Licht, Bildaufbau, Inhalt - "Sex Education"

  • Sex - hat vermutlich eure Neugier geweckt. :roll:


    Prima, da die meisten im Forum ob ihres Alters mit dem Thema der Serie durch sind, können wir uns entspannt auf Bildaufbau, Licht, Blickführung und Farben konzentrieren. :pfeifen:


    Fragt uns jemand: Wie sehen Licht und Farben in deinen Aufnahmen aus? Dann sind wir meist ratlos. "Tja, öhm, es ist hell, man kann die Menschen erkennen - und - ach ja, es ist in 4K!"


    Kurz: Oft wissen wir nicht, wonach wir bei der Beantwortung der Frage suchen müssen. Wir haben wenig Ahnung, wie Licht, Farben, Bildkomposition ... funktionieren.


    Still Moving zeigt anhand von Szenen der Serie "Sex Education" (Wikipedia) ganz praktisch, wie der Regisseur ein Bild aufbaut, den Blick des Zuschauers führt (leading lines, singel point perspektive) und wie er die Charaktere ins richtige Licht setzt.


    Ihr seht, wie wirkt der Lichteinfall? Wo ist das Hauptlicht? Wo sind Schatten und was machen sie?


    Völlig klar, hier wird niemand eine Serie oder kaum einen Kurzfilm drehen. Aber anhand der Beispiele bekommt man eine Ahnung, was wichtig ist.


    Leider in Englisch, aber von einem sehr gut verständlichen Briten gesprochen.


    Es geht 0:26 mit dem Labor in der Schule los.


    Auch wer kein Englisch kann, sieht anhand der Skizzen, auf was man achten muss und wie die Szene aufgebaut ist.


    "Sex Education | Cinematography Breakdowns | S1E1 - Science Lab", Youtube, Still Moving.


    Beste Grüße, Uli

  • Prima, da die meisten im Forum ob ihres Alters mit dem Thema der Serie durch sind, können wir uns entspannt auf Bildaufbau, Licht, Blickführung und Farben konzentrieren.

    Der war gut.... :D

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Mal Interesse halber gefragt, hat sich jemand zumindest das erste Drittel angeschaut? Nützlich?

    Angeschaut? Ja.

    Nützlich? Nun, gemischt. Als theoretische "Übung" was die Lichtsetzung angeht ganz gut, für eigene Videoaufnahmen vermutlich weniger umsetzbar. Ich habe noch nie Aufnahmen (außer Referenzaufnahmen von mir selbst) mit eigenem zusätzlichen bzw. gesetztem Licht gemacht (immer nur "available light".).


    Für mich eigentlich nur hinsichtlich der Lichtsetzung im CGI-Bereich interessant.

    Greetings,
    ro_max


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    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • Die grundsätzlichen Ausführungen finde ich schon interessant. Allerdings dürften wirklich wenige hier in der Praxis solche Situationen filmen. Und wer mal in der Praxis versucht hat Licht zu setzen weiß genau, dass das gar nicht leicht ist wenn man keine Erfahrung damit hat.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Bin momenan sehtechnisch ein bisschen eingeschränkt wegen einer OP, daher nicht angeschaut (macht keinen Spaß). Werde das aber in den kommenden Tagen/Wochen nachholen....


    Prinzipiell ist es so das man beim Lichtsetzen immer praktische Erfahrung braucht, gerade wenn es darum geht Stimmungen herauszuarbeiten und nicht einfach nur "hell zu machen" - und auch die entsprechenden Leuchten für den jeweiligen Zweck.


    Bei mir ist es inzwischen so das wenn ich solche gesetzten Aufnahmen machen muss/soll der größere Anteil am Equipment das Lichtequipment ist. Kamera, Objektiv und Mikrofone sind ein Bruchteil von dem aufwand wie die Beleuchtung, gerade wenn es andere Lichtsituationen sind wie einfaches Dreipunktlicht o.ä. ;)


    Am Equipment werden viele Amateure scheitern, aber trotzdem ist eine Grundkenntnis des Lichtsetzens und der Wirkung von Licht auf den Zuschauer immens wichtig.

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

  • der größere Anteil am Equipment das Lichtequipment ist. Kamera, Objektiv und Mikrofone sind ein Bruchteil von dem aufwand wie die Beleuchtung

    So ist es. Ich habe mir ja schon vor geraumer Zeit Redheads aber dann auch modernere Tageslichtlampen angeschafft, brauche das aber tatsächlich recht selten - eher nur fallweise.


    Der Umgang damit ist einerseits interessant (damit man weiß wie es geht wenn man es braucht), aber auf jeden Fall ein Aufwand. Für eher spontane Drehs zum Hobby kommt das wohl eher selten zum Einsatz, aber dazu zu Lernen ist ja immer gut.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • ro_max :"Als theoretische "Übung" was die Lichtsetzung angeht ganz gut, für eigene Videoaufnahmen vermutlich weniger umsetzbar. Ich habe noch nie Aufnahmen (außer Referenzaufnahmen von mir selbst) mit eigenem zusätzlichen bzw. gesetztem Licht gemacht (immer nur "available light".)


    wolfgang :"Und wer mal in der Praxis versucht hat Licht zu setzen weiß genau, dass das gar nicht leicht ist wenn man keine Erfahrung damit hat."


    Hm, wenn ich das lese, dann habe ich den Eindruck, dass ihr euch die knappen 17 Minuten nicht angeschaut habt.


    Es werden 8 Einstellungen gezeigt. In all den 8 Aufnahmen geht es gerade NICHT um die Lichtsetzung mit Scheinwerfern usw., sondern um das arbeiten mit vorhandenem Licht. So, wie wir es als Amateure meist vorfinden.


    Und in der 8. Einstellung beschreibt er die unterschiedlichen Ausleuchtungen bei einem Spielfilm und einem kommerziellen Werbe- oder Imagefilm. Bei letzteren wird eher mit rechlich Scheinwerfen usw. ausgeleuchtet.


    Im Detail:


    1. Einstellung - 00:26 – Es wird kein kein Licht gesetzt, es wir mit dem vorhandenen Licht gearbeitet. Wobei es in dieser Einstellung Kameraposition, um Bildaufbau, Führungslinien im Mittelpunkt der Debatte stehen.


    2. Einstellung – 04:16 - Es geht explizit um das Licht, das durch das Fenster fällt und wie es die Schauspieler ausleuchtet.


    3. Einstellung - 05:15 – Er vermutet, dass möglicherweise ein passiver Reflektor eingesetzt wurde. Er vergleicht vor allem die Farbabstimmung zischen der neuen und der vorigen Einstellung. Seine Kritik, sie sind zu unterschiedlich.


    4. Einstellung – 06:05 – Es wird kein Licht gesetzt. Er weist darauf hin, dass von der vorhandenen Deckenbeleuchtung die rechts oben wegen einer möglichen Blickführung ausgeschaltet wurden. Wichtig auch der Kamerastandpunkt, niedrig.


    5. Einstellung 07:12 – Er zeigt die Reflektion der Fenster in ihren Augen, was für die Blickführung wichtig ist. Er zeigt auch den Unterschied, wie das vorhandene Licht das Gesicht der jungen Frau herausarbeitet währen der Junge unscharf und kaum zu erkennen ist - Blickführung. Farbkontrast wird hier auch gezeigt.


    6. Einstellung 08:01 – Er vergleicht den Unterschied in der Hautfarbe zwischen dieser und der vorherigen Einstellung, mehr rosa in der aktuellen Einstellung, was er korrigiert hätte..


    7. Einstellung 08:58 – Er zeigt, dass hier das Grün, das in den vorigen Einstellungen den Farbkontrast dominierte, fast verschwunden ist. Er spricht speziell über die gute Qualität des natürliche Lichtes, das durch die Fenster fällt.


    8. Einstellung ab 10:22 - Er diskutiert die unterschiedliche Ausleuchtung bei einem Spielfilm und einem kommerziellen Werbe- oder Imagefilm. In letzteren hätte er in solch eine Szene Licht gesetzt hätte. Der Farbkontrast mit dem Grün ist für die Erzählung im Film wichtig, bei einem Werbedreh würde er dagegen die Szene auf ein sauberes und klares Weiss ausleuchten. Zum Beispiel, 12:43, in dem man drei 1,6KW HMI-Leuchten gegen die Decke gerichtet hätte..


    Er erörtert auch die Schwierigkeit bei einem niedrigen Kamerastandpunkt in einem kommerziellen Shot, da dann die Decke wegen der genannten Ausleuchtung ausgefressen wäre usw.



    Berliner hatte ja oben schon einen Youtube-Kanal genannt, bei dem Fragen zum Bildaufbau, Ausleuchtung usw. gezeigt werden.


    Hier noch ein paar weitere Links, keine spezielle Reihenfolge:


    Every Frame a Painting

    Lessons from the Screenplay

    Now You See It

    In Depth Cine

    The Future of Storytelling StoryMOOC

    Studiobinder

    Noam Kroll

    Crimson Engine

    The Beauty Of

    No Film School


    MacMedia: Gute Besserung wünsche ich dir.


    Das wars von mir.


    Beste Grüße, Uli

  • Interessant fand ich das Video schon und konnte auch einiges davon auf meine Filmweise übertragen, da ich fast ausschließlich natürliches Licht nutze oder nutzen muss.

    Für mich gibt es daher schon bevor ich losgehe die Überlegung, wie das Licht wohl sein wird, dieses ganz besonders in Abhängigkeit von der Tageszeit.

    Hartes Sonnenlicht ist auch für Filmer nicht besonders gut, daher ist die Mittagszeit bei praller Sonne keine geeignete Zeit, es sei denn, es steht gerade eine dünne Wolke vor der Sonne oder man benutzt einen weißen(!) Regenschirm zur Abschattung.

    Wenn ich genau weiß wo ich etwas filmen will, spielt natürlich auch der Sonnenstand eine wichtige Rolle.

    Die schöne Seite des Motivs soll natürlich auch entsprechend beleuchtet sein.

    Dazu gibt es hilfreiche Apps fürs Handy:


    https://www.joachimott.de/jour…7/04/28/sonnenstand-apps/


    Reicht das licht mal nicht aus, dann nehme ich ein oder zwei LED-Leuchten, um nachzuhelfen.

    Damit kann man auch Motive spotmäßig anleuchten, um sie besonders zu betonen.

    Besonders interessant kann dabei ein Gegenlicht sein.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Es werden 8 Einstellungen gezeigt. In all den 8 Aufnahmen geht es gerade NICHT um die Lichtsetzung mit Scheinwerfern usw., sondern um das arbeiten mit vorhandenem Licht. So, wie wir es als Amateure meist vorfinden.

    Ja klar geht's in dem Filmchen um natürliches Licht. Aber was machst wenn du das verändern willst was du halt gerade zufällig vorfindest?

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Hm, wenn ich das lese, dann habe ich den Eindruck, dass ihr euch die knappen 17 Minuten nicht angeschaut habt.

    Doch, habe ich.


    Ich kann nur bestimmte Dinge, die im Video erwähnt werden nicht so recht nachvollziehen (z.B. Farbstiche /-Unterschiede zwischen den verschiedenen Einstellungen; aber vielleicht sieht er das auf seinem (Profi-?)Monitor deutlicher).

    Ich hatte ja geschrieben, dass das verlinkte Video für mich von gewissem theoretischen Nutzen ist.

    Aber die Bereiche, wo ich quasi bewusst mit Ausleuchtung arbeite bzw. arbeiten muss, weil es kein "available light" gibt (also CGI), bietet mir bestimmte Möglichkeiten, die es in der Realität nicht gibt und mit manchen Problemen (wie den CA an den Personen/der Säule durch das Gegenlicht bzw. das Objektiv) muss ich mich auch nicht herumschlagen.


    Ob und in wieweit in den diskutierten Einstellungen neben dem Licht durch die Fensterfront bzw. den teilweise im Gebrauch befindlichen Deckenleuchten noch weitere Leuchten/Reflektoren eingesetzt wurden, weiß er halt auch nicht definitiv. Sein Beispiel mit HMI-Scheinwerfer gegen die Decke sollte ja einen ganz anderen Look erzeugen.


    Du hattest nach der Nützlichkeit des Video gefragt und das habe ich für mich beantwortet. Würde ich noch Videoaufnahmen machen, dann wären das keine szenischen Dinge und ich müsste mich, so war es in der Vergangenheit jedenfalls, fast vollständig darauf konzentrieren, möglichst schnell das Motiv einigermaßen vernünftig einzufangen, ohne auf Details beim Licht achten zu können (von so Dingen wie Sonne-im-Rücken mal abgesehen). Und der (schnelle) Einsatz z.B. eines Reflektors bei Run-n-Gun erfordert einen Helfer (den ich auch nie hatte), von künstlichem Zusatzlicht mal ganz zu schweigen (außer vielleicht einem Kopflicht auf der Kamera).

    Greetings,
    ro_max


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    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • wolfgang :"Aber was machst wenn du das verändern willst was du halt gerade zufällig vorfindest?"


    Dann musst du Licht setzen - und es wäre ein neuer Thread.


    Zum Beispiel: Ausleuchtung des gesamten Klassenzimmers. Für eine klare und helle (kommerzielle) Ausleuchtung wird im Video ein Vorschlag gemacht. 8. Einstellung: 3 x 1,6 KW HMI an die Decke. Er deutet auch an, dass man dann auf ein paar Dinge achten muss, wie Kameraposition eingeschränkt, Stromversorgung usw.


    In den gelisteten Links findet man für verschiedenste Lichtfragen genügend Beispiele und Tutorials.


    Beste Grüße, Uli

  • Dann musst du Licht setzen - und es wäre ein neuer Thread.

    Wenn verfügbares Licht verwendet werden kann dann spricht absolut nichts dagegen. Problematisch ist allerhöchstens das bspw. Tageslicht nicht immer völlig steuerbar ist - Sonne und Bewölkung, Heligkeits- und Farbtemperaturänderung zu diversen Tageszeiten usw.


    Wenn es nur um kurze Takes geht, etwa weil man ein kurzes Interview führt, ein Statement gesprochen wird, eine kurze Handlung abläuft dann stört das i.d.R. auch kaum, im Gegensatz zu längeren Aufnahmen welche einige Stunden dauern.


    Oft funktioniert das prima und längere Dreharbeiten werden nur wenige hier machen müssen so das auch die Lichtänderung von Tageslicht oft keine größere Rolle spielt, eher wann man die Aufnahmen macht und ob da dann das Licht besser/geeigneter ist.

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar