Neuer Trend beim Graden?

  • Wer gestern im ZDF "Die Chefin" gesehen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass die Farben kräftig und natürlich waren. Eigentlich so, wie viele von uns es auch gerne machen.


    In der Vergangenheit habe ich insbesondere bei Krimis eher massiv entsättigte Gradings gesehen. Auch die "Tatorte" waren beinahe immer in diesem Einheits-Schwarz-Weiß mit etwas Farbe.


    In letzter Zeit gab es sogar auch beim Tatort einige Beispiele mit natürlichen Farben.


    Ändert sich da die Einstellung zu Farben im TV?


    Gruß Jürgen

  • Ich weiß es nicht. Oft kaspert einer was vor und die anderen machen es nach.


    Vielleicht haben die „Entsättigten“ auch einfach eine falsche Einstellung bei der Konvertierung von HDR zu 709.


    Aber schön, wenn man endlich mal merkt, dass es Farbfernsehen gibt und Schwarzweiß Vergangenheit ist.

  • Sind natürliche Farben durch rec709 definiert? Oder warum muss HDR unnatürlich erscheinen?


    Ich bezweifle beides. Es liegt nur am Gradenden, was er hier wählt. An Farben, Farbsättigung.

    Ob da die Chefin oder der Tatort Trendsetter sind, weiß ich nicht. Sind nicht meine Sendungen.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Man muss ja irgendwie den großen Farbraum in den kleinen Farbraum quetschen. Das geht indem man alles staucht oder indem man die hellen oder die dunklen Farben, also das eine oder andere Ende des Farbraums weglässt.

    Lässt man den hellen Teil weg, dann hat man ehr dunkle, ungesättigte Farben, denk ich. Oder man nutzt eine S-Kurve, Log-Kurve oder so. Beim Log-Profil bekommt man ja typischerweise auch entsättigte Farben. Also könnte man im Extremfall einfach eine blöde Transformation der Farben unterstellen. Die Unterstellung eines derartig blöden Gradings mag etwas ketzerisch klingen, aber wieso kommt man sonst auf so flaue Farben?

  • Man muss ja irgendwie den großen Farbraum in den kleinen Farbraum quetschen. Das geht indem man alles staucht oder indem man die hellen oder die dunklen Farben, also das eine oder andere Ende des Farbraums weglässt.

    Ich mache das nicht irgendwie...
    Voraussetzung ist eine korrekte Belichtung bei HDR.
    Es folgt der Transform von Wide-Gamut Farbraum zu REC709 falls das nötig ist wegen der vorh. SDR-Wiedergabegeräte.,
    Jetzt nicht gleich Grading durchführen. sondern normale Farbkorrekturen, meist nur Luminanzanfassungen erforderlich.
    Jetzt könnte das Grading folgen, ich mache das sehr selten, brauche nicht diese Weltuntergqangstimmungen
    in meinen Reisefilmen.

  • Ich habe mir in letzter Zeit einige Netflix Serien ansehen "dürfen".

    Bei aussenaufnahmen z.b. von Schössern, Fahraufnahmen von prächtigen Kutschen etc. viel mir die gestochene Schärfe und Klarheit derFarben auf, ganz ander als wir es vom klassischen Filmlook gesehen haben. Filme in moderne Atmosphären wie chicen Anwaltsbüros etc. haben ebenfalls diese gestochen Scharfe mit klaren Farben, solange es nicht dramatisch wird.

    Wenn man davon ausgeht, das Netflix Milliarden Zuschauer n der Welt gegen Bezahlung bedient, kann man davon ausgehen, dass sie ganz genau wissen, was den Zuschauern gefällt. Zudem räumen Sie mittlerweile oft mehr Preise ab als die klassischen Filmstudios.

    Ich gehe mal davon aus, dass mit den neuen besseren Fernsehern sich dieser Trend weiter fortsetzten wird.

    Für uns auf jeden Fall eine überlegenswerte Sache.

    Dirk

  • Man muss ja irgendwie den großen Farbraum in den kleinen Farbraum quetschen. Das geht indem man alles staucht oder indem man die hellen oder die dunklen Farben, also das eine oder andere Ende des Farbraums weglässt.

    Lässt man den hellen Teil weg, dann hat man ehr dunkle, ungesättigte Farben, denk ich. Oder man nutzt eine S-Kurve, Log-Kurve oder so. Beim Log-Profil bekommt man ja typischerweise auch entsättigte Farben. Also könnte man im Extremfall einfach eine blöde Transformation der Farben unterstellen. Die Unterstellung eines derartig blöden Gradings mag etwas ketzerisch klingen, aber wieso kommt man sonst auf so flaue Farben?

    Deswegen verwendet man für diese Konversion auch am Besten ein Farbmanagementsystem - wie z.B. ACES oder das Blackmagic eigene Color Management System. Diese Systeme machen eine sehr gute Wandlung, besser als man diese händisch machen könnte.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Ich mache das nicht irgendwie...
    Voraussetzung ist eine korrekte Belichtung bei HDR.
    Es folgt der Transform von Wide-Gamut Farbraum zu REC709 falls das nötig ist wegen der vorh. SDR-Wiedergabegeräte.,
    Jetzt nicht gleich Grading durchführen. sondern normale Farbkorrekturen, meist nur Luminanzanfassungen erforderlich.
    Jetzt könnte das Grading folgen, ich mache das sehr selten, brauche nicht diese Weltuntergqangstimmungen
    in meinen Reisefilmen.

    Eine Konversion von HLG mit rec2020 zu rec709 jeder Art sollte vermieden werden. Und natürlich auch jegliches Grading, wie oft besprochen. Nur wollen das manche halt nie kapieren.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Ich habe mir in letzter Zeit einige Netflix Serien ansehen "dürfen".

    Bei aussenaufnahmen z.b. von Schössern, Fahraufnahmen von prächtigen Kutschen etc. viel mir die gestochene Schärfe und Klarheit derFarben auf, ganz ander als wir es vom klassischen Filmlook gesehen haben. Filme in moderne Atmosphären wie chicen Anwaltsbüros etc. haben ebenfalls diese gestochen Scharfe mit klaren Farben, solange es nicht dramatisch wird.

    Da Netflix inzwischen sehr viele Serien in HDR zeigt, besitzen die unter den Sendeanstalten inzwischen wohl die höchste Kompetenz dafür, wie man korrekt zu HDR gradet. Die würde ich daher viel eher als Referenz dafür sehen, wie man das macht - und weniger eine ZDF Produktion, die das Material noch immer zu SDR konvertiert und das dann herzeigt.


    Wenn man davon ausgeht, das Netflix Milliarden Zuschauer n der Welt gegen Bezahlung bedient, kann man davon ausgehen, dass sie ganz genau wissen, was den Zuschauern gefällt. Zudem räumen Sie mