Gimbal Manfrotto MVG460

  • baugleichen Feiyu Tech 4500

    Ich will Dir jetzt keine Angst machen, aber ich hoffe, das Manfrotto das Gimbal noch überarbeitet hat. Denn von Manfrotto bin ich immer sehr gute Qualität gewohnt. Im Laufe der Zeit hatte ich vieles von Manfrotto,


    Den Feiyu AK 4500 hatte ich mir nämlich zuerst auch gekauft. Nach 2 Tagen habe ich ihn dann bei meinem Händler gegen einen Zhiyun getauscht, da ich mit dem Feiyu völlig unzufrieden war.


    Die Verarbeitung war insgesamt etwas billig gemacht (z.B. schlecht entgratet).

    Insbesondere die Fixierung der Kamera auf dem Gimbal funktionierte mit meiner Blackmagic nicht, obwohl diese von Feiyu als geeignet gelistet war. Allerdings ist die Blackmagic auch etwas breiter als die DSLRs. Das hat dabei wohl auch eine große Rolle gespielt.


    Die Cam wurde unten auf der Schnellwechselplatte und oben über ein Gestänge mit je einer Schraube gehalten. Dies war aber alles so wacklig und lose, dass sich die Kamera bei jeder Bewegung auf der Platte verdrehte. Was dazu führte, dass sich der Schwerpunkt ständig veränderte und somit die vorgenommene Kalibrierung des Gimbals nicht mehr stimmte, bzw. es sich von vornherein nicht richtig kalibrieren ließ. Selbst mein wirklich sehr versierter Händler hat das nicht hinbekommen und nach über 1/2 h probieren völlig entnervt aufgegeben.

    Das obere Gestänge wäre mir wohl auch ziemlich im Wege gewesen, wenn ich noch Zubehör, z.B. ein externes Mic hätte verwenden wollen. Soweit ist es aber nicht mehr gekommen.



    Mit dem Zhiyun (Crane 3S) bin ich sehr zufrieden. Die Verarbeitung ist deutlich besser und alles funktioniert. Die Cam ist mit 2 Schrauben auf der Platte angebracht und sitzt so bombenfest.



    Gruß

    Peter

  • Da bin ich jetzt schon neugierig. Wobei man sagen muss, dass die Manfrotto Sachen an sich sehr stabil sind aber doch, so habe ich das Gefühl, teilweise einiges etwas schlampig gemacht und montiert ist. Stativplatten etwa habe ich auch schon nachträglich entgratet und bei einem neu gekauften 3D-Neiger war zwar alles da aber die Dreharme waren falsch montiert. War nach dem Betrachten des Katalogbildes, ist schon einige Jahre her, schnell geändert, sollte aber eigentlich nicht passieren.


    Bei einem Gimbal will, kann und werde ich solche "Reparaturen" nicht durchführen.

    vg Ian

  • Je nach Gimbal haben einige einen Normal-Modus und einen Action-Modus für viele, schnelle Bewegungen.


    Von daher ist die Reaktionsgeschwindigkeit und Auslenkungsstärke unterschiedlich konfigurierbar. Hier kann auch was besser oder schlechter aufeinander einstellbar sein.


    Ich hatte mal einen Gimbal für den Multikopter. Den konnte man individuell über USB konfigurieren bezüglich Auslenkungsstärke, Kraft, Auslenkungsschritte Winkel und Dämpfung.


    Darüber kann man Gimbals gegeneinander anpassen. Wenn man mit hohen Kräften stellen lässt, dann kann der Brushless Motor leiden und heisslaufen bis er die Magnetisierung verliert.

    Gleichzeitig kann die Stellung über das Ziel hinausschiessen weil die Stellwinkel größer sind. Hier kann ein feinmotorischer Gimbal schon in kleineren Winkeln gegenwirken. Deswegen kann die Dämpfung justiert werden.


    Bei Kameragimbals der Consumer-Klasse kenne ich diese detaillierten Justierungen nicht. Da wird weitgehend automatisch die Payload mit den Kräften per Rüttelalgorithmus eingestellt.

  • Beim obgenannten Manfrotto kann die "Motorkraft" auch manuell eingestellt werden,

    vg Ian

  • Beim obgenannten Manfrotto kann die "Motorkraft" auch manuell eingestellt werden,

    Ja, damit hatten aber meine Probleme mit dem Feiyu nichts zu tun. Auch die für das Gerät angegeben Lastgrenze von 4,6 kg war zu höchstens der Hälfte erreicht.


    Einerseits ist die Blackmagic ziemlich breit. Damit lag das Gewicht der Montageplatte auf den 1.Arm ziemlich weit nach links über, was der 2. Arm nicht genügend ausgleichen konnte. Da hätte man ja evtl. noch was mit Ausgleichgewichten mindern können, aber die Aufnahme selbst hing deshalb schon ein bisschen schief. Wie gesagt fand ich die Verarbeitungsqualität insgesamt nicht so toll.

    Der Zhiyun ist da doch deutlich besser, aber auch teurer und schwerer.


    Das Hauptproblem war aber eben, dass die Kamera einfach nicht ausreichend fest auf der Montageplatte zu fixieren war und sich deshalb ständig um die vertikale Achse verdreht hat. Das passierte nicht etwa bei einem Reißschwenk o.ä. , sondern selbst bei den langsamsten Bewegungen. Ein noch festeres Anziehen der Schrauben hätte da auch nichts gebracht, die Grundplatte hat die Cam einfach nicht gehalten.

    Mit einer anderen Kamera kann dies aber schon wieder anders aussehen. Leider war es damals wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich den Gimbal vorher im Laden auszuprobieren.

  • vielleicht kannst du mir verraten, für welchen Zweck du so einen starken/großen Gimbal (Traglast bis zu 4,6kG) benötigst.

    Sorry, Missverständnis. Ich dachte Du meinst mich.

  • @gurlt welches Blackmagic-Kameramodell ist das genau?

    @Karlheinz ich denke es schadet nicht das Maximalgewicht nicht auszureizen


    Habe mir vor der Bestellung einiges im Internet angesehen und die Testberichte über die verschiedenen Gimbals sind wie allgemein auch bei anderen Dingen sehr unterschiedlich. Da es immer weniger Händler gibt wird das Ansehen im Laden immer schwieriger. In Wien haben in den letzten Jahren leider sehr viele Fotogeschäfte zugesperrt. Da es ihn leider eh nicht mehr gibt kann ich es ja schreiben. Früher war der Sobotka beim Westbahnhof ein super Geschäft der vieles lagernd hatte und bei dem ich oft eingekauft habe. Der Foto Fiala hat zugesperrt, der Soyka. Ist leider nicht zu ändern.

    vg Ian

  • Man muss das Maximalgewicht nicht ausreizen, aber dann sollte man auch die Kräfte der Motoren reduzieren, weil sonst die Kamera von der zu hohen Kraft anfängt zu vibrieren.


    Da gewinnt die Aussage vor Kraft nicht gehen können an Bedeutung ;-)

  • welches Blackmagic-Kameramodell ist das genau?

    Die "alte" BMPCC 6K, also noch ohne Pro.


    Man muss das Maximalgewicht nicht ausreizen, aber dann sollte man auch die Kräfte der Motoren reduzieren,

    Das gehört ja auch zur grundsätzlichen Kalibrierung dazu.

    Es gibt eigentlich auch immer eine Funktion, mit der die notwendige Kraft vom Gimbal selbstständig ermittelt wird.

  • Die "alte" BMPCC 6K, also noch ohne Pro. ...

    Vielen Dank, jetzt kenne ich die Bauform der Kamera.

    vg Ian

  • Heute am Vormittag ist das Gimbal angekommen. In Punkto Verarbeitung, Grate, gefühlte Wertigkeit finde ich das Manfrotto MVG460 recht gut gemacht. Die Kalibrierung (das Auswiegen der Kamera Panasonic GH3) gelang nicht so schnell wie im Lehrvideo aber doch. Beim ersten Versuchen im Wohnzimmer scheint die Kamera stabilisiert zu werden. Viel mehr in die Tiefe, also zu einer wirklichen Bewertung, bin ich allerdings noch nicht gekommen.

    vg Ian

  • Die Kalibrierung (das Auswiegen der Kamera Panasonic GH3) gelang nicht so schnell wie im Lehrvideo aber doch.

    Das ist halt Übungssache und geht bei jedem Versuch besser. :)