Brevis 35mm-Adapter

  • Hallo Leute! War soeben beim Zoll und habe meinen Brevis35 - 35-mm-Adapter abgeholt und auch mal schnell ausprobiert (in 10 Minuten). Erster Eindruck: UNGLAUBLICH!


    - Ich hatte ihn innerhalb 2 Minuten angeschlossen (Sony HC1 an Tamron 28-105 2.8 über Nikon-Mount) und justiert.


    - Er ist sehr gut verarbeitet.


    - Extrem lichtstark


    - Soweit ich nach diesem Check beurteilen kann, ist die Vibrationsoption gar nicht notwendig, solange die Blende bis 2.8 / 3.5 offen bleibt.


    - Sehr leicht. Man kann also die Optik und den Adapter direkt an die HC1 anschrauben und so - dieses Gespann ist in sich schon sehr stabil - direkt arbeiten. Schaut aus wie ein GEILES Fernrohr und liegt super in der Hand. Man kann so auch gleich über Kopf drehen, die Aufnahmen sind so auf Band gleich richtig gedreht.


    - Der Brevis besitzt eine Mattscheibe, die - so ich es schnell sehen konnte - 16:9-Format besitzt und eine normale 35mm-Optik mehr ausnutzt als eine Kleinbildkamera (mit den entsprechenden optischen Nachteilen natürlich.


    - Man kann gut hineinzoomen, wodurch auch die APS-C-Objetive verwendbar sind!!!


    Ich hoffe schon Morgen die ersten Fotos präsentieren zu können.


    Alle die sich intensiv mit 35-mm-Adaptern beschäftigen können mich auch gerne direkt anscheiben unter info@cocoa.de oder anrufen unter 0151.15354343


    Michael Pilipp

  • Sehr interessantes Teil, der Brevis35. Habe gerade mal Dennis Woods Forum besucht, scheint ja echt schwierig gewesen sein, die Mini-Produktion auf die Beine zu stellen. Wenn ich es richtig sehe, braucht man für die HC1 keine achromatische Vorsatzlinse, worin aber möglicherweise ein kleiner Nachteil liegen könnte, weil man mit Zoomobjektiven zwar schon Makroaufnahmen machen kann, aber in der Regel nicht in einer planen Ebene und genau das wäre für das Abfilmen einer Mattscheibe eigentlich Grundbedingung. Dass die Mattscheibe vom Brevis35 einen größeren Bildkreis als bei 35mm-Objektiven verwendet kann ich mir kaum vorstellen, eher, dass bei 16:9 oben und unten von den 24mm was abgeschnitten wird. Wie filmst du denn praktisch mit diesem Vorsatz? Eigentlich müsste ja auch im Sucher alles seitenverkehrt sein und auf dem Kopf stehen, was im NLE auch bedeutet, dass sowohl vertikal als auch horizontal gespiegelt werden muss um zu einer korrekten Darstellung zu kommen.
    Wieviel hast du für den Vorsatz inkl. Transport und Einfuhrgebühren bezahlt?


    LG Helmut

  • Knapp 1.000 Euro insgesamt - allerdings mit dem Rail/zweiten Mount. Hat alles gut geklappt, dauerte aber auch ca. 3 Monate.


    Ich konnte in der Mittagspause noch mal probieren - habe auch den Mount gewechselt zu Canon EOS. Die Blende bringt nichts - besser ist es denke ich bei Außenaufnahmen einen NF-Filter zu verwenden.


    Man benötigt keinen Makrovorsatz. Das ist natürlich ERST mal ein Vorteil, denn man spart eine zusätzliche Linse. Und soweit mir bekannt ist, verwendet die FX1 ja intern einen Weitwinkelvorsatz, was dann schon zwei spart. Ob das ganze plan angefilmt wird kann ich noch nicht sagen.


    Wenn ich den gesamten Bildausschnitt nutze, dann habe ich Unschärfen im Randbereich. Dies kann aber eben auch daher kommen, dass die Optik zu sehr ausgereizt ist. Ich vergleiche das heute Abend mal mit meiner Canon 5D. Die hat keine Brennweitenverlängerung.


    Was ich schon jetzt sagen kann sind folgende Probleme:


    - (Was klar war) großes Problem ist die Scharfstellung mit den vorhandenen LCDs


    - Ich habe derzeit noch keine Möglichkeit gefunden weiter in den Bildausschnitt hineinzuzoomen, da dann die HC1 unscharf stellt und auch nicht manuell scharf wird. Vielleicht ein anderer Adapterring. Mal schaun.


    - Das gedrehte Bild ist eigentlich kein Problem. Ich halte die Kamera verkehrt herum (die HC1 ist ja sehr klein). Muss nur noch eine bessere Möglichkeit finden, die Stativschine auf dem "Rücken" anzubringen :-). Man kann normalerweise die internen LCD-Sucher mit einem Magneten umdrehen. Habe es aber noch nicht versucht. Wollte eigentlich eine LCD-Brille von Pearl als Sucher nehmen. Die hat VGA-Auflösung. Allerdings - ob da was wird... .-))


    - Man benötigt den Vibrator in jedem Fall, weil man einfach nicht vermeiden kann, dass sich ein wenig Schmutz auf der Mattscheibe niederlässt. Er ist aber sehr leise und die Vibration ist… angenehm :-) allerdings vibriert nun die ganze Kamera leicht :-))))) freut sicher die Frauen, mich nicht.


    Mehr morgen - dann auch mit Fotos. Erste Testfilme werde ich wohl erst am Wochenende aufbereiten können.

  • Sehr interessant! Bin gespannt auf erste Bilder und noch besser Videos. Habe ja selbst seit Dezember die HC1 und interesiere mich brennend dafür auch mal mit nem 35mm Adapter arbeiten zu können. Momentan mangels finanziellen Mitteln werd ich wohl noch mal auf ne selbstgebaute Variante zurückgreifen, Anelitungen gibt es ja genug im Netz, ist sicherlich nicht annähernd ebenbürtig, aber reizvoll bleibt es. Halt uns auf dem Laufenden :)

  • Ich wollte mir auch erst einen bauen. Bin dann aber davon abgekommen, denn der Aufwand ist enorm. Die Sache mit der CD-Drehscheibe ist meines Erachtens ein schlechter Weg, da das Ergebnis wirklich mieß ist. Auf der Seite 35mm-Adapter.de kann man die Ergebnisse dann ja sehen. Der Brevis35 vibriert und das ist schon sehr viel aufwendiger zu bauen. Auch an der Mattscheine scheiden sich die Geister.


    Die Grundüberlegung ist ja folgende: Man hat nun eine HC1 (oder andere HDTV) die dank HDV super Bilder macht und geht nun mächtige Qualitätsschritte zurück, nur um DOF zu erzeugen. Ich selbst sehe da alles nur als Übergang bis endlich Kameras mit ensprechend großen Chips auf dem Markt sind (RED :-)))))))?

  • Naja klar es ist ein klarer Kompromiss zugunsten der Bildästhetik und zulasten der Bildqualität. Dem muss man sich dabei bewusst sein. Ich habe letztens von einem Amateurfilmerkollegen mal ne DV Szene bekommen die mit nem selbst gemachten 35mm Adapter entstand (Bauvorlage war die von mediachance mit ihrem DOF Artikel, drehende CD als mattscheibe). Ich fand die Qualität für so ein selbstgebautes Ding schon erstaunilch gut. Es ist natürlich nirgendwo in de Nähe der Brillianz die man gerne hätte, aber zumindest in einer Qualität mit der man arbeiten könnte, wenn die Zielgruppe ein Release im Internet als Webversion ist. Als HDV Filmchen aufm HDV Fernseher würde das dann sicherlich keine Freude mehr bereiten.

  • Wie gesagt ich bin selbst gespannt. Gestern Abend hatte ich wieder nur 1 Stunde Zeit (sauerei, da wartet man 3 Monate auf ein Teil und muss dann zu einem Konzert :-). Habe mich erst mal mit der Feinjustierung des Mount beschäftigt und wieder den von Nikon angebaut. Auch das befestigen der Kamera kopfüber habe ich gut gelöst. Adapter ist nun quasi der Befestigungsmittelpunkt.


    In jedem Fall schaut mein Gesamtkunstwerk schon mal ziiiieeemlich geil aus .-)))))

  • Eines muss einem übrigens beim Einsatz von 35mm-Adaptern IMMER bewusst sein: Die gedrehten Einstellungen werden optisch kaum zur nativen Videoaufzeichnung passen. Der Adapter verändert nicht nur die Tiefenschärfe sondern den gesamten Look. Dieses Bild http://www.cocoa.de/news2/list…movie/filmlook/bild08.htm stammt aus einem Testfilm, den wir mit dem MOVIEtube gedreht haben. Man erkennt deutlich den unterschied zum Videobild. Durch das Abfilmen der Mattscheibe eben auch ein ganz anderer - ich möchte sagen 'organischer, lebendiger' Charakter. Video ist heute eben perfekt, aber eben dadurch auch ein wenig leblos.


    Es ist dann sehr schwer die Video- und Adapteraufnahmen in der Post anzupassen.

  • Du schreibst zu diesem Bild, dass mit zunehmender Miniaturisierung die Brennweiten abnehmen. Das verstehe ich nicht ganz. Es ist doch so dass je kleiner der Chip ist, desto größer wird die Brennweite.
    Das Bildbeispiel ist meiner Meinung nicht unbedingt typisch für eine Aufnahme mit einem 35mm Adapter, denn diese Unschärfe bekommt man mit einer FX1 auch ohne Probleme hin. Man erkennt an dem Hintergrund, dass hier im Telebereich gearbeitet wurde, da wird der Hintergrund selbst bei Camcordern mit kleinem Chip schnell unscharf. Interessant wäre ein Beispiel aus dem Weitwinkelbereich mit unscharfem Hintergrund.

    Gruß


    Hans-Jürgen

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Jürgen ()

  • Zitat

    Es ist doch so dass je kleiner der Chip ist, desto größer wird die Brennweite.


    Das stimmt nur bei gleichbleibender Optik und auch nur für den Abbildungsmaßstab, nicht für die Brennweite. Du meinst sicher relative Zusammenhänge.


    Was cocoa jedoch meinte, ist die Tatsache, dass bei kleiner werdenden Chipgrößen auch die Brennweite des Objektives sinkt, um den gleichen Abbildungsmaßstab zu erhalten. Nach den Gestzen der Optik weisen kurze Brennweiten jedoch eine größere Schärfentiefe auf, wobei der Zusammenhang nichtlinear ist - und das ist der Effekt, auf den er hinweist.

  • So gesehen hat er natürlich Recht. Allerdings gibt es auch hier wieder Ausnahmen. Im Nahbereich (Macro) ist die Schärfentiefe nicht mehr Abhängig von der Brennweite. Das ist aber wohl auch ein Ausnahmefall.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Das Bild ist meiners Erachtens gerade beispielhaft für einen 35mm-Adapter. Erstens handelt es sich um ein 50mm-Canon-Objetkiv und zweitens bekommt man diese Unschärfe auch mit einem Tele nicht hin, denn: Bei einem Tele wird zwar der Hintergrund unscharf - wenn der Abstand groß genug ist - nichts aber der Verlauf innerhalb des Objektes selbst! Also die Pupillen sind scharf und das Ohr schon nicht mehr. Genau das ist Spiel mit Schärfe.

  • Genau damit hatte ich mit meiner FX1 schon häufiger Probleme. :D
    Ich hatte z.B. die Nasenspitze oder die Ohren der gefilmten Leute scharf abgebildet, aber die Augen nicht. Gerade bei der FX1 muss man schonnsehr gut fokussieren, ist ja heir schon öfters geschrieben worden. Die FX1 hat aber auch einen größeren Chip als die HC1.
    Ich finde aber dennoch dass dieses Bild nicht nach einer Aufnahme mit einem 50mm Objektiv aussieht, sondern einen sehr eingeengten Hintergrund hat, also ein typische Tele-Aufnahme ist.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Achte beim 35mm Adapter mal auf Konturen bei Gegenlichtaufnahmen und die Randschärfe im allgemein...... da ist meistens die Bildqualität stark im argen. Bei DV wird es noch durchgehen aber HDV?

  • Zitat

    Original von Hans-Jürgen
    Genau damit hatte ich mit meiner FX1 schon häufiger Probleme. :D
    Ich hatte z.B. die Nasenspitze oder die Ohren der gefilmten Leute scharf abgebildet, aber die Augen nicht. Gerade bei der FX1 muss man schonnsehr gut fokussieren, ist ja heir schon öfters geschrieben worden. Die FX1 hat aber auch einen größeren Chip als die HC1.
    Ich finde aber dennoch dass dieses Bild nicht nach einer Aufnahme mit einem 50mm Objektiv aussieht, sondern einen sehr eingeengten Hintergrund hat, also ein typische Tele-Aufnahme ist.


    ??? Die FX1 hat 1/3-Chip und die HC1 ebenfalls! Die HC1 hat sogar einen größeren Chip. Weiter schreibst Du, dass meine 50mm-Aufnahme eher nach Tele aussieht... EBEN! Das ist ja gerade der Witz an hoher Tiefenunschärfe!!!!


    Aber wenn Du mit der Tiefenschäfe der FX1 zurecht kommst, die ungefähr 10mal geringer ist als bei Objetiven der 35mm-Klasse (die sogar höher ist als bei 35mmFilm), dann ist das ja ok und für Dich sinde 35mm-Adaper nicht geeignet.

  • Zitat

    Original von cocoa_magazin
    ??? Die FX1 hat 1/3-Chip und die HC1 ebenfalls! Die HC1 hat sogar einen größeren Chip.


    Sorry, das war mein Fehler, ich habe gedacht, die HC1 hätte einen kleineren Chip.


    Zitat

    Original von cocoa_magazin
    Weiter schreibst Du, dass meine 50mm-Aufnahme eher nach Tele aussieht... EBEN! Das ist ja gerade der Witz an hoher Tiefenunschärfe!!!!


    Der Witz ist doch meiner Meinung nach der, dass die Aufnahmen aussehen sollen wie mit einem Weitwinkel gemacht und dennoch einen großen Unschärfebereich aufweisen, während deine Aufnahme nach einer Tele-Aufnahme aussieht.


    Ich hätte auch gerne einen größeren Unschärfebereich an meiner Cam, aber der Aufwand ist mir zu groß bzw. der Bereich, den ich filmisch abdecke (von Macor bis starkem Tele) zu groß, um Effektiv mit einem 35mm-Vorsatz arbeiten zu können. Und ich denke, dass ich mit der FX1 ganz gut leben kann.

    Gruß


    Hans-Jürgen

  • Den Hintergrund unscharf zu stellen, um ein Objekt im Vordergrund freizustellen, finde ich ja noch ganz ok, aber einen Schärfeverlauf innerhalb des Objektes??? Wie soll man denn da (auf die Schnelle) vernünftig fokuiseren? Mit Maßband herumlaufen wie beim Film? Das läßt sich vielleicht bei gestellten Szenen realisieren, die man x-mal wiederholen kann, aber im "Alltag"?


    Ich finde normales manuelles Fokussieren schon schwierig genug (auf diesen Minidisplays in Miniauflösung).;)


    Ist allerdings auch Geschmackssache. In manchen Kinofilmen stört mich ein übertriebenes Spiel mit der Schärfe eher, als dass es mir dienlich erscheint.

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • Zitat

    Sorry, das war mein Fehler, ich habe gedacht, die HC1 hätte einen kleineren Chip.


    Die HC1 hat vielleicht keinen kleineren Chipdurchmesser aber dafür kleinere Pixel, da sich doch auf ähnlicher Fläche dreimal so viele Pixel tummeln, oder nicht?

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • Wow! Da hat du ja ordentlich was zusammengeschustert. Sehr schön. Bin schon sehr gespannt auf deine ersten bewegten Bilder mit dem Adapter. Das eine Foto mit der Durchsicht auf die Mattscheibe sah schon mal vielversprechend aus.


    Ach wenn das doch nicht alles so teuer wäre :)