Konzertaufnahme (POP) mit normal Equipment nicht machbar?

  • hallo, ich versuche mich des Öfteren, mal ein POP-Konzert aufzunehmen.

    Bisher scheiterten fast alle Versuche an den gewaltigen Schalldrücken der Lautsprecher.

    An der Kamera (JVC GY200) mit Auto Aussteuerung kein Weg, manuelle Aussteuerung etwas besser.

    Die wummernden Bässe schmieren alle samt ab …..

    Als Mic verwende ich ein Beyerdynamic MCE 85 mit Phantomspeisung.

    Geht das gar nicht mit diesen Komponenten?

    Stefan

  • Nur sehr schwer bis überhaupt nicht.


    Das Problem dürfte bereits darin berstehen das der mikrofoninterne Verstärker bzw. sogar die Mikrofonkapsel des Kondensatormikrofones durch den hohen Schalldruck übersteuert wird und verzerrt.


    Abhilfe ist da kaum möglich, gerade wenn die Kondensatorkapsel selbst übersteuert. Wenn der Vorverstärker im Mikrofon übersteuert gibt es Mikrofone wo man interne Dämpfungsglieder zuschalten kann - das MCE86/MCE86 kann das allerdings nicht.


    Wenn das Mikrofon nicht übersteuert sondern nur die erste Eingangsstufe des Mikrofonvorverstärkers der Kamera kann ein Dämpfungsglied vor diesem helfen bzw. je nach Kamera lassen sich intern Dämpungsglieder vorschalten damit die Eingangsstufe nicht übersteuert.


    Wenn wirklich das Mikrofon übersteuert (wovon ich fast ausgehe) dann schafft die Verwendung eines dynamischen Mikrofones eventuell Abhilfe, diese sind meist deutlich unempfindlicher gegen hohen Schalldruck.

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  • Als Mic verwende ich ein Beyerdynamic MCE 85 mit Phantomspeisung.

    Geht das gar nicht mit diesen Komponenten?

    Stefan

    Nein dieses Mikro übersteuert durch den hohen Schalldruck.


    Nimm ein gutes Dynamisches.

    Beispiele:

    Beyer M88TG

    Sennheiser MD441

    Beyer M201TG

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  • Hi,


    MacMedia hat ja schon die wertvollsten Tipps gegeben.


    Fraglich ist m.E. auch, ob für sowas die Tonaufnahme auf die Kamera überhaupt die richtige Wahl ist - auch wenn sie zumindest schon mit externem Mic erfolgt. Grundsätzlich wäre es natürlich besser eine separate Audioaufnahme zu machen und diese dann im NLE mit der Kamera zu synchronisieren.


    Als Aufnahmegeräte könnten da ein Recorder (z.B. aus der Zoom -Reihe), oder ein Laptop auf Festplatte dienen. Da hat man dann normalerweise besser Möglichkeiten der Einflussnahme, als an der Cam.


    Dann kommt es natürlich darauf an, wie gut Deine Kontakte zum Veranstalter sind, bzw. was dieser Dir evtl. erlaubt.


    Ideal wäre, wenn Du den Ton direkt von der Audio-Anlage der Veranstaltung abgreifen dürftest. Da brauchst Du keine eigenen Mikrofone und hättest i.d.R. eine gut ausgesteuerte und abgemischte Aufnahme. Mit Glück (oder Bakschisch) schaut evtl. ja sogar das dortige Personal mit drauf.


    Sonst geht es eben auch über eigene(s) Mic, nur halt auf ein separates Gerät. Hier wäre natürlich gut, wenn das jemand überwachen könnte. Aber es geht zur Not auch als "Einzelkämpfer", indem das Gerät einfach unbeaufsichtigt aufnimmt. Allerdings sollte man dann zumindest ab und zu schauen ob der Pegel noch stimmt. Bei solchen Veranstaltungen ändert sich ja oft noch der Sound, insbes. wenn unterschiedliche Künstler auftreten.


    Gruß

    Peter

  • Grundsätzlich wäre es natürlich besser eine separate Audioaufnahme zu machen und diese dann im NLE mit der Kamera zu synchronisieren.

    Warum soll das besser sein?


    Wenn das Mikrofon das richtige ist und nicht übersteuert, ist es für das Endergebnis egal was für ein Aufnahmegerät am Mikro hängt.

    Eine Videokamera mit XLR Input ist ein Audiorecorder (der "nebenher" noch Video aufnimmt).


    Bei der seperaten Aufnahme hast du im Schnitt nur mehr Arbeit.

    Bei Aufnahme mit der Videokamera ists sofort synchron.

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  • Bei Aufnahme mit der Videokamera ists sofort synchron.

    :beer:

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • Warum soll das besser sein?

    Insoweit, als dass man sich einerseits einen vielleicht geeigneteren Standort suchen kann und meist auch eine etwas bessere Bedienoberfläche, bzw. mehr Einstellmöglichkeiten hat. Kommt aber natürlich immer auch auf das genutzte Gerät, bzw. Software an.

  • Ideal wäre, wenn Du den Ton direkt von der Audio-Anlage der Veranstaltung abgreifen dürftest.

    Das muss nicht besser sein, denn die Anlage wird so ausgesteuert, dass es sich in dem Raum gut anhört.

    Wenn der Raum also Bässe oder Höhen schluckt, werden diese weiter aufgedreht.

    Das hört sich dann aber per Line ausgegeben ganz anders an und nicht unbedingt gut.

    Das Publikum (Applaus) bekommt man dann auch nicht mit drauf.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Bei der seperaten Aufnahme hast du im Schnitt nur mehr Arbeit.

    10 Sekunden. Schlimm.

  • Das muss nicht besser sein, denn die Anlage wird so ausgesteuert, dass es sich in dem Raum gut anhört.

    Wenn der Raum also Bässe oder Höhen schluckt, werden diese weiter aufgedreht.

    Das hört sich dann aber per Line ausgegeben ganz anders an und nicht unbedingt gut.

    Das Publikum (Applaus) bekommt man dann auch nicht mit drauf.

    Das ist der entscheidende Punkt. Es kommt auf den konkreten Fall der Örtlichkeit und der Musikart an.
    Bei einem Open Air Konzert mit Rockmusik sollte dies der beste Weg für sauberen Ton sein. Falls dabei zu wenig Atmo mitkommt, zB Applaus, mischt man auf der Timeline an solchen Stellen den Kameraton dazu.


    In geschlossenen Räumen - vor allem in kleinen - funktioniert der Saalmix natürlich nicht. ZB werden dabei ein lautes Schlagzeug oder kräftige Bläser völlig anders gepegelt als ein Keyboard, Streicher oder kleine Percussions. Dann hilft nur eine externe Mehrspur-Aufnahme mit getrennten Kanälen über ein passendes Audio-Interface an einem Laptop - abgenommen direkt vor den Kanalfadern des Saalpults. Diese einzelnen Spuren werden dann später in einem Audioprogramm lautstärkerichtig abgemischt.


    Einfach ein Mikro vor einem dröhnenden Lautsprecher oder irgendwo im Saal aufzustellen, liefert den schlechtest möglichen Ton eines Konzerts.

  • 10 Sekunden. Schlimm.

    Es könnte auch schon mal mehr werden, je nach Anzahl der Clips, die ausgerichtet werden müssen.

    Ganz schlimm kann es kommen, wenn die Audiolänge nicht der Cliplänge entspricht, was ich auch schon hatte.

    Dann laufen halt Bild und Ton auseinander.

    Das ist alles zu korrigieren, kostet aber Zeit.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Dann hilft nur eine externe Mehrspur-Aufnahme mit getrennten Kanälen über ein passendes Audio-Interface an einem Laptop - abgenommen direkt vor den Kanalfadern des Saalpults. Diese einzelnen Spuren werden dann später in einem Audioprogramm lautstärkerichtig abgemischt.


    Das funktioniert nicht immer, oft scheitert das am Aufwand bzw. die Technik lässt das nicht zu. Manchmal werden aber Konzerte komplett schon vom Veranstalter bzw. der Technik so mitgeschnitten und man bekommt eine fertige Datei. Ist mir mal vor einigen Jahren am Bardentreffen so passiert, da hat mir der Tontechniker nach dem Konzert eine entsprechende Aufzeichung in die Hand gedrückt.


    Aber normal ist das nicht.


    Kleinere Bands sind da oftmals entspannter wie größere bzw. besser bekannte bands und Musiker - letztere haben oft Angst das dann jemand mit so einem File quasi "illegal" eine CD erstellt oder ihre Lieder irgendwo ins Netz stellt. Kleinere Bands stört das nicht so sehr, die sind tlw. ja regelrecht froh wenn sie auf möglichst vielen Kanälen bekannt werden.


    Und bei ganz großen Bands bzw. sehr bekannten Musikern gibt es dann Beschränkungen das man oftmals nur bestimmte Songs oder Ausschnitte aus einem Konzert aufzeichnen darf....


    Insoweit, als dass man sich einerseits einen vielleicht geeigneteren Standort suchen kann und meist auch eine etwas bessere Bedienoberfläche, bzw. mehr Einstellmöglichkeiten hat. Kommt aber natürlich immer auch auf das genutzte Gerät, bzw. Software an.

    Eine gute Kamera mit XLR-Eingängen bietet i.d.R genau die gleichen Einstellmöglichkeiten wie ein externer Audiorecorder. der einzige Vorteil eines externen Audiorecorders wären dann das man dort je nach Gerät mehr wie zwei Tonspuren aufzeichnen kann.


    Wenn nur eine DSLR/DSLM oder einfache Videokamera mit Klinkenstecker eingesetzt werden dann bietet so ein Audiorecorder i.d.R. immer Vorteile.


    Der Einsatz ist also meiner Meinung nach abzuwägen, ggf. macht ein externer Recorder nur vermeidbare Mehrarbeit...


    Es könnte auch schon mal mehr werden, je nach Anzahl der Clips, die ausgerichtet werden müssen.


    Manche Musik ist auch übel zu synchronisieren. Wenn es ganz klare Spitzen im Pegel gibt dann ist eine solche Synchronisation meist wirklich flott erledigt, wenn die Musik aber im Waveform ein einziger Brei ist wird es manchmal echt schwierig....

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  • Das funktioniert nicht immer, oft scheitert das am Aufwand bzw. die Technik lässt das nicht zu.

    Der technische Aufwand ist hier wirklich sehr überschaubar: Audio-Interface und ein Laptop mit Soundsoftware. Und ein professionelles Mischpult bietet die getrennten Kanäle immer. Dazu noch ein paar Kabel. Mehr ist das nicht. Man muss sich natürlich darum kümmern.
    Wenn man mit den Leuten vor Ort spricht, funktioniert das bei mir auch völlig problemlos, seien es Konzerte von Max Mutzke, Helen Schneider oder diversen Rockbands.


    Dasselbe gilt übrigens auch für Mitschnitte von Theateraufführungen. Bei denen ist allerdings der Aufwand mit mehreren Mikrofonfunkstrecken höher.

  • Vielen Dank für euren Input …. huch ich habe gedacht, mit meinem Mic sei das kein Problem, ok das unter anderem vorgeschlagene Sennheiser MD441 kostet etwa das 3-fache ….. aber wenn damit gute Ergebnisse erzielt werden ….

    Ich nehme ja nicht alle Tage solche Extrem-Situationen auf, wenn, dann sollte es möglichst unkompliziert sein …

    Habe auch schon versucht, einen XLR Anschluss am Mischpult vom Veranstalter zu erhaschen, meist ist die Situation hektisch beim Soundcheck.

    Mir bleibt in einem solchen Fall die Möglichkeit, über eine Funkstrecke zu operieren (Sennheiser ew100)

    Wie selektiere ich an der Kamera den Input, MIC oder Line ?


    Die Kamera hat ja auch noch zusätzliche Einstellmöglichkeiten AUDIO:

    INPUT Mic Ref. -38DB

    Ref.Pegel -20DB

    Begrenzer


    aber da muss ich gestehen, habe ich keinen Schimmer ……..


    Stefan

  • Es könnte auch schon mal mehr werden, je nach Anzahl der Clips, die ausgerichtet werden müssen.

    Ja, aber selbst das sind dann eben 2min. Und hier im speziellen Fall ging es um die einfachste Variante...1 Cam. Auf den hab ich mich auch speziell bezogen.


    Normal ist das auch bei mehreren Cams sehr einfach zu machen, da es meist markante Punkte in den Audiofiles gibt, auf die man schnell synchronisieren kann.


  • Den Input mic. Ref kannste von -38dB auf unempfindlich wie möglich (z.B. -26db) stellen.

    - Wenn allerdings tatsächlich das Mikro schon übersteuert hilft das auch nicht.


    Der ref. pegel -20db bezieht sich nur auf deine Aussteuerungsanzeige im Display.

    - hilft auch nicht weiter


    Begrenzer kannste gerne einschalten

    - Wenn allerdings tatsächlich das Mikro schon übersteuert hilft das auch nicht.

    Grüne Kommentare sind als Moderator, alles andere als User geschrieben.

  • xandix

    das unter anderem vorgeschlagene Beyer M201 wird als Instrument Mic angeschrieben,

    würde sich dies aber auch für meine Zwecke eignen?

    Danke Stefan

  • xandix

    das unter anderem vorgeschlagene Beyer M201 wird als Instrument Mic angeschrieben,

    würde sich dies aber auch für meine Zwecke eignen?

    Danke Stefan

    Lies dir mal die Beschreibung hier durch:

    https://www.thomann.de/de/beyerdynamic_m201tg.htm


    Und ließ mal die erste Bewertung die auf der Seite als erstes angezeigt wird.


    Sagt für mich alles!


    Ich hatte selbst mal eines.

    Absolut super Klang.


    Gruß

    Grüne Kommentare sind als Moderator, alles andere als User geschrieben.

  • Gerade die erste Beurteilung bei Thomann sollte man auf keinen Fall vollständig Ernst nehmen!


    Dieser Text trieft geradezu von Schönrederei und stellt ein mittelklassiges Mikrofon als ein ebenbürtiges Vergleichsobjekt zu absoluten Spitzenmikrofonen dar. Nach wie vor gibt es kein Allround-Wunder-Mikrofon - und schon gar nicht zu diesem Preis.
    Richtig krass wird es, wenn dieses Teil für Aufnahmen eines Flügels empfohlen wird. Wer einen Konzertflügel mit einem dynamischen Mikrofon und dieses mit einer Hypernierencharakteristik aufnimmt, hat die Klang-Komplexität dieses Instruments nicht mal im Ansatz verstanden. Daher sollte man dieser speziellen Jubelorgie sehr kritisch gegenüberstehen.

  • Gerade die erste Beurteilung bei Thomann sollte man auf keinen Fall vollständig Ernst nehmen!


    Dieser Text trieft geradezu von Schönrederei und stellt ein mittelklassiges Mikrofon als ein ebenbürtiges Vergleichsobjekt zu absoluten Spitzenmikrofonen dar. Nach wie vor gibt es kein Allround-Wunder-Mikrofon - und schon gar nicht zu diesem Preis.
    Richtig krass wird es, wenn dieses Teil für Aufnahmen eines Flügels empfohlen wird. Wer einen Konzertflügel mit einem dynamischen Mikrofon und dieses mit einer Hypernierencharakteristik aufnimmt, hat die Klang-Komplexität dieses Instruments nicht mal im Ansatz verstanden. Daher sollte man dieser speziellen Jubelorgie sehr kritisch gegenüberstehen.

    Na dann lies doch die anderen Beurteilungen durch.


    Von 141 Bewertungen sind 121 mit 5 Szerne.

    Das sagt schon was.


    Natürlich kann es nicht mit einem Schoeps mithalten.

    Aber ein Schoeps kostet auch ziemlich schnell das 10-fache eines M201.


    Der Fredstarter will bestimmt keine 1500 Euro oder mehr ausgeben.

    Das M201 ist meines Erachtens in seiner Preisklasse nicht zu schlagen.


    Gruß

    Grüne Kommentare sind als Moderator, alles andere als User geschrieben.