      Im CGI-Bereich hätte ich sogar die Möglichkeit, eine quasi beliebige Brennweite der virtuellen Kamera auszuwählen. Allerdings habe ich dabei bisher keine "emotionalen" Wirkungen berücksichtigt, sondern nur die Auswahl des Bildausschnitts durch unterschiedliche Brennweiten bzw. das Vermeiden von Verzerrungen durch WW-Brennweiten (daher wähle ich gern 50mm KB bei bewegter Kamera, statt der Default-Einstellung von 36mm).

      Rod schrieb:

      Wie oben schon gesagt, mir ging es darum, überhaupt mal darauf hinzuweisen, dass zwischen der Objektivwahl / Bildwinkel und Emotion der Zuschauer ein Zusammenhang besteht.
      Ja. Dieser Zusammenhang war mir zwar nicht ganz unbekannt, aber wieder etwas in Vergessenheit geraten. ;)

      Ich begrüße Dein Bemühen, auch solche "filmtheoretischen" Aspekte hier im VT zu thematisieren als willkommene Abwechselung zu den eher spezifkationsorientierten Threads über neue Kameras oder über Probleme mit NLEs. :)
      Greetings,
      ro_max

      Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
      ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------
    • Hier noch ein Beispiel über die Wirkung von Bildwinkel, nähe zum Schauspieler und emotionaler Wirkung auf den Zuschauer. In dem Film wird die Arbeitsweise des Regisseurs Christopher Nolan ("Dunkirk", "The Dark Knight") besprochen.

      Bitte geht bis zu 04:38 "Lens Proximity" (etwa nähe des Objektives). Nolan diskutiert mit Al Pacino eine Aufnahme, wo Pacino eine für den Hauptdarsteller emotional bewegenden Telefonanruf macht.

      Nolan sagt: Er (Pacino) sei sicher überrascht gewesen, wie nahe die Kamera war, denn die sei fast an der Nase des Schauspielers gewesen. Nolan führt dann aus, dass er genau mit dieser Einstellung fast im Gehirn, im Gefühl der Figur gelangt sei und Pacino bestätigt dies, das habe ihm bei der Darstellung geholfen (*) (**).

      Und wenn ich euch das Ergebnis von 05:10 bis 05:28 anseht, dann fühlt, erlebt man man das Scheitern der Hauptfigur - sehenswert!
      How Christopher Nolan Writes and Directs a Movie | The Director's Chair

      * So eine Einstellung ist für uns Amateure, selbst wenn wir technisch so nahe an Menschen herankommen könnten, fasst undenkbar. Jeder, dem die Kamera so auf die Pelle rückt, würde erst einmal zurückweichen, keinen vernünftigen Ton herausbringen oder den Filmer gleich aus der Wohnung werfen.

      ** Das auch zu dem Einwand von Bruno, er können doch an seinem Zoom Objektiv jede Brennweite von 25-600mm einstellen frei einstellen, als Einwand auf meinen Satz "Als Amateure haben wir in den seltensten Fällen die Möglichkeit, die Brennweite entsprechend unseren Vorstellungen zu wählen."

      Beste Güße, Uli
    • Danke für das Video. Es zeigt sehr schön das die Wahl der Brennweite mehr ist als nur das festlegen des reinen Bildausschnittes.

      (Übringens für mich u.a. ein Grund warum das was viele Foto- und Videoamateure gerne parktizieren nicht unbedingt funktioniert - nämlich das nachträgliche in das Bild zoomen und nachträgliche Festlegen des Bildausschnittes, quasi die "Brennweite" später am PC festlegen...)


      ro_max schrieb:

      Allerdings sind alle besprochenen Szenen aus Filmen, bei denen Sigel der DP war. Mit anderen Worten, er erklärt quasi seine eigene Objektiv- bzw. Brennweitenwahl bzw. welchen Effekt bzw. Wirkung er beim Zuschauer mit der Wahl erzielen wollte.

      Jein. Die Zusammenhänge die Sigel da erklärt sind in gewisser Weise allgemeingültige Elemente der sogenannten "Filmsprache" und basieren auf technischen und psycholigischen Zusammenhängen.


      ro_max schrieb:

      Man sollte vielleicht auch noch berücksichtigen, dass man als Amateur - selbst bei szenischen Aufnahmen - nicht immer die freie Brennweitenwahl hat, da man die Szene/den Aufnahmeort nicht so "kontrollieren" kann, wie es bei einem Hollywoodfilm der Fall ist und deshalb andere Brennweiten benutzen muss, als man von der Bildaussage her vielleicht möchte:
      - Verwendung von Weitwinkeln bei Innenaufnahmen, weil man nicht einfach eine Wand für die Kamera entfernen kann (wie bei einem Studio-Set).
      - Verwendung von Teleobjektiven, weil man sich dem Motiv nicht physisch weiter nähern kann.


      Auch Profis können nicht immer das komplette Umfeld kontrollieren und so aufbauen wie es vielleicht ideal gewesen wäre. Auch bei szenischen Produktionen, nicht alle solche Produktionen sind mit dem entsprechenden Budget "gesegnet" um sich frei verwirklichen zu können ;)

      Und der Hobbyfilmer wird das schon gleich gar nicht können - oder er wird den nötigen Aufwand ggf. scheuen....

      Wichtig ist aber im Kopf zu haben was die Wahl einer Brennweite noch bedeutet. Übrigens sind nicht alle solchen "Filmregeln" in Stein gemeißelt, man darf (muss?) auch davon abweichen ;)




      Die Wirkung der Brennweiten im Hinterkopf zu behalten kann trotzdem
      Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar