HDV, 16 mm, 35 mm. Ein Vergleich

  • Die folgenden Bildbeispiele beruhen nicht auf messtechnischen Analysen, sondern nur auf visuellem Vergleich. Dazu habe ich ein 35 mm Kodachrom Diapositiv mit dem Nikon Coolscan und 2400 DPI mit den entsprechenden Formaten 21*17,5 und 12,8*9,6 mm (entsprechend 35 u.16 mm Format) eingescannt, anamorph 16:9 gestaucht, abgespeichert, danach wieder horizontal gedehnt und äquivalente Ausschnitte von ca. 20% des Bildes erstellt. Damit sie in dieser Ansicht nicht zu stark auspixeln habe sie noch alle auf ca. diesselbe Pixelanzahl interpoliert.


    35 mm-Format:


    [Blockierte Grafik: http://img295.imageshack.us/img295/7761/film352ux.jpg]


    16 mm-Format:


    [Blockierte Grafik: http://img295.imageshack.us/img295/996/film167lt.jpg]


    HDV:


    [Blockierte Grafik: http://img295.imageshack.us/img295/5229/filmhdv2rl.jpg]

  • Ich glaube nicht, dass man das so einfach vergleichen kann, denn der Scanner arbeitet (vermutlich) mit einer höheren Dichte (2400DPI) als die CCDs. Zusätzlich müssen die CCDs ein stark verkleinerte(s) Bild/Vorlage (Optik) "scannen".


    Zitat


    Damit sie in dieser Ansicht nicht zu stark auspixeln habe sie noch alle auf ca. diesselbe Pixelanzahl interpoliert.


    Das Interpolieren verfälscht zusätzlich die Vergleichbarkeit. Besser wäre gewesen 1:1 Pixels im gleichen Ausschnitt zu verwenden.

  • Es verwundert andererseits auch nicht, dass 35mm deutlich über der Auflösung von HDV liegt. Die Bilddiagonale eines 35mm-Dias liegt bei annähernd 2 Zoll!

  • Hmmm - bei Vergleichen frage ich mich immer - Wozu ???


    Hier kommt noch die Birnen mit Äpfel Problematik dazu.


    Ein Dia, also ein stehendes Bild mit all seinen Vorzügen und Nachteilen mit einem anderen Medium zu vergleichen - wieder mit all seinen Vorzügen und Nachteilen.


    Ein Dia kann und muss auf einer großen Leinwand gezeigt werden :)
    ( Leitz 2500 mit Obj. Colorplan + Rollei mit Apogon )


    Ein HD-Film muss auf einem geeigneten Gerät groß betrachtet werden usw. usw.


    Nix gegen einen Scan mit Coolscan ( hab selbst den LS IV ) aber was hat der Scan mit dem Dia zu tun ???? Nur um was vergleichen zu können ????


    Manches braucht nicht verglichen zu werden - Meine Meinung dazu.


    mfg
    Roland


    PS. Wobei ich beim betrachten von Video (PAL) auf großer Leinwand insgeheim doch vergleiche, bzw. mir fällt die mäßige Auflösung / Schärfeneindruck negativ auf !!

  • Bin auch kein Freund von Einzelbildvergleichen, aber es hat mich doch mal interessiert. Natürlich liegt mein Diascanner mit 2400 DPI weit unter der Auflösung der FX1. Die habe ich soeben mit 6600 DPI vertikal errechnet (Bildformat 1/3 Zoll, das sind 7,4*4,2 mm). Das Auflösungsproblem der CCD- oder CMOS-Chips hat man ja schon länger im Griff. Insbesondere die 1/6 Zollchips liefern ja heute eine Auflösung, die deutlich über den Silberfilmen liegt, allerdings mit dem Nachteil, das bereits zu wenig Lichtquanten pro Pixel eintreffen und somit ein Bildrauschen entstehen kann.
    Eine Bildvergleich ist außerdem nur zulässig, wenn keine Pixel mehr als solche zu erkennen sind, das ist mir bei dem 1080i-Frame allerdings nicht ganz gelungen. Der Originalausschnitt des 1080i -Frames beträgt 365 Pixel horizontal, d.s. ca. 19% des Originals und dann wurde es wie die anderen Beispiele auch auf ca. 750 Pixel hinaufinterpoliert, damit es hier bildschirmfüllend betrachtet werden kann. Das Hochinterpolieren bringt ja keine neue Bildinformation, es werden nur die das Auge störenden Mosaiksteinchen verkleinert. Vergesst bitte nicht, dass es sich jeweils um sehr kleine Bildausschnitte handelt. Im Übrigen bin ich von der Bildqualität der FX1 nach wie vor begeistert, aber es hat mich doch mal interessiert, wie diese Qualität in das Bisherige einzuordnen ist und das wollte ich euch nicht vorenthalten. Der Kodachromefilm hat übrigens eine Schärfe, die bei den im Schnellverfahren kopierten Kinofilmen keinesfalls erreicht wird, also keine Panik.


    LG Helmut

  • Nachtrag @ Roland


    Der Äpfel-Birnen-Vergleich hinkt natürlich schon, das sehe ich auch so. Jedoch: beim klassischen Silberfilm wurden ja tatsächlich 24 Einzelfotos /sek hintereinander und womöglich in noch bessererer Qualität als in Kleinbild geschossen (spezielle Objektive, feinere Filmemulsionen etc.). Mit deinem Scanner (2900 DPI ?) und realem heutigen Filmmaterial (meines ist 20 Jahre alt) wäre der Vergleich wahrscheinlich noch drastischer ausgefallen.
    Das soll uns aber nicht hindern, uns am 1080-er Format zu erfreuen. 720p erscheint mir allerdings aus dieser Sicht als zu kleiner Fortschritt gegenüber DV.


    LG Helmut

  • Das ergibt sich doch aufgrund meiner zuvor dargestellten "Tatsachen" von selbst: wenn schon statisches 1080 nicht mal annähernd in die Reichweite von 16 mm kommt, dann kann es 720 schon überhaupt nicht sein.
    LG Helmut

  • Was verstehst du unter statischem 1080?
    Und für mich erklärt sich das nicht von allein, da benötige ich doch noch mal deine Hilfe.
    Natürlich wäre 1080p besser als 720p, aber von 1080p redet zur Zeit noch niemand und ob das jemals kommen wird ist zumindest für den Consumer- oder Prosumerbereich noch gar nicht abzuschätzen. Allein die Datenrate wäre schon gewaltig.
    Ich habe auf jeden Fall bislang in der Praxis noch keinen Unterschied zwischen 720p und 1080i feststellen können, was die sichtbare Auflösung betrifft. Den weicheren Bewegungsablauf aufgrund des interlaced Verfahren lassen wir mal außen vor.
    Der Vorteil von 720p ist z.B. das es sich um quadratische Pixel handelt, hier muss nichts gestaucht und gequetscht und wieder hochgerechnet werden. Und die meisten Sichtgeräte der neuen Art stellen progressiv dar. Wozu also 1080i?
    Ich bin gespannt darauf, wie du den deiner Meinung nach großen Vorteil begründest. Und das mein ich ehrlich, weil es mich wirklich interessiert.

  • Unter statischem 1080i verstehe ich eine Videoaufnahme in 1080, welche vom Stativ aus gemacht wurde und überwiegend keine Deinterlacingalgorithmen zur Darstellung eines Frames brauchte.
    In den Formaten, von denen wir sprechen ist tatsächlich noch die Pixelanzahl für die sichtbare Qualität des Bildes entscheidend. Denke nur mal an die Entwicklung der Digicams innerhalb der letzten 3 Jahre. Seit sie ca. 5 MPixel erreicht haben hat sich das Marketingargument nach immer mehr Pixeln von selbst erledigt. Umgekehrt: bis zu 3 MPixel spielt sich wirklich fast alles Wahrnehmnare ab und da ist sogar 1080 mit ca. 2 MPixel noch am unteren Ende, von 720 mit weniger als 1 MPixel ganz zu schweigen. Dass 1080i div. Schwächen hat stört mich eigentlich weniger als die zu geringe Auflösung von 720p


    LG Helmut

  • 720p ist in der Auflösung in Relation zu den verwendeten Monitorgrößen und praxisgerechten Betrachtungsabständen mehr als sättigend. Das haben ja mittlerweile mehrere Untersuchungen bewiesen. Im heimischen Wohnzimmer ist die höhere Auflösung des 1080er Formates kein Trumpf. Das Argument kann bestenfalls noch besondere Anforderungen in der Postproduktion oder Heimkinofreaks, die sehr nahe Betrachtungsabstände bei sehr großen Displays haben werden, bedienen. Das wird eher die Ausnahme als die Regel sein und schielt auch schon eher auf ein 1080p-Format.

  • @ Wenzi


    Die Diagonale beim 35 mm Format beträgt nicht 2 Zoll, sondern nur 1,07 Zoll. (rückgerechnet nach Pytagoras gg)


    Marco


    Deine Argumente (und es sind ja nicht deine eigenen, sondern übernommene) zeigen wieder mal wie eingefahren unsere Sehgewohnheiten in Wirklichkeit sind. Also ich erwarte mir eigentlich, daß eine Filmvorführung genau so scharf ist und so viel Bildinformation haben sollte wie ein Diavortrag in Kodachrome 35 mm oder gar besser im 70 mm-Format. Dass wir diese Forderung eigentlich nicht wirklich stellen ist Beweis dafür, wie sehr uns die letzten Jahrzehnte mit den eingeschränkten technischen Gegebenheiten geprägt haben und wir sie als gegeben hinnehmen und sie gar nicht ernsthaft in Frage stellen.


    LG Helmut

  • Klar wäre es gut, diese Bildauflösung zu haben. Und klar haben wir uns nach der Decke des technisch Machbaren gestreckt. Und bisher waren viele von uns mit DV-avi zufrieden, vorher halt mit Hi8 und Video8 (was ja noch grauslicher war).


    Aber HDV ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, finde ich. Und der Schritt erfordert auch schon beträchtlichen Aufwand, etwa beim Schnitt.


    Besser, man geht schrittweise über die Stiege. Beim Sprung über alle Stufen gleichzeitig kann man ja leicht stolpern...
    :D

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Zitat

    Die Diagonale beim 35 mm Format beträgt nicht 2 Zoll, sondern nur 1,07 Zoll. (rückgerechnet nach Pytagoras gg)


    Ich bin von einem 36mm Diapositiv (24x36mm) ausgegangen...


    Zitat

    Dazu habe ich ein 35 mm Kodachrom Diapositiv


    ... und Du aber auch! Das ergibt eine Bilddiagonale von deutlich knapp 43 mm - und das sind etwa 1,7 Zoll und nicht 1,07 !!! (1 Zoll=2,54xxxx cm). Auch das ist rückgerechnet nach Pythagoras.

  • Jedenfalls ist mir durch den Vergleich klar geworden, warum sich amerikanische Filmkonsortien auf ein das HD-Format in der Auflösung um den Faktor 4 übersteigende Videoformat zum Überspielen ihres 35 und ev. auch 70 mm Kontentes geeinigt haben.
    @ Lothar: das Original 35mm-Format beträgt 21*17,5 mm, wie schon eingangs erwähnt. Nach Phytagoras ergibt das ziemlich genau 1 Zoll. Allerdings kam Herr Leitz auf die Idee, das Filmaterial nicht vertikal sondern horizontal zu nutzen und damit entstand das berühmte 24*´36 mm-Format für Einzelfotos mit der Leica.


    LGHelmut

  • Zitat

    Original von domain
    Allerdings kam Herr Leitz auf die Idee, das Filmaterial nicht vertikal sondern horizontal zu nutzen und damit entstand das berühmte 24*´36 mm-Format für Einzelfotos mit der Leica.


    Das war nicht Herr Leitz, sondern Oskar Barnak, der Erfinder der Leica. ;)