Volle Akkus und Flugreise

  • Werde kommende Woche für 3 Wochen nach den Philippinen und Thailand fliegen, bepackt mit Equipment wie ein Filmteam.


    Natürlich sind da auch größere Akkus dabei für Gimbal, Drohne , Slider, Monitor und extern für Kamera.

    Nun sagte mir heute ein Filmkollege, dass ich Probleme am Flughafen bekommen könnte, wenn die voll sind.

    Will die Akkus ins Hangepäck und in die Manteltaschen packen. Nur der Gimbal komplett ist im Koffer.


    Ist es anzuraten, diese vorher zu leeren. Noch wäre Zeit .


    Gibt es da Erfahrungen ? Wäre fatal die Akkus am Airport lassen zu müssen.


    Gruß

    Rainer

    :computer::wallbash::thumbsup::stolz:

  • Frag bei Deiner Fluggesellschaft an - am besten schriftlich (Mail) damit Du was hast was Du vorlegen kannst sollten die Aussagen am Airport anders lauten.


    Die Akkus quasi vorbeugend (teil-)zuentladen ist vielleicht nicht die schlechteste Idee, wenn sie dann hätten voll geladen sein dürfen hast Du nicht viel verloren (außer einer "Ladeaktion" am Ziel (und gf. einer "Entladeorgie" vor dem Heimflug.


    Und zeige aktiv daß Du Dir des Problems LiPo/LiIon-Akkus bewusst bist indem Du die Akkus sauber in Brandschutztäschchen verpackst, die Kontakte ggf. zusätzlich mit Klebeband abklebst damit es keine ungewollten Kurzschlüsse gibt. Das kommt beim Check-In sicherlich gut rüber falls jemand Probleme mit Deinen Akkus haben sollte....


    Denn entdeckt werrden die Dinger sowieso, egal ob am Körper (Jackentaschen, ggf. Cargohose mit großen Taschen) oder im Handgepäck. Akkus sind sofort als große Blöcke beim Gepäck durchleuchten erkenntlich, der geübte Sicherheitsbeamte kann die gar nicht übersehen (mir hat mal einer gesagt welcher Akku in meinem Rucksack zu welcher Kamera bzw. Gerät passt - kleiner Flughafen und vieeel Zeit und an der Sicherheitskontrolle nix los und ich hab mich dafür interessiert....)


    Ansonsten - Schöne Reise ;)

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  • Einzelne Akkus dürfen nur ins Handgepäck. Den Mantel musst Du bei der Kontrolle eh ausziehen, zählt also als Handgepäck.


    Bei externen Lithiumakkus (zB Powerbanks oder V-Mount) sind maximal 2 Stück mit jeweils max 100Wh erlaubt. Details siehe bei Deiner Fluggesellschaft oder hier

    https://www.akkuline.de/blog/r…kus-batterien-im-flugzeug


    Voll, halb oder leer spielt für das Mitnehmen keine Rolle, weil der Ladezustand nicht kontrolliert wird.

  • Sicher sollten die fast entladen sein 30% werden empfohlen. Auch muss man drauf achten, dass die Akkus unter 100Wh Kapazität haben.

    Deswegen bietet DJI ja auch zweierlei Akkus für seine großen Flieger an. Hohe Kapazität für Nichtflieger und geringere Kapazität für Flieger, damit es am Flughafen keine Probleme gibt.


    Am Besten die Akkus vom Handgepäck auch noch auf mehrere Leute aufteilen, weil pro Person nur eine bestimmte Menge an Akkus mitgenommen werden darf.


    Auszug von DJI für seine Batterien:

    "15.Kann ich eine Intelligent Flight Battery der Inspire 2 in ein Flugzeug mitnehmen?
    Die Intelligent Flight Battery der Inspire 2 hat eine Kapazität von 97,5 Wh. Die meisten Airlines erlauben die Mitnahme

    von Batterien unter 100 Wh im Handgepäck. Die Regularien können jedoch in jeder Region und bei jeder Airline abweichen, es wird empfohlen die Airline vor Abflug zu kontaktieren."

