Rolling Shutter / Sensor-Auslesezeit messen

  • Ich mache mal den Anfang.

    Man nehme einen rotierenden Propeller mit zwei Punkten im gleichen Abstand zur Achse, der mit möglichst kurzer Belichtungszeit aufgenommen wird, um scharf abgebildet zu werden. Aus der Winkelgeschwindigkeit der Punkte auf dem Propeller läßt sich die Zeit aus dem Abstand zwischen dem Punkt in der ersten Sensor Zeile zur letzten ermitteln.

    LG
    Peter

  • Hier wird eine andere Methode beschrieben:


    Zitat

    We are using a new test method based on a high frequency, quartz & microcontroller based strobe light at 300Hz. As the sensor readout happens from top to bottom, we are getting a sequence of black and white bars from the strobe.

    Now it is rather simple, we just have to count the pairs of black & white bars and multiply them by 1000/300 = 3.333[ms]. Hence, the lower the number of black & white bars, the lower the rolling shutter result, the better for us filmmakers.

    Let’s start with UHD (3840×2160), 25 frames per seconds in full frame mode, see below. We are getting a good value of 22[ms] – As a comparison, the Sony a7 series cameras all have values higher than 25 [ms], for example.

    LG
    Peter

  • Krass sind für mich da die 40ms der Sony A6x00 Kameras.

    Das ist doch nicht wirklich überraschend, denn dass bei diesen Kameras für 24/25p (also bei vollem Auslesen des Sensors ohne Crop) der RS extrem ist, dürfte doch schon länger bekannt sein (ich hatte das z.B. bereits vor 2,5 Jahren diskutiert). Und das dürfte auch einer der Gründe sein, warum die a6x00 Modelle auch in der aktuellen Generation kein 50/60p bei UHD bieten.

    Greetings,
    ro_max


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  • Der extreme RS der 6000er Modelle ist in der Tat schon lange bekannt. Dagegen erhält man durch das volle Auslesen des Sensors eine Videoqualität, die sich bei UHD an der Grenze des technisch Machbaren bewegt. Mit meiner A 6400 und der neu hinzugekommenen RX 100 Mark 7 bin ich hoch zufrieden. Allerdings muss ich zugeben, noch keine rotierenden Propeller gefilmt zu haben, das könnte im Ergebnis dazu führen, die Geräte zu verkaufen.:teufel:

    Viele Grüße,
    Rüdiger

  • Mit meiner A 6400 und der neu hinzugekommenen RX 100 Mark 7 bin ich hoch zufrieden.

    Ich habe ja noch die a6500 und damit braucht man keine Propeller zu filmen; es reicht völlig, wenn man versucht etwas aus der Hand zu filmen, um mit RS konfrontiert zu werden. Die RX100m7 habe ich noch nicht ausdrücklich hinsichtlich RS getestet, glaube aber nicht, dass die großartig besser ist.

    Greetings,
    ro_max


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  • Der RS tritt beim "normalen" Filmen mit der A 6400 auch bei sehr langen Brennweiten auf. Hier mit Aufnahmen aus der freien Hand zu arbeiten , ist sehr schwierig, da im Bild ei "geleeartiges Wabbeln" stark zu sehen ist. Dieses habe ich bisher in Edius mit der RS-Korrektur ganz gut in den Griff bekommen. Mit der RX 100 Mark 7 habe ich noch nicht so viel Erfahrungen sammeln können. Allerdings- unter normalen Umständen, auch bei gemäßigten Schwenks, habe ich noch keinen RS bemerkt.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

  • Mir geht es hier eigentlich weniger um die A6x00 als um Methoden die Sensor-Auslesezeit zu messen.

    Schon klar. Aber willst Du selbst messen oder interessieren Dich nur verschiedene Methoden aus quasi akademischem Interesse?


    Ich meine, wenn der RS schon so auffällig ist wie bei der a6x00, erübrigt sich doch eigentlich jegliche Messung.

    Greetings,
    ro_max


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  • Der RS tritt beim "normalen" Filmen mit der A 6400 auch bei sehr langen Brennweiten auf. Hier mit Aufnahmen aus der freien Hand zu arbeiten , ist sehr schwierig, da im Bild ei "geleeartiges Wabbeln" stark zu sehen ist.

    Rolling Shutter zeigt sich in Form einer verzerrten Geometrie bei sehr schnell bewegter Kamera oder sich sehr schnell bewegenden Objekten. Sieht man zB bei rotierenden Ventilatoren/Propellern oder Strommasten, die man seitlich aus einem schnell fahrenden Auto oder Zug filmt.


    Das „Wabbeln“ bei langen Brennweiten hat nichts mit Rolling Shutter zu tun, sondern mit warmen Luftschichten auf dem Weg zw Kamera und Objekt. Dieser Effekt tritt oft bei Naturaufnahmen auf, die bei starkem Sonnenschein mit langen Brennweiten bzw über lange Distanzen gemacht werden. Die verwendete Kamera ist dabei unerheblich.

  • Allerdings muss ich zugeben, noch keine rotierenden Propeller gefilmt zu haben, das könnte im Ergebnis dazu führen, die Geräte zu verkaufen.:teufel:


    Es genügen schon ein vorbei fahrendes Auto oder ein etwas zügiger Schwenk, um die dadurch entstehenden verbogenen Linien sichtbar zu machen. Schön sieht das wirklich nicht aus und wäre für mich ein K-O.-Kriterium beim Kamerakauf.

  • Schön sieht das wirklich nicht aus und wäre für mich ein K-O.-Kriterium beim Kamerakauf.

    Ist es für mich bezüglich der A6x00 nun auch, denn beim Filmen aus der Hand kommt es durch den RS auch zu deutlichen Problemen , ohne daß ein Fahrzeug durch fahren muß. Das sind dann Verzerrungen in den einzelnen Frames, wie man sie mit einem NLE Stabi nicht mehr beseitigen kann. Ist übrigens auch gut in dem DXO YT-Video zu sehen.


    Weiter zu den Methoden.

    Bei dem bekannten Fensterrahmen-Schwenk , bei dem eine senkrechte Linie von Oben nach unten durch das ganze Bild geht, kann man die Anzahl der Frames für eine Bewegungsdistanz in der ersten Zeile nutzen und die Relation zur Verschiebung unten so in eine Zeit umrechnen.


    Kann eigentlich jeder selbst probieren. Mich interessiert auch, ob die Verstärkung bei höheren ISO-Werten sich diesbezüglich auch auswirken kann.

    LG
    Peter

  • Rolling Shutter zeigt sich in Form einer verzerrten Geometrie bei sehr schnell bewegter Kamera oder sich sehr schnell bewegenden Objekten. Sieht man zB bei rotierenden Ventilatoren/Propellern oder Strommasten, die man seitlich aus einem schnell fahrenden Auto oder Zug filmt.


    Das „Wabbeln“ bei langen Brennweiten hat nichts mit Rolling Shutter zu tun, sondern mit warmen Luftschichten auf dem Weg zw Kamera und Objekt. Dieser Effekt tritt oft bei Naturaufnahmen auf, die bei starkem Sonnenschein mit langen Brennweiten bzw über lange Distanzen gemacht werden. Die verwendete Kamera ist dabei unerheblich.

    Bei RS nennt man das den jello/wobble-Effekt, dagegen hat Mercalli z.B. CMOS entwickelt.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

  • Das „Wabbeln“ bei langen Brennweiten hat nichts mit Rolling Shutter zu tun, sondern mit warmen Luftschichten auf dem Weg zw Kamera und Objekt.

    Jain... Natürlich spielt Luftflimmern im Telebereich eine Rolle, aber das tritt auch auf wenn man ein ruhiges Motiv mit einer ruhigen Kamera (z.B. auf einen vernünftigen Stativ) filmt. Der Effekt bei RS und langen Brennweiten (und dann womöglich noch mit aktiver Bildstabilisierung) ist in meiner Erfahrung jedoch ein anderer und würde ich eher als Jello-/Wackelpudding- oder Wobble-Effekt beschreiben.


    Bei einem (schnellen) Schwenk wirken senkrechte Linien auf einmal schrägt; das lässt sich eventuell in der Post korrigieren. Jello-Effekte dürften da schon schwieriger zu beseitigen sein, weil diese nicht so "gleichmäßig" sind.

    Für mich ist die a6500 (vor allem mit adaptiertem Fremdglas) jedenfalls eine reine Stativkamera für wenig bewegte Motive. Nur Fotos kann ich damit aus der Hand machen, aber kein Video.

    Greetings,
    ro_max


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  • Ich will das natürlich selbst messen und nicht nur darüber 'reden'

    Wie viele Kameras hast Du denn zum Messen zur Verfügung? Lohnt sich dafür der Aufwand, eine Messmethode zu entwickeln?

    Greetings,
    ro_max


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  • Für mich 'lohnt' es sich und ich werde vermutlich eine abgewandelte Strobskop-Methode nutzen.


    Dazu brauche ich eine oder mehrere LEDs mit einem Kunststoff-Lichtverteiler, den ich über die gesamte Bildhöhe aufnehmen kann. Die LED(s) werden von einem µC mit 500Hz oder 1000Hz angesteuert und die hell/dunkel Bereiche gezählt.


    Das ist kein großer Aufwand und in wenigen Stunden zu realisieren. Vorher möchte ich aber noch ein anderes Projekt abschließen.

    LG
    Peter

  • Ich habe hier schon mal an anderer Stelle geschrieben, dass ich mit meiner SONY A7s2 die mit Abstand technisch besten Videos mache.

    Aber:

    Sie ist eine total Katastrophe, wenn es RS gibt. Ich musste viele Videoclips von Naturszenen aus Südafrika in die Tonne werfen, weil der RS unerträtglich und nicht zu korrigieren ist.


    Falls sich jemand für eine Kostprobe interessiert, könnte ich zur Demo etwas hochladen.


    Gruß Jürgen