Angepinnt AVCHD versus HDV: Kaufberatung Version 3 - NEU!

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • AVCHD versus HDV: Kaufberatung Version 3 - NEU!

      Dies ist hier die neu überarbeitete Version 3 der Kaufberatung!

      Nachdem zwischen der 2. Version der Kaufberatung und der aktuellen Entwicklung geraume Zeit vergangen ist, habe ich hier mal die Kaufberatung auf den aktuellsten Stand gebracht. Wir haben in der Camcorder-Technologie im letzten halben Jahr einige Fortschritte gesehen, auch einige Schnittprogramme haben zugelegt, und auch im Bereich der Authoringtools sehen wir Fortschritte. Trotzdem, einige Bereiche bewegen sich leider recht langsam weiter.

      Unverändert möchte ich hier mal eine Einschätzung der relevanten Unterscheide von AVCHD sowie HDV Camcordern vornehmen, aber die sich mehr und mehr schließende AVC-Bearbeitungskette darstellen.

      Version 3.9

      Modifiziert am: 28.09.2008


      TEIL 1


      BILDQUALITÄT

      Hatte ich die Bildqualität zwischen HDV und AVCHD Camcordern in der Vergangenheit als annähernd gleich eingeschätzt, so zeigt sich doch in der letzten Generation der AVCHD-Camcorder, dass AVC erwartungsgemäß beginnt mehr und mehr seine Vorteile auszuspielen. Inzwischen ist es so, dass AVCHD Consumergeräte der letzten Generation wie die Canon HF10/100 und die Sony SR11/12 mehr und mehr mit den HDV-Geräten gleichgezogen haben, was die erreichte Bildqualität angeht. Vielleicht haben sie die HDV-Geräte inzwischen sogar etwas überholt, wenn man sich die doch sehr guten Auflösungswerte einer Canon HF10/100 ansieht.

      Diese AVCHD Geräte zeichnen zwar physikalisch in 1920x1080 auf, auch wenn die tatsächlich erreichte optische Leistung eher in der Gegend von 75% der Systemgrenzen liegt und full-HD hier tatsächlich nicht erreicht wird. Full-HD benötigt auch entsprechend gute Optiken und eine gute Signalaufbereitung, und das kostet halt unverändert Geld. Die Topgeräte im mpeg2-HD basiernden Bereich sind zur Zeit sicherlich Geräte ala Sony EX1 oder EX3 und reizen die Möglichkeiten doch stark aus, und speichern bis zu 1920x1080 25p auf Platten und Chips ab. Aber auch mpeg2-HD und HD(V) basierte Geräte erreichen nicht wirklich optisches full-HD - Camcorder unter 10.000 Euro schaffen dies bisher einfach nicht, auch wenns auf den Geräten gross und deutlich drauf steht.

      Trotzdem ist das Filmen in den jeweiligen 1920er Modi bei den Geräten empfehlenswert, wo dieser Modus schon verfügbar ist - einfach, weil diese eine höhere Horizontalauflösung zeigen, als die 1440er Modi dieser Geräte. Zumindest für die Canon HF100 konnte dieser Nachweis mehrfach geführt werden - dürfte aber bei Geräten wie der Sony SR11/12 nicht anders aussehen. Dies gilt auch für JVC HD Camcorder, die seit der HD7 mpeg2-HD auf Festplatte aufzeichnen. Auch hier hat man seit der HD6 sehen können, dass das 1920x1080er Material gegenüber dem 1440x1080er Material eine höhere Horizontalauflösung hat, was bei dem ersten Gerät dieser Serie, der JVC HD7, noch nicht der Fall war.

      Die alleinige Anhebung der Datenrate von etwa 17 mbps auf 24 mbps im Falle der AVCHD Camcorder Canon HF10 zur HF11 bringt erwartungsgemäß keine Steigerung der horziontalen Auflösung mehr - sondern trägt noch (ewtas) zur Verminderung der Artefaktenneigung bei. Eventuell werden Schwenks und schnelle Bewegungen glatter ausfallen als bisher. Unverändert warten wir daher auf AVC-Geräte, die das volle Potential des AVC-Codecs ausschöpfen werden, auch wenn die Leistung der kleinen AVCHD-Camcorder schon beachtlich ist. Dazu könnten bessere Optiken, bessere Camcordergehäuse mit mehr manuellen Einstellmöglichkeiten gehören - aber vielleicht auch der Wechsel von 50i zu 50p. Zukunftsmusik, gewiss, aber die Panasonic SD100 wie auch die Panasonic 151E dürften einen weiteren Schritt in diese Richtung machen.

      Wo Licht ist, dort ist leider auch Schatten. Wir haben im letzten halben Jahr vermehrt sehen müssen, dass der Übergang von 1440er auf 1920er AVCHD das ohnedies schon schwer zu bearbeitende 1440er AVC-Material nochmals schwerer bearbeitbar gemacht hat, was wohl auf die höhere Decodierleistung im Falle des 1920er Materials beim Videoschnitt zurückzuführen ist. mpeg2-HD oder HDV hingegen sind doch deutlich leichter zu bearbeiten, aber mehr den je hat es den Anschein, dass die Zeit der bandbasierten Geräte einem Ende zugeht. Selbst JVC als Verfechter der Aufzeichnung von mpeg2-HD auf Platten setzt mit der sehr guten JVC HD40 nun sowohl auf die Aufzeichnung von mpeg2-HD neben AVCHD - ob das die Abkehr von mpeg2-HD auch bei JVC einleiten wird? Auf jeden Fall ist die Anzahl der neu erschienenen HDV-Camcorder im letzten halben Jahr massiv zurück gegangen, und auch die Canon HV30 hat gegenüber ihrem Vorgänger HV20 nur noch eine relativ geringe Überarbeitung in der Tonsektion erfahren. Auch wenn die HV30 unverändert ein sehr gutes Gerät ist, wird man sehen, wie es mit den HDV-Camcordern in zukunft am Markt weiter gehen wird.



      AUFZEICHNUNGSMEDIEN, SZENENTRENNUNG UND CAPTUREN

      Die Daten werden bei HDV immer auf Band aufgezeichnet, bei AVCHD hingegen nie auf Band - sondern auf Chip, kleine DVDs, Blu Ray Disks oder Festplatte. Festplattencamcorder sind hingegen bei HDV untypisch, oder Zusatzausstattung, sieht man einmal von den JVC-Camcodern ab, die seit der JVC HD7 konsequent auf die Aufzeichnung von mpeg-2 HD auf Festplatte setzen.

      Bei HDV müssen die Videos über Firewire in Echtzeit überspielt werden, was manchmal als zeitaufwendig empfunden wird. Während bei AVCHD die Überspielung via usb2 durch Anschluss der Camcorder am PC oder durch das Einstecken von SDHC-Speicherchips in SDHC-Kartenleser schneller als in Echtzeit möglich ist, wird dabei oft übersehen, dass dies nur dann einen Vorteil bietet, wenn das überspielte AVCHD Material unmittelbar - also nativ - weiter bearbeitet werden kann. Muss man es zu Intermediates umrendern, dürfte der Zeitvorteil aus dem rascheren Umkopieren erst wieder verloren sein.

      Ältere Kartenleser können Probleme beim Lesen der SDHC-Chips haben - aber derartige Kartenleser bekommt man für einige Euro im Handel, oder fallweise zusammen mit SDHC-Karten (etwa von Transcend gibt es ein derartiges Bundel).

      Bei den Speicherkarten für AVCHD hat es sich gezeigt, dass nicht alle im Handel verfügbaren SDHC-class 6 Speicherkarten auch immer mit allen Geräten funktionieren. Fallweise erweisen sich solche Chips als nicht kompatibel, im Fall der Canon HF100 haben sich etwa die bereits erwähnten Transcend-Karten bestens bewährt.

      Bei den HDV-Geräten hat man in Form der Bänder bewährte, auch über Jahre zuverlässige Speichermedien - man muss allerdings darauf achten, dass die Abspielgeräte intakt bleiben. Bei AVCHD Geräten ist irgendwann jeder Speicherchip , jede Festplatte voll - und man muss das Material umkopieren. Speicherchips werden gegenwärtig von Kritikern von AVCHD noch immer als teuer empfunden, ein 16 GB class 6 Speicherchip erlaubt bei 17 mbps eine Aufnahmedauer von zirka 2 Stunden, und kostet zur Zeit dieses Überarbeitung zirka 40-45 Euro im Handel.