  • Seit Jahren habe ich in meiner Fototasche mindestens zwei Kameras und mehrere Akkus dabei und nie damit Probleme gehabt bei der Zollkontrolle. Die Akkus waren immer voll geladen. Die Akkus haben niemand interessiert. Öfter mal musste ich die Kamera einschalten, ob die funktioniert, nicht das es eine Atrappe ist. Die Kameras transportiere ich immer in der Fototasche als Handgepäck. Die Fluggesellschaft interessiert das nicht, nur den Zoll.

    VG Tadeusz

  • Akku und Akku ist manchmal auch ein Unterschied. Habe ich einen Fotoapparat mit 2500mA Akku oder einen V-Mount-Akku mit 200Wh ?

  • Die Fluggesellschaft interessiert das nicht, nur den Zoll.

    Das Gegenteil ist richtig. Bei den mitgeführten Batterien/Akkus geht es nicht um Einfuhrregeln, sondern um Sicherheitsvorschriften.

  • Akku und Akku ist manchmal auch ein Unterschied. Habe ich einen Fotoapparat mit 2500mA Akku oder einen V-Mount-Akku mit 200Wh ?

    Schau Dir bei Wickipedia mal den Unterschied zw Ampere und Wattstunden an.

  • Die Fluggesellschaft interessiert das nicht die Bohne. Wenn sich jemand dafür interessiert, ist das einzig und allein die Security, welche die persönliche Gepäckkontrolle beim Check in durchführt. Fragen an die Fluggesellschaft sind völlig nebensächlich, weil diese nicht die Verantwortung trägt. Sie hat nämlich keinerlei Kontrollvollmacht - Gewicht des Gepäcks mal ausgenommen. Wenn etwas explodieren sollte, dann das jeweilige Flugzeug. Und was sich da im Koffer befindet, weiss einzig und allein die Flughafenkontrolle. Ich hatte schon mehrfach große Powerbanks im Handgepäck und bei Problemen hätte ich einen davon meiner b.H. überreicht. Gefragt hat mich noch kein Mensch danach.


    Der Ladezustand spielt für die Security nicht die geringste Rolle. Die hat genug zu tun mit sinnvolleren Dingen.

  • Die Fluggesellschaft interessiert das nicht die Bohne

    Genauso hab ich das auch gemeint in meinem Posting. Völlig richtig. Ich hätte nur Security schreiben sollen.

  • Und zeige aktiv daß Du Dir des Problems LiPo/LiIon-Akkus bewusst bist indem Du die Akkus sauber in Brandschutztäschchen verpackst, die Kontakte ggf. zusätzlich mit Klebeband abklebst damit es keine ungewollten Kurzschlüsse gibt. Das kommt beim Check-In sicherlich gut rüber falls jemand Probleme mit Deinen Akkus haben sollte....

    Hallo Rainer,


    genau das kam am Airport Frankfurt a.M. in diesem Jahr Ende Mai nicht gut an. Der Kontrolleur kannte die Brandschutztäschchen nicht und hat mein gesamtes Foto- und Filmgepäck im Rucksack Stück für Stück penibel kontrolliert. Es war ein Flug innerhalb der EU.

    Nach meinen vielen Flugerfahrungen kann ich nur mitteilen: egal was man vorbereitend macht, es kommt immer darauf an, wie gut das kontrollierende Personal geschult ist.

    Akkus gehören auf jeden Fall ins Handgepäck. Die Airlines geben hier Hinweise über die erlaubte Menge und Größe. Nach meinem oben angerissenem Erlebnis drucke ich mir diese Bestimmungen auf Deutsch und Englisch aus und nehme sie mit zum Airport.


    Gut Reise mit vielen tollen Motiven für Foto und Videofilm wünscht dir

    Hansi

  • Akkus gehören auf jeden Fall ins Handgepäck.

    Das habe ich auch schon oft gehört - vor dem hintergrund, dass, falls mal ein Akku in Brand gerät, die Kabinencrew noch eine Chance hat, die Gefahr zu bannen. Ein Brand im Gepäckraum bedeutet das vorzeitige und abrupte Ende des Fluges ...:red:

    Gruß aus dem Ahrtal! Michael

  • Ich hatte einmal auf einer Flugreise Akkus im aufgegeben Gepäck. Es war ein Gastgeschenk während eines China-Aufenthaltes und das hatte ich in de Koffer gepackt - ohne darauf zu achten ob Akkus verbaut waren. Vor dem Abflug in Shanghai bin ich aufgerufen worden: Der Koffer war beim Sicherheitscheck ausgeschleust worden und ich musste den Koffer öffnen und das Teil herausholen.


    Bei der Sicherheitsüberprüfung vor dem Abflugbereich wird mein Handgepäck mit Kameras, Akkus, Mikrofon regelmäßig einer Sprengstoffuntersuchung unterzogen (insbesondere das Mikrofon). Aber ich bin noch nie explizit wegen Akkus und deren Füllstand angehalten worden.

    Insofern: die Sicherheitsprüfung (Koffer, Handgepäck) ist hier relevant, nicht die Airlines. Leider werden die Sicherheitsprüfungen - je nach Flughafen - aber auch unterschiedlich gehandhabt.

    Soweit meine Erfahrungen.

  • Die Fluggesellschaft interessiert das nicht die Bohne. Wenn sich jemand dafür interessiert, ist das einzig und allein die Security, welche die persönliche Gepäckkontrolle beim Check in durchführt. Fragen an die Fluggesellschaft sind völlig nebensächlich, weil diese nicht die Verantwortung trägt. Sie hat nämlich keinerlei Kontrollvollmacht - Gewicht des Gepäcks mal ausgenommen.

    Damit dieser Unfug nicht einfach so stehen bleibt:


    Allein die Fluggesellschaft bestimmt, was , wie und wieviel an Bord darf - niemand sonst! Die Security ist Dienstleister, dem die Kontrolle und Einhaltung der jeweils gültigen Sicherheitsbestimmungen übertragen sind. Letztlich verantwortlich für den sicheren Transport ist immer die Fluggesellschaft.


    Die International Air Transport Association (IATA) erstellt ua Empfehlungen zu Gefahrgutvorschriften, die nahezu alle Fluggesellschaften der Welt übernommen haben - mit leicht unterschiedlichen Details.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…Air_Transport_Association

    https://www.iata.org/whatwedo/…uments/DGR-59-DE-2.3a.pdf

  • Akkus über 100 Wh gehören zur Gefahrgutklasse 9.

    Deshalb ist es empfehlenswert Akkus zu verwenden, die weniger als 100 Wh haben.

    Das ist z.B. der Grund warum deWalt bei den Akkus seiner 54V Handwerkergeräte die sog. Transportkappe haben. Diese Flexvolt-Akkus haben nämlich 3 Akkupacks mit 18V, die in 18V Geräten parallel, in 54V Geräten in Reihe geschaltet werden.

    Der Trick der Transportkappe ist nun, dass sie die Kontakte der 3 Akkubänke so gegeneinander isoliert, sodaß sie als 3 Akkus à 36Wh gelten anstatt als ein Akku mit 108Wh. :-)


    Meiner Erfahrung nach sollte der Akku, der am Gerät ist, nicht ganz entleert sein, da Geräte wie Kameras, Laptops usw. bei der Security oftmals kurz eingeschaltet werden müssen, damit geprüft werden kann, dass es ein funktionstüchtiges Gerät ist und kein getarnter Sprengsatz.


    Viele Grüße

    Peter

  • während eines China-Aufenthaltes

    ... und dort vor einem Inlandsflug auch den Akkurasierer ins Handgepäck packen !

  • Also die Regel mit den unter 100 Wh kenne ich auch. Die gibt es seit Jahren, daher haben sich gerade bei v-Mount Akkus die Hersteller bereits darauf eingestellt und haben Akkus mit 98 Wh im Programm. Nimmt man also die.


    Dass oft Abkleben der Kontakte und Brandschutztaschen empfohlen werden - ja klar. Ist auch sinnvoll.


    Und ja, die werden nur im Handgepäck akzeptiert.


    Aber von der Zahl maximal 2 Stück Akkus höre ich allerdings zum ersten Mal. Da wäre ja mit mehreren Geräten (Kamera + Monitor) bereits eine Reise kaum zu machen. Da würde ich immer in den Richtlinien der gewählten Fluggesellschaft nachschauen.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Einige grundsätzliche Regeln gelten für alle Airlines. Ansonsten müsste ja die Security bei jedem Flug anders vorgehen. Ein paar Abweichungen kann die Airline aber verfügen. Bei meinem letzten Anbieter Turkish Airlines heißt es zum Thema Akku:


    Lithium ion batteries up to 100Wh can be carried in the cabin and in checked baggage if they are inside a device. A maximum of 2 spare batteries with a capacity between 100Wh and 160Wh can be carried only in a carry-on if they are in their package. They can not be carried in checked baggage. Absolutely no batteries with a capacity over 160Wh can be carried. (rot von mir)



    für 3 Wochen nach den Philippinen und Thailand

    Entschuldigung für OT: Wohin geht es denn auf den Philippinen? Evtl. hast du mitbekommen, dass wir Anfang des Jahres 6 Wochen dort waren.

  • TomK: Ich habe noch nie bemerkt, dass mich die Security gefragt hätte, mit welcher Fluglinie ich denn reisen würde! Das ist also absolut kein "Unfug", über die aktuell stattfindende Realität beim Checkin zu berichten. :pfeifen:


    Hast Du denn etwa andere Erfahrungen gemacht? :streichel:


    Mit dem Begriff "Unfug" würde ich an Deiner Stelle etwas sparsamer umgehen...

  • Ich habe noch nie bemerkt, dass mich die Security gefragt hätte, mit welcher Fluglinie ich denn reisen würde! Das ist also absolut kein "Unfug", über die aktuell stattfindende Realität beim Checkin zu berichten. :pfeifen:


    Die Security kümmert sich um die grundlegenden Sachen, die für den gesamten Sicherheitsbereich gelten und für alle Fluggesellschaften.


    Sie arbeiten dabei im Auftrag der Flughafengesellschaft, die dies wiederum im Auftrag der Fluggesellschaften ausführen.


    Für die Sicherheit an Bord ist immer die Fluggesellschaft (off. genannt "Luftfahrtunternehmen") zuständig. Deshalb ist sie auch der ursprüngliche Auftraggeber für die Sicherheitskontrollen am Flughafen.


    Nachlesen kann man dies in den Gefahrgutrichtlinien und der IATA-DGR, die übrigens seit 1.1.2019 verbindlich anzuwenden ist.


    Siehe hier:

    https://www.gefahrgut.de/theme…ata-dgr-2019-zum-download


    und hier:

    https://www.iata.org/whatwedo/…uments/DGR-61-DE-2.3a.pdf


    Darin sind auch die Grenzen für Lithium-Akku aufgelistet.


    Die Grenzen beziehen sich übrigens immer auf die Nennwerte der Akkus. Es gibt keinerlei Unterschied ob die Akkus geladen oder entladen sind. Dies würde auch keinen Sinn machen, denn die Brandgefahr ist bei auf Entladeschluss entladene Akkus immer noch vorhanden und eine Kontrolle des Ladezustands ist nicht immer möglich - und auch ein Aufladen innerhalb des Sicherheitsbereich durch den Passagier nicht vermeidbar.

    Deshalb werden alle Akkus so angesehen, als seien sie im "gefährlichsten" Zustand.


    Aus der Liste ist übrigens auch eindeutig ersichtlich, dass es immer die Fluggesellschaft (Luftfahrtunternehmen) ist, die für etwaige Genehmigungen zuständig ist und nicht die Flughafengesellschaft oder gar das beauftragte Securityunternehmen.


    Insoweit hat TomK schon das richtige geschrieben - IMHO incl. des Begriffs "Unfug", denn die Aussage, dass es "die Fluggesellschaft nicht die Bohne interessieren" würde ist nunmal Unfug, weil eben genau bei der Fluggesellschaft die Verantwortung lastet.


    Viele Grüße

    Peter