Bewegte Bilder durch Slider

  • Motor-Slider sind eine feine Sache, wenn man sie richtig einsetzt. Sie bringen Lebendigkeit in ansonsten statische Aufnahmen, wichtig ist oft, auch einen Vordergrund im Bild zu haben.

    Auch bei Interviews ein probates Aufnahme-Hilfsmittel. ist freilich immer mit mehr Aufwand verbunden.

    Für die, die sich mit dem Thema Slider noch nie befasst haben, in Youtube gibt es zahlreiche Anwendungsbeispiele.

    :computer::wallbash::thumbsup::stolz:

  • Auf Slashcam hatte jemand mal ein Video gezeigt, das mit einer Osmo Pocket gefilmt wurde, die an einer Stange befestigt war und diese Stange wiederum an dem Micro 2.

    Dadurch wurde die Kamera zwischen eng beieinander stehenden Gegenständen geschoben, was einen ganz besonderen Effekt ergab.


    [Blockierte Grafik: https://www.slashcam.de/forum/…le.php?id=30507&mode=view]


    Hier zu finden:

    https://www.slashcam.de/forum/…hp?f=35&t=148557&start=35

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Wobei 80 Prozent aller Slider- oder Drohnenfahrten Bewegung um der Bewegung willen sind. Der Filmer versucht mit der Bewegung - oft auch sich selbst - davon abzulenken, dass das Motiv uninteressant ist. Oder, dass er sich keine Gedanken darüber gemacht hat, was, warum und wie er da was abfilmt.


    Beispiel: Eine "bewegtes" Schloss wird nicht durch die Bewegung interessant. Das Gleiten der Kamera (mit Slider oder Drohne) lenkt erst einmal das Auge auf die Bewegung - und damit von dem Gebäude ab.


    Nehmen Filmer z. B. ein bekanntes klassizistisches Gebäude auf, dann überlegen die wenigsten, was ist das Besondere an dem Haus? Um im nächsten Schritt zu fragen: Mit welchen filmischen Mitteln kann ich das Besondere herausarbeiten?


    Z. B.: Klare Formensprache, Orientierung an antiken Bauten, starke Linienführung, klassischen Grundformen wie Dreieck, Kreis, Säule und Quadrat werden eingesetzt.


    Woher man was über Klassizismus weiss? Ein Blick in den Reiseführer sagt: Brandenburger Tor ist ein frühklassizistisches Triumphtor ... usw.


    Klassizismus?? Kurzer Blick in den Reiseführer oder Google, Ergebnis siehe Absatz oben. Und beim nächsten Gebäude wisst ihr dann schon, auf was ihr achten müsst.


    Überraschenderweise braucht man dann oft keine zusätzliche Technik - wie Slider oder Drohne - um z. B. die Merkmale eines klassizistsichen Gebäudes wie dem Brandeburger Tor filmisch herauszustellen.


    Beste Grüße, Uli

  • Wobei 80 Prozent aller Slider- oder Drohnenfahrten Bewegung um der Bewegung willen sind.


    ......


    Überraschenderweise braucht man dann oft keine zusätzliche Technik - wie Slider oder Drohne - um z. B. die Merkmale eines klassizistsichen Gebäudes wie dem Brandeburger Tor filmisch herauszustellen.


    Sliderfahreten oder Drohnenflüge werden um so wichiger je mehr zusammenhanglos aneinandergereihte Bilder zu einem "Film" zusammengesschnitten werden.


    Bewegung lenkt den Blick, mit einem Slider kann man bspw. schöne Übergänge inszenieren und von Details im Vodergrund zu einer Handlung im Hintergrund übergehen. Quasi einen Wow-Shot im Sinne der Five-Shots generieren.


    Aber auch hier gilt das es eine von mehreren Einstellungen ist welche eine Szene, eine Handlung oder ein Bauwerk zeigen sollen. Insofern darf nicht jede Einstellung vom Slider erfolgen - in vielen Filmchen wird aber genau das gemacht, es werden ansich uninteressante Aufnahmen durch Bewegung zu interressanten Aufnahmen gemacht. Immer und andauernd.


    Wobei ein Slider inzwischen in meinen Augen immer mehr an Bedeutung verliert da er nur eine Bewgungsrichtung gleichzeitig zulässt. Abgelöst wird er inzwischen immer mehr von Gimbals weil man damit mehrere Bewegungen quasi ineinander übergehen lassen kann. Frei im Raum "schwebt" und Dinge auch quasi umrunden kann.


    Wo ein Slider in meinen Augen absolut vorteilhaft ist sind bspw. Produktaufnahmen - diese wären schnell langweillig, bewegt sich die Kamera sind sie auf einmal interessant. Da dürfen es auch gerne mehrere Slideraufnahmen hintereinander sein.


    Aber in vielen Fällen ist der "Bewegungsdrang" in den Bildern wirklich nur der Bewegung willens...

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  • Beispiel: Eine "bewegtes" Schloss wird nicht durch die Bewegung interessant. Das Gleiten der Kamera (mit Slider oder Drohne) lenkt erst einmal das Auge auf die Bewegung - und damit von dem Gebäude ab.

    Das sehe ich genau anders herum. Eine zehnsekündige still stehende Aufnahme eines Schlosses wird oftmals den Betrachter weniger in den Bann ziehen als die gleiche Aufnahme vom Slider.

    Aber natürlich ist das alles Ansichtssache und ich sehe es ebenfalls so, dass Slideraufnahmen nur ganz wenig eingesetzt werden sollten.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Das sehe ich genau anders herum. Eine zehnsekündige still stehende Aufnahme eines Schlosses wird oftmals den Betrachter weniger in den Bann ziehen als die gleiche Aufnahme vom Slider.


    Dann sind die 10 Sekunden zu lang. Lieber 5 Sekunden und dann nochmal 5 Sekunden auf ein Detail eingehen, ein Relief, eine Säule, ein Fenster, ein Wappen o.ä. in Großaufnahme bzw. mehrere davon bringen.


    Leider ist das Wetter hier nicht so toll und das örtliche Schloss hier wegen Baumaßnahmen nicht besuchbar sonst hätte ich da mal ein paar Beispielsaufnahmen machen können.....


    Es wäre nämlich schon mal interessant diverse Methoden direkt nebeneinander zu stellen - einmal eine reine Standbildaufnahme, dann mit Slider, vielleicht noch mit einem Gimbal und dann in der Klassischen Lösung in einzelne Details aufgelöst.


    Aber dazu müsste man explizit solche Beispielsaufnahmen machen, einfach im Archiv kramen ist sinnlos, es muss schon genau das gleiche Gebäude sein.

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  • Film ist Bewegung, statisch tendiert zur Diashow.


    Im Grunde lebt Film von agierenden und bewegten Motiven, meist Menschen oder Tieren.

    Nun ist man gerade als Hobbyfilmer nicht selten in die Situation versetzt, interessant agierende Menschen oder Tiere überhaupt vor die Linse zu bekommen, Szenarien mit Menschen überhaupt stoßen oft auf Protest, wenn man die Kamera zückt.

    Dann bleiben einem im Genre Reise und Naturfilm oft keine anderen Möglichkeiten, seinen Film mit einer Vielzahl statischer Motive , die den Ort prägen, anzureichern. Bewegte Aufnahmen schaffen da durchaus mehr Lebendigkeit.

    :computer::wallbash::thumbsup::stolz:

  • vivavista :"Film ist Bewegung, statisch tendiert zur Diashow."


    Das ist ein technischer Gesichtspunkt von Film. Nur durch Bewegung wird ein Film nicht interessanter.


    Beispiel: Auf einem Foto sieht man, wie Regenwasser über eine Bordsteinkante rinnt. Filme, ich das ab (Bewegtbild), wird es nicht interessanter.


    Die Frage ist, ab wann wird ein Film spannend? Immer dann, wenn ein Zuschauer wissen will: Wie geht es weiter?


    Und da muss ich ihm eine wie auch immer geartete Geschichte erzählen. Erst dann kommt die alles entscheidende Frage auf, wie geht es weiter?


    Beispiel Urlaubsfilm: Jemand der einen privaten Reisefilm sehen will, der hat schon Erfahrungen mit Urlauben und will z. B. wissen, wie sieht es in Lissabon aus? Wenn ich trocken Sachinformationen aufzähle schaltet er schnell ab, denn ich habe das wichtigste Gesetz eines Filmes verletzt: Langweile nicht.


    Also erzähle ich - mehr oder weniger gelungen - was über mein Erleben in dieser Stadt. Damit knüpfe ich an die Erfahrungen des Zuschauers an: Ah, das habe ich schon gesehen. Hm, das macht er anders, ist aber nichts für mich. Oh, das muss ich mir mal ansehen. Mein Film ruft Bilder, Emotionen, Erlebnisse des Zuschauers ab und wir haben eine kleine Gemeinsamkeit.


    Über diese Ebene lassen sich jetzt auch Sach-Informationen vermitteln, da der Zuschauer sie in sein eigenes Erleben einbauen und für sich neue Schlüsse ziehen kann.


    Damit dieses Anknüpfen an die Erwartungen und Erfahrungen des Zuschauers gut klappt gibt es in einem Video reichlich filmische Mittel:


    Filmtechnische Mittel:

    • Einstellungsgrößen: Totale, Halbtotale ...
    • Kameraperspektive: Normal-. Vogel ...
    • Kamerabewegung: statisch, fahren, schwenken ...
    • Schnitttechniken: Harter Schnitt, Überblendung ...
    • Montage des Filmmaterial: beschreibend Montage, Kontrastmontage …
    • Wahl der Kamera ... usw.


    Einige erzählerische Mittel:

    • Erzählstruktur: drei Akte und alle Varianten
    • Filmgruppen / Genre:
    • Urlaubsfilm (Untergenre)
    • Abenteuerfilm
    • Kriminalfilm
    • Filmkomödie ... usw.

    Das sind nur einige Mittel und Herangehensweisen, wie man einen spannenden Film machen kann. Der Unterschied zwischen Standbild (Dia) und Bewegtbild ist erst der Anfang.


    Hm, wir sind meilenweit vom Slider weg. Könnte ein Moderator bitte diesen Teil des

    Threads auskoppeln?


    Beste Grüße, Uli

  • In diesem Thread ging es um einen motorisierten Slider. Im Laufe der Zeit hat sich daraus eine Diskussion zum Slidereinsatz entwickelt die hierher ausgelagert wurde.

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  • Zitat von Rod Beispiel: Eine "bewegtes" Schloss wird nicht durch die Bewegung interessant. Das Gleiten der Kamera (mit Slider oder Drohne) lenkt erst einmal das Auge auf die Bewegung - und damit von dem Gebäude ab.

    Hans-Jürgen :"
    Das sehe ich genau anders herum. Eine zehnsekündige still stehende Aufnahme eines Schlosses wird oftmals den Betrachter weniger in den Bann ziehen als die gleiche Aufnahme vom Slider."

    Die Sliderbewegung hilft zu verdecken, dass das Schlossbild selbst nicht aussagekräftig genug ist und da mogelt man sich mit der Bewegung des Sliders drüber weg. Was man in der Tat oft machen muss, denn gerade unsere Einstellungen sind halt die von Amateuren.

    Aber, es muss einem klar sein, dass das eigentliche Problem in der Einstellung, dem Bild selbst liegt.

    Völlig anders sieht es aus, wenn ich z. B. zwei Menschen laufen und ich mit der begleitenden langsamen oder schnellen Kamerabewegung den Stimmungszustand zwischen den beiden unterstreichen will.

    Beste Grüße, Uli
  • Für mich ist ein motorisierter Slider die Vorstufe zur Königsklasse, der Robotergesteuerten 3-Achsen-Kamera, die leider preismäßig für die meisten Leute aus der Auswahl fällt.


    Eigentlich nur für geduldige, denn so ein Shot muss geplant werden und dauert bei Zeitraffern noch urig lange. Die meisten Slider sind motorisiert in Echtzeit kaum zu gebrauchen, weil sie sich hakelig bewegen und damit Ruckelbilder produzieren.


    Ich hatte mir kürzlich eine Bewertung von Andreas Abb über den großen Edelkrone Motorslider angesehen und was sowas von enttäuscht, was zu dem Preis alles "verschlampt" worden ist.

  • Für meine Aufnahmen gilt immer noch:


    Bewegung ja, aber vor der Kamera und nicht mit der Kamera.


    Fürf mich sind Drohen und Slider ebenso wie 360° Kaemers nettes aber sinnloses Spielzeug. Und sie werden wohl hauptsächlich aus dem Spieltrieb gekauft und nicht wegen der Gestaltung.


    Der verhüllte Reichstag vom gerade verstoben Künslers Christo hat sich bestenfalls mit dem Wind bewegt. Also ein rein statitischen Dokument und wurde tausende Mal gefilmt!

    Gruß Peter

  • Die meisten Slider sind motorisiert in Echtzeit kaum zu gebrauchen, weil sie sich hakelig bewegen und damit Ruckelbilder produzieren.

    Genau das macht eben der Micro 2 nicht, da wackelt aber auch gar nichts, auch wenn ich 4 Kilo draufpacke.

    So etwas habe ich aber auch noch bei keinem anderen Slider erlebt.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Die Frage ist, ab wann wird ein Film spannend? Immer dann, wenn ein Zuschauer wissen will: Wie geht es weiter?

    :Applaus:

    WIN-10/64 PRO, Mercalli, NeatVideo, NB ChromaKeyPro, Audacity, Adobe PS, Movavi VideoConverter

  • Die meisten Slider sind motorisiert in Echtzeit kaum zu gebrauchen, weil sie sich hakelig bewegen und damit Ruckelbilder produzieren.


    Das Problem vieler gerade günstiger Slider ist die nicht spielfreie Lagerung des Schlittens. Wenn man den Schlitten dann antreibt verkippt dieser durch das minimale Spiel ganz leicht und "klemmt" sozusagen fest, der Motor (oder die schiebende Hand) bewirkt dann ein "losbrechen" des Sliders und erzeugt somit ein Ruckeln.


    Es gibt Ausnahmen, aber leider auch katastrophale Produkte die sehr hochwertig aussehen aber deren Präzision nicht ausrecheind genau ist. Eine saubere, gute Linearführung zu produzieren ist nicht einfach ;)


    Aber wir schweifen hier schon wieder ab, es sollte hier um die gestalterischen Möglichkeiten gehen die einem ein Slider bietet....


    Eine der Möglichkeiten sind tatsächlich Timelapse-Aufnahmen. Wichtig ist hier in meinen Augen eine möglichst niedrige Geschwindigkeit damit das Timelapse-Video dann nicht zu schnell wird.


    Aber auch hier gilt - keine Timelapse nur der Timelapse willen. Es muss in den Film passen. wenn ich bspw. Bilder benötige die das "Gewusel" und die Menschenmengen und deren Bewegung an einem touristischen Ort hervorhebt dann kann eine bewegte Timelapse-Aufnahme sinnvoll sein.


    Oder aber als Trenner zweier Tage im Film - einfach eine Timelapse vom Abend, eine vom Morgen, beide über Schwarz zusammengefasst und ich habe ganz eindeutig visualisiert das ein neuer Tag begonnen hat.


    Aber nur weil es "geil" aussieht - dann ist da was falsch gelaufen ;)

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