      In AVCHD liegt jede Szene bereits als eigene Datei vor. Bei HDV bedarf es der aufwendigen Szenentrennung, die in vielen Schnittprogrammen unverändert Probleme bereiten, und offenbar von den Herstellern der Schnittprogramme auch nicht mehr korrigiert werden dürften. Konkrete Probleme sind, das Bilder des nachfolgenden Clips am Szenenende der vorhergehenden Clips auftreten, sowie fallweise Tonlöch am Ende der Clips. Derartige Probleme treten sowohl unverändert auch bei Vegas 8 auf, das Problem mit den Tonlöchern findet sich auch bei Edius 4.5 wenn man dort zu HDV (m2t) nativ captured. Allerdings empfiehlt Canopus ja unverändert das Capuren zum Canopus HQ codec, dort gibt es das Problem nicht.

      Für Vegas bietet sich die sehr gute Lösung von elcutty an, welches eine exakte und fehlerfreie Szenentrennung von HDV-Material ermöglicht - und noch dazu systemschonender arbeitet, Projekte öffnen sich deutlich schneller als wenn jede Szene als eigene Datei vor liegt (download hier: native m2t Szenentrennung und Proxi Schnitt).

      Vegas User sollten auch bei Vegas 8b ein Update des mpeg2-Decoders einspielen (Daten für download hier: Download Daten ), in Vegas 8c ist der bereits enthalten. Mit diesem neuen mpeg2-Decoder ist auch die Verwendung von HDV Split in Vegas problemlos möglich.

      Auch wenn man für AVCHD eine Szenentrennung nicht mehr in der Form wie von HDV benötigt, so hat es doch Vorteile, wenn man nicht mit sehr vielen, sondern wenigen AVCHD-Datein arbeitet. elcutty hat daher auch für AVCHD-Material eine ähnliche Lösung entworfen, die allerdings aufgrund der vielen AVCHD-Dialekte bisher nur für Sony SR11 Material fehlerfrei funktioniert. Vor allem für die Canon HF100 funktioniert diese Lösung in Vegas bisher leider nicht zufriedenstellend (download hier: AVC-Merge).

      Adobe Premiere beherrscht keine HDV-Szenentrennung, aber hier kann man bei HDV das recht gute Freeware-Tool HDVSplit verwenden, welches zu m2t-Files captured - was die meisten HDV-tauglichen Schnittprogramme importieren können (Ausnahme Pinnacle Studio, dort muss vor dem Import das Material erst demuxen).



      DER NATIVE SCHNITT, INTERMEDIATES UND PROXYS

      Grundsätzlich sind Intermediate Codecs eine Art "Zwischencodec", zu dem man das HDV oder AVCHD Material rendert, um es einfacher bearbeiten zu können. Man wandelt also das Material, um es im Intermediate leichter schneiden zu können. Bei ausgewählten Intermediate Codecs (Canopus HQ, Cineform) ist die Qualität so hoch, dass man unbesorgt von dem Intermediate zum finalen Produkt rendern kann, ohne eine merkliche Verschlechterung zu sehen.

      Proxy Fils hingegen sind Datein, die man erstellt, um damit den Schnitt leichter machen zu können. Man tauscht sie aber vor dem Rendern zum finalen Produkt wieder durch die Originaldatein aus, was beim Intermediate nicht der Fall ist.

      Und der native Schnitt nimmt das Originalmaterial, und schneidet gleich das - was geht, wenn der PC ausreichend performat ist.

      Bei HDV ist es so, dass man heute auf vielen Systemen schon nativ schneiden kann - mit ausreichenden Echzeitreserven. Bei AVCHD hingegen ist das noch deutlich schwieriger.

      Hervor zu heben sind Schnittlösungen, welche die Wandlung zu einem Intermediate-Codec bereits beim Capturen beherrschen - oder welche zumindest die Datein rasch zu einem Intermediate Codecs wandeln kann.

      Edius 3.6x sowie 4.5x können bereits beim Capturen HDV-Material zu dem qualitativ sehr guten Canopus HQ codec wandeln, der auch 1920x1080er Auflösungen unterstützt. In den Canopus Produkten ist die Verarbeitung über den Canopus HQ codec unverändert der empfohlene Weg - auch wenn die Produkte natives HDV gut, natives AVCHD aber eher schlecht bearbeiten können. Und für AVCHD Material hat Edius einen eigenen AVC-Konverter, der nach dem Überspielen der Datein auf die PC-Festplatte die Wandlung rasch übernimmt.

      Die Produkte von Cineform können die Wandlung beim Capturen zum Cineform Intermediate Codec ebenfalls, sind aber zusätzlich zu den Schnittprogrammen zu kaufen. Lediglich Vegas hat den Cineform Codec integriert, kann die Umwandlung zu Intermediates aber über scripts wie z.B. Gearshift erst nach dem Capturen - was zusätzlichen Zeitaufwand bedarf. Da der Festplattenbedarf der Intermediate Files doch deutlich höher (Richtwerte 3-5x gegenüber HDV, 6-10x gegenüber AVCHD files), ist auch ein höherer Datenstrom bei der On-the-fly Umwandlung beim Capturen nötig - was bei langsameren Systemen schon mal zum Abbruch des Capturens führen kann, und höhere Ansprüche an die Festplatten stellt. Mehr zu Intermediate codecs später.



      BEARBEITUNGSMÖGLICHKEITEN UND HARDWAREANFORDERUNGEN

      Für die Bearbeitung im Fall von HDV verfügen wir heute über ausreichend schnelle und ausgereifte Lösungen in Form vieler Schnittprogramme (NLEs), sowohl im halbprofessionellen Bereich wie auch im Einsteigerbereich. Die Ansprüche an die PCs im Fall von HDV sind eher nur mehr im mittleren Feld angesiedelt, ein schneller 3.0 Ghz Prozessor aufwärts ist je nach Software gerade noch ausreichend. Für zügiges Schneiden und Rendern empfiehlt sich jedoch ein 2-Kern System auch für die HDV-Bearbeitung, gegen ein 4-Kern System spricht hier alledings auch nichts.

      Mit dem heute zu beobachtenden Einzug von Smartrendern von HDV-Material in Programme wie Pinnacle Studio 12, Edius 4.6 oder auch Vegas 8 wird von mehr und mehr Schnittprogrammen auch die Ausgabe auf älteren Einkernsystemen erleichtert (typische Dauer für Smartrendern bei Material ohne Neuberechnung liegt bei einem 3.2 Ghz P4 zirka bei Echtzeit, etwa für Pinnacle Studio wie auch Vegas 8 ). Auch immer wieder behauptet worden ist, dass Smartrendern von einem GOP-behafteten Material nicht möglich wäre – so stimmt das nicht. Die genannten Produkte können das durchaus gut, der Bildinhalt wird nicht angetastet, wohl kommt es aber zu Änderungen an der Datenstruktur des Materials. Smartrendern für AVCHD Material bietet bis zum heutigen Tag wenige Schnittprogramm an, der PD8 bietet dafür eine Lösung oder auch Nero 8, wobei Neor aber nicht die Stärken der sonst üblichen Schnittprogramme bietet.

      In Summe findet der User für den HDV-Schnitt heute eine Reihe von guten und ausgereiften Schnittlösungen am Markt vor, sowohl in der Klasse der Einsteigersoftware, wie auch im Bereich der gehobenen und professionellen Software.

      Ursprünglich war AVCHD gar nicht zur Bearbeitung gedacht - von der Industrie. Viele User wollen das Material trotzdem schneiden. Die Bearbeitung um Fall von AVCHD ist aufgrund der stärkeren Kompression und des höheren Decodieraufwandes deutlich anspruchsvoller, was den verwendeten PC sowie die verwendeten Schnittprogramme angeht.Fallweise berichten User, dass sie bereits mit 2-Kern-Prozessoren erfolgreich AVCHD geschnitten hätten, besonders etwa mit dem Powerdirector 7. Auf der sichereren Seite liegt man aber, wenn man hier einen raschen 4-Kern-Prozessor verbaut hat. Da beim Decodieren von AVCHD-Material aus der Timeline unverändert nur bis zu 2 Kerne zur Anwendung kommen, kommt die Leistung der Quadcores aber eher beim Rendern des Material zum Einsatz - für die für den Schnitt so wesentliche Echtzeitvorschau aus der Timeline der Schnittprogramme schadet ein Quadcore zwar nicht, sollte aber entsprechend hochgetaktet sein. Ein 2.4 Ghz Q6600 ist für 1920er AVCHD Material eher die untere Grenze, man sollte den entweder übertakten oder auf 2.66 Ghz Quadcores oder schneller gehen.

      Eine halbwegs gute Verarbeitung von nativen AVCHD Material ist gegenwärtig in Pinnacle Studio 12+, Edius 4.6x, dem Powerdirector 7, in Sony Vegas 8 Pro sowie Vegas Moviestudio 9 Platinum möglich, ist bereits auf deutsch verfügbar, den downlaodTrial findet man hier.


      Leider hat der Wechsel von 1440er auf 1920er AVCHD Material den Anspruch an die Prozessoren nochmals nach oben getrieben - aus Vegas 8b heraus braucht es doch zirka 3.0 Ghz mit einem Quadcore, um eine Vorschau von 1920er AVCHD annähernd mit 25 fps zu bekommen (eine Intensity Pro hilft hier ein wenig mit, falls vorhanden). Erst bei Vegas 8c bekommt man intern auch die 25 fps, wenn die Taktungen tiefer liegen (etwa 2.4 Ghz auf einem Q6600) Quellen: AHVCHD 1920x1080, Vorschau, Schnitt und Leistungsanforderung sowie AVCHD 1920er Schnitt.

      Auch Pinnacle Studio 12+ spezifiziert für 1920er AVCHD einen INTEL Quadcore mit 2.66 Ghz, was die Verwendung des derzeit gängigsten Intel Prozessors Q6600 mit 2.4 Ghz ohne Übertaktung als ungenügend erscheinen läßt und was man offenbar tunlichst auch einhalten sollte, will man 1920er AVCHD mit dieser Software bearbeiten.

      Möglicherweise und zumindest nach den Berichten einiger Anwender führt auch das relativ geringe Unterschreiten der Mindestspezifikationen von Pinnacle zu Systemabstürzen. Tatsächlich stellen mehrere User fest, dass ein 2.4 Ghz Q6600 für die Studio 12+ Software eher ungenügend sei. Sogar der Pinnacle Support weist dann bei Unterschreiten dieser Spezifikation darauf hin, dass etwa ein AMD Quadcore nicht ausreichend sei und erklärt so Abstürze beim Rendern (Quelle: Studio 12 Nutzer am Limmmmit).

      Natürlich wird die Software aber auch hier noch weiter entwickelt. Ab der Version 9a verfügt Vegas Moviestudio 9a Platinum auch verbesserte Playback Eigenschaften von 1920er AVCHD - bei mir im Test konnten die 25 fps für 1920er AVCHD auch mit einem 2.4 Ghz Q6600 erstmals erreicht werden, vorher war die Übertaktung auf über 3 Ghz notwendig. Damit ist die Anforderung von Vegas Moviestudio 9a Platinum tatsächlich geringer geworden, als sie etwa von Pinnacle Studio 12+ spezifiziert worden ist, was den Anspruch an die Hardware für die Bearbeitung von 1920er AVHCD angeht. Kinderkrankheiten gibt es bei dieser Software gegenwärtig aber noch beim Betrieb unter Vista, konkret das Rausrendern zu 1920er AVC führt unter Vista zu Abstürzen (nicht so bei XP) - Quelle.

      Zusammenfassend besagen diese Informationen, dass die Vorschaufähigkeiten bei der nativen AVCHD Bearbeitung in praktisch allen Schnittlösungen doch deutlich eingeschränkter sind, als das bei HDV der Fall ist. Im Detail: ich kann etwa von meinem Q6600 zwischen 5-7 HDV Streams gleichzeitig abspielen - bei 1920er AVCHD hingegen ist das nur einer! DAS ist im Fall von AVCHD eine Einschränkung, die aber in der Praxis des Schnittes für viele Anwender durchaus ausreichend sein kann.

      Will ein Einsteiger etwa nur einen Titel, primär harte einfache Schnitte, mal fallweise Videoüberblendungen, vereinzelt Farbkorrekturen oder sonstige Effekte, so kommt man damit in der Praxis auch mit 1920er AVCHD Material auf schnellen PCs aus. Will man hingegen intensives Compositing betreiben, wo man mehrere Spuren in Echtzeit mit intensiver Farbkorrektur benötigt, so sollte man den Weg über Intermediate Codecs gehen. Unreflektierte Hinweise, dass man immer 4 Spuren mit Farbkorrekturen benötigen würde, sind daher eher irreführend als hilfreich. Genauso wie der Hinweis, dass man immer zum Intermediate wandeln müsse. Es hängt halt im Wahrheit von den jeweiligen Anforderungen ab.

      Bei den Schnittprogrammen ist zu sagen, dass die Camcorderhersteller heute fallweise einfache Schnittprogramme mitliefern, die aber eher nur harte Schnitte ermöglichen - und damit eher nur bedingt verwendbar sind.

      Pinnacle Studio 11 erweist sich als deutlich performater als etwa Uleads Videostudio 11.5, welches zwar grundsätzlich ebenfalls AVCHD verarbeiten kann, aber fallweise mit dem Material der neuesten Geräte Probleme haben dürfte. Ebenfalls natives AVCHD kann Edius 4.6x bearbeiten, allerdings in einer deutlich schlechteren Performance als Vegas 8 oder Pinnacle Studio 12+.

      Ein gewisser Geheimtip für die performate, native Verarbeitung von AVCHD-Material stellt der Powerdirector 7 dar. Zwar handelt es sich dabei um eine eher einfache Schnittlösung, aber User berichten, dass damit der Schnitt auch von 1920er AVCHD Material bei guten Vorschaufähigkeiten möglich ist, auch auf weniger performaten Systemen. Dieses Beispiel zeigt, dass auch bei den anderen Schnittprogrammen noch eine weitere Steigerung der Vorschauleistung möglich sein sollte, was Sony nun bereits bei Vegas Moviestudio 9a Platinum realisiert hat.
      Trotzdem - im Grundsätz liegt das Problem bei der Steigerung der Echtzeitvorschau eher in der Architektur der heutigen Prozessoren begründet, sodass eine weitere Steigerung hier doch auf klare Grenzen stossen wird, zumindest kurzfristig (Quelle: Kann die 4-Kernnutzung beim AVCHD Decoding wirklich was bringen. Andere Hardware-Lösungen könnten daher hier einen Sinn machen.

      Die Verarbeitung in der neueren Magix VdL Version ist laut Hersteller auch möglich, es ist damit nicht unbedingt ein Intermediate Schnitt notwendig, bei AVCHD wird aber von der Software das Angebot gemacht, die AVCHD Files gleich in HD mpeg2 zu wandeln und damit zu arbeiten. Diese HD mpeg2 Files sind dann smartrenderingfähig. Nativer Support soll nach Meldungen von Usern doch nicht möglich sein - LINK.Gegenwärtig kann Magix VdL auch nicht den 5.1 Ton mancher AVCHD-Camcorder als 5.1 importieren, das Material wird zu Stereoton umgewandelt - eine wesentliche Information, die sich ärgerlicherweise leider nur auf der Supportseite von Magix findet (LINK). Insgesamt haben schon öfters User ihren Ärger darüber zum Ausdruck gebracht, dass die HD-Berabeitung in VdL aufgrund etlicher Fehler nur sehr schwer möglich wäre. So wurde etwa selbst für HDV-Files auf Probleme mit VdL hingewiesen - LINK. Magix hat neuere Versionen angekündigt, mit verbesserter Blu Ray sowie AVCHD Unterstützung. Tatsächlich sind die User mit der neueren Version 15 und Pro X deutlich zufriedener, auch wenn einige Angaben über die Echtzeitfähigkeiten von AVCHD eher noch unwahrscheinlich gut klingen LINK.

      Auch Corel/Ulead hat mit Videostudio Pro X2 eine Version entwickelt, die langsam mehr und mehr AVCHD Fähigkeiten beherrscht - auch wenn hier noch die Erfahrungen ganz frisch sind LINK.

      In der Mac-Welt unterstützt iMovie 8 sowie FCP inzwischen AVCHD - wie gut das in der Praxis und im Vergleich zur Windowswelt funktioniert, darüber kann ich keine Aussage tätigen. Auch für den Mac gibt es jetzt Bearbeitungsmöglichkeiten in Final Cut Pro - wobei auch dort der Weg über Intermediate Codecs gegangen wird.

      Einige Schnittprogramme bieten beim Import von HDV wie auch AVCHD die Wandlung zu leichter zu bearbeitenden Proxy-Datein an, und ermöglichen so die Bearbeitung von hochauflösendem Video auch auf älteren PCs - vor allem die Corel-Ulead Produkte (Uleads Videostudio 11.5, und Uleads MSP 8 - letzterer ist nur für HDV geeignet -, aber auch Vegas mit dem Tool Gearshift). Für Vegas hat elcutty einen auf mpeg2-HD basierenden workflow vorgeschlagen - Quelle: Mein aktueller fullHD AVCHD Workflow in Vegas 8.0b.

      Besonders gut geht die Verarbeitung von AVCHD aber dann, wenn das Material zu den bereits erwähnten Intermediate Codecs umgerendert wird, wie wir sie auch aus den Anfängen des HDV-Schnittes kennen. Während dies bei HDV heute nicht mehr unbedingt notwendig erscheint - bei Vegas erhält man gleich gute Ergebnisse, wenn man natives HDV-Material verarbeitet - kommt für AVCHD der enorme Vorteil der besseren Echtzeitvorschau als Argument für die Verwendung von Intermediates dazu.

      In der PC-Welt gibt es primär zwei Hauptanbieter derartiger Codecs - Cineform und Edius. Mögliche günstige Alternativen sind noch weitere Codecs, hier werden gerne die mjpeg-avi-codecs, oder auch Huffyuv oder der Lagarith codec genannt. Diese Alternativen sind aber nicht als Intermediate codec designed, der Qualitätsabfall über mehrere Rendergenerationen ist stärker und damit sollte man bei derartigen Workflows Vorsicht walten lassen.

      Canopus Edius 4 wie auch Canopus Neo wandeln wie bereits gesagt beim Capturen von HDV on-the-fly. Für die Konversion von AVCHD-Material bieten sie eine Lösung über ein eigenes, kleines Tool zur Batchkonversion der vorher auf die Festplatte kopierten AVCHD-files. Der Canopus HQ codec unterstützt sowohl full-HD 1920x1080, wie auch HDV2 Auflösung 1440x1080.

      Auch die Cineform Produkte ermöglichen so einen Weg, und machen über die Wandlung zum Cineform Codec die Verarbeitung etwa auch in Adobe Premiere CS3 möglich - auch wenn bei Adobe Premiere CS3 diese Codecs extra besorgt werden müssen, da Adobe Premiere seit APP 2 selbst keinen Intermediate Codec mehr mitbringt. Auch die Canopus HQ files lassen sich in Adobe Premiere verarbeiten, allerdings wird hier zur Vorsicht gemahnt: auch wenn über Vergleichsdatein aus uncompressed avi gezeigt werden konnte, dass bei geigneten Codeceinstellungen keine Veränderung des Farbraumes und des Helligkeitsumfanges erfolgt, so zeigen doch bisher nicht veröffentlichte Vergleiche zu HDV-Datein, dass es beim Decodieren des Canopus HQ codecs in CS3 sehr wohl zu Veränderungen von Farb- und Helligkeitsumfang kommt. In anderen Schnittlösungen wie Vegas und natürlich auch in Edius ist das nicht der Fall. Quelle: Canopus HQ 1920x1080 von HF100 in CS3.

      Für CS3 User verbleibt die Verwendung des Gratis Panasonic AVCHD-Konverters, dem man mit bestimmten Tricks auch beibringen kann, wie er das Material von anderen AVCHD-Camcordern verarbeiten kann (Quelle siehe AVC-Transcoder von Panasonic auch für andere Hersteller verwenden!. Auch wenn dieser Konverter zu DVCPRO HD wandelt, welches nur 1440x1080 hat, so ist auch bei dem heutigen 1920er AVCHD-Ausgangsmaterial kaum ein Unterschied erkennbar - was wohl auch daran liegt, dass einerseits DVCPRO HD sehr hochwertig, und andererseits die heutigen 1920er AVCHD-Camcorder halt doch nur zirka 70 bis 75% der Systemgrenze 1920 ausnutzen.

      Eine andere Möglichkeit wäre die Verwendung des aber eher teuren Mainconcpet-Plugins, oder die Verwendung der Blackmagic Intensity (Pro), wo man aus CS3 herraus zum Blackmagic eigenen mjpeg-avi codec capturen kann - angeblich aber unter einem gewissen Auflösungsverlust.

      Eine weitere, relativ preiswerte Lösung wäre die Verwendung von AVCUpshift - welches AVCHD Material zu mpeg2-HD wandelt, welches dann in vielen Schnittprogrammen problemloser weiter verarbeitet werden kann. Für den CS3-Einsatz ist allerdings die Datenrate auf unter 50 mbps zu senken (Quelle: VASST AVCUpshift ). Allerdings wurde hier auch über eine gewisse Verblockung berichtet (Quelle: Verblockung.

      Ganz anders der "kleine Bruder" von CS3 - das angekündigte Premiere Elements 7 - LINK - wird den nativen AVCHD Schnitt nun ebenfalls unterstützen, und damit eine weitere Möglichkeit für den nativen AVCHD Schnitt sein. Erfahrungen sind damit gegenwäritig noch ausständig.

      Sony Vegas bringt selbst den Cineform Codec in Version 2.8 mit, kann über den gratis Cineform NEO-Player kostenlos zur Codecversion 3.x verbessert oder nachinstalliert werden (sowohl Encoder wie auch Decoder, wenn Vegas am System installiert ist). Gratis download hier:
      estore.cineform.com/NEOPlayer.aspx

      Mit geeigneten Skripts zur Batchkonversion wandelt man auch seit Vegas 7e die AVCHD-files in das Intermediate um (Gearshift oder Freeware-Tools). Dieses Update über den NEO-Player sollte man mit Vegas 8b auch unbedingt machen, weil es bei Verwendung des alten Codecs 2.8 - der mit Vegas 8 mitgeliefert wird - sonst zu Helligkeitsveränderungen kommt!

      Für AVCHD-Camcorder in Full-HD sei ergänzt, dass der mit Vegas mitgelieferte Cineform Codec nur 1440x1080 kann, auch nach dem Cineform Update über den Neo Player. Full-HD können erst die anderen Kaufprodukte von Cineform. Auch sind die Playback-Eigenschaften des Cineform Codecs in der aktuellen Form (8.1.08, Version 3.3) etwas schlechter als vom Canopus HQ-Codec oder auch als vom nativen AVCHD vieler Camcorder (gemessen auf einem Q6600).

      Bei der Verarbeitung über Intermediates ist der doch deutlich höhere Festplattenbedarf zu berücksichtigen, die Dateien sind deutlich größer. Unnötig zu erwähnen, dass diese Lösungen aber ihren Preis haben - die Cineform Produkte sind standalone extra zu Kaufen (Ausnahme Vegas), den Canopus HQ codec sowie den Converter gibt es nur mit Canopus Edius 4 (und den Codec auch mit Canopus NEO) zusammen.

      Ebenso dauert die Ausgabe zu AVCHD/mpeg4 doch deutlich länger, als zu HDV. Smartrendern ist im Fall von AVCHD gegenwärtig (Stand Mitte August 2008 ) noch von keiner einzigen Schnittsoftware verfügbar, aber bei HDV bereits durchaus üblich.

      Gegenwärtig ist die Ausgabe zu 1920er AVCHD noch nicht aus allen Schnittlösungen möglich, die Canopus Produkte bringen keinen eigenen AVC-Encoder mit, der ist lediglich im Procoder 3 verfügbar. Ein möglicher Arbeitsweg aus Edius und Neo ist daher, 1920er Material zum Canopus HQ in 1920 codec zu wandeln, dieses Material dann als 1920er Canopus HQ auszugeben, und etwa in der Uleads Filmbrennerei 6+ für Blu Ray zu Authoren. Eigene AVC-encoder dürften sich in Edius erst in der angekündigten, neuen Version 5 befinden. Für Sony Vegas 8b ist ebenfalls die Ausgabe über den zu bevorzugenden Sony AVC-Encoder bisher nur als 1440er AVC möglich, die Ausgabe zu 1920er mpeg2-HD oder Blu Ray funktioniert hingegen. Hier hat Sony bereits für Vegas Moviestudio 9a Platinum nachgebessert, und aus Vegas Moviestudio 9a Platinum ist jetzt auch die Ausgabe zu 1920er AVC möglich!: videotreffpunkt.com/thread.php?threadid=7133

      Für Vegas Pro 8 hat es diese Verbesserung mit der aktuellen 8c Version gegeben - sowohl, was die verbesserten Vorschaufähigkeiten angeht, wie auch den Export zu 1920x1080er AVCHD.

      Die Ausgabe von 1920er AVC wird damit jetzt von Pinnacle Studio 12+, Vegas Moviestudio 9a Platinum sowie dem Videodirector 7 beherrscht. In Summe schließt sich hier der 1920er Workflow erst relativ langsam und nur für ausgesuchte Produkte.

      Selbstredend sollte man auch darauf achten, ob die ins Auge gefaßten Produkte für Vista 32 oder 64 tauglich sind, wenn man bereits unter Vista arbeiten will oder muss. Hier sei auf die Seiten der Hersteller verwiesen.



      ZWISCHENFAZIT: AVCHD STELLT HÖHERE ANFORDERUNGEN AN HARD- UND SOFTWARE

      Gegenwärtig haben wir also die Situation, dass die wirklich performate Bearbeitung von nativen AVCHD unverändert noch ziemliche Ansprüche an die PC-Hardware stellt. Kann man so einen Hochleistungs-PC bereit stellen, dann bieten Einsteigerlösunge aber mehr und mehr auch Schnittlösugnen für AVCHD - wie etwa Pinnacle Studio 12+, Powerdirector 7, VdL und Vegas Moviestudio 9 Platinum. Aber diese erfordert deutlich teurere Prozessoren und höhere Rechenleistung, verglichen zu HDV oder mepg2-HD. Es ist fraglich, ob sich diese Situation in absehbarer Zeit verbessert - im letzten halben Jahr hat es hier durch die Einführung von 1920er AVCHD sogar eher noch Verschlechterungen gegeben. Eine gewisse Entspannung kann noch in der Verbesserung der Schnittlösungen selbst liegen - dass dies geht belegt bereits der Powerdirector 7, gewisse Verbesserungen sind noch in anderen nativen Schnittlösungen zu erwarten.

      Für umfangreiche Schnittaufgaben ist gegenwärtig der Schnitt über Intermediates keine schlechte Wahl - dies kann über Canopus Neo oder andere Intermediates erfolgen.

      Bei der professionelleren Software ist man zur Zeit für den nativen Schnitt eher auf Sony Vegas Pro 8 beschränkt, oder eben Canpus Edius. Premiere mit CS3 geht über diverse Tricks und zusätzliche, oft teure Plugins.

      Es wird daher unverändert empfohlen, sich vor dem Kauf einer AVCHD Kamera den Punkt der erforderlichen Investitionen für den Schnitt zu überlegen, da es sich hier um nicht unbeträchtliche Zusatzausgaben handeln kann. Für die Zukunft werden sicherlich mehr und auch preiswertere Lösungen kommen, aber diese lassen offenbar noch auf sich warten.



      (Fortsetzung folgt)
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wolfgang ()

    • Teil 2


      ARCHIVIERUNG VON ORGINALMATERIAL

      Das Orginalmaterial kann man bei HDV leicht auf Band aufbewahren. Diese Variante hat unverändert den Vorteil, dass das Band billig, leicht transportierbar und leicht und lange aufbewahrbar ist. Für eine Verarbeitung des Materials muss man aber capturen, was immer Echtzeit erfordert. Und oft bleiben die Bänder dann auch lange unbearbeitet liegen, was zwar von ihrer Haltbarkeit möglich ist aber auch einen Aufwand bedeutet(stehend und ganz vorgespult lagern, trocken, 1x pro Jahr umspulen). Der primäre Nachteil dieser Variante liegt aber darin, dass man entsprechend lange die Abspielgeräte erhalten wird müssen - was nach mehreren Jahren erfahrungsgemäß ein Problem sein kann.

      Im Fall von AVCHD bietet sich die Archivierung ebenso wohl primär auf Festplatten an, Speicherkarten sind eher zu teuer und DVDs eher zu unzuverlässig in der Langzeitstabilität. Hier profitiert man von der etwa halben Größe dieser Dateien, verglichen mit HDV. Allerdings - egal ob man nun auf Speicherchip, Festplatte oder DVD filmt - das Originalmaterial muss für die Archivierung umkopiert werden, sollen nicht die für die Aufzeichnung verwendeten Datenträger blockiert bleiben. Man sollte allerdings das Speichern auf Festplatten zumindest auf zwei unabhänigegen Platten vornehmen - einzelne Platten können ihre Funktion einstellen. Die gute Nachricht ist, dass die Festplattenpreise kontinuierlich gesunken sind, sodass dies heute keine unbezahlbare Option mehr ist.

      Zusätzlich bietet sich die AVCHD-Archiverung von derzeit nur Originalmaterial über das von einigen Camcordern (Sony SR1, SR7) mitgelieferte Tool "Picture Motion Browser" in hochauflösender AVCHD-Qualität als Blu Ray Struktur an (LINK), leider zur Zeit offenbar nur für O-Material.

      Eine andere kommende Lösung sind eigene kleine Brenner, die es für Canon und Sony Camcorder gibt - auch wenn man die Brenner mit den jeweils richtigen Marken für die jeweiligen Camcordern verwenden muss. Das AVCHD Material kann vor dem Brand gesichtet werden, wird aber sonst praktisch ungeschnitten auf normalen DVDs in Form von 001er-AVCHD-DVD Struktur geschrieben, was einerseits die Aufbewahrung von AVCHD Material erleichtert, und andererseits in den meisten Blu Ray Playern inklusive PS3 abspielbar ist. Auf Stabilitätsprobleme von DVDs sei hier nochmals ausdrücklich hingewiesen. Im PC sind derartige Scheiben mit geeigneten Softwareplayern abspielbar, die Datenstruktur kann man sich nur dann ansehen, wenn am PC auch UDF 2.5 Treiber installiert sind.



      ZURÜCKSPIELEN VON GESCHNITTENEN FILMEN AUF DEN CAMCORDER

      Die Ausgabe zu AVCHD-Material, welches wieder in Camcorder eingelesen werden kann, etwa um das geschnittene Material vom Camcorder abzuspielen, ist gegenwärtig mit kaum einer Schnittlösung möglich, auch nicht mit Pinnacle Studio, welches über einen Trick zumindest die Ausgabe zu m2ts Datein kann (Authoren einer hochauflösenden Disk, und Verwenden der m2ts Datei).

      Die Ausgabe zu AVCHD als Vorraussetzung für das Zurückspielen auf Camcorder wird aber vermutlich in Zukunft doch in mehreren Schnittlösungen verfügbar sein. So hat etwa Mainconcept bekannt gegeben (15.8.08 ), dass ein H.264 Encoder für die Ausgabe von AVCHD sowie BluRay in der nächsten Version von Corels Videostudio integriert sein wird LINK. Auch Vegas 8 hat einen neuen H.264 Encoder integriert, und ist in der Lage, als eine der ersten Lösungen AVCHD Material nach dem Schnitt und aus der Timeline als Datei auszugeben. Auch aus Vegas 8 Pro und Vegas Moviestudio 9 Platinum wie auch von Pinnacle Studio 12+ ist bekannt geworden, dass daraus AVCHD Material ausgegeben werden kann, welches sich zumindest auf Sony Geräte zurückkopieren läßt.

      Erste Tests mit Sony AVCHD Camcorder SR1 sowie SR7 zeigten, dass das Zurückspielen des Materials zumindest bei diesem Geräten auf die Festplatte des Camcorders möglich war, unter Verwendung der von Sony mitgelieferten Software Picture Motion Browser. Die Sache dürfte aber eher recht lange dauern, User berichten vom einer recht lange Zeit für diesen Vorgang - LINK. Allerdings dürfte das leider nicht universell für alle Geräte gelten.

      Für Canon AVCHD Camcorder ist das Material zurückspielbar, soferne es Canon eigenes Material ist - ein Punkt, der die Rückspielfähigkeit von geschnittenem Material beträchtlich einschränken könnte.

      Trotzdem - viele AVCHD User, die ihre geschnittene Werke vom Camcorder aus abspielen wollen, werden sich an die Einschränkungen dieser Vortragsweise gewöhnen müssen. Mittel- und Langfristig dürften Blu Ray Player oder auch Festplattenplayer (TViX-HD, Popcorn) die besseren Alternative darstellen.

      Bei HDV ist das Zurückspielen auf mini-DV-Band als m2t längst Standard, und ermöglicht so das Archivieren des geschnittenen Films. Da hier die Gefahr von droped frames besteht, ist diese Methode zur Aufbewahrung nur als zusätzliche Methode empfehlenswert. Die Archivierung von geschnittenen HDV-Material kann natürlich auch auf Festplatten oder DVDs erfolgen, hier muss man aber mit der größeren Datenmenge rechnen (verglichen mit AVCHD etwa doppelt so groß).



      ABSPIELEN VON PLAYERN - WELCHE TON- UND WELCHE VIDEOFORMATE?

      Das Abspielen von HDV wie auch von HD Material auf speziellen Playern ist grundsätzlich möglich. Im Fall von HDV gibt es einige Player wie den TViX-HD oder den inzwischen älteren SC200, welche HDV-Material abspielen konnte; oder auch den älteren Xoro HSD 8500, der eine Zeitlang wieder bei KARSTADT erhältlich war - und der heute durch Blu Ray Player mehr und mehr überholt sein dürfte. Denn die bisher genannten Lösungen können weder einen AC3 2.0 noch einen AC3 5.1 Ton abspielen, der SC200 und der Xoro können auch kein AVCHD abspielen (der TViX-HD kann das in der letzten Generation), geschweige dann können sie Blu Rays abspielen.

      Unbestritten gut ist das Abspielen gerade von (ungeschnittenen) AVCHD Material via Stick von der Sony PS3 mit der neuesten Firmware möglich, und auch PCs die als Mediaplayer mit passender Abspielsoftware wie etwa Power DVD Ulta eingesetzt wird, ermöglicht die Ausgabe des Materials. Am PC sind ruckelfreie Ausgaben aber offenbar nicht immer gewährleistet - hier ist man sowohl von der Prozessorleistung, aber auch von der Leistung der Grafikkarten abhängig. Ebenfalls möglich ist das Abspielen über die 360er Xbox, das 1080i oder auch P50 oder 25Hz Problem gibt es für das HD DVD Laufwerk nicht mehr.

      Langsam aber sicher setzen sich aber für das Abspielen wohl mehr und mehr Blu Ray Player und Brenner durch. Nicht nur, dass fast alle Blu Ray Player inwischen auch BD-R/RE abspielen können, was mit AC3 2.0, AC3 5.1 sowie Menüstrukturen geht - die Scheiben können auch basierend auf AVC oder mpeg2-HD authored werden.

      Für die PS3 gilt die Einschränkung, dass 002er-BDMV-Strukturen auf normalen DVDs nicht abspielbar sind - die PS3 akzeptiert lediglich 001er-AVCHD-DVD-Strukturen. Daran dürfte sich offenbar auch nichts ändern, auch wenn dies nur eine Kleinigkeit in der Firmware der PS3 sein dürfte. Andere Player, wie etwa der Samsung 1400, spielt 002er-BDMV Strukturen von normalen oder DL-DVDs sehr wohl ab, hat aber wieder Einschränkungen in der maximalen Datenrate, die für diesen Player bei maximal 18 mbps liegen darf. Die Frage der möglicherweise mangelnden Kompatibilität von 002-BDMV-DVDs zu vielen Playern dürfte die Hauptursache sein, dass derartige Scheiben sich nicht wirklich durchsetzen werden - sondern dass die User wohl doch gleich auf Blu Ray BD-R/RE ihre Filme brennen werden.

      Bei m2t-Material hingegen ist kein AC3 5.1 vorgesehen, hier ist die Ausgabe zu entsprechenden BluRay Strukturen als mpeg2-HD mit 5.1 Ton erforderlich um 5.1 im Datenstream integiert zu haben.

      Leider sieht die Blu Ray Spezfikation auch nicht 25p, sondern nur 24p vor. Fallweise spielen Player aber sehr wohl 25p Material ab, aber auch kann zu Kompatibilitätsfragen führen.

      Gegenwärtig ist noch die Ausgabe zu mpeg2-HD der Ausgabe zu AVC überlegen, was am Entwicklungstand der Encoder liegen dürfte. Einige Programme wie Pinnalce Studio 12+ oder Vegas Moviestudio 9a Platinum können die Ausgabe zu 1920er AVCHD bereits, andere - wie Vegas 8b Pro können bisher nur die Ausgabe zu 1440er AVC, das neuere Vegas 8c Pro kann ebenfalls die Ausgabe zu 1920x1080. Trotzdem stellt sich gegenwärtig noch die Frage, ob nicht doch die Ausgabe zu mpeg2-HD mit wahlweise 1440x1080 oder 1920x1080 die bessere Wahl ist - bisher war die Qualität der mpeg-2 Encoder in den verschiedenen, getesteten Schnittprogrammen besser, als wir das bei den AVC-Encoder beobachten konnten. Zumindest mit dem Sony AVC Encoder, der nun 1920x1080 kann, beobachtet man nach dem ersten Umrendern von 1920er AVCHD, dass die Blockstruktur etwas deutlich sichtbarer wird - muss aber dazu schon einen extrem kurzen Abstand zum HDTV einnehmen, um das sehen zu können. Die mpeg2-Encoder sind da ganz geringfügig besser - über hochwertige Ausgabeketten ala Intensity Pro analysiert. Trotzdem kann ein durchgängiger workflow in 1920er AVC seine Vortiele haben - bei einem normalen Betrachtungsabstand könnten die AVC-Encoder langsam mehr und mehr gleichziehen, zumindest was den Vegas Sony AVC Encoder betrifft.

      In Summe wird sich wohl das Authoren von 1440x1080 50i beziehwungsweise von 1920x1080 50i auf BD-R/RE durchsetzen, basierend auf den gegenwärtigen Camcordern die praktisch noch gar nicht 50p können. Beide Formate werden auf allen Blu Ray Playern abspielbar sein, die selbstgebrannte BD-R Scheiben lesen und abspielen können (und das sind fast alle). Was leider nicht oder nur im Ausnahmefällen abspielbar sein wird, ist 1080 25p und 1080 50p, sondern eben nur 1080 24p und 1080 50i - weil das Blu Rays nicht vorsehen. Was für unsere PAL-Camcorder schlimm ist, weil die fallweise 25p oder in ganz wenigen Fällen sogar 50p anbieten, was damit eher sinnlos geworden sein dürfte.




      BLU RAY AUTHORING

      Grundsätzlich wird das Blu Ray Authoring sowohl unter Verwendung von H.264 (AVC) wie auch mpeg2-HD möglich sein. Gegenwärtig sind auch noch BluRay Brenner preislich halbwegs erschwinglich geworden, und HD DVD ist vom Markt verschwunden. Neben der Erstellung von AVCHD-DVDs, die sich doch weniger stark als erwartet als Zwischenlösung etabliert haben, dürften inzwischen die meisten User doch auf das Brennen auf Blu Ray Scheiben setzen.

      Inzwischen haben auch Einsteigerlösungen mehr und mehr das Authoring von Blu Ray samt Menüstruktur erlernt - sei es etwa Pinnacle Studio, Uleads Filmbrennerei 6+, bei der das HD-Plugin inzwischen nicht mehr kostenpflichtig sein dürfte, Uleads Videostudio 11.5 oder auch VdL und Powerdirector 7. Zu den professionelleren Lösungen wie Roxio DVDit Pro HD sind sowohl Encore CS3 wie auch der Sony DVDa5 gestossen, und bieten bereits ein halbwegs professionelleres Authoring an, meist sowhohl auf AVC wie auch mpeg2-HD Basis. Bedauerlicherweise sind einige der besten Lösungen - sowohl Premiere Encore CS3 wie auch der Sony DVDA5 - nur zusammen mit den jeweiligen Schnittprogrammen zu kaufen.

      Ein umfangreicheres Tutorial zum Sony DVDA5 findet sich hier: DVDA5 Blu Ray Authoring, wobei sich mit Vegas 8c und kommenden updates des DVDAs endlich auch 1440er und 1920er AVC-Material mit Markern problemlos im DVDA5 verarbeiten läßt.

      und Tutorials für die Verwendung von Encore CS3 finden sich hier:

      Encore CS3 - Blu Ray Authoring von HD

      Menügestaltung für Blu-Ray mit Encore und Photoshop

      Die Materialvorbereitung passiert üblicherweise in den jeweiligen Schnittprogrammen. Die vom DVDA5 sowie von Encore CS3 ausgegeben 002-BDMV-Struktur kann man zwar grundsätzlich mit Brennprogrammen auf DVDs und DL-DVDs brennen, vorgesehen sind diese Strukturen aber eigentlich für BD-R.

      Will man AVCHD-DVDs brennen, so bietet das die genannte Filmbrennerei 6+ samt HD pack an - eine Lösung, die zwar Consumercharakter hat, aber sich für ein preiswertes Blu Ray Authoring auch für all diejenigen Applikationen anbietet, die gegenwärtig noch keine eigenes Blu Ray Authoring haben. Dazu zählt gegenwärtig etwa Canopus Edius wie auch Canopus Neo.

      Ein Sonderfall sind Sony Vegas 8 Pro und Vegas Moviestudio 9 Platinum - Vegas 8 Pro ist ja grundsätzlich mit dem DVDA5 gebundelt, lediglich OEM-Versionen aus dem gemeinsamen Camcorder-Vertrieb kommen ohne DVDA5 in den Handel - Aufrüsten ist hier möglich. Vegas Moviestudio 9 Platinum beinhaltet die Studiofassung des DVDA 4.5, der aber bisher nur SD-Auflösung beherrscht - und kann nun wie Vegas 8 Pro selbst die Ausgabe zu BD-Rs aus der Timeline erledigen (aber ohne Menüstruktur).

      Bei den Einsteigerprodukten bietet für das hochauflösende Authoring bietet Nero 7.9x in Vision 4 sowie Nero 8 ein erstes einfaches Authoringtool an, welches etwa HDV-Material zu AVCHD wandelt und das Erstellen von auf BluRay-Laufwerken lauffähigen AVCHD-DVD (mit DVD-Standardrohlingen) ermöglicht.

      Gegenwärtig haben wir den Status, dass bereits einige Werkzeuge Blu Ray Authoring erlernt haben - aber mit der Kompatibilität dürfte es noch nicht immer zum Besten bestellt sein. Es dürfte sich zur Zeit um ein gewisses Glücksspiel handeln, welche wie erstellten Scheiben wo abspielbar sind - siehe auch HIER.


      Hat man noch kein Authoringtool oder keinen Blu Ray Brenner verfügbar, wird unverändert empfohlen, heute die gesamten HD-Projekte auf externer Festplatte aufzuheben. Dies hat den Vorteil, dass man morgen - wenn bessere Authoringtools verfügbar sind oder die Schnittprogramme wenigstens das Material in BluRay Struktur Struktur schreiben können - man die Projekte einfach nochmals zur finalen Struktur rausrendern kann.



      UND WENN JEMAND GAR NICHT SCHNEIDEN WILL?

      Ich bin bei diesen Ausführungen bisher davon ausgegangen, dass das erklärte Ziel Blu Ray Scheiben mit Menüs sind - und dass vorher ein Schnitt erfolgen soll. Das muss natürlich nicht immer der Fall sein, viele wollen nur ihre Clips in eine abspielbare Version bringen, ohne sich den AVCHD-Schnitt vorher antun zu wollen. Auch dafür gibt es Möglichkeiten - etwa die bereits erwähnten kleinen Zusatzbrenner, die Sony und Canon für ihre Produkte anbieten. Oder es gäbe auch die Möglichkeit, über das Tool AVCmerge von elcutty einfach die clips zu mergen, und dann etwa mit der Filmbrennerei auch mit Menüs zu authoren und zu brennen. Die Vorteile dabei sind:
      - Die Filmbrennerei berechnet das Material nicht neu - heißt: die Sache geht recht schnell.
      - Das Mergen würde kurzes Stocken zwischen den einzelnen clips unterbinden, Schnitt ist das zwar eigentlich keiner, man würde nur mißlungene clips verwerfen.

      Aber für viele von uns, die einfach nicht lange schneiden wollen, ist das vielleicht durchauas eine attraktive Option. Ob AVC-Merge mit dem jeweiligen Material funktioniert, muss aber jeder selbst prüfen (Quelle AVC-Merge: AVC-Merge. Diskussion zu dieser Vorgangsweise: AVCHD-DVD mit FB6 plus HD Pack.



      ZUSAMMENFASSUNGF: WEITERE HARDWARE-ANFORDERUNGEN

      Zuletzt: will man in HD filmen, so sollte man auch nicht übersehen, dass man eine HD-Ready oder full-HD Sichtgerät benötigt, will man wirklich den Vorteil der höheren Auflösung nutzen können. Man sollte auch beachten, dass man damit in 16:9 filmt, was zukunftssicher ist, aber auf älteren 4:3 Geräten zu den typischen schwarzen Balken oben und unten führt.

      Und man sollte beachten, dass man neben Plasma, LCD oder Beamer gegebenenfalls auch Investitionen in PC, Schnittprogramm, Blu Ray-Brenner und Abspielgeräte tätigen muss. Auch wenn typischerweise diese Investitionen schrittweise erfolgen - irgendwann müssen sie für den Umstieg auf HD getätigt werden. Belohnt wird man dafür aber mit zukunftssicheren Filmmaterial, mit dem man auch morgen noch Freude haben dürfte.



      UND WAS NUN: HDV ODER AVCHD?

      Die Frage, ob man nun HDV, mpeg2-HD der JVC-Geräte, oder AVCHD wählt, wird weiterhin ein Diskussionsgegenstand bleiben. AVCHD Geräte bieten heute die modernere Aufzeichnungstechnolgie, sie zeichnen in moderneren Codecs auf, und sie erreichen eine horizontale Bildauflösung, die zwar auch noch von full-HD ein Stück weg ist, aber mehr und mehr besser wird als das bei HDV möglich war. Höhere Datenraten zusammen mit moderneren Codecs erlauben mehr und mehr eine bessere Bildqualität - und die Geräte zielen stärker auf Consumer als auf Profis. Auch wenn die professionelleren Gehäuse erst im Kommen sind, um das noch gezielter nutzen zu können.

      mpeg2-HD oder HDV-Camcorder hingegen haben ihre Limits offenbar nahezu erreicht, bieten bereits heute professionellere Camcorder-Gehäuse wie etwa im Fall der Sony EX1, EX1 oder auch der Canon A1 und H1, und haben unverändert den Vorteil des viel leichteren Schnittes. Für Profis wie etwa kommerzielle Hochzeits- und Eventfilmer sind diese Geräte unverändert die logischere Wahl.

      Was also jeder für sich verwenden soll, ist nicht einfach zu beantworten - es hängt vom Einsatzzweck, von den Schnittabsichten sowie vom vorhandenen oder anzuschaffenden, restlichen Equipment ab.

      Leider hat 1920er AVCHD die Anforderungen an die Schnittsysteme nochmals nach oben getrieben, viele User die intensiv schneiden wollen schneiden daher AVCHD heute unverändert über Intermediates oder Proxys. Man kann gerade dem Einsteiger hier nur auf die Faktenlage hinweisen - will er 1920er AVCHD Material schneiden, so erfordert das einerseits die richtigen Werkzeuge, andererseits ziemlich leistungsfähige PCs. Auch "Schnitt" ist nicht gleich "Schnitt": es macht einen ziemlichen Unterschied, ob ich primär harte Schnitte verwende, oder ob ich massives Compositing betreibe. Ersteres wird leichter gehen als zweiteres, was doch deutlich rechenintensiver ist.

      Manche wollen natürlich gar nicht schneiden - auch das ist eine legitime Entscheidung, und dann kann man sich wohl beruhigter AVCHD zuwenden, sollte sich aber überlegen, wie man das Material abspielen kann.

      Was immer jemand für sich entscheiden mag, wichtig ist es, vor der Camcorderwahl über diese Zusammenhänge bescheid zu wissen. Keiner erzählt einem das im Regelfall, der Handel vertreibt Camcorder und kümmert sich um den Rest naturgemäß kaum bis gar nicht. Viele Foren bejubeln nur den Abgang vom mini-DV-Band, und huldigen dem blanken Glauben an Speicherchips und Festplatten - ohne zu sehen, dass das mini-DV-Band eine recht solide Technologie war und ist, und ohne die Probleme beim Schnitt zu sehen. Und blöd ist es, wenn man die Erwartung hat, intensiv schneiden zu können, und erst nach dem Kauf der Geräte rausfindet, was man dazu noch so alles benötigt. Daher: vorher dem Camcorderkauf informieren und überlegen, ob etwa mpeg2-HD, HDV oder AVCHD die bessere Wahl für einem selbst ist!

      Ich persönlich dürfte zu den wenigen gehören, die bereits in Vegas 8b unter Verwendung eines auf 3.3. Ghz hochgetakteten Q6600 und der Intensity Pro mit Canon HF100 Material die vollen 25 fps bekommen - und schneide daher dieses Material primär nativ. Mit Vegas 8c hat sich das wohl für viele User verbessert. Aber ich bin auch ein Verfechter des eher traditionellen Videoschnitts, ich halte wenig von Trickblenden, ich arbeite primär mit harten Schnitten und verwende fallweise Überblendungen, Titel oder auch noch Farbkorrekturen. Und sowas geht heute bereits durchaus. Und natürlich arbeite ich bei HDV-Material meiner FX1 heute auch nativ.

      Ideal ist es auf jeden Fall, sich dieser Zusammenhänge bewußt zu sein, bevor man seine Camcorder-Wahl trifft. Und dann bewußt das für einem selbst geeignte System zu wählen - was naturgemäß einmal das, und einmal das sein kann.

      Viel Spaß dabei!
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • RE: AVCHD versus HDV: Kaufberatung Version 3 - NEU!

      Ein herzliches Dankeschön an Dich, Wolfgang, für den sehr guten aktuellen Zwischenstand betrffend AVCHD / HDV. :Applaus: :beer:
      Meiner Meinung nach sollten Neueinsteiger ins Videogeschäft, die ernsthaft Videoschnitt betreiben wollen, nach wie vor mit HDV beginnen. In 1-2 Jahren siehts dann sicher anderst aus. :servus:
    • RE: AVCHD versus HDV: Kaufberatung Version 3 - NEU!

      Hallo Wolfgang,

      Habe soeben deine neue Version überflogen und kann nur sagen :yes:

      Für ambivalente Kaufinteressenten sehr zu empfehlen. Ich empfehle denen aber eher HDV. EDIT: Ohhh, Jochen auch. :Applaus:

      Gruß und .....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ostfriese ()

    • Tolle Arbeit

      Hallo Wolfgang,
      Anerkennung für Deine Arbeit bzw. für Dein HANDBUCH. Habe sie mir abgespeichert und in Ruhe durchlesen.
      Gruß aus Greifswald
      Manfrd
    • Ich habe das "Handbuch" :D nochmals überarbeitet, und zwar im Hinblick auf folgende Punkte:

      1. Ich habe nochmals hervor gehoben, dass AVCHD Geräte heute schlicht und ergreifend anfangen, die bessere Bildqualität zu produzieren. Noch fehlen Camcordergehäuse ala FX1 oder A1, die das auch besser unterstützen würden. Aber die grundsätzliche Überlegenheit des Codecs ist ein Faktum, ob die aber auch ausgenutzt wird ein anderes Paar Schuhe.

      2. Es gibt auch den Fall, dass jemand gar nicht schneiden will - und nur sein AVCHD Material auf Scheibe bringen will. In einer kürzlichen Diskussion hat sich gezeigt, dass AVCmerge gemeinsam mit der Filmbrennerei gar keine schlechte Lösung ist - auch wenn das die Leute testen müssen, ich selbst beschreite diesen Weg nicht.

      3. Die Wahl, ob man nun AVCHD oder HDV wählen soll, diese Wahl ist vermutlich schwieriger den je. Ich finde, es wird darauf keine universellen Antworten geben können. Wichtiger ist, dass jemand die Fakten vorher kennt, und sich dann gezielt entscheidet - das war die Grundidee der Kaufberatungen. Blöd ist es, wenn jemand einfach reinfällt. Ich habe auch diesen Teil nochmals dahingend geschärft.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Hallo Wolfgang, da in diesem Zusammenhang auch immer von der Zukunft alla Panasonic 151 und 171 gesprochen wird bezüglich der Bildquali die erst jetzt beginnt das Potenzial zu zeigen....

      Wäre nicht Schlecht die MPEG2HD basierenden SONYS ala EX1, EX3 und die neue 7er und die 270er als Qualitätsoberliga im Preisleistungsvergleich mit einzubinden..

      Von der Preisgebahrung liegen sie nicht wirklich weit auseinader...
    • Ok, die Sony und Canon Geräte zu erwähnen kann nicht falsch sein - auch wenn ich meine, dass das Zielpublikum für diese Geräte kaum in die Versuchung von AVCHD kommen dürfte - aber ok, eingebaut sind sie kurz.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Ich hätte da mal eine Frage an dich Wolfgang.
      Ich mache sehr viele Videos wo ich überhaupt nichts schneide und diese Bänder dann 1:1 auf Platte und zusätzlich noch auf Band sichere.
      Geht das Grundsätzlich mit AVCHD auch das ich 1:1 auf Platte das aufgenommene Material übertrage ohne irgendwelche Nachteile zu haben. Szenentrennung benötige ich wie gesagt fast nie. Du schreibst was mit Rucklern nach jeder Szene, habe ich da vielleicht was falsch verstanden oder habe ich da wirkllich nach jeder Filmscene einen Ruckler den ich auf Band nicht habe? Das verwirrt mich etwas.
      LG Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AndreasBloechl ()

    • Natürlich kann man die AVCHD-Clips auf die Festplatte kopieren - das ist ein reiner Kopiervorgang, der sonst keine Nachteile hat.

      Jede Szene wird bei AVCHD als eigene Datei auf der Festplatte/dem Chip abgelegt, so gesehen braucht man keine Sznenentrennung mehr - da jeder Clip eine eigene Datei ist. Man kann aber auch nicht vermeiden, dass jede Szene eben ein einziger Clip ist.

      Will man jetzt die Clips einfach in Serie abspielen, ist immer die Frage, wie die Übergänge zwischen den einzelnen Clips sind - ob es dort zu einem kurzen Aussetzer kommt oder nicht. Von manchen Camcordern lassen sich die einzelnen Clips ruckelfrei abspielen, von anderen offenbar nicht. Und die Frage ist auch immer, was passiert, wenn man die einzelnen clips in ein Authoringtool einfach einfügt.

      Hat man das Problem, gibts eigentlich nur einige Mögilchkeiten: entweder legt man die clips in die timeline einer passenden NLE, und rendert das Material zu einer Datei raus; oder man versucht sein Glück mit AVCmerge.

      Und Bandaufzeichnung ist ja bei AVC nicht.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Super Wolfgang für deine ausführliche Beschreibung, das dachte ich mir schon fast das es so ist. Aber eine Frage noch , ich spiele in letzter Zeit mit dem Gedanken mir eine Sony zu kaufen die auf Stick aufzeichnet, kennst du da vielleicht ob es da möglich ist ohne aussetzer die Clips in Reihe ganz normal abzuspielen?
      Ich möchte diese Cam ganz normal wie meine alte DV Cam benutzen und einfach nur 60min am Stück abspielen ohne jegliches bearbeiten. Ich schaue nämlich schon immer bei der Aufnahme das alles halbwegs vernünftig aufgezeichnet wird und ich keine arbeit habe mit dem Schnitt. Nur ab und an mal muß ich dann was rausschneiden.
      LG Andreas
    • Es gab hier kürzlich einen Thread zu der Thematik - und von Sony würde ich die SR11/12 empfehlen. Ob die dieses Problem hat oder nicht hat, weiß ich nicht.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

      Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Ich habe zur Zeit 3 AVCHD Camcorder von Sony: TG1, CX7 und SR 11. Die ersten 2 zeichnen auf karte auf und es lässt sich ohne Unterbruch abspielen. Die SR 11 zeichnet auf Hard Disk und auch d ist das Abspielen ohne Unterbruch. Zuvor hatte ich eine SR 1 auch die machte keine Unterbrüche beim Abspielen. Alle spielen ab wie vom Band. Ich hoffe damit konnte ich deine Bedenken zersteuen.
      Grus aus der Schweiz mags
    • Wie, auch wenn Du einige Clips zwischendrinn in der Kamera rausgelöscht hast?
      Kannst Du auch Clips von der PC-Festplatte zurückspielen die dann unterbrechungsfrei laufen wie eine einzige Datei?

      Die Kamera wäre ja dann gleichzeitig ein idealer HDMI-Player!

      Mit welchen AVCHD-Kameras geht das noch?
      +++++++++ Das ist meine Privatmeinung! +++++++++
      +++ FZ300 - RX100 - EDIUS 9.x - DaVinci Res.14 +++

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Achilles ()

    • Eine sehr informative Zusammenstellung, alle Achtung, Wolfgang!

      Zu Premiere CS3 und HDVSplit wäre noch anzumerken, dass Pr3 Projekte, in die man viele Clips importiert, die mit HDVSplit getrennt gecaptured wurden, extrem zäh in der Verarbeitung werden. Nach dem Import rechnet Pr3 ewig an den Clips. Hat man dann das Projekt in Arbeit und öffnet es erneut, dauert auch das Öffnen wieder sehr, sehr lange. Bei typischen Urlaubsvideos mit vielen kurzen Clips ist das fast nicht hinnehmbar, dann lieber mit Pr3 am Stück capturen und in der Timeline von Hand trennen.

      Soweit meine Erfahrung hierzu.

      Gruß

      Hape
    • Original von mags
      Ich habe zur Zeit 3 AVCHD Camcorder von Sony: TG1, CX7 und SR 11. Die ersten 2 zeichnen auf karte auf und es lässt sich ohne Unterbruch abspielen. Die SR 11 zeichnet auf Hard Disk und auch d ist das Abspielen ohne Unterbruch. Zuvor hatte ich eine SR 1 auch die machte keine Unterbrüche beim Abspielen. Alle spielen ab wie vom Band. Ich hoffe damit konnte ich deine Bedenken zersteuen.
      Grus aus der Schweiz mags


      Ich habe die Sony HDR-SR 12. Sie spielt Clips ohne Unterbrechung und ruckelfrei ab, aber nur, wenn man keine Clips zwischendrin gelöscht hat.

      Hat man einen Clip gelöscht, kommt es an der Unterbrechungsstelle zu einem kurzen Bild- und Tonaussetzer (das Bild steht ca. eine halbe Sekunde).

      Weiterhin passiert folgendes:

      An die Stelle, wo ein Clip gelöscht wurde, wird ein anderer, später gefilmter Clip gesetzt. Die fortlaufende Nummerierung stimmt nicht mehr.

      Beispiel:

      0000.mts -> 0001.mts -> 0002.mts aufgenommen. Wird ruckelfrei abgespielt.

      Jetzt löscht man 0001.mts.

      0000.mts -> 0002.mts wird mit Ruckler abgespielt.

      Jetzt filmt man was neues. Den ersten neugefilmten Clip fügt die Kamera als 0001.mts wieder ein. Den zweiten neugefilmten Clip als 0003.mts, dann 0004.mts usw.

      Beim Abspielen kennt die Kamera über ihre Playlist Datei die richtige Reihenfolge und spielt so ab:

      0000.mts -> 0002.mts -> 0001.mts -> 0003.mts -> 0004.mts

      Problematisch wird es, wenn man die Clips nicht mit dem Picture Motion Browser kopiert (der sortiert sie nach der Playlist Datei nämlich richtig), sondern sie einfach von der SR 12 kopiert. Dann stimmt die Szenenreihenfolge nämlich nicht.

      Dann bekommt man

      0000.mts -> 0001.mts -> 0002.mts -> 0003.mts -> 0004.mts

      und schon sind die Szenen vertauscht.

      Also, mein Tipp: Entweder keine Clips löschen (dann stimt die Nummerierung immer und es gibt keine Ruckler) oder alle Dateien nur mit dem Picture Motion Browser kopieren, denn dann stimmt die Reihenfolge (der Picture Motion Browser benennt die Dateien um mit Datum und Uhrzeit der Aufnahme).