Zur Erinnerung mal hier die klassischen Feedback-Regeln, wie ich sie mal irgendwann frei aus dem Kopf zusammen gefasst habe:[*]
- Wenn jemand um Feedback ersucht, dann öffnet und vertraut er sich hier auch einer Gruppe an. Von der Seite her ist es angemessen, dieses Vertrauen auch nicht mit Füßen zu treten - und sich grundsätzlich schon zu überlegen ob der eigene Eindruck angemessen ist, und ob das Feedback für den um Feedback bittenden hilfreich sein kann. Ich meine dass dies hier weitgehend gegeben war.
- Wenn man Feedback-Empfänger ist, dann sollte man das Feedback zunächst mal annehmen, OHNE der Versuchung nachzugeben sich sofort rechtfertigen zu wollen. Man sollte eine etwaige Abwehrhaltung vermeiden. Denn der jeweilige Feedbackgeber wird es grundsätzlich auch nicht böse meinen - sondern denkt sich was dabei.
- Als Feedback-Empfänger muss man auch damit rechnen, dass man Dinge gesagt bekommt, die man vorher nicht in dieser Weise gesehen hat. Aber gerade dazu ist der Prozess da - um eben auch andere Sichtweisen zu bekommen die man selbst vielleicht gar nicht sieht. Dass ist nicht immer angenehm, das kann überraschend sein, das kann zur Abwehrhaltung führen. Dessen muss man sich natürlich bewußt sein, wenn man sich in einen Feedback prozess begibt. Und muss daher auch die Grundhaltung mitbringen, sich die Sachen offen anhören zu wollen. Ob man Punkte dann für sich annimmt siehe nächster Punkt.
Keinesfalls geht es aber, dass der Feedback-Empfänger den Feedback-Geber für das erhaltene Feedback beginnt anzugreifen. Oder meint sich erklären zu müssen. Es ist wie es ist, dem Feedback-Geber ist es nicht zuzumuten dass er sich auch noch als Danke dafür, dass er Zeit investiert und Feedback gegeben hat, auch noch angegriffen wird.
- Was der Feedback-Empfänger mit dem Feedback anfängt, ist grundsätzlich dessen ureigenste Sache.Selbst wenn er alles hinwirft und sagt, dass er das nicht mehr machen wird - nun auch das hat der Rest der Gruppe zu akzeptieren. Weder kann es so sein, dass daraus eine Anklage gegenüber der Gruppe entsteht - "ihr habt dies und jenes gesagt, daher seid ihr jetzt schuld daran dass....". Noch kann es aber so sein, dass aus dem Feedback eine Verplichtung beim Feedback-Empfänger entsteht - der Gruppe gegenüber. Da nur der Feedback-Empfänger darüber entscheidet wie er weiter vorgeht, liegt die Verantwortung für die weitere Vorgehensweise auch nur bei ihm - einfach weil es seine Entscheidung ist.
- Die Feedback-Gebenden sollten sich aber immer dessen bewußt sein, dass sie ihre auch subjektive Meinung zu etwas abgeben. Das können andere Menschen auch komplett anders sehen - oder auch nicht. So gesehen ist eine Diskussion, ob ein Feedback nun "richtig" oder "falsch" ist, absolut zu vermeiden - und nicht hilfreich und nicht lösbar. Vielmehr ist zu akzeptieren dass es eben verschiedene Aspekte gibt. Natürlich kann jemand sagen dass der Aspekt A oder B für einem selbst nicht so wichtig ist - aber jeder hat zur Kenntniss zu nehmen dass dies der Andere auch anders sehen kann.
- Feedback wird dann wertvoll sein wenn man auch schreibt aus welchem Grund man etwas so oder so sieht - und was ein Werk bei einem auslöst. Feedback sollte somit konkret und spezfisch sein. Es ist eher wenig hilfreich wenn man nur sagt dass man einen Film gut findet - oder aber eben schlecht findet. Besonders bei negativem Feedback ist für den Feedback-Empfänger immer interessant WARUM das jemand so sieht. Also bitte die Gründe mit angeben warum man etwas so oder so sieht.
-
Keinesfalls geht es dann an, dass jemand - egal wer - pauschal ein Teil oder den Rest der beteiligten Gruppe angreift, abwertet, beleidigt. Weder sind abwertende Begriffe wie "Pixelpeeper", und auch nicht so Dinge wie "arm im Geist" hilfreich oder sinnvoll. Selbst wenn sie im Nachhinein relativiert werden. Verschiedene Menschen gewichten verschiedene Aspekte eben unterschiedlich. Die hier zu beobachtende Diskussion über "Bildqualität" versus "Geschichte erzählen" ist ein gutes Beispiel dafür. Wer sich mit Mediengestaltung beschäftigt sollte eigentlich zum Schluß kommen, dass BEIDES wichtig ist. Grundsätzlich: in einem Feedbackprozess mit anderen Feedbackgeber über die Qualität/den Inhalte von deren Feedback belehren oder gar beleidigen zu wollen ist absolut unangemessen.
Ebenso unangemessen wie es ist zu unterstellen, dass jemand nur auf eine gewisse Art und Weise Feedback geben dürfe - etwa wenn er selbst ähnliche oder bessere Werke hätte.
Einzige Ausnahme ist hier insofern das Team, als es auf die Einhaltung der Spielregeln wachen muss. Die Teammitglieder haben hier eine (schwierige) Doppelrolle inne, da sie auch selbst Feedback geben können (nicht müssen).
- Wenn diese Reglen nicht annhähernd eingehalten werden, endet sowas unweigerlich in Streiterein. Genau damit ist aber dem Feedbacksuchenden in keiner Weise gedient. Bitte das in Zukunft stärker zu beachten - denn so schwer ist es nicht.
- Sollte es den Wunsch geben einen weiteren Film zu diskutieren - nur zu. Selbstverständlich gibt es dafür ein offenes Ohr. Dann aber bitte in einem neuen Thema und unter Einhaltung dieser Regeln. Das "Hijacken" von Präsentationsthreads ist zu vermeiden. Ausnahme ist das Beibringen von Präsentationsmaterial, um gewünschte Aspekte zu untermauern.
Werden diese Regeln nicht beachtet, dann sich bitte nicht zu wundern wenn wir Diskussionen notfalls auch ohne Vorwarnung schließen.
Und ach ja, wer etwas herzeigen will ohne eine Diskussion dazu zu haben, wer also KEIN FEEDBACK haben will - der kann hier gerne im Showroom II seine Werke posten. Es ist völlig legitim zu sagen ich will euch was zeigen, aber ich will den Prozess des Feedbacks nicht!
Wer aber im Showroom I postet, der muss erwarten dass davon ausgegangen wird dass er feedback haben will. Bitte sich daher nicht darüber zu beschweren, wenn es dann zu feedback kommt. Jeder hat somit die Wahl.