Was filmen wir - das Wesentliche?

  • Netflix hat ein Porträt des Fotografen Platon kostenlos ins Netz gestellt. In den gut 43 Minuten wird aus verschiedenen Blickwinkeln gefragt: Wie können wir das Wesentliche, das Innerste unseres Aufgenommenen herausarbeiten?


    Platon fotografiert Menschen und in dem Film wird gezeigt, wie er eine Verbindung zu der Porträtierten aufbaut und wie es ihm gelingt, in seinem Bildern das Charakteristische der Menschen herauszubringen. Seine Bilder erzählen die Geschichte des Porträtierten, wie in einem Film.


    Die meisten werden hier kaum Menschen filmen. Aber, das Gezeigte gilt für einen Urlaubsort, eine Kirche oder eine Reise. Wenn es uns nicht gelingt, das Besondere, das Wesentliche dieser Orte zumindest im Ansatz zu zeigen, lohnt die Mühe des filmens kaum.


    Mir sind z. B. diese Sätze hängen geblieben:


    12:00 - In einem Bild sieht man "alles, was nötig ist. Alle Überflüssige fehlt. Es geht um die Reduktion auf das Wesentliche. Es geht um die Kernaussaage."


    16:10 - "Ich arbeite immer mit demselben Licht, mit dem gleichen Film, mit derselben Kiste, demselben Durchlichtschirm, derselben Kamera ... Alles bleibt gleich, so kann ich die Bildwirkung verändern."


    Nehmt einen Kaffee, Tee oder sonst ein passendes Getränk, genießt die Arbeitsweide von Platon und schaut, welche seiner Ideen man klauen übernehmen kann.


    WICHTIG: Die deutschen "Untertitel", sie sind sehr gut gemacht, im Player aktivieren. Karteikarte rechts unten.


    "Platon: Photography", Netflix


    Beste Grüße, Uli

  • 16:10 - "Ich arbeite immer mit demselben Licht, mit dem gleichen Film, mit derselben Kiste, demselben Durchlichtschirm, derselben Kamera ... Alles bleibt gleich, so kann ich die Bildwirkung verändern."


    Das heißt für mich im übertragenen Sinne: lerne Deine Ausrüstung kennen und beherrsche sie so gut es geht!


    Nur wer nicht mit der Technik kämpfen muss hat den Kopf frei für kreative Ideen und Projekte. Wobei das auch bedingt das man sich mit der Situation auseinandersetzt und weiß wie man diese gerne im Film abgebildet haben möchte - denn nur dann kann man darauf hinarbeiten die Situation auch so abzubilden.


    Gilt für die Portraitfotografie genauso wie für spontane Aufnahmen auf Reisen - den Kopf für solche Gedanken hat man allerdings nicht frei wenn man andauernd überlegt wie man jetzt die Belichtung hinbekommt, ob das jetzt der optimale Modus ist, ob man im Sweetpoint des Objektives mit der Blende liegt usw....

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  • Ich bisher noch nicht. Aber ich würde mir das noch gerne ansehen.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Hat sich "Platon" noch jemand angesehen?

    Ja, gerade eben.


    Ich fand zwar den Bericht durchaus interessant, kann daraus aber wenig bis gar nichts für mich praktisch übernehmen, denn

    - ich konzentriere mich nicht auf den Moment (ein Foto).

    - es würde mir sehr schwer fallen, eine Beziehung zu den fotografierten/aufgenommenen Personen aufzubauen, so wie Platon es macht.

    - ich nehme keine realen Personen (mehr) auf.

    - eigentlich habe ich allgemein mehr oder weniger damit aufgehört, die "reale" Welt abzubilden, sondern erschaffe mir meine Motive lieber virtuell und dort gibt es keine "Seele" oder so, die man einfangen könnte. Und die Konzentration auf das Wesentliche, wobei ich nicht sicher bin, das immer erkennen zu können (auch nicht in den Bildern von Platon), ist in einer inszenierten, künstlichen Welt vermutlich eher die Regel und zufälliges bzw. überflüssiges Beiwerk eher die Ausnahme, weil es erst geschaffen werden muss und nicht einfach "da" ist.

    Greetings,
    ro_max


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  • Platon ists ein berühmter Fotograf, der wegen seiner Berühmtheit auch Zugang zu berühmten Menschen bekommt und die sich Zeit nehmen, fotografiert zu werden.

    Die Fotobände, deren Thema intuitive Portraitfotografie ist, die die Seele der Portraitierten offenbaren, zeigen Menschen die per se von Haus aus fotogen sind. Dann wirken die Bilder halt auch auf Dritte. Und dann sind das auch the best of hunderten, darunter auch nichtssagenden Fotos.

    Es gab für mich auch oft Momente als Hobbyfotograf oder Hobbyfilmer, wo ich gedacht habe, dieser Gesichtsausdruck einer mir gegenübersitzenden Person oder dieser Moment wäre DER shot. Wäre er auch. Aber man hat, selbst wenn man die Kamera dabei hat, nicht die „Lizenz“ abzudrücken.

    Du kannst als Hobbyfilmer professionelles equipment haben, damit professionell umgehen , die Regeln des filmmakings und und auch den professionellen Schnitt gelernt haben und beherrschen, was Dir habe meist als Hobbyfilmer fehlt ist die erforderliche Zeit und vielmehr noch die Lizenz, dort und gar noch ungestört zu drehen, wo es beginnt, wirklich interessant zu werden.

    Szenen, die man auf professionellen Reisedokus von Menschen aufnimmt und im TV sieht, wird man Dir und mir als Mr. Nobody-Hobbyfilmer selten gestatten.


    Meist bekommen wir auf Reisen, gehen sie nicht zu ganz abgelegenen Gefilden, selten was vor die Linse, was wirklich fesselt und nicht bereits hunderttausend Male gezeigt wurde.

    :computer::wallbash::thumbsup::stolz:

  • Meist bekommen wir auf Reisen, gehen sie nicht zu ganz abgelegenen Gefilden, selten was vor die Linse, was wirklich fesselt und nicht bereits hunderttausend Male gezeigt wurde.

    Du machst vermutlich einfach die falschen Reisen.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Du machst vermutlich einfach die falschen Reisen.

    Oder es liegt an der Bequemlichkeit oder Einfallslosigkeit.


    Was hindert denn einen „normalen“ Urlaubsfilmer daran, mal den Hotelmanager, den Strandaufseher, den Ausrüstungsverleiher, den Souvenirverkäufer, den Stassenmusikanten, den Taxifahrer zu fragen, ob man ihn nicht mal einen Tag lang mit Kamera und Mikrofon begleiten darf? In 90% der Fragen gibt es begeisterte Zustimmung, weil sich ein Tourist auch mal für die Details des örtlichen Lebens interessiert.

  • ro_max :"- ich konzentriere mich nicht auf den Moment (ein Foto).- es würde mir sehr schwer fallen, eine Beziehung zu den fotografierten/aufgenommenen Personen aufzubauen, so wie Platon es macht.

    - ich nehme keine realen Personen (mehr) auf.- eigentlich habe ich allgemein mehr oder weniger damit aufgehört, die "reale" Welt abzubilden,..

    ."

    So, wie du dich beschreibst, sehr isoliert, kannst du nur begrentzt Nutzen aus dem Porträt ziehen.


    Aber, sowie du aus deinen künstlich erzeugten Bildern einen Film für mehr als dich selbst machst (ich weiss, das kümmert du nicht), wirst du wieder den Gegebenheiten wie im Platon-Film begegnen, wie: Nicht langweilen, eine Geschichte erzählen, gute Bildkomposition, technisch sauber arbeiten ... usw.



    vivavista :"Szenen, die man auf professionellen Reisedokus von Menschen aufnimmt und im TV sieht, wird man Dir und mir als Mr. Nobody-Hobbyfilmer selten gestatten."


    Ich würde mich nicht zu eng an "professionellen Reisedokus" orientieren. Eine BBC-Doku über Afrika wirst du nicht schlagen.


    Aber um das "schlagen" geht es nicht. Was von guten Profis zu übernehmen heisst nicht, sie 1 zu 1 kopieren. Das bedeutet sich die grundlegenden Vorgehensweisen abzuschauen und sie in die eigene Lebenswelt zu übernehmen: Mal im wörtliche Sinne hinter (Nebenstraße) die tausendfach abgefilmte Promenade zu schauen, wer da sonst noch lebt und arbeitet. Das oft überraschend Spannende im Kleinen zu finden.


    Beste Grüße, Uli

  • Ein paar Ideen, was man aus dem Porträt des Fotografen Platon für die eigene Filmerei mitnehmen, ja, klauen kann:


    00:20 - "Ich bin kein Fotograf, (Es geht um:) Verständigung, Schlichtheit, Formen auf dem Papier."


    Das lässt sich ohne Abstriche auch als Richtschnur für Videos, Filme verwenden..



    00:39 - „Entscheidend sind die Geschichte, die Aussage, das Gefühl, das Zwischenmenschliche, wie schafft man es, das zu vermitteln."


    Das sind wesentliche Punkte auch für Videos, fehlen sie, fehlen einem auch schnell die Zuschauer.



    Beispiel STIL, was ist das:


    Platon sagt über seinen Stil: „Es ist ein Zusammenspiel von grafischer Schlichtheit und der Kraft von Geist und Seele.“


    Egal welchen eigenen Stil man bevorzugt, Platon hat eine klare Vorstellung davon, was er will. Das unterscheidet ihn von uns Amateuren, wir kümmern kaum uns um solche Fragen.


    Über den Stil von Platon sagt Lira Pollack, Foto-Chefin des „Time Magazin“:


    03:20 – „Betrachtete man Platons Porträt, erkennt man immer seine Handschrift. (…) Charakteristisch für seine Fotografien sind die Beleuchtung, die Augen und die speziellen Kameraperspektiven. Manchmal nutzt er die Frontal-, manchmal die Froschperspektive. Manchmal stellt er die Hände oder eine übertriebene Pose ins Zentrum. Er fängt die Seele ein." (Unterstreichung von mir.)


    Georg Lois, künstlerischer Leiter:

    04:04 - „Jedes seine Motive hat einen Blick drauf, bei dem man denkt... Heilige Scheisse!“ Die Augen ziehen einen in ihren Bann. Er schafft es jedes Mal. Er ist wirklich eine mystischer, magischer Fotograf"


    Elisabeth Biondi, Bildredakteurin „The New Yorker“

    04:26 – "Platon bannt eine enorme Kraft auf dieses Rechteck, auf diesen weißen Hintergrund. Seine Kompositionen sind sehr grafisch. Sie sind immer ein Blickfang. Und niemand kann ihn einschüchtern. Nicht einmal Putin. Platon hat seinen Stil gefunden. Seine Arbeiten sind kühn, grafisch und furchtlos.“


    Man muss als Amateur nicht "kühn", "grafisch" orientiert oder "furchtlos" sein. Aber, man sollte ein Vorstellung davon haben, was man sein und zeigen will.


    Unsere Videos würden sicher besser werden, wenn wir uns zumindest überlegen: Was kann ich besonders gut aufnehmen. Zu was oder wem habe ich einen besonderen Bezug? Wie will ich das filmisch umsetzen? Kurz: Was ist mein Stil?



    Zu Vorbereitung:


    04:57 - „Vor einem Shooting frage ich mich nie, wie ich ein gutes Foto bekomme. Ich frage mich immer, was ich von diesem Menschen lernen kann.“


    Wir Amateure trauen uns ja kaum an Menschen ran: „Oh Gott, wie wird er reagieren, wenn ich ihn filmen will?“ Wen wir uns fragen, was können wir von jemanden lernen, dann interessieren wir uns wirklich für ihn. Das wird er merken, meist schätzen und so kommt man eher an gute Aufnahmen.


    Nur, dass passiert nicht ohne ein wenig Arbeit, denn:


    05:35 – Platon: „Diesen Moment, indem sich ein Mensch einfach öffnet, muss man sich verdienen. (…)


    Platon informiert sich vor einem Treffen über den Menschen, den er fotografieren will. Auch das vernachlässigen wir zu oft. Meist laufen wir durch ein Städtchen und filmen das ab, was uns gerade vor die Linse kommt.


    Schon ein Blick in ein Prospekt, den Reiseführer oder ein Gespräch in einem Cafe mit Einheimischen kann unseren Blick auf Übersehenes und Überraschendes lenken.


    Das sind nur einige Beispiele aus wenige Minuten des Films. Schaut man sich auch in kleinen Teilen an, kann man viel für die eigene Filmerei daraus ziehen.


    Beste Grüße, Uli

  • Nicht langweilen, eine Geschichte erzählen, gute Bildkomposition, technisch sauber arbeiten ... usw.

    Das sind aber Gemeinplätze und nicht etwas, was speziell Platon auszeichnet oder irgendwie neu wäre.


    Was ich aus dem Platon-Video mitgenommen habe ist, dass er ein bekannter Fotograf ist, der gute Porträts macht, die man sich auch länger als 1 oder 2 Sekunden ansehen kann. Oder anders ausgedrückt, ich habe etwas über ihn und seine Arbeit erfahren und weniger etwas für meine "Kreationen" gelernt, was nicht vorher bereits bekannt gewesen wäre.


    Ich mache keine Reisevideos oder Dokus, weil mich diese Themen nicht ausreichend interessieren; Aufnahmen fremder Personen sind mir inzwischen (rechtlich) zu heikel und in meinem Familien-/Bekanntenkreis will auch niemand (mehr) gefilmt werden (wobei ich mich selbst natürlich einschließe). Also nehme ich lieber virtuelle Welten und Charaktere.


    Eine Geschichte im Bild zu "erzählen" ist eine Sache, überhaupt erst einmal eine Geschichte zu (er)finden, die nicht langweilt, ist eine andere (die selbst Hollywood oft nicht so recht gelingen mag). Im Falle von Platon gibt die abzubildende Person (bzw. ihr Leben/Erfahrungen/Position im öffentlichen Leben, etc.) die "Geschichte" vor, die das Porträt dann "erzählt".

    Greetings,
    ro_max


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  • Als Reisefilmer filme ich das was ich unterwegs sehe und interessant finde,

    falls etwas für mich als Gedächtnisstütze bleibend erhalten werden soll,

    wird mit Titel eingeblendet oder hineingesprochen gesprochen(seltener).


    Als Dokumentarfilmer bereite ich mich auf ein Thema vor, z.B. eine Doku

    über die Röntgen-Gedächtnisstätte in Würzburg. Ich frage vorher ob ich dort

    als Hobbyvideofilmer überhaupt filmen darf, manchmal darf man nur

    fotografieren(fast immer ohne Blitz). Wenn das geklärt ist lege ich fest

    welche Geschichte ich damit verfilmen und erzählen will, dementsprechend

    lege ich fest welche Filmsequenzen ich benötige.

    Dann starte ich das Aufnahmeprojekt, ohne Stativ und Beleuchtung, immer

    unter den Gegebenheiten die gerade da sind. Erklärungen im Video dann

    in Wort und Textuntertitel oder Texttafeln zwischen den Clips.


    Das war es im Groben für mein Heimkino...

    Beste Grüsse;
    Es kommt darauf an wie kreativ man mit der Kamera umgeht, nicht wie teuer sie ist...

  • ro_max :"Das sind aber Gemeinplätze und nicht etwas, was speziell Platon auszeichnet oder irgendwie neu wäre."


    Nein, "neu" ist das nicht. Das hat weder Platon noch sonst irgend jemand gesagt: Du reagierst auf ein Argument, das überhaupt nicht gefallen ist.


    "Gemeinplätze": Lebten wir in einer idealen Welt, dann müsste man die Bedeutung dieser "Gemeinplätze" hier nicht erneut hervorheben. In dieser idealen Welt wäre das dann ab der "Poetik" von Aristoteles seit etwa 2300 Jahren nicht mehr notwendig gewesen.


    Schaue ich mir heute hunderte Amateurfilme an, einschließlich meiner eigenen, dann werden diese "Gemeinplätze" tausendfach ignoriert. Entsprechend langweilig sind die Streifen dann auch.


    Deshalb meine ich, es lohnt, sich diese "Gemeinplätze" öfters zu vergegenwärtigen.


    Nebenbei: Was in deinem Fall nicht notwendig ist, da eine solche Filmarbeit für dich, wie du oben - und auch früher schon - ausführst, nicht in Frage kommt.


    Beste Grüße, Uli

  • Nein, "neu" ist das nicht. Das hat weder Platon noch sonst irgend jemand gesagt: Du reagierst auf ein Argument, das überhaupt nicht gefallen ist.

    Deine Frage in #3 lautete (so habe ich sie jedenfalls verstanden), ob und was wir aus der Netflix-Doku für uns und unsere "Arbeiten" übernehmen können, wollen, etc. bzw. ob es etwas "gebracht" hat. Das impliziert für mich, dass es etwas "Neues" zu lernen gäbe; wenn es bekannt ist, dann kann man es - wie Du schreibst - sich höchstens noch einmal vergegenwärtigen.

    Schaue ich mir heute hunderte Amateurfilme an, einschließlich meiner eigenen, dann werden diese "Gemeinplätze" tausendfach ignoriert. Entsprechend langweilig sind die Streifen dann auch.

    Das ist wohl richtig. Aber trotzdem werden sie auf YT geschaut. Mein Eindruck ist, dass doch ein nicht unerheblicher Anteil des "Amateur-Contents" bei YT (und vermutlich Vimeo) eher nach der Fastfood-Methode produziert und konsumiert wird: schnell und ohne viel Nachdenken gemacht, schnell konsumiert, schnell wieder vergessen. Und wenn es fad und langweilig war, kein Problem, der nächste Gang/das nächste Video wartet schon per Auto-Play.


    Wie sind denn Deine Erfahrungen? Werden Videos, in denen Du zumindest versuchst, die von Dir (bzw. Platon) genannten Punkte umzusetzen, besser von Deinen Zuschauern angenommen? Und falls ja, so viel besser, dass es sich lohnt, mehr als "Fastfood" zu produzieren? (Vorausgesetzt, Du produzierst für ein Publikum und Views und nicht nur für Dich und Deine eigenen Ansprüche.)

    da eine solche Filmarbeit für dich

    Nur zur Klarstellung: welche "Filmarbeit" meinst Du? Selbstgedrehte Reise- und Dokuvideos? Oder Videos, die eine Geschichte "erzählen"?

    Greetings,
    ro_max


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  • ro_max :"Das impliziert für mich, dass es etwas "Neues" zu lernen gäbe; wenn es bekannt ist, dann kann man es - wie Du schreibst - sich höchstens noch einmal vergegenwärtigen."


    Das wird jetzt Haarspalterei, aber sei's drum:

    • "Neues", im Sinne, dass es für den Leser wirklich neu ist. Das, vermute ich, sind doch einige.
    • "Neues! im Sinne von "vergegenwärtigen" für die, die es im Grundsatz wissen, es aber oft vergessen.
    • Für jemanden der das alles weiss und dem dieses Wissen immer präsent ist, der lernt nichts "Neues".


    ro_max :"Wie sind denn Deine Erfahrungen? Werden Videos, in denen Du zumindest versuchst, die von Dir (bzw. Platon) genannten Punkte umzusetzen, besser von Deinen Zuschauern angenommen?"


    Da gibt es zwei Tendenzen.


    Die eher positive: Die Filme, in denen sich das versuche umzusetzen, werden deutlich besser angenommen. Da kommen oft per E-Mail vor allem viele Bemerkungen, Nachfragen und Hinweise auf die Inhalte der Filme.


    Aber auch sachlich-emotionale Bewertungen: Einer schrieb, dass er sich nicht die Bohne für geschichtliche Daten interessiert, aber so gemacht, hat er das, zu seinem eigenen Erstaunen, spannend gefunden. Oder, dass man sich z. B. alle acht Filme der Frankreich-Rundfahrt als gesamten Film auf dem großen Fernseher anschaut, das haben mir mehrere geschrieben.


    Die eher negative: Am Beispiel Fahrradtour. Je enger z. B. ein Forum auf eine ganz spezielle Art des Reisens als Thema "geeicht" ist, um so weniger sind sie interessiert, auch wenn sie das betroffene Gebiet selbst bereis(t)en. Da macht sich auch das Alter der Forenteilnehmen bemerkbar, je älter, desto weniger sind sie an abweichenden Themen interessiert.


    Wenn ich die Frankreich-Filme in einem im weitesten Sinne Reiseforum poste, dann gibt es einen einstelligen Prozentsatz an Zuschauern, die sich diese "langen" fünf-Minuten-Riemen anschaue. Die bemerken und honorieren eindeutig, dass man sich Mühe gegeben hat. 90 % rufen die Filme nicht auf.


    ro_max :"Nur zur Klarstellung: welche "Filmarbeit" meinst Du? Selbstgedrehte Reise- und Dokuvideos? Oder Videos, die eine Geschichte "erzählen"?"


    Alle Filmarbeit, deren Bilder von ausserhalb deines Rechners kommen. Wobei fremde CGI-Texturen usw. da nicht gemeint sind.


    Beste Grüße, Uli

  • Alle Filmarbeit, deren Bilder von ausserhalb deines Rechners kommen.

    OK. Danke für die Klarstellung. Dann hast Du recht, an solcher Filmarbeit (also Videoaufnahmen per Kamera) bin ich - zumindest derzeit - nicht interessiert (zumindest nicht als Endprodukt).


    Bezüglich der Erfahrungen mit Deinen Videos:


    Sind die Rückmeldungen (z.B. per E-Mail) in erster Linie hier aus dem VT, oder über YouTube oder über eine andere Plattform bzw. anderes Forum, wo Du die Videos verlinkst? Ich frage, weil ich glaube, es macht schon einen Unterschied, ob die Rückmeldung hier aus dem VT kommt oder von einem Zuschauer, der sich "zufällig" auf Deinen YT-Kanal "verirrt" hat; von hier würde ich detaillierteres und fundierteres Feedback erwarten als vom 08/15-YT-Konsumenten.

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
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  • Die Art der Rückmeldungen außerhalb dieses Forums hängen doch weitgehend vom Inhalt der Videos ab.


    Betrachtet man z.B. die vielen Reisevideos, dann geht es dort fast immer um die Unterbringung, also Hotel, Essen und Pool.

    Darüber möchten sich viele gerne informieren und produzieren höhere Klickzahlen oder Kommentare.

    Das sind aber Dinge, die mich überhaupt nicht interessieren und für mich auch keine Reisevideos sind, denn ich erwarte Informationen über Natur und Menschen.

    Hotels gehen mir wer weiß wo vorbei.

    Diese Videos können also grottenschlecht aufgebaut sein, sie werden dennoch ihre Klicks produzieren.

    Richtige Reisevideos müssen dagegen schon gut aufgebaut sein, um die Leute bei der Stange zu halten, ansonsten klicken sie weg.


    Welche Art von Rückmeldungen hättest du nun gerne, um verwertbare Aussagen zu einem Video zu erhalten?

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • ro_max :"Sind die Rückmeldungen (z.B. per E-Mail) in erster Linie hier aus dem VT, oder über YouTube oder über eine andere Plattform bzw. anderes Forum, wo Du die Videos verlinkst? Ich frage, weil ich glaube, es macht schon einen Unterschied, ob die Rückmeldung hier aus dem VT kommt oder von einem Zuschauer, der sich "zufällig" auf Deinen YT-Kanal "verirrt" hat; von hier würde ich detaillierteres und fundierteres Feedback erwarten als vom 08/15-YT-Konsumenten."


    Dreigeteilt:


    A) Die Rückmeldung hier aus dem Forum sind alle in den jeweiligen Threads zu den Videos zu lesen. Per E-Mail oder so, kam nichts.


    B) Bei Youtube und Vimeo haben relativ wenige kurz über die Kommentarfunktion reagiert.


    C) Anders in den Reiseforen. In ca 60 % der Foren hatte ich früher größere Reiseberichte (Bild und Text) eingestellt, dann ging das nicht mehr. Ich war bekannt, aber aktuell nicht mehr so aktiv.


    In diesen Foren wurden die Videos teilweise ausführlicher kommentiert und aus diesen Foren kamen alle privaten E-Mails. Einmal ging es um die Reisen und allem Drum und Dran. Zum anderen wollten viele wissen, wie man solche Videos erstellt, Aufwand, Konzept, Technik, O-Ton, Musik, Voice over, Schnittprogramm usw.


    Beste Grüße, Uli

  • Rod

    Erstmal schönen Dank für die Aufschlüsselung. :)


    A) Die Rückmeldung hier aus dem Forum sind alle in den jeweiligen Threads zu den Videos zu lesen. Per E-Mail oder so, kam nichts.

    Also ich habe hier im Forum schon auf zur Diskussion gestellte Videos lieber per PN reagiert, als per Beitrag im entsprechenden Thread. Daher hielt ich das nicht für soooo unwahrscheinlich.

    Zum anderen wollten viele wissen, wie man solche Videos erstellt, Aufwand, Konzept, Technik, O-Ton, Musik, Voice over, Schnittprogramm usw.

    Verwundert mich ein wenig, dass man sich so detailliert in einem Reiseforum nach der "Technik" erkundigt; aber natürlich kenne ich keine solchen Reiseforen aus eigener Erfahrung. ;)

    Greetings,
    ro_max


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  • ro_max :"Verwundert mich ein wenig, dass man sich so detailliert in einem Reiseforum nach der "Technik" erkundigt; aber natürlich kenne ich keine solchen Reiseforen aus eigener Erfahrung"


    Die meisten in diesen Foren fotografieren und nicht wenige filmen dort auch. Mit den Smartphones kommen da heute tausende von Bildern und Videos zusammen. Aber nahezu niemand wählt die Bilder auch nur halbwegs kritisch aus oder bearbeitet gar die Videos. Entsprechend Luft haben die Bilder und vor allem die Videos qualitativ nach oben.


    Und wenn man dann etwas Mühe in die Bilder oder Videos reinhängt, dann sehen sie das auch und wollen wissen, was muss man machen damit Videos besser werden und wie aufwendig ist das?**


    Aus meiner Erfahrung haben vielleicht 5 % der Fotografen und ein einziger* danach mehr Bild- und Videobearbeitung gemacht. * Den such ich noch.


    ** Die Fragen kamen schon vor mehr als zehn Jahren auf.


    Beste Grüße, Uli