Audacity wird Spyware

  • Das wird wohl nicht der einzige bleiben. Schade wenn es so kommen sollte.

  • Audacity: Audio-Schnittprogramm will Daten sammeln und mit Regierungen teilen (netzpolitik.org)

    Wenn das tatsächlich stimmt ist das ein schöner Mist!:thumbdown:
    Habe früher recht gerne mit Audacity gearbeitet, ist ein einfaches und gutes Programm. Da kann man nur hoffen das die Open-Source-Community tatsächlich einen Ableger ohne Spyware hervorbringt.

    Grüßle,
    Steve

  • In dem o.a. Artikel steht u.a.:

    „Allerdings sind wir gelegentlich dazu verpflichtet, persönliche Daten mit unserem Hauptquartier in Russland und externen Beratern in den USA zu teilen“


    1) Was heißt gelegentlich? Wann ich Geburtstag habe oder mich um einen Job bewerbe oder wie oder was?

    2) Warum ist diese neue Firma "verpflichtet", mit dem Hauptquartier zu teilen? Ist deren Hauptquartier eine staatliche Stelle? Seltsam, dass man das eigens betonen muss.

    3) Persönliche Daten? Das bedeutet Spy. Und übrigens: Welche persönliche Daten?

    4) Hauptquartier in Russland: Soll dieser Hinweis uns nun ganz besonders beruhigen?

    5) Und dieses Hauptquartier hat "externe Berater in den USA"?

    6) Zweck des Ganzen: Die Rechtsdurchsetzung sicherstellen? Was geht eine private Firma die Durchsetzung des Rechts an? Das ist normalerweise eine Aufgabe staatlicher Stellen, oder?

    Das liest sich wie aus einem James Bond-Drehbuch (KGB und seine Geheimagenten in den USA wollen ... ja, was eigentlich - ach so, ja, die "Rechtsdurchsetzung") oder einem Ableger von "Thy spy who came in from the cold".


    Fragen über Fragen. Schade, dass wir Mr. Snowden nicht fragen können (der soll sich ja in Moskau befinden)..


    Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten:

    - Der Inhalt des Artikels stimmt. Dann ist Audacity (das ich gerne verwendet habe), für mich erledigt.

    - Oder der Inhalt des Artikels stimmt nicht und wurde (zB) von der Audacity-Konkurrenz lanciert, um die SW in schlechten Ruf zu bringen.


    Man wird sehen, wie es weitergeht.

    WIN-10/64 Pro (21H1-19043.1023)

    Resolve-17.2.2.0004; EdiusX (10.20) WG

  • Vielleicht ist Her Snowdon jetzt der Berater aus den USA?

    Würde mich nicht wundern, dass die Russen ihn umgepolt haben!

  • Persönliche Daten? Das bedeutet Spy. Und übrigens: Welche persönliche Daten?


    Die Rechtsdurchsetzung sicherstellen? Was geht eine private Firma die Durchsetzung des Rechts an? Das ist normalerweise eine Aufgabe staatlicher Stellen, oder?

    Es gibt halt (auch in der EU) bestimmte Auskünfte die ein Unternehmen an staatliche Stellen u.U. weitergeben muss. Dies ist grundsätzlich auch erstmal richtig und sinnvoll (z.B. Bekämpfung der Kriminalität) und unterliegt normalerweise auch entsprechenden Auflagen, wie z.B. richterlichen Beschlüssen. Und natürlich hängt dies dann auch von dem jeweils geltenden Gesetzen des "zuständigen" Landes ab. Und da könnten dann evtl. die russischen Rechtsvorschriften durchaus etwas weitreichendere Auskünfte verlangen.


    Aber das war prinzipiell schon immer so, auch wenn man darüber keinen Hinweis erhalten hat. Diese Hinweise sind sicherlich den verschärften Datenschutzbestimmungen geschuldet.


    Dabei können "persönliche Daten" nur das sein, was man an Audacity z.B. bei einer Registrierung mitgeteilt hat.

    Welche Nutzen aber nun eine staatliche Stelle aus der Information ziehen sollte, dass z.B. eine bestimmte Person in Land XY Audacity verwendet, erschließt sich mir nun auch nicht. Zumal diese Daten ja auch nicht unbedingt stimmen müssen.




    Gruß

    Peter

  • Wenn dir so viel liegt an dem Programm, kann du ja "ausgehend" in der Firewall blockieren. Möglicherweise funktioniert es dann aber auch nicht - kann man probieren.

    Du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen:

    Habe früher recht gerne mit Audacity gearbeitet, ist ein einfaches und gutes Programm.

    ;)

    Ich verwende inzwischen eine andere Software und habe zumindest unter WIN10 keinen Bedarf etwas anderes wie etwa "Audacity" zu verwenden. Und in der Firewall murkse ich normalerweise nicht viel rum.


    Ich fänds es nur schade wenn diese gute Software durch Spyware in Verruf geraten würde.

    Grüßle,
    Steve

  • Ich meine, wenn bei Facebook Firmen Bilder von Gesichtern für biometrische Identifikation abgreifen, dann könnte man mit Audacity auch akkustische Fingerabdrücke von Nutzern nehmen. Nichts ist mehr sicher.


    Alexa, Siri, Cortana und Konsorten horchen uns doch auch schon mehr oder weniger aus.


    Städte werden mit Mikrofonen nach Gewalt (Schüssen) überwacht. Videokameras an öffentlichen Plätzen und sonstwo.


    Was wir alles gar nicht wissen. Und hier werden wieder alle hellhörig. Aber es kommt immer mehr. Jetzt sind sie ja mit dem Staatstrojaner zugange. Was juckt euch da so ein Audioprogrämmchen? Jedes Telefon mit Kamera und GPS kann Geodaten verraten oder stille SMS emfpangen und wer weiß was sonst.

  • ...dann könnte man mit Audacity auch akkustische Fingerabdrücke von Nutzern nehmen.

    Städte werden mit Mikrofonen nach Gewalt (Schüssen) überwacht. Videokameras an öffentlichen Plätzen und sonstwo.

    Jetzt sind sie ja mit dem Staatstrojaner zugange.


    Sicherlich bietet jede neue Technologie, jeder technische Fortschritt auch Gefahren missbraucht zu werden. Das ist schon so, seit der Mensch weiß wie er mit Feuer umgehen kann. Aber man sollte jetzt auch nicht gleich paranoid werden und verschiedene Dinge durcheinanderwerfen.

    Ich habe jedenfalls manchmal auch den Eindruck, dass bei bestimmten Dingen absichtlich ein Misstrauen gegen den Rechtsstaat geschürt und durch eher abwegige Szenarien gezielt Ängste bei anderen aufgebaut werden sollen. Dies ist auch nicht so abwegig, wie es sich vielleicht zunächst anhört. Denn natürlich gibt es durchaus starke Interessengruppen, die entweder unseren Rechtsstaat schädigen wollen und/oder (zurecht) eine effektive "Überwachung" fürchten müssen und diese deshalb verhindern wollen.


    Fakt ist jedenfalls, dass die heutigen modernen Kommunikationswege und ja für jeden leicht zugänglichen Technologien auch in starkem Maß durch/für kriminelle Machenschaften genutzt werden - s. z.B. Schlag gegen organisierte Kriminalität - ZDFheute.

    Hier müssen also in unser aller Interesse auch Möglichkeiten gegeben sein, dass die Gesellschaft - vertreten durch staatliche Stellen und unter Einhaltung gesetzlicher Auflagen - sich dagegen wehren kann. Wird dies (weiterhin) verschlafen, werden wir in genau die Situation kommen, die hier keiner haben will.

    Denn kriminelle oder verfassungsfeindliche Kräften halten sich an keine gesetzliche Vorgaben, sondern machen, was immer ihnen möglich ist. Soll heißen, wenn diese irgendwelche persönliche Daten abgreifen wollen, so werden sie es versuchen egal welche Gesetzte ihnen da entgegenstehen. Und auch ohne, dass die betroffene Person davon vorher durch eine AGB oder ähnliches in Kenntnis gesetzt wird.






    Und jetzt mal ganz nüchtern überlegt - wie willst Du denn mit Audacity einen "akustischen Fingerabdruck abgreifen" ?


    Dazu müsste ja dann alles, was Du in Audacity bearbeitest (heimlich) per Internet an eine "Sammelstelle" übertragen und ausgewertet werden. Dies wäre - aus meiner Sicht - schon allein aus Kapazitätsgründen nicht "flächendeckend" machbar. Außerdem würde die dort dann zwangsläufig ständig stattfindende Übertragung von Daten doch irgendwem mal auffallen.


    Doch selbst wenn dies so wäre, wie könnte denn "das Gegenüber" hinreichend bestimmt werden, was dort grade bearbeitet wird? Denn es ist doch nicht gesagt, dass selbst eine z.B. grade durchgeführte Sprachaufnahme tatsächlich von der als Nutzer eingetragenen Person stammt. Und wie oft werden denn auch für einen "Überwacher" völlig uninteressante Musikaufnahmen bearbeitet?


    Insoweit wäre dieser Weg nicht effizient und völlig widersinnig um an einen "akustischen Fingerabdruck" zu kommen, zumal es dazu einfachere und sichere Methoden gäbe - z.B. über das Festnetz- oder Mobiltelefon.




    Also einfach auch mal den (eigenen) Verstand einschalten und sich nicht gleich von jeder Verschwörungstheorie verrückt machen lassen.



    Gruß

    Peter

  • Sehe das ähnlich wie gurlt (Peter). Manches im Netz ist ziemliche Hysterie.


    Habe auch Schwierigkeiten, mir vorzustellen, was man an meinen Filmkommentaren gross spionieren will. Und audacity funktioniert genauso gut offline. Wenn man das so will. Will es jedenfalls nicht missen. Ist ein entscheidender Baustein in meinem Workflow.


    Grüsse aus Luxemburg


    Berthold

  • Ich nutze eine sehr alte Version. Fraglich ist ob das für die auch gilt oder nur für die neueste Version? Zudem kann man doch ev. Kommunikation "nach Hause" mittels Firewall blocken.

  • Ich nutze eine sehr alte Version. Fraglich ist ob das für die auch gilt oder nur für die neueste Version?

    Es sind ja die Datenschutzrichtlinien des Unternehmens. Da ist es zunächst völlig egal welche Version Du nutzt.


    Fraglich ist halt um welche Daten es da überhaupt geht.

    Eigentlich können dies nur Anmeldedaten sein, also z.B. IP-Adressen, wenn Kontakt mit dem Audacity-Server aufgenommen werden.

    Und da ist dann wiederum die Frage, ob Du dies blockieren kannst, ohne dass Audacity die Arbeit verweigert.


    Da ich selbst Audacity nicht nutze, kenne ich auch die Prozeduren nicht.

    Was ich mir aber halt nicht vorstellen kann wäre jetzt (wie ja offenbar von homer1 befürchtet), dass jede mit Audacity bearbeitete Datei an KGB, NSA und wem auch immer als Kopie weitergeleitet würde. Das wäre nicht nur ein immenser Aufwand, sondern würde m.E. auch niemanden etwas bringen.