Wie funktioniert "Zeit erneut zuordnen", z.B. um eine temporäre Slowmo einzufügen?

  • -ES GEHT UM EDIUS!-


    Ich kriege da schon irgendwie den Effekt, den ich will, also z.B. normale Speed, Slowmo, wieder normal mit einem linearen Verlauf, aber so ganz verstehe ich den Dialog nicht/das Prinzip des Dialogs.


    Slowmo.PNG

  • Hallo:


    1) Lade Dir das Vademecum , Band-4 und Band-3 runter.

    Vielleicht hilft Dir dort Seite-144 (Band-4) bzw. Seite-125 (Band-3; mit Grafiken):


    https://www.edius.de/vademecum.html


    2) Man kann, wenn man will (Masochisten habens hier leichter :teufel:), mit der Edius-Zeitneuzuordnung einiges machen.


    3) Aber ich sage Dir (als einer, der Edius einigermaßen gut kennt) ganz offen:

    Weniger Magengeschwüre, weniger graue Haare bekommst Du, wenn Du dieses Problem mit Resolve 16.2 löst:


    Clip in Resolve importieren > EDIT > Zeit neu zuordnen (im Handbuch nachlesen) > Clip als HQX oder mp4 oder ... exportieren und > damit in Edius weiterarbeiten.

    // Es reicht die normale, kostenfreie Resolve-Version (die kostenpflichtige Studio-Version ist also nicht erforderlich) !


    Viel Erfolg - kurt

    WIN-10/64 PRO, Mercalli, NeatVideo, NB ChromaKeyPro, Audacity, Adobe PS, Movavi VideoConverter

  • aber so ganz verstehe ich den Dialog nicht/das Prinzip des Dialogs.

    Hi,


    ist eigentlich nicht ganz so kompliziert.

    • Oben (graue Linie) ist die Dauer des Video-Clips auf der TL, hier werden die Keyframes der Zeit-Position gesetzt.
    • Unten (gelbe Linie) ist der eigentliche Clipinhalt, der 'Zeiger' des Keyframes bestimmt die Bild-Position, die angezeigt werden soll.


    Die weißen Verbindungslinien zeigen also jeweils an, zu welchem (TL) Zeitpunkt welches (Clip) Bild angezeigt wird.


    Aus der Position von zwei aufeinanderfolgenden Keyframes und ihrer jeweiligen Zeiger (Endpunkt weiße Linien) ergibt sich somit, wieviel Bilder in der jeweiligen Spielzeit abgespielt werden müssen.


    Aus dem Größenverhältnis 'grauer Bereich' zu 'gelber Bereich' ergibt sich dann, ob der Clip

    • schneller (mehr gelber Bildinhalt in weniger grauer Abspielzeit),
    • in Normalgeschwindigkeit (Gelb und Grau sind gleich groß),
    • langsamer (weniger gelber Bildinhalt in mehr grauer Abspielzeit),
    • oder als Standbild (beide Zeiger stehen auf dem gleichen Bild), also quasi extreme Zeitlupe

    abgespielt wird.


    Die Stellungen zweier aufeinander folgender weißen Linien zueinander ist ein Anhaltspunkt was passiert.

    Stehen beide Linien -

    • im gleichen Winkel, also parallel (das muss aber nicht Senkrecht sein!!!), ist dies = Normalgeschwindigkeit;
    • abweichende Winkel bedeuten, dass ein Zeiteffekt vorliegt, also entweder Zeitlupe, oder Zeitraffer.


    Bezogen auf Deinen Screenshot:

    1. Keyframe bei 22:53 - senkrechter Zeiger nach unten = auf der TL wird als erstes auch das 1. Bild des Clips angezeigt;
    2. Keyframe bei 28:21 (?) - Zeiger auf Clip-Bild 27:14 = für die Abspielzeit (Grau) des TL-Clips gibt es weniger Bilder (Gelb) = Wiedergabe als Zeitlupe;
    3. Keyframe bei 31:04 - Zeiger auf Clip-Bild 31:00 = weniger Abspielzeit (28:21 bis 31:04 = 2:02) für mehr Bilder (27:14 bis 31:00 = 3:46) = Wiedergabe in Zeitraffer;
    4. Keyframe bei 34:04 - Zeiger auf Clip-Bild 31:38 = Abspielzeit wieder größer als Anzahl der Bilder = Zeitlupe.

    Der Bildinhalt des Clips ab dem letzten Zeiger bis zum Clip-Ende wird nicht abgespielt



    Es gibt noch einen Sonderfall:

    überschneiden sich die beiden Zeiger, also wenn die weißen Linien sich kreuzen, läuft der Clip Rückwärts.

    Denn dann liegt ja der am Beginn zu zeigende Bildinhalt des Clips 'hinter' dem Bildinhalt der am Ende gezeigt werden soll.


    Aber auch hier entscheidet das Verhältnis 'Grau' zu 'Gelb' über die Abspielgeschwindigkeit.



    Ich hoffe, meine Erklärung ist einigermaßen verständlich für Dich.



    Gruß

    Peter



    Nachtrag:

    im Gegensatz zu Kurt finde ich die dynamische Zeitmanipulation in Edius gut gelöst und mit einiger Übung auch schnell verwendbar.

    Allerdings hatte mein altes NLE (Pinnacle/Avid Liquid) mit dem dort als Timewarp bezeichneten Effekt fast die gleiche Vorgehensweise. Ich bin es also gewohnt (oder lt. Kurt Masochist :tongue::beer:).

  • Auch ganz gut erklärt

    https://youtu.be/LPvcDR8ueQs

    Gruß Udo

  • Danke. So ähnlich habe ich mir das auch vorgestellt. Aber ich bin irgendwie mental gestolpert, als ich eine ganz einfache Sache machen wollte: Beginn mit normaler Geschwindigkeit, dann Slowmo und dann wieder normale Geschwindigkeit und das halt mit einem schönen Verlauf. Irgendwie hatte ich es fast und dann...keine Ahnung, habe ich es vermurkst ;) Muss ich mir noch mal in Ruhe anschauen. Ich denke, ich hatte eine andere Vorstellung davon, wie das funktioniert.

  • Auch ganz gut erklärt

    https://youtu.be/LPvcDR8ueQs

    Das habe ich mir schon angeschaut. Nur wird da elegant umschifft, dass man durch den Slowmo-Abschnitt gleichzeitig einen Zeitrafferabschnitt schafft oder? Genau das will ich aber nicht. Ich will den Clip in einem Bereich verlangsamen, vorher und nachher soll er in Originalgeschwindigkeit laufen.

  • Vielleicht hilft dieses Bild.

  • bin es also gewohnt (oder lt. Kurt Masochist

    Hallo Peter:


    Gewohnt - das ist ein unerlaubter Vorteil :wink2::servus:

    // Den "Maso-Virus" hatten wir ja sowieso alle schon mal - würden wir uns sonst mit NLEs, Betriebssystemen oder kränkelnder HW herumschlagen? Aber man gönnt sich ja sonst nix. Und dieser Virus flüchtet nach kurzer Zeit sowieso freiwillig aus unseren NLE/IT-Kadavern :teufel:


    Aber jetzt wieder sachlich: Ich würde Deine Erklärung von oben (Post-#3) ins Vademecum (zusätzlich) aufnehmen (einverstanden?).

    Bis zum nächstenmal :beer:

    kurt

    WIN-10/64 PRO, Mercalli, NeatVideo, NB ChromaKeyPro, Audacity, Adobe PS, Movavi VideoConverter

  • (A) Beginn mit normaler Geschwindigkeit,

    (B) dann Slowmo

    (C) und dann wieder normale Geschwindigkeit

    Wieso kriege ich das nicht hin? Sieht so ultra einfach aus ;)

    Ist doch ganz einfach...:)


    So wie schon oben beschrieben:

    1. Anfang - (dieser Keyframe ist automatisch gesetzt, alles so lassen) die weiße Linie steht senkrecht = Wiedergabe beginnt mit dem 1 Bild des Clips;
    2. Bereich (A) - dort wo die Slomo beginnen soll einen neuen Keyframe setzten, auch hier muss die weiße Linie senkrecht stehen, also Zeiger nicht verschieben = bis zu dieser Stelle wird der Clip mit normaler Geschwindigkeit abgespielt;
    3. Bereich (B) - dort wo die Slomo zeitlich enden soll einen weiteren Keyframe setzten und den Zeiger soweit nach links verschieben, bis die Wiedergabe die gewünschte Solomo ergibt;
    4. Bereich (C) - der Zeiger des am Ende der Zeitleiste schon gesetzten Keyframes wird beim Verschieben des Zeigers Keyframe Bereich (B) automatisch ebenfalls nach links verschoben, sodass die beiden weißen Linien vom Keyframe Bereich (B) und Keyframe Ende der Zeitleiste immer parallel zueinander stehen, also den gleichen Winkel aufweisen = der Clip läuft in normaler Geschwindigkeit.

    Und schon ist der gewünschte Effektablauf gegeben.


    Da sich die Länge des Clips auf der TL (= Spieldauer) nicht verändert hat, aber ein Teil des Clips jetzt in Slomo wiedergegeben wird, ist es ja logisch, dass in dieser Zeitspanne nicht mehr der vollständig Ablauf des eigentlichen Clips bis zum Ende wiedergegeben werden kann. Die letzten paar Bilder/Sekunden fehlen einfach, da der TL-Clip jetzt zu kurz ist.


    Wenn auch diese Bilder wiedergegeben werden sollen muss man den Clip also entsprechend verlängern.


    Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. der Clip hat (hinten) genügend 'Blendenfleisch', dann einfach die Spieldauer des Clips auf der TL so verlängern, dass die Spieldauer nunmehr ausreicht um bis zur gewünschten Bildposition wiederzugeben;
    2. der Clip hat kein 'Blendenfleisch', dann auf der gelben Zeile die Position des Bildes ablesen und merken, den Effekt speichern und schließen, den Clip (aus der Bin) in den Player laden und dort an der entsprechenden Bildposition ein IN setzten, den Clip aus dem Player in die TL einfügen, auf der TL liegen jetzt also 2 Clips.


    Gruß

    Peter

  • Da sich die Länge des Clips auf der TL (= Spieldauer) nicht verändert hat, aber ein Teil des Clips jetzt in Slomo wiedergegeben wird, ist es ja logisch, dass in dieser Zeitspanne nicht mehr der vollständig Ablauf des eigentlichen Clips bis zum Ende wiedergegeben werden kann. Die letzten paar Bilder/Sekunden fehlen einfach, da der TL-Clip jetzt zu kurz ist.

    Nur zur Info:

    Das ist einer der Fälle, wo Resolve intuitiver agiert:

    Der Clip hat hinterher die "vermutete" Länge (Zeitlupe/-raffer streckt/schrumpft den Clip entsprechend usw.).

    Gruß kurt

    WIN-10/64 PRO, Mercalli, NeatVideo, NB ChromaKeyPro, Audacity, Adobe PS, Movavi VideoConverter

  • Hmmm. Trotz Videos und eurer Hilfe kriege ich das nicht hin. Ich schaffe es nicht mal mit der Anleitung, weil die Linien zusammenkleben...? Bin wohl zu doof. Na ja, man kann nicht alles haben. Danke trotzdem.

  • Hmmm. Trotz Videos und eurer Hilfe kriege ich das nicht hin. Ich schaffe es nicht mal mit der Anleitung, weil die Linien zusammenkleben...? Bin wohl zu doof. Na ja, man kann nicht alles haben. Danke trotzdem.

    Hallo Becksbier und Peter (gurlt):


    Ich habe meinen "Maso-Virus" reaktiviert und einen Clip mittels des Effektes Zeitneuzuordnung behandelt (siehe Screenshot-1 ),


    1) Darin bedeuten die Bereiche folgende Geschwindigkeiten:

    A: Normal (parallele Linien)

    B: Zeitlupe (oben längerer Abstand als unten)

    C: Normal(parallele Linien)

    D: Zeitraffer (oben kürzerer Abstand als unten)

    E: Normal(parallele Linien)

    F: Rest (noch nicht eingestellt)


    2) Ich habe in Screenshot-2 den Teil aus dem Vademecum (Band-3, Seite-144) angehängt und die wichtigen Teile zum Erfolg gelb markiert.

    Das Wichtigste ist:

    Die Keyframes zuerst setzen, wo man die Änderungen will (und dann alle mit rechter Maustaste auf Linear setzen) - und unbedingt beachten: Die Keyframes nie mit der Maus durch Ziehen verschieben sondern nur dadurch, dass man den Timecode oben links verändert !!!!!!!!

    Dasgleiche gilt, wenn man unten den (zum entsprechenden Keyframe gehörigen) senkrechten kleinen Markierungsstrich verschieben will: Nur durch Verändern des Timecodes unten links !!!!!!!

    // @Peter: Diesen Tipp habe ich von den Experten aus dem US-GV-Forum.


    Mit diesen wichtigen Grundsätzen wird es wesentlich leichter, mit diesem Edius-Effekt zurechtzukommen. Jedenfalls sind viele US-Forumsbenutzer dieser Meinung - und ich auch. Aber ich bin es - wie Peter - gewohnt mit dieser Funktion umzugehen (wenn es schon sein muss und ich meine Maso-Phase habe ;-) ).

    Wir sind also kein Maßstab dafür, ob man "doof" wäre, wenn man mit diesem Effekt - vor allem anfangs - seine liebe Not hat.

    Also, für Minderwertigkeitskomplexe liegt überhaupt kein Grund vor!!


    Ein Problem, das nicht schön gelöst ist, liegt darin begründet, dass sich die Cliplänge durch den Effekt nicht ändert. Daher wird immer ein "Bereich F" (von mir "Rest" genannt) übrigbleiben, den man allenfalls "manuell zurechtschleifen" muss, in der Timeline durch Trimmen etc.

    Ich versuche mit diesen Zeilen Hoffnung zu verbreiten und jene Tipps zu geben, die es Dir doch noch ermöglichen sollen, mit diesem Effekt zu Rande zu kommen.

    // Wenn man einmal damit umgehen kann, dann sieht man, dass auch andere Wege zum Erfolg führen (wie die von Peter gezeigte Methode, die Keyframes bzw. Striche unten doch direkt mit der Maus zu verschieben.


    Viel Erfolg

    Gruß kurt

    Dateien

    WIN-10/64 PRO, Mercalli, NeatVideo, NB ChromaKeyPro, Audacity, Adobe PS, Movavi VideoConverter

  • Ich schaffe es nicht mal mit der Anleitung, weil die Linien zusammenkleben...?

    Eigentlich dürfte da nicht 'kleben'. Mach mal bitte einen Screenshot.


    Ich hab den von Dir gewünschte Ablauf mal ganz schnell in einem 25 fps Projekt gebastelt:


    Zeiteffekt.jpg


    • Die Cliplänge ist 06:06;
    • von 00:00 bis zum Keyframe bei 03:00 (Bereich A) = Spielzeit 03:00 läuft der Clip in normaler Geschwindigkeit;
    • von 03:00 bis zum Keyframe bei 05:15 (Bereich B) = Spielzeit 02:15 ist die Slomo, diese endet mit dem Bild von 03:13, also 13 Bilder in 02:15;
    • von 05:15 bis zum Clip-Ende 06:06 (Bereich C) = Spielzeit 00:21 ist wieder normale Geschwindigkeit, das letzte angezeigte Bild ist 04:10;


    • die Bilder 04:11 bis 06:06 werden in diesem Clip nicht angezeigt, da die max. Cliplänge erreicht ist;
    • um diese Bilder zu zeigen müsste wie beschrieben eine Clip-Kopie mit IN bei 04:11 angefügt werden;


    • die weißen Linien sind Keyframes mit den Zeigerpostionen;
    • die blaue Linie ist der TL-Cursor mit aktueller Zeit- und Bildposition.


    So ähnlich sollte es dann auch bei Dir aussehen.


    Gruß

    Peter


    Mensch Kurt - zwei Seelen.... :beer:


    Den Zeiger verschiebe ich aber immer per Maus, das hat bisher auch gut geklappt.

  • Mensch Kurt - zwei Seelen....

    Wenn wir unsere soziale Phase haben, hält uns nix mehr auf :servus:


    @Becksbier:

    Nochmals ein Hinweis der helfen sollte:

    - Oben ist die Timeline

    - Unten der Clip

    Ein kurzer Clipteil der oben in der Timeline länger ist ===> kann ja nur bedeuten: Zeitlupe. Und entsprechend

    Ein langer Clipteil der oben in der Timeline kürzer ist ===> kann ja nur bedeuten: Zeitraffer.

    kurt

    WIN-10/64 PRO, Mercalli, NeatVideo, NB ChromaKeyPro, Audacity, Adobe PS, Movavi VideoConverter

  • Und auch noch eine Ergänzung von mir:


    die Bereiche, die in normaler Geschwindigkeit abgespielt werden, haben oben in der Zeitleiste eine grüne Linie zwischen den Keyframes.


    (Ehrlich gesagt, war mir das vorher noch nie aufgefallen. Ich habe da auch nie so intensiv hingeguckt. Es ist also gar nicht so schlecht, wenn die richtigen Fragen kommen und man mal über das nachdenken muss, was man sonst einfach so 'blind' macht. ;))

  • Vielen Dank nochmal. Ich habe das gestern auch noch mal probiert und es sogar halbwegs hinbekommen. Werde die Tipps hier noch durchspielen und denke, ich kriege das dann auch endgültig 100% so hin, wie ich das haben will.

  • Alles gut.


    Es ist halt immer auch ein bisschen Übungssache. Manchmal muss man den/die Zeiger auch nur um ein paar Bilder verschieben. Oder noch einen "Zwischenkeyframe" setzten, damit es smoother wird. Aber das ist ja bei anderen mit Key gesteuerten Effekten auch so.


    Ich bin mir sicher, dass Du es hinbekommst.

  • Ja, sicher. Als ich vor...15 Jahren oder so mit der Fotografie angefangen habe, war auch alles neu und kompliziert. Lightroom und Co. sind jetzt auch nicht wirklich einfach, wenn man alles korrekt nutzen will. Mit Edius komme ich schon relativ gut zurecht. Wahrscheinlich auch, weil viele Sachen schon mit Fotografie vergleichbar sind oder auch Animationen (habe ich mich vor vielen Jahren mal ausgiebiger mit beschäftigt). Daher ist die Lernkurve für mich relativ flach. Nur dieser Dialog hat es schon insich ;) Aber wenn immer alles einfach wäre, wäre es ja auch langweilig. Und es kommen noch andere timeline-basierte Sachen, die ich in meinen Fundus aufnehmen will.