Kommentare - ja oder nein?

  • Ich zitiere mich mal selbst:


    Kommentare
    Kommentare können einen Film beleben, ihn informativer machen – leider aber auch veröden.
    Ein Klassiker als Beispiel, zu sehen ist der Eiffelturm. Drei Kommentare dazu:


    Der Eiffelturm, Mutti steht da ganz rechts.


    Keine neue Information, denn das ist alles zu sehen


    oder
    Das ist der Eiffelturm in Paris, der uns mit seiner Höhe von 324 m sehr beeindruckte.


    Immerhin eine Information, denn die Höhe sieht man nicht.
    oder


    der französische Ingeneur Eiffel gibt diesen Turm seinen Namen. Gegen viele Widerstände setzte
    er den Bau von 1878 bis zur Weltausstellung in Paris 1889 durch.
    Das ist Information pur


    Kommentar kann auch einfach eine Geschichte erzählen und die Bilder begleiten das ganze.
    In diesem Beispiel:
    Es ist sehr warm an diesen Tagen und seit Stunden sehen wir uns die Sehenswürdigkeiten an.

  • "Wie kannst du dir das nur alles merken?" Ich mache unterwegs nämlich keinerlei Notizen, sondern hole mir entsprechende Infos bei der Nachbearbeitung aus dem Internet.

    Wenn ich denn überhaupt einen Kommentar mache, handhabe ich das auch so. Ich habe aber in den letzten 2 oder 3 Jahren gemerkt, dass mich Musik-Bild-Kompositionen immer stärker faszinieren. Während ich z.B. mein Dubai-Video mit vollständigem Kommentar vielleicht 4 mal gesehen habe, sind es beim Katamaran-Video mindestens schon 30 mal, einfach schon weil ich den verwendeten Song so liebe. Da ist mir der Content ID Anspruch von YouTube egal.


    Noch eins: Mit dem Alter wird mein Erinnerungsvermögen nicht gerade besser. Dafür sind unsere Reisen aber wesentlich länger geworden. Auf unserer Weltreise im letzten Jahr habe ich daher nach fast 50 Jahren (!) das erste Mal wieder Tagebuch geführt und dies während der 6 Wochen auf den Philippinen wiederholt. Das hat mir schon bei etlichen Videos und Reiseberichten geholfen.

  • Während ich z.B. mein Dubai-Video mit vollständigem Kommentar vielleicht 4 mal gesehen habe, sind es beim Katamaran-Video mindestens schon 30 mal, einfach schon weil ich den verwendeten Song so liebe. Da ist mir der Content ID Anspruch von YouTube egal.

    Wenn man ein Video rein für sich selbst macht - dann ist das völlig legitim dazu seine eigene Lieblingsmusik zu nehmen und auf einen Text zu verzichten.
    Und wenn man darauf verzichtet das Video hochzuladen dann kann einem Youtube und Copyright von Musiktiteln bzw. die GEMA auch völlig egal sein ;)

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

  • Man kann aber, für mich als Holländer unmöglich, natürlich direkt am Schnittplatz der Kommentar aufsprechen.

    Hi,


    ich benutze dafür seit langem Cubase von Steinberg (Nuendo war mir da etwas zu teuer)

    • zunächst wird eine aus dem NLE exportierte Videospur in Cubase importiert;
    • das Bild wird (bei mir auf dem 2. Monitor) in einem Viewer angezeigt;
    • - quasi mit IN/OUT - wird der Bereich einer kurzen, zusammenhängenden Textpassage festgelegt;
    • dieser Bereich läuft dann nach Start der Audio-Aufnahme solange als Endlosschleife ab, bis man die Aufnahme stoppt;
    • bei jedem Durchlauf spricht man seinen Text ein;
    • die Aufnahmen aller Durchläufe werden in der aktiven Audiospur als Unterereignisse gespeichert;
    • daraus kann man dann nachträglich die Aufnahme auswählen, die einem am besten gefällt, oder man schneidet sich aus mehreren Durchläufen etwas zusammen;
    • dann geht es mit dem nächsten Bereich weiter.


    Natürlich bedarf auch das einiger Übung. Aber durch den unterbrechungsfreien Ablauf als Schleife bekommt man sehr schnell eine Routine für seinen Text.
    Wenn man sich "verhaspelt", macht es nichts. Und man kann auch verschiedene Einsätze, Rhythmen, Textvarianten, Betonungen, usw. ausprobieren und vergleichen.


    Wie gesagt, mit etwas Übung geht das wirklich sehr gut und man kommt da recht schnell voran.



    Der festgelegte Bereich sollte dabei natürlich wirklich nur kurz sein, damit man sich nicht endlos Text merken muss.


    Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,
    das ist eine Methode weil man die Szene dabei auch vor Augen hat.
    Ich mache es öfters mit mein MacBook so das ich der Text erst schreibe und dann vom Mac vorlassen lassen kann und dabei das Video abspiele.
    Danach wird der komplette Text mit der Zoom H1 und ein kleines Mischpult mit einem uralte, aber mit sehr schöne Klang, Sennheiser MD421 aufgenommen.
    Danach in Audacity korrigiert und auf der Tonspur im an die passende Stelle im Schnitt gelegt.


    Dirk PEL

  • Ich fertigen zuerst einen Grobschnitt des Videos an, schreibe dann den gewünschten Text in einem Editor und lasse diesen dann via Audition als Computerstimme ausgeben.
    Diesen füge ich dann in das Video ein und fertige die endgültige Schnittfassung damit an.
    Das hat für mich den Vorteil, dass ich alles aufeinander abstimmen kann und auch der gesprochene Text mit dem Bild harmonisiert.
    Ist dann alles fertig lasse ich den Text sprechen und tausche dann den Computertext gegen den gesprochenen aus.
    Diese Methode hat sich bei mir als die praktischste herauskristallisiert, wobei ich vorher auch einige andere Wege gegangen bin.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Ich fertigen zuerst einen Grobschnitt des Videos an, schreibe dann den gewünschten Text in einem Editor und lasse diesen dann via Audition als Computerstimme ausgeben.
    Diesen füge ich dann in das Video ein und fertige die endgültige Schnittfassung damit an.

    Genau. Das ist doch die beste Methode die Erstellung des Kommentars gleich in den Grobschnitt zu integrieren. Denn manchmal braucht man halt einen Take auch aus dieser Perspektive etwas länger stehend.


    Wenn ich mir das überhaupt antue - dann gleich in der NLE.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Dreht sich hier nicht alles im Kreis in der Diskussion ob ein Text wie z.B. "Dubrovnik"
    oder "Pforzheim" im Falle eines Reisefilmes als Text eingeblendet werden darf in
    eine Szene oder gesprochen werden muss?


    Ich mache das mit Texteinblendung...
    Längere z.B. historische Erklärungen bei einem Reisefilm sind vor dem Reiseabschnitt
    in meinem Fall in einer länger stehenden Texttafel(den Text lese ich mir selbst vor um
    eine ausreichende Zeit den Clip stehen zu lassen). manchmal garniere ich den Clip
    mit einem Kartenausschnitt oder eine Landesflagge, z.B. bei Grenzübertritt nach
    Marokko. Eine Computer-Vorlesestimme kommt bei mir überhaupt nicht in Frage.


    Ich habe also einen Plan dem Betrachter eine kurze Info zu geben wo wir gerade
    sind oder was das ist in dem Clip ohne dass er das Geschehen selbst auf dem Clip
    aus dem Auge verliert. Diejenigen die das Gegenteil behaupteten hier, haben einfach
    keinen Plan wie man das mit Texten macht...

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • Eine Computer-Vorlesestimme kommt bei mir überhaupt nicht in Frage.

    Das hat auch kein Mensch hier behauptet, diese Computerstimme dient nur als Platzhalter am zu hören ob es passt :!:

  • Eine Computer-Vorlesestimme kommt bei mir überhaupt nicht in Frage.


    Du musst genau lesen, Bruno.
    Die Computerstimme nehme ich, weil ich da genau die Sprechgeschwindigkeit anpassen kann und somit auch genau einschätzen kann, wie lange der Text gesprochen wird.
    Passt der Text nicht, ändere ich ihn einfach um, gleiches gilt für die Cliplänge.
    Das ist für mich die optimale Anpassungsmöglichkeit, denn ich brauche nicht ständig den Text neu sprechen und aufzeichnen, sondern tippe einfach.
    Ist alles fertig, wird die Computerstimme durch eine menschliche Stimme ersetzt, was dann nur noch ein Klacks ist.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Das hat auch kein Mensch hier behauptet, diese Computerstimme dient nur als Platzhalter am zu hören ob es passt

    Sehr umständliches Vorgehen... :gruebel:
    Das was ich in #48 beschrieben habe, sieht man auch fast jeden Tag in etwa so im TV-Programm.
    Natürlich werden dort auch Texte eingesprochen, wenn z.B. die Arbeit des Geigenbauers erklärt wird,
    in dem Fall ist das natürlich sinnvoll.

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • Ohne Kommentar geht (für mich) überhaupt nicht. Wenn man sich überlegt, wie kompliziert das vom technischen Aufwand her früher war, so ist das heute ein Kinderspiel, eine technisch wirklich gute Nachvertonung resp. Kommentierung hinzubekommen. Über das "wie" sind hier schon viele Vorschläge gemacht worden. Dem ist nichts hinzuzufügen. Eine Variante, die im Familienkreis noch immer hoch im Kurs steht, haben wir vor vielen Jahren mal mit meinen Enkelkindern vollzogen:
    Ich habe den fertig geschnittenen aber audiomäßig noch nicht bearbeiteten Film im Familienkreis meinen Enkelkindern vorgeführt. Die lebhafte Diskussion habe ich aufgenommen und später - soweit geeignet - in den Film eingearbeitet. Bei den Besuchen meiner Enkelkinder wird immer wieder um Vorführung dieses Streifens gebeten.
    Es kommt nicht nur darauf an, wie kreativ man mit der Kamera umgeht, egal wie teuer sie ist, sondern wie kreativ man die Aufnahmen später video- und audiomäßg bearbeitet. (Diesen Spruch habe ich irgendwo abgeschrieben, hoffentlich ist mir da kein Fehler unterlaufen.) ;)

    Viele Grüße,
    Rüdiger

  • Ich benutze wahrend der letzten Jahre die app 'Day one' als Tagebuch.


    Ich schreibe darin sehr vieles: Daten der Reise, Geschichten die nicht auf Film stehen und beschreibe unsere Erlebnisse.


    Die Rundreise durch den Nordosten der Vereinigten Staaten hat neben ein Bluray Video so auch ein Buchlein van 52 (!) Seiten A5 gebracht.


    Ich merke das Familie und Freunde das Buchlein mit Erlebnisse und Fotos zum Film sehr interessant finden!


    Kostet viel, sehr viel Zeit aber das lohnt sich!!!


    Schonen Gruss,


    Wiel

  • Kommt darauf an, was man für einen Film macht, ob ein Kommentar diesen bereichert oder ob er überflüssig ist oder gar störend ist..

    Hatte mal vor langer Zeit einen Film über Salvadior da Bahia in Brasilien gemacht und für den Kommentar eine Buchvorlage mit kulinarischer Ausdrucksweise verwenden können, die Einblick in die Befindlichkeit der Brasilianer gab. Das verdoppelte dann vorwiegend wegen der gelungenen bildhaften (abgeschriebenen) Formulierungen die Wirkung der Bilder.


    Aber wie ein Merian Reiseführer die Historie einer viel bereisten allseits bekannten Stadt auf einem Städtetrip runter zu beten, ist nur öde. Dann lieber sich auf schöne visuelle Impressionen mit passender Musik beschränken.

    Und nicht jeder Trip bietet eine erzählenswerte Geschichte, aber schöne filmenswerte Impressionen, die keines Kommentares bedürfen.


    Ein Kommentar sollte auch stilistisch gelungen sein, und über diesen Sprachschatz verfügen die wenigsten.

    Auch z.B.Drohnenaufnahmen spektakulärer Landschaften brauchen keinen Kommentar.


    Mache ich eine aus dem Rahmen fallende Reise in relativ unbekannte Gefilde und Kulturen, macht ein Kommentar freilich Sinn.


    Was das Interesse der eigenen Kinder angeht, so hat meine 16 jährige Tochter ein nur sehr eingeschränktes Interesse an den Videofilmen über gemeinsame Reisen.

    :computer::wallbash::thumbsup::stolz: