Angepinnt Die grauslichen Fehler der Amateure...

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    • Das ist natürlich ein Glücksfall, wenn die Partnerin ebenfalls vom Dokumentationsvirus infiziert ist.
      Danach schneidet man noch seine Filme oder macht Diashows mit Videopips und Musik und nachträglicher Vertonung und dann weiß man letztendlich auswendig, was man im Urlaub so alles gesehen und erlebt hat. Denn während des Filmens und Fotografierens hatte man im Jagdfieber eigentlich nicht wirklich Zeit, die Situationen tief in das Gedächtnis einwirken zu lassen, sondern war mit den Tücken der Technik vollauf beschäftigt.
      Und danach braucht man die Werke zur eigenen Auffrischung eigentlich nur mehr hin und wieder Gästen vorspielen, denn die kennen das alles im Gegensatz zu einem selbst ja noch nicht wirklich.
      Läuft das bei euch etwa anders ab?

      LGH
    • Dazu vielleicht ein kleines Beispiel.
      In der Bretagne wachte ich nächtens wider Erwarten um 4h in der Früh auf und beschloss über den flutsicheren Steg das Nationalheiligtum der Franzosen zu Fuß bei Finsternis und angrauender Morgendämmerung und Nieselregen zu erforschen:

      Mont Saint Michel de.wikipedia.org/wiki/Mont-Saint-Michel

      War ziemlich allein und einsam dort in der Ebbe, aber das Erlebnis, diesen Ort ohne alle Touristen und nur mit Krabben und Möven in aller Stille zu teilen, war ziemlich stark.
      Einige Stunden später besuchte ich die Lokalitäten nochmals mit meinem Reisepartner und mit Videocamera.
      Aber das Erlebnis der ungeteilten Einsamkeit an diesem Ort ist bis heute viel stärker als alle Videoaufnahmen zusammen genommen.

      LGH
    • Warum nicht. Ich habe schon mal einen halben Kinofilm gesehen, der aus freier Hand und mit Reißschwenks gefilmt war. Hauptdarstellerin war eine irische Volkssängerin und hatte etwas mit Erblindung zu tun.
      Aber nach einer Weile habe ich freiwillig den Saal verlassen, weil mit beinahe schlecht wurde.

      LGH
    • gewackel und reißschwenks sind auch nur in den
      seltensten fällen und dann sicher nur kurzzeitig erträglich.
      aber die spontanität jederzeit und überall filmen zu können
      liefert deutlich schneller interessantere aufnahmen als
      beim rumschleppen eines stativs,
      und bei einer kleinen kamera (hc3/hc7/hv20) ist es auch kein
      problem die aufnahmen ziemlich ruhig aufzunehmen
      (fast wie von der schulter).
      ich werde mal mit der fx7 probieren ob es damit auch geht.
      gruß cj

      ps. das freihandfilmen im zoombereich kann man jedoch vergessen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von weitwinkel ()

    • Aber genau dies war einer meiner ersten Fehler! Die Sequenzen waren meist zu knapp, der Film wirkte richtig hektisch.


      Oh, damit wollte ich nicht sagen, dass mein erster Film "sehenswert" gewesen wäre - eher ein Generalbeispiel dafür, wie man es NICHT machen sollte.
    • Ich liebe inzwischen hin und wieder auch sehr lange Sequenzen, wo man in der Totalen lange mit Auge und Ohr verweilen kann um die Stimmung aufzunehmen.
      Ganz wichtig ist dabei der Athmo-Originalsound. Mir fällt immer mehr auf, dass ein Löschen des O-Tons und ein Drüberpappen irgendeiner Musik den Eindruck der Situation völlig zerstören kann. Ich lasse inzwischen den O-Ton zumindest immer hintergründig durchklingen und ergänze ihn manchmal aus der meiner Geräuschesammlung, Hundegebell aus der Ferne, Vogelgezwitscher, Großstadtgeräusche, Wasser und Windgeräusche, Menschenansammlungen usw.
      Aber trotz allem ist der Ton immer noch nachhaltig der schwächste Teil meiner bescheidenen Videos

      LGH
    • hmm, nun ja, auch ich ertappe mich gerade mit HDV immer wieder dabei, Landschaften mit der Videokamera zu "fotografieren"...

      Es gibt aber auch Fälle, in denen jedenfalls die Original-Atmo nicht wirklich zu gebrauchen ist:

      Als mein Sohn und ich letzten Sonntag durch den Wald rannten (er fuhr genauer gesagt mit dem Fahrrad, ich mit der neuen DIY- Steady (mit Arm und Weste...) hinterher :shake: ), war der O-ton jedenfalls gegen Ende des Films wirklich nicht mehr schön anzuhören. Habe das Gejapse dann gegen ruhige Musik ausgetauscht....
      LG
      Bjørn

      Beiträge als Moderator in grün.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bjørn ()

    • Ja natürlich gibt es Fälle, wo der O-Ton unbrauchbar ist, bei mir z.B. wenn ich die Kamera aus dem Autofenster halte und das Mikro vom Fahrtwind zu 100% übersteuert nur mehr ein Knattern abliefert.
      Dann wird dieser Ton eben durch einen anderen ersetzt, der im Inneren des Wagens mit gequetschtem Autoradiosound des örtlichen Senders entstanden ist. Gehört einfach dazu für die Stimmung finde ich.
      Weiters gilt ja eigentlich die Grundregel, dass man im Film nichts Wesentliches hören soll, was nicht auch im Film sichtbar ist. Also das befolge ich schon mal überhaupt nicht mehr.

      Finde ich einfach gut, wenn auf einer einsamen Landstraße in den USA ein für die Kamera nicht sichtbarer 40-Tonnen-Truck im Hintergrund vorbeidonnert, mit langsam anschwellendem Geräusch, dann die Kamera auf dem Stativ vom Luftdruck fast umwirft und danach das Getöse wieder abschwillt bis zur völligen Ruhe in der Pampa.
      Oder noch besser wenn eine Harley im Rücken vorbeifährt, einzigartig und typisch.
      Oder wenn man hört, was zum Teil unsichtbare Amerikaner so am Abgrund des Grand Canyons neben der Kamera zu reden haben: überwiegend aus welchem Land ihre Vorfahren eingewandert sind.

      Beim ersten USA-Schnitt habe ich den Ton einfach weggelassen, aber beim neuerlichen Schnitt bleibt er erhalten, ist halt auch ein Teil der Erinnerung.
      Jedoch muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit immer fauler werde. Es geschieht sogar manchmal, dass ich einen Smartsound über den O-Ton spiele, weil ich vom Bildschnitt schon etwas ermüdet bin.

      Aber diese Ermüdung und Unlust habe ich bei anderen Amateuren auch schon erlebt: Schnitt fertig (= 50%) und jetzt noch schön alles zudeckeln mit Musik (= 51%).
      Ausnahmen bestätigen die Regel.

      LGH
    • Original von Schoko
      hmm, nun ja, auch ich ertappe mich gerade mit HDV immer wieder dabei, Landschaften mit der Videokamera zu "fotografieren"...


      Geht mir auch so, sogar in DV. Ich komme halt aus der Fotografie.

      Manchmal ist es nicht schlecht, aber nur diese Video - Diaschauen (meine meine eigenen) sind bald recht langweilig. Dafür erspart man sich ein Drehbuch :shake: da hätte ich aber auch beim Fotografieren bleiben können.

      vg Ian
      vg Ian
    • Es kommt oft noch hinzu, dass viele Amateure mit der Aufnahme solange warten, bis keine Menschen mehr im Bild zu sehen sind, wegen der Reinheit der Aufnahme.
      Habe ich schon öfters besonders bei Dampflok- und Oldtimerfreaks erlebt. Dabei leben gerade solche Aufnahmen von Menschen, auch wenn es fremde sind.
      Bei Landschaftsaufnahmen gilt das im besonderen Maße. Ein roter Anorak, der sich durch die grüne Landschaft bewegt ist immer gut und auch wenn menschliche Bezugspunkte wie Häuser in der Ferne zu sehen sind. Weiters gilt besonders hier die Regel: Vordergrund macht Bild gesund. Im Wind schwankende Grashalme oder Äste etc. bringen Leben ins Bild und wenn dann auch noch typische Geräusche (=Athmosound) dazu zu hören sind unterscheidet sich das schon recht deutlich von einer Diashow.

      LGH
    • Anlässlich eines Motorradausfluges heute kehrte ich mit Susanne auch in einen Buschenschank unter kühlenden Weinreben ein.
      War recht interessant was sich da am Nebentisch abspielte. Jemand hatte da mit Verlängerungskabel doch glatt einen DVD-Player und einen Fernseher aufgestellt und spielte sein Amateurvideo von einem Betriebsausflug ab.

      Und nun zum Typischen: das Intro war bombastisch mit 2- und 3D-Effekten gestaltet, flying PIPs in Masse, wie ich es auch mache und danach folgte eine voll langweilige Dokumentation über eine Stunde lang, mit plärrenden und leicht angeheiterten Menschen und ohne Dramaturgie.

      Der Filmer selbst stand aufgedreht wie eine Uhrfeder mit der Fernbedienung in der Hand nahe dem TV-Gerät, während die Zuseher sitzend zurückgelehnt kaum zu sonderlichen Beifallsstürmen bereit waren und sich eher den lukullischen Genüssen im Lokal hingaben.

      Das ist halt das Los von uns Amateurfilmern, unsere Videos gefallen hauptsächlich uns selber gut und keine Minute darf weggeschnitten werden

      LGH
    • Bei mir gibt es des Öfteren zwei Versionen eines (Urlaubs-)films: Eine Langversion mit allem Drum und Dran (mehr oder weniger für den Filmer selbst :Zwinkern: ) und eine Kurzfassung 10-15 min für den leidlich Interessierten Bekanntenkreis: Dabei ist mir als Reaktion ein "och, schon zu Ende?" allemal lieber als ein "tapferes Ausharren" des werten Publikums, auch wenn man dann "viele schöne Einstellungen" eben nicht gezeigt hat.
      LG
      Bjørn

      Beiträge als Moderator in grün.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bjørn ()

    • Das ist richtig.
      Und eine Nebenerkenntnis ist auch, dass ein aufwendig gemachter Titel mit Laufschriften und flying PIPs nicht zu einem faden Film danach passt.
      Weckt einfach Erwartungen, die nicht erfüllt werden.
      Lieber ein schlichter Titel und das Video danach ist etwas spannender.

      LGH
    • Leider machen das auch viele Fernsehsender. Die zeigen tagelang Teaser die einen auf ein Film einstimmen sollen. Und diese ein paar Sekunden sind auch schon die Höhepunkte des ganzen Films. Die restlichen 89,5 Minuten sind einschläfernd und die Werbeunterbrechungen das Spannendste am ganzen Abend.

      vg Ian
      vg Ian
    • Viele (nicht besonders tolle) Dokumentationen im Fernsehen arbeiten neuerdings mit Zeitraffern, um mit gewaltigen Wolken-oder sonstigen Effekten langweilige Inhalte zu vertuschen.
      Beachtenswert finde ich, dass in manch guten Produktionen fast ausschließlich mit harten Schnitten gearbeitet wird.
      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Warum sollte man nicht mit harten Schnitten arbeiten ?

      Ich verwende auch viele harte cuts. Nur wenn ein neuer Themenbereich anfängt, kommt eine weiche blende