Was filmen wir - das Wesentliche?

  • Aus meiner Erfahrung haben vielleicht 5 % der Fotografen und ein einziger* danach mehr Bild- und Videobearbeitung gemacht. * Den such ich noch.

    Wobei wir dann wieder beim Thema wären, ob sich der Aufwand angesichts der Zahl und des Anspruchsniveaus der Zuschauer überhaupt "lohnt"... (IMO gilt der Grundsatz, wer selbst seine Fotos nicht sortiert/bearbeitet und seine Videos nicht schneidet, vertont, etc., kann das auch nicht wirklich von anderen Hobbyisten verlangen.)

    Bei Platon ist das halt anders. Fotografie ist sein Beruf (und wahrscheinlich auch seine Berufung) und er verdient damit Geld. Und er ist bereit, teilweise mehrere Jahre in bestimmte Projekte zu stecken. Welcher Hobbyfilmer ist zu so etwas bereit bzw. in der Lage?


    Ja, man kann sich von solchen Zielen/Vorbildern leiten lassen, aber man wird teilweise doch recht unsanft auf den Boden der Hobbyistenrealität zurückgeholt.

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • ro_max :"ob sich der Aufwand angesichts der Zahl und des Anspruchsniveaus der Zuschauer überhaupt "lohnt."


    Wenn ich die Zahl meiner Zuschauer als Maßstab nehme, dann lohnt sich der Aufwand für meine Videos nicht die Bohne.


    Ich selbst finde das Ergebnis angesichts der Umstände und des Aufwands ok. und vor allem, mal wieder viel gelernt.


    Wer auf Clickzahlen abzielt, der sucht sich eine große Nische, wo man den Film in den Köpfen der Zuschauer nur noch abrufen muss.


    Beispiel: Wohnwagen und Reisemobilsten. Wenn du über die üblichen tausenden von kleinen und großen Problemchen und typischen Erlebnissen ein nicht zu anspruchsvolles Filmchen machst, dann hast du sicher schnell hohe Clickzahlen.


    Entscheidend: Jede kleine Szene muss den Zuschauer an ein Erlebnis, Erfahrung, Gefühl am besten eine Emotion aus seinem Wowa-Womo-Campingleben erinnern. Das löst sofort den eigenen Film aus:


    "Wasserschaden im Wowa": Ach guck, das hatten wir auch schon, Mensch war das eine Sch aufregend: Paul hatte auch Wasser und dann ist noch mit Claras Womo dies und das passiert...


    Die Szene, die Bilder, die Ausleuchtung können gurkig sein. Entscheidend: Der Erlebnisfilm im Kopf des Zuschauers muss getriggert werden. Und das passiert dann bei tausenden von Wowa- und Womo-Fahreren.


    Diese Zuschauer sehen schon, wenn die Bilder gut sind. Aber das ist für diese Gruppe nicht so entscheidend.


    Noch spezieller wird es bei Familienfilmen. Dort muss der Filmer zielsicher alle Lacher, Peinlichkeiten, kleinen Hinterhältigkeiten, versteckte Anspielungen, Nettigkeiten, irgendwie auf den Schirm bringen, schon laufen die Erinnerungsfilme in den Köpfen der Verwandten wie geschmiert. Aber da hat man natürlich nicht die hohen Zuschauerzahlen.


    Beste Grüße, Uli

  • Wenn ich die Zahl meiner Zuschauer als Maßstab nehme, dann lohnt sich der Aufwand für meine Videos nicht die Bohne.

    Das hatte ich schon vermutet. Geht mir auch so.

    Ich selbst finde das Ergebnis angesichts der Umstände und des Aufwands ok. und vor allem, mal wieder viel gelernt.

    Ja, aber dann machst Du den Film wieder für "Dich" bzw. Deinen Lernerfolg. :pfeifen:

    alle Lacher, Peinlichkeiten, kleinen Hinterhältigkeiten, versteckte Anspielungen, Nettigkeiten,

    So etwas gab es (leider?) bei den seinerzeit von mir gefilmten Familienfeierlichkeiten nicht (oder es ist mir und der/den Kamera(s) entgangen).

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • ro_max :"Ja, aber dann machst Du den Film wieder für "Dich" bzw. Deinen Lernerfolg."


    Nö, nicht nur für mich. Im Vergleich zu früher haben sich interessante Kontakte ergeben, das hat zumindest meine Mehrarbeit gebracht, mehr Qualität, im Video wie in den Reaktionen.


    Zu Clickraten: Philip Bloom macht gerade einen Katzen-Zubehörkanal auf. Nach seinen Aussagen läuft das in den wenigen Tagen von den Clickzahlen weit besser, als in seinem Videokanal, wo er reichlich Arbeit reinsteckt.


    Beste Grüße, Uli

  • Philip Bloom macht gerade einen Katzen-Zubehörkanal auf.

    Früher sagte man: "Sex sells." Heute müsste es wohl eher heißen: "Cute and cuddly furballs sell." ;)


    Im Vergleich zu früher haben sich interessante Kontakte ergeben, das hat zumindest meine Mehrarbeit gebracht, mehr Qualität, im Video wie in den Reaktionen.

    Das freut mich. Ja, (positives) Feedback motiviert.

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • Die meisten Hobbyfilmer gehen doch in erster Linie diesem Hobby nach, um ein kreatives Werk zu schaffen, sich selber in einem bleibenden Ergebnis sichtbar für andere zu verwirklichen , oft gepaart mit Freude an der Technik.

    Die meisten Filme, die man in Filmforen und Videoclubs zu sehen bekommt, sind, auch wenn sie handwerklich gut gemacht mit story und Aufnahmetechnik und gutem Schnitt und guter Vertonung daherkommen, trotzdem langweilig und bestenfalls für Gleichgesinnte interessant, die daraus für sich etwas für ihr eigenes Schaffen abschauen, sich inspirieren lassen .


    Ich sehe auch lieber kulinarische opulente Aufnahmen von tollen Landschaften und kulturellen Ereignissen ohne Geschichte , als Dokus über ein banales Thema am Reiseort. Die Ästhetik der Bilder sind oft mehr DIE eye-catcher als die Story. Davon leben auch die James Bond-Filme.

    Oft sind die den Filmen unterlegten Geschichten, die Hobbyfilmer meist nur erzählen können, für die allermeisten Dritten nicht wirklich spannend .

    Entweder hat ein Lokation eine spannende Geschichte, oder sie hat sie nicht. Ihr eine zwanghaft unter zu jubeln, ist nicht zielführend. Dann diese lieber ästhetisch mit guter Musik visualisieren.


    Für Geschichten, die ich mir ausdenke bräuchte es -Charaktere, Spannungsbögen zwischen Menschen, Handlungen und damit für die filmische Umsetzung professionelle Schauspieler oder ich müsste Zeichentrick und Animation beherrschen.

    :computer::wallbash::thumbsup::stolz:

  • Platon arbeitet wie ein klassischer Maler. Das waren immer schon detailliert konstruierte Bilder und die wirklich guten schlichen sich auch in die Seele der gemalten Person hinein.

    Diesen Aufwand treiben auch professionelle Filmer und wenn es gut gemacht ist, kommt das wahre Ich einer Person in dem film langsam zum Vorschein.

    Das ist wohl kaum unsere Sache als engagierte Amateure. Aber was wir können, sind lebensechte Momente auf unseren Reisen oder in der Familie oder sonstigen Begegnungen zu erfassen. Das bringt Leben in unsere Filme - nicht unbedingt Klickzahlen, da zählen andere Werte.

    Meine Erfahrung ist, das viel mehr Leute als man glaubt, sich bei entsprechender Ansprache gerne filmen lassen, besonders in "unverdorbenen" Ländern, wo noch keine Panik vor Datenmissbrauch herrscht. Und was ist schöner als eine erinnerung an eine Zufallsbekanntschaft, die ungewollt zu einer interessanten persönlichen Begegnung geworden ist.

    Dirk