Was ist ein cinematisches Bild?

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      @gurlt
      Danke für die Blumen und Deine Anmerkungen.

      gurlt schrieb:

      Hierbei fällt dann auch ein krasser Fehler auf - die "Damen" müssten ja schon bereits während des Schenks vor dem Zelt zu sehen sein. Tun sie aber nicht.
      Doch, die sind die ganze Zeit vorhanden (und man kann die eine bereits ganz am Anfang teilweise sehen, wenn man weiß, wo man hinschauen muss). Es liegt also in dieser Hinsicht kein Fehler vor. Es sind auch zwei Zelte vorhanden, die Damen stehen vor dem hinteren (von den Nasen der Helis aus gesehen).

      Birdseye_Heli.png

      Das ist die Szene aus der Vogelperspektive, wie ich sie im Programm als "Vorschau" sehe (die "Damen" sind markiert). Man kann auch gut die Kamerafahrt zwischen 3 definierten Positionen sehen. Die Abstände zwischen den einzelnen Modellen ist so groß, weil ich mit "Teleobjektiven" arbeiten wollte, wobei zwischen den Brennweiten von 150mm, 85mm und 120mm stufenlos gezoomt wird.

      Und so sieht die Vorschauansicht aus, wenn sie gerendert ist:
      Birdseye_Heli_rendered.jpg

      Der ursprüngliche Szenenaufbau war eigentlich lediglich für einen Test mit Motion Blur gedacht (also die Rotorblätter des ersten Helikopters). Ich habe dann mehr und mehr Details und Bildebenen ergänzt und auch gezielte Unschärfe eingesetzt. Die beiden Soldatinnen werden auch quasi dadurch angekündigt, das sich die Schärfenebene bereits vorher dahin lagert, wo diese dann durch die Kamerabewegung sichtbar werden.

      Die Kamerafahrt endete allerdings bereits in der ursprünglichen Fassung (also ohne Figuren) etwa an dieser Stelle und ich wollte nur noch etwas von Interesse als Motiv habe, daher habe ich die "Damen" dort platziert und ihnen auffällige Bewegungen (Mixamo Motion-Capture-Clips) gegeben. Selbstverständlich würde ich, wenn die beiden und ihr "Gespräch" eine filmische Rolle spielten, eine andere Kameraeinstellung wählen (in dieser Hinsicht habe ich ja viel mehr Freiheiten, als jemand mit einer "echten" Kamera).

      Außer den Stromkosten hatte ich jetzt für diesen Clip - aufgesehen von meiner Zeit - keine großartigen Aufwendungen. Die Modelle, etc. sind alle aus meinem vorhandenen Fundus bzw. die Figuren habe ich mit Adobe Fuse "gebastelt", das für CC-Abonnenten kostenlos ist.

      Renderzeit war übrigens 7 Stunden für den 25-Sekunden Clip, d.h. die "finale" Version in UHD wird etwa 1,5+ Tage benötigen (je nachdem wie sehr ich an der "Qualitätsschraube" drehe).
      Greetings,
      ro_max

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      ro_max schrieb:

      Ist das ein "cinematisches" Bild?
      Nicht ganz, weil:
      • bis 0:01 ist die Bildkomposition gut, es dominiert der 1. Hubschrauber, auf dem auch die Schärfe liegt und das Auge des Zuschauer lenkt, der 2. Hubschrauber rechts, in leichter Unschärfe, macht die Komposition - ähnlich Drittelregel - rund.
      • Durch die Kamerabewegung ab etwa 0:02 wird der der Bildaufbau schlechter, löst sich bei etwas 0:03 ganz auf
      • ab 0:05 deutet sich mit Helikopter 1 und dem Wagen rechts, mit in der Unschärfe verschwindenden Haus im Hintergrund, ein neuer Bildaufbau an, dieser kommt aber nicht zustande, da sich
      • ab 0:06 der Bildaufbau bis 0:11 wieder wieder auflöst. Was will uns die Kamera hier genau zeigen? Hier ist Potential!
      • ab etwa 0:11 Ende (man bräuchte kleinere Zeiteinheiten im Abspieler) deutet sich mit Zelt (scharf) und dem Humvee (scharf) vor dem weiter in der Unschärfe liegenden Gebäude ein guter Bildaufbau an,
      • der sich aber durch die nahe Vorbeifahrt am völlig unscharfen Hubschrauber 2. - den ich bei der Rundfahrt am Anfang erwarte hätte - nicht erfüllt.
      • Ab 0:15 bahnt sich ein interessanter Bildaufbau mit Häusern im Hintergrund (unscharf), Hubschrauber in der mittleren Ebene (unscharf) und erneut Humvee (ebenfalls unscharf) ein neuer Bildaubau an,
      • ,der sich ab etwa 0:19 mit den beide diskutierenden Soldatinnen auch halbwegs einstellt, doch
      • sich ab 0:20 nicht ganz einlöst. Da würde ich näher rangehen, größere Bildwinkel die beide größer zeigen, während im unscharfen Hintergrund sich die (etwas) chaotische Szene entfaltet.
      Aus meiner Sicht soll die Einstellung dem Zuschauer einen Überblick über die Situation nach einem vermutlich katastrophalen Ereignis zeigen. Wobei, das Ausmaß der Zerstörung kommt nicht so richtig rüber. Vielleicht willst du ja auch was anderes sagen.

      Der Bildaufbau während der Kamerafahrt sollte sich immer so verändern, dass aus einer Bildkomposition durch die Bewegung der Kamera eine neue Komposition entsteht. In der Kamerafahrt sind noch zu viele Bilder, die zu lange zu wenig sagen.

      Es müsste wie bei einem Kaleidoskop sein, wo durch die Drehung eine Komposition in eine andere Komposition übergeht.

      Ich habe momentan zu wenig Zeit, um zu jedem Zeitpunkt oben eine Alternative zu nennen. Aber vielleicht bekommst du auch so Hinweise, wo du noch schrauben kannst.

      Insgesamt finde ich es sehr erstaunlich, was du auf die Beine stellst, wirklich. Hut ab! :yes: :servus:

      Beste Grüße, Uli
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      @Rod

      Erstmal schönen Dank für die Rückmeldung.

      Rod schrieb:

      Aus meiner Sicht soll die Einstellung dem Zuschauer einen Überblick über die Situation nach einem vermutlich katastrophalen Ereignis zeigen.
      Jain.

      Ich habe eigentlich eher auf die Schnelle nach einer "Kulisse" für den Hintergrund gesucht, die zu den bereits vorhandenen Modellen thematisch passte. Und da erschienen mir zerstörte Gebäude geeigneter, als z.B. eine Blumenwiese. ;)

      Rod schrieb:

      Der Bildaufbau während der Kamerafahrt sollte sich immer so verändern, dass aus einer Bildkomposition durch die Bewegung der Kamera eine neue Komposition entsteht.
      Die Kamerafahrt existierte - wie in #25 erwähnt - quasi schon, als es nur einen Helikopter zwecks MB-Test gab (diese Szene habe vor über 1 Jahr begonnen). Die anderen Details wurden dann in den letzten zwei/drei Tagen ergänzt. Mit anderen Worten, es gab erst die Kamerafahrt und dann die Motive (außer dem Heli, dem Truck und einem Zelt). Das wäre natürlich bei einer "geplanten" Szene anders herum. ;)

      Ich wollte etwas haben, was man eventuell in diesem Thread diskutierten könnte und was ich relativ schnell basteln kann und da ist mir diese CGI-Szene eingefallen (mit dem Filmen von realen Szenen habe ich es ja nicht so :pfeifen: ). Es gibt noch so die ein oder andere Idee für eine Szene in meinem Hinterkopf, aber das umsetzen dürfte erheblich länger dauern. Und z.B. einen Kurzfilm von 2 oder 3 Minuten Länge kann ich derzeit wegen der Renderzeiten nicht realisieren.

      Rod schrieb:

      Da würde ich näher rangehen, größere Bildwinkel die beide größer zeigen, während im unscharfen Hintergrund sich die (etwas) chaotische Szene entfaltet.
      Auf eine ähnliche Anmerkung von Peter bin ich oben schon eingegangen.

      Außerdem hatte ich auch schon überlegt, ob ein paar harte (In-Kamera-)Schnitte nicht Teile der Kamerafahrt abkürzen könnten. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und eine der schönen Sachen an CGI als Hobbyist ohne Abgabetermin ist, dass man alles immer noch verändern kann.
      Greetings,
      ro_max

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      ro_max schrieb:

      habe ich mal einen kleinen Test bzw. Versuch gebastelt

      also Rod's Detailanalyse ist ja sehr fundiert und bestimmt sehr interessant für Dich.

      Ich möchte aber sagen: "WOW", das ist ja echt beeindruckend ! :respekt:

      Ich habe ja so einen Hauch von einer Ahnung, wie anspruchsvoll es ist, so ein Szenario am Rechner zu modellieren und animieren. Und ich finde das Ergebnis schon sehr cineastisch (nicht als Widerspruch zu den Verbesserungsvorschlägen gemeint).
      Warum?
      Z.B. die beeindruckenden Großaufnahmen der Hubschrauber sehen für mich aus wie aus einem Actionfilm. Die Kamerafahrt selber ist Lichtjahre von dem entfernt, was wir Hobbyisten leisten können. Und auch im Kino werden solche Fahrten durch CGI gemacht, also genauso wie bei Dir. Schon alleine dadurch wirkt es auf mich cineastisch.
      Und die Perspektive, aus der Du die zwei Ladies aufgenommen hast, ist für mich wie im Actionfilm. Auch deren temperamentvolle Auseinanderstzung bringt Dramatik ins Geschehen.

      Schade, dass Dein Rechner so lange zum Rendern braucht. Interessant wäre natürlich ein Kurzfilm mit 2 bis 3 Minuten. Aber auch dabei muss man sich intelligent einschränken, denn die Möglichkeiten vieler erfahrener Mitarbeiter und Subunternehmer bei einem kommerziellen Animationprojekt bei Lzucasfilm hat man als Amateur natürlich nicht.

      Nochmal: Super!

      Gruß Jürgen
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      ro_max schrieb:

      Das ist die Szene aus der Vogelperspektive, ...
      Ok, das war (für mich) aus der Kamerafahrt nicht so erkennbar. Wenn man aber den "Überblick" gesehen hat, wird es natürlich sofort klar.

      ro_max schrieb:

      Die Kamerafahrt existierte - wie in #25 erwähnt - quasi schon, ...
      War natürlich nicht bekannt. Kann das Ganze jetzt aber besser nachvollziehen.
      Und es sollte ja auch nur Anregung und keine Kritik sein.

      Von der Wirkung her dürfte eine durchgehende Fahrt ohne harte Schnitte "cineastischer" sein.
      Ähnlich wir @Rod sehe ich da nur eine Länge zwischen 0:08 und 0:11, die aber durch eine "Verlagerung" des Trümmerhaufens gemildert werden könnte.
      Der Trümmerhaufen ist dann wie schon geschrieben m.E. auch der ideale "Schnittpunkt" den Fokus schon auf die beiden Soldatinnen lenken, indem Du die Cam anders "ausrichtest". Was nach meinem Verständnis ja auch durchaus den Ideen von@'Rod' entspricht.
      Hier könnte ich mir (durch duplizieren des Trümmerhaufens) auch durchaus einen "Sprung" der Kameraposition an eine für den zweiten Teil des Schenks günstige Position vorstellen. Dies dürfte kaum auffallen.
      Jedenfalls habe ich sowas schon des Öfteren in (realen) Kinoproduktionen gesehen. Altmeister Hitchcock hat das ja in Perfektion vorgemacht (Cocktail für eine Leiche).


      ro_max schrieb:

      Renderzeit war übrigens 7 Stunden für den 25-Sekunden Clip, d.h. die "finale" Version in UHD wird etwa 1,5+ Tage benötigen (je nachdem wie sehr ich an der "Qualitätsschraube" drehe).
      DAS ist natürlich schon gewaltig.

      Ich selbst habe bisher nur einige (FHD) Animationen als Intro/Titel mit Bender und BMD Fusion gemacht, die natürlich bei weiten nicht die von Dir erzeugte Qualität haben.
      Aber dadurch kann ich mir schon vorstellen, was da an Arbeit und Überlegung notwendig ist und bewundere das sehr.



      Gruß
      Peter
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      gurlt schrieb:

      Und es sollte ja auch nur Anregung und keine Kritik sein.
      Habe ich auch so aufgefasst. :)

      gurlt schrieb:

      Altmeister Hitchcock hat das ja in Perfektion vorgemacht (Cocktail für eine Leiche).
      Ja, aber ihm blieb ja auch nichts anderes übrig, um den notwendigen Wechsel der Filmspulen zu kaschieren und trotzdem "schnittlos" zu wirken.

      gurlt schrieb:

      Ich selbst habe bisher nur einige (FHD) Animationen als Intro/Titel mit Bender und BMD Fusion gemacht, die natürlich bei weiten nicht die von Dir erzeugte Qualität haben.
      Mit Blender (ich schätze mal, Dir ist da eine "L" abhanden gekommen?) könntest Du aber theoretisch so eine Animation (und in der Qualität) machen. Wie die Renderzeiten mit Cycles aussähen, kann ich natürlich nicht abschätzen. Als ich mit C4D angefangen habe, gab es Blender entweder noch gar nicht oder es war noch nicht bekannt genug. Später hatte ich dann wenig Lust mich damit zu befassen, da ich ohnehin bereits finanziell und zeitlich in C4D "investiert" war.

      Fusion hat meines Erachten eine andere Ausrichtung als beispielsweise C4D oder Blender.
      Greetings,
      ro_max

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      Hans-Jürgen schrieb:

      Das finde ich wünschenswert.
      Dir ist aber schon klar, dass sich meine Anmerkung nur auf die Posts #18-22 bezog, nicht wahr?

      Ab #23 ist die Diskussion IMO schon zum Thema gehörend.

      Aber es steht Dir frei, Realfilm-Material als Diskussionsgrundlage hier einzubringen, wenn Du die Diskussion von entsprechendem CGI-Material hinsichtlich eines "cinematischen Bildes" als nicht zielführend empfindest.
      Greetings,
      ro_max

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      Ich finde man kann da auch drüber diskutieren, ohne selber cineastisches Material einzubringen.
      Deine CGI-Arbeiten gehen einfach in eine ganz andere Richtung, weil sie nur noch wenig mit echtem Filmen zu tun haben.
      Von daher finde ich sie hier nicht ganz richtig eingeordnet.
      Wenn die anderen sich aber nicht daran stören, dann soll es mir egal sein.
      Gruß

      Hans-Jürgen
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      Hans-Jürgen schrieb:

      Deine CGI-Arbeiten gehen einfach in eine ganz andere Richtung, weil sie nur noch wenig mit echtem Filmen zu tun haben.
      Von daher finde ich sie hier nicht ganz richtig eingeordnet.
      Aus den ersten Posts in diesem Thread habe ich den Eindruck gewonnen, dass die, die sich dazu geäußert haben hier eine "praktische Umsetzung" dieses Themas für sich als Hobbyfilmer eher nicht sehen.

      Eine rein "theoretische" Diskussion kam allerdings bisher auch nicht in Gang. Und daher dachte ich mir, versuche es mal mit Mitteln, die auch einem Amateur zur Verfügung stehen.

      BTW: Was verstehst Du unter "echtem" Filmen? Viele wesentlichen Punkt wie Brennweitenwahl, Schärfenebenen, Belichtung, Beleuchtung, Bildkomposition, etc. sind doch vom Prinzip her identisch. Und dass mein Kram als CGI erkennbar ist, liegt eher an meinem mangelnden Können als an der Technik an sich.
      Greetings,
      ro_max

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