Weissabgleich immer neu oder feste Farbtemperatur und graden?

  • Ich habe mal gelesen, dass es sinnvoller sei eine feste Farbtemperatur einzustellen und dann zu graden, weil man dann fixe Werte hat. Es soll schwieriger sein, wenn man immer einen automatischen Weißabgleich nutzt, weil dieser immer anders ausfällt.


    Wie verhält sich das denn bei einem manuellen Weißabgleich? Oder fährt man nicht allgemein besser mit fester Farbtemperatur und dann graden? Ein Colorchecker ist ja nicht immer und überall einsetzbar.

  • Hi,


    also ich bin bisher immer mit einem Weißabgleich vor der Aufnahme gut gefahren. Was natürlich nicht heißt, dass in der Post keine Korrekturen erforderlich gewesen wären.


    Ich denke es ist leichter aus einer "neutralen" Einstellung eine Stimmung zu erzeugen, als eine "falsche" Einstellung zu korrigieren.


    Gruß

    Peter

  • Interessant das Thema

    In analoger Zeit war der Diafilm ja mit festem Weißabgleich- es gab auch das Kunstlichtfilter

    Deswegen bin ich immer noch beim festen Weißabgleich - da stimmt auch der warme Abendhimmel

    Was anderes ist es bei Kunstlicht, da passe ich individuell an

  • Ich habe mal gelesen, dass es sinnvoller sei eine feste Farbtemperatur einzustellen und dann zu graden, weil man dann fixe Werte hat. Es soll schwieriger sein, wenn man immer einen automatischen Weißabgleich nutzt, weil dieser immer anders


    Das Stichwort hierbei ist automatischer Weißabgleich. Also ein Weißabgleich der sich kontinuierlich und fortlaufend an die jeweilige Lichtsituation antomatisch anpasst - der ist oftmals absoluter Mist, vor allem wenn man graden will.


    Problem ist das sich bspw. während einer Aufnahme eine Wolke vor die Sonne schiebt - schon kann ggf. der AWB nachregeln - oder das ein farbiges Objekt großflächig ins Bild kommt - bspw. ein großes rotes Auto - der AWB denkt dann "Mensch, anz schön rotstichig, ich muss nachregeln - und schon verändert sich der Farbeindruck des Bildes während der laufenden Aufnahme.


    Das ist absoluter Mist und vereitelt fast schon jeglichen Grandig-Versuch im Ansatz!


    Viel sinnvoller ist ein fixer Weißabgleich welcher manuell vor einer Aufnahme durchgeführt wird und nur bei sich gravierenden Änderungen im Umgebungslicht wiederholt wird. Achtung, das ist nicht zu verwechseln mit dem manuellen Einstelllen einer Farbtemperatur an der Kamera!


    Letzteres, also das manuelle Einstellen einer Farbtemperatur sollte man nur machen wenn man sehr viel Erfahrung hat und dadurch die Farbtemperatur auch annähernd "trifft" um nur ganz geringe Anpassungen durchführen zu müssen. Beispielsweise wenn ich Innenaufnahmen mit künstlicher Ausleuchtung mache und dazu Tageslichtleuchten mit definiert 3200K oder 5600K verwende - dann spricht absolut nichts dagegen die Farbtemperatur manuell festzulegen und wenn man keine groben Schnitzer macht dann passt diese auch relativ gut.

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  • 1) Interessant das Thema

    2) In analoger Zeit war der Diafilm ja mit festem Weißabgleich- es gab auch das Kunstlichtfilter

    3) Deswegen bin ich immer noch beim festen Weißabgleich - da stimmt auch der warme Abendhimmel

    4) Was anderes ist es bei Kunstlicht, da passe ich individuell an

    ad 1) Jawoll!

    ad 2) Ein Argument, auf das ich - nach vielen unbefriedigenden AWB-Tests - vor schon längerer Zeit auch gekommen bin.

    ad 3) Bei Tageslicht:

    - Ich habe als Defaulteinstellung in meiner Kamera die "Sonne" gewählt, (bzw. 6.500K - glaube ich).

    - Adaptionen erfolgen in der Post; üblicherweise mit der Primären Farbkorrektur (EdiusX).

    ad 4) Bei Kunstlicht:

    Hier verwende ich meist AWB oder eine der Kunstlichteinstellungen der Kamera (Adaptionen wie unter 3) ).


    Ausnahmen:

    In extremen Licht-Situationen (mitten im grünen Buchenwald etc.) und wenn es zeitlich möglich ist:

    - Manueller Weißabgleich ("weißer, halbtransparenter" Objektivdeckel | Graukarte - und volles Zoom drauf).

    - Sonst 3) bzw. 4).

    kurt

    WIN-10/64 Pro (21H1-19043.1023)

    Resolve-17.2.10012; EdiusX (10.20) WG

  • Ich habe auch schon bevor ich in RAW gefilmt habe den Weißabgleich immer fest eingestellt (meistens 5300) und dabei eigentlich nie Probleme gehabt.

    Eine Korrektur in der Post ist da kein Problem.

    Wenn man in RAW filmt ist das ganze eh ziemlich uninteressant, da er Weißabgleich erst in der Post vorgenommen wird.

  • Hätte ich vielleicht erwähnen sollen, dass ich in ProResRAW oder mit 5300K oder 6500K je nach Innen oder Außen aufnehme. Manchmal aber auch normal, wenn es schnell gehen soll.

  • Wenn man in RAW filmt ist das ganze eh ziemlich uninteressant, da er Weißabgleich erst in der Post vorgenommen wird.

    Da hast Du natürlich völlig recht.



    Übrigens, mit dem BMD Camera 7.3 Update (vom 26.04.2021) kommt für die Pocket Cinema Cameras die neue BRAW Version 5.Genaration.

    Edius kann diesen Codec leider (noch) nicht einlesen. Es wird aber in nächster Zeit sowieso ein Edius Update erwartet. Ich hoffe, da ist das auch schon eingebaut.


    Resolve 17 liest die Dateien natürlich problemlos.


    Interessant sind da die zwei neuen Qualitätsstufen Q1 und Q3. Bisher bin ich zu einem Vergleich von Q3 und Q5 (meiner bisherigen Einstellung) noch nicht gekommen.


    Das seit ein paar Tagen erhältliche Camera 7.3.1 Update bringt nur eine Änderung für die neue 6K Pro, nicht für die 4K/6K.


    Gruß

    Peter