HDR und 8K - Desaster und Verschwendung

  • Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • Naja,


    auch Barry Sonnenfeld wird es nicht verhindern können, was die Industrie sich so ausdenkt.....

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  • Profi? Ich kann inhaltlich diesem extrem oberflächlichen Artikel einfach nicht folgen.


    Warum glaubt jemand dass man HDR nicht ein- oder ausschalten können sollte? Das kann etwa mein eigener Sony HDR-TV sehr wohl und stimmt somit gar nicht.


    Darüber hinaus ist das inhaltlich falsch - HDR wird mit einer anderen Gamma-Kurve und mit einem anderen Gamut übertragen. Wenn ich HDR nicht will, dann reicht es nicht das ausschalten zu können. Dann muss ich das Material eben mit der Gamma-Kurve von z.B. rec709 und dem Gamut von rec709 graden.


    Warum glaubt jemand dass man mit HDR keine Geschichten mehr erzählen können? Wieso sollte einen Filmschaffenden eine Aufnahme- und Displaytechnologie daran hindern? Kann ich auch nicht nachvollziehen, denn ich verstehe nicht warum das Story telling unmöglich geworden sein sollte.


    Das einzige Argument in dem Artikel ist dass etwas "dumm und reine Verschwendung" sei. Na das bitte ist kein echtes Sachargument.


    Mir kommt es eher so vor als ob dieser Herr einfach diese Technologien nicht mag. DAS wäre legitim, aber dann soll er das auch einfach sagen. Er kann ja unverändert in SDR weiter finanzieren, wenn sich dafür Geldgeber finden. Sein Problem könnte halt sein dass sich genau für diese Sichtweise eventuell keine Geldgeber mehr finden könnten. Nur warum ist das dann so?

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Sorry, so richtig kann ich Barry Sonnenfeld nicht mehr ernst nehmen. Seine letzten "Hits" (sowohl vom Einspielergebnis als auch von der Qualität des Films) im Kino sind schon eine Weile her und jetzt arbeitet er hauptsächlich fürs TV (Netflix & Co.) (Laut IMDB hat er 11 Kinofilme als Regisseur gemacht, von denen anscheinend die Hälfte oder so gefloppt ist und einige der anderen gerade mal ihre Kosten an der Kinokasse eingespielt haben.) Selbst der von Sonnenberg erwähnte Steven Spielberg, der IMO in einer anderen Liga als Sonnenfeld selbst spielt, hatte in den letzten Jahren eher mäßigen Erfolg an der Kinokasse, inklusive einiger Flops. Meines Erachten zehren diese Regisseure in erster Linie von den Erfolgen ihrer "Jugend".


    Gegen eine Option am TV, HDR ggf. ausschalten zu können, habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden; dagegen, bei der Aufnahme/dem Mastering ganz auf HDR zu verzichten, allerdings schon. (BTW: MIB 1-3 sind auf UHD BD auch in HDR).


    Und was 4K/8K angeht, so werden ihm seine Auftraggeber schon sagen, wo es lang geht, zumindest solange Sonnenfeld für diese arbeiten will.


    Interessant finde ich allerdings, dass er einerseits die Effekte in Marvel-Filmen als nicht realistisch kritisiert (als ob es die in MIB gewesen wären), andererseits aber sich gegen die "realistischere" Darstellung von 4K/8K ausspricht mit dem Argument, Film sei nicht dazu da, die Realität möglichst realistisch abzubilden, sondern Geschichten zu erzählen. Nun ja, Geschichten erzählen die Marvel-Filme schließlich auch (nur zur Klarstellung, ich bin kein spezieller Freund der Marvel-Filme und habe auch längst nicht alle davon gesehen) und den Geschmack der Zeit scheinen sie ebenfalls überwiegend zu treffen, wenn man nach den Einspielergebnissen geht.

    Greetings,
    ro_max


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  • (Laut IMDB hat er 11 Kinofilme als Regisseur gemacht, von denen anscheinend die Hälfte oder so gefloppt ist und einige der anderen gerade mal ihre Kosten an der Kinokasse eingespielt haben.)

    Vielleicht meinte er ja, HDR und 8k werdem ihm nicht helfen, bessere Stories in seine Filme zu bekommen. ;-)   ;-)   ;-)



    Nein, ich schätze, seine Aussage soll eher dahingehend verstanden werden, dass HDR und 8k unnötig Budget verschlingt, das besser in Story, Cast und Crew investiert wäre.


    Viele Grüße
    Peter

  • Widerstand hat es schon immer gegeben: https://i.redd.it/gszgxd43ttz11.jpg

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • dass HDR und 8k unnötig Budget verschlingt

    Diese "Mehrkosten", sofern vorhanden, dürften für eine Hollywood-Produktion zumindest bei der Aufnahme keine große Rolle spielen. Eine Kostenfrage sehe ich eher, wenn man VFX/CGI auch in 8K produzieren möchte.


    Als vor 50-60 Jahren TV-Geräte aufkam und weniger Leute ins Kino gingen, musste die Filmindustrie aufrüsten mit Farbe, großen Negativformaten und Leinwänden sowie Mehrkanalton (im Gegensatz zum Monoton der damaligen TVs). Und ich denke, Hollywood kann es sich auch heute nicht "leisten" in der Bildqualität/-auflösung/Dynamikumfang hinter das zu fallen, was Amateure inzwischen mit Smartphone und preiswerten Consumer-Kameras produzieren können, ganz egal, ob manche Filmemacher glauben, das würde ihrer Geschichte dienen oder auch nicht.

    Widerstand hat es schon immer gegeben

    Hat aber nichts genutzt...

    Greetings,
    ro_max


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  • Hat aber nichts genutzt...

    Gott sei Dank - sonst hockten wir noch immer auf hohen Bäumen. // Wo man ja auch "Fernsehen" kann (bis zum Horizont eben).

    WIN-10/64 PRO, DropBox, EDIUS-9.50, RESOLVE-16.1, Adobe InDesign u.a

  • Gott sei Dank - sonst hockten wir noch immer auf hohen Bäumen. // Wo man ja auch "Fernsehen" kann (bis zum Horizont eben).

    Aber in einer höheren Qualität.... :Zwinkern:

  • Vielleicht meinte er ja, HDR und 8k werdem ihm nicht helfen, bessere Stories in seine Filme zu bekommen. ;-)   ;-)   ;-)



    Nein, ich schätze, seine Aussage soll eher dahingehend verstanden werden, dass HDR und 8k unnötig Budget verschlingt

    Also der erste Punkt ist gut.


    Höhere Auflösung kostet natürlich immer was, aber ist das wirklich derart viel? Bei einer professionellen Filmproduktion? Glaub ich nicht recht.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Diese "Mehrkosten", sofern vorhanden, dürften für eine Hollywood-Produktion zumindest bei der Aufnahme keine große Rolle spielen.



    Nun ja, im CGI-Thread schreibst Du ja selber, dass bei einigen Hollywood-Produktionen das Rendering nur in 2k gemacht würde und dann hochgesampelt, weil der Aufwand direkt in 4k zu rendern doch immens höher sei.

    Bei 8k schlägt das natürlich nochmal stärker zu Buche.


    Genauso wie bei CGI-Renderings verhält es sich bei VFX. Auch da bedeutet 4k gegenüber 2k den 4-fachen Rechenaufwand. 8k gegenüber 4k dann gleich nochmal den 4-fachen.
    Und VFX ist bei heutigen Kinofilmen praktisch bei jedem einzelnen Bild des Films vorhanden.


    Dazu kommt, dass nicht nur der Rechenaufwand und technische Aufwand steigt sondern auch die Qualitätsanforderung der manuellen Arbeit.


    Das ist wie beim Kulissenbau.

    Während sich viele Schlampereien - sprich Ungenauigkeiten - beim SD-Fernsehen im Bild verschmierten, sind sie im HD-Fernsehen deutlich erkennbar.

    Das schlägt sich auf alles nieder. Kulissen, Kostüme, Maske. Eine Hautunreinheit, die im SD-Fernsehen nicht sichtbar war, kam im HD-Fernsehen plötzlich unschön raus.

    Auf einmal musste die Visagistin deutlich präziser arbeiten - was auch höhere Anforderungen an Material und Zeit mit sich bringt.


    Genauso ist es beim Kinofilm. Auch da muss mit steigender Auflösung immer präziser gearbeitet werden.


    Eine höhere Auflösung schlägt in in jedem kleinen Gewerk durch. Nicht nur in Kamera und "Schnitt-PC".


    Klar meint man, dass Hollywood-Produktionen immense Budgets hätten.

    Das trifft aber nur bei einigen wenigen zu. Bei der absolut größten Masse ist der Hollywood-Filmproduktion eine knackige, extrem straffe gar unmenschliche Produktion.


    Die Budgets sind beiweitem nicht unendlich - auch nicht in Hollywood - und Zeit erst recht nicht.

    Wenn Geld und Zeit für höhere Auflösungen verbraten wird, muss die an allen anderen Stellen wieder eingespart werden. Von Drehbuch bis zur Post. An den Gagen für die Autoren der ursprüngliche Romanvorlage genauso wie an den Gagen derer, die den Film effektiv herstellen.


    All das schlägt sich negativ auf die Qualität des Films nieder.


    Viele Grüße

    Peter

  • Genauso wie bei CGI-Renderings verhält es sich bei VFX. Auch da bedeutet 4k gegenüber 2k den 4-fachen Rechenaufwand. 8k gegenüber 4k dann gleich nochmal den 4-fachen.

    Soweit zum finalen Rendering...


    Wie ist aber Deine Erfahrung mit dem VFX-Vorschaurendering - meist mit einem anderen Kodierer, nicht dem des Originalmaterials - muss man da auch mit dem 4-fachen Rechenaufwand bei 4K gegenüber 2K-Timelineverarbeitung rechnen?

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • Eine höhere Auflösung schlägt in in jedem kleinen Gewerk durch.

    Das ist ein Punkt, den ich nicht so recht berücksichtigt habe, da ich davon ausgegangen bin, dass in diesen Gewerken im Normalfall ohnehin "nicht geschlampt" wird. Wenn auf 35mm gedreht wird/wurde, ist die Auflösung doch auch da. Muss z.B. die Visagistin bei 35mm nicht präzise arbeiten?


    Auf CGI-/VFX in 8K hatte ich ja auch schon in #7 hingewiesen.


    Aber das ändert alles nichts an meiner These, dass Hollywood es sich eigentlich nicht "leisten" kann, bei neuen Produktionen Bildqualität auf "Amateurniveau" oder gar darunter abzuliefern.

    Und für die Zweitverwertung ((UHD) BDs, Netflix, etc.) dürfte auch eine entsprechende Qualität gefordert werden.

    Greetings,
    ro_max


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  • Dabei soll 8k ja nicht das Ende der Fahnenstange sein, 16k steht schon am Horizont.

    Hoffe die Diskussionen hier noch zu erleben welcher Sitzabstand angemessen ist um im Wohnzimmer seine 16k Urlaubsschnipsel dann erst richtig zu genießen.

  • OT on: Bis wir 16K im Wohnzimmer haben, ist vermutlich der "Urlaub" (zumindest Fernreisen) aus Umweltschutzgründen ohnehin gestrichen. :teufel: OT off.

    Greetings,
    ro_max


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  • Hoffe die Diskussionen hier noch zu erleben welcher Sitzabstand angemessen ist um im Wohnzimmer seine 16k Urlaubsschnipsel dann erst richtig zu genießen.

    Nach bisheriger Erfahrung ist es doch so, wenn man von 4k auf 2k(wegen Wohnzimmer-Abstand zum HDTV) finalisiert bekommet man ein besseres Bild als wenn man es mit einer 2K-Kamera aufgenommen hätte.


    Ich denke diese Gesetzmäßigkeit bleibt auch für höhere Auflösungen wie 6k, 8k usw. erhalten.

    Wichtig ist doch nur, dass wir für unsere Sehgewohnheiten die Auflösung finalisieren, das wird für den TV im Wohnzimmer anders sein als für das Heimkino per Beamer oder eben für die Kinoleinwand oder gar für die Großveranstaltung im Stadion.

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • Gefilmte Pedelectouren wie Bruno sie zB macht, werden dann wohl noch erlaubt sein....:teufel:

  • Das ist ein Punkt, den ich nicht so recht berücksichtigt habe, da ich davon ausgegangen bin, dass in diesen Gewerken im Normalfall ohnehin "nicht geschlampt" wird. Wenn auf 35mm gedreht wird/wurde, ist die Auflösung doch auch da. Muss z.B. die Visagistin bei 35mm nicht präzise arbeiten?


    Ähm ...

    1. es wird immer so genau gearbeitet wie notwendig.

    2. Beim Film wird IMMER geschlampert. :-)


    Es ist immer die Gratwanderung zwischen gewünschtem Ergebnis und benötigtem Aufwand.


    Eine maximale Präzision ohne dass sie nötig wäre, wäre weder zeitlich noch finanziell machbar.


    Bei 8k kommt man langsam in den Bereich, der feiner ist als der 35mm Film, wobei man digitale Bildauflösung und Filmkorn ohnehin nicht direkt vergleichen kann.


    Viele Grüße

    Peter

  • Bei 8k kommt man langsam in den Bereich, der feiner ist als der 35mm Film, wobei man digitale Bildauflösung und Filmkorn ohnehin nicht direkt vergleichen kann.

    Wenn ich mir so manche (etwas ältere Filme) auf UHD-BD anschaue, habe ich den Eindruck, dass für einen Teil des 35mm Film-Materials die Grenze schon bei 4K liegt, oder anders ausgedrückt, sollte es noch 8K-Scheiben geben, werde ich mir diese Katalogtitel nicht noch einmal auf dem Medium anschaffen. ;-)

    Greetings,
    ro_max


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  • Wichtig ist doch nur, dass wir für unsere Sehgewohnheiten die Auflösung finalisieren, das wird für den TV im Wohnzimmer anders sein

    Das ist im Prinzip schon richtig. Deshalb mache ich 4K für einen 4K-TV und wenn ich einen 8K-TV hätte, würde ich halt 8K-Content machen. Den Betrachtungsabstand passe ich an TV-Diagonale und Auflösung an (und nicht umgekehrt). Da ein 8K-Geräte vermutlich 80-100" Diagonale hätte, würde ich dann einen Betrachtungsabstand von 1,5-2,0 Meter als angemessen empfinden. Diese Zeilen schreibe ich mit Hilfe eines 40" UHD-TV, das ich als Computerbildschirm nutze, mit einem Betrachtungsabstand von ca. 0,8 Meter. Und das empfinde ich als durchaus angenehm. Aber das sind halt meine Sehgewohnheiten. :-)


    Dass Dir zu UHD-finalisiertes Material auf einem 46" FHD-TV bei einem Betrachtungsabstand von 2,0 Metern oder mehr reicht, kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen; mir würde es halt nicht reichen. Aber vielleicht erlebe ich es ja noch, dass Du 8K zu 4K finalisierst für die Wiedergabe auf einem 55" UHD-TV... ;-)

    Greetings,
    ro_max


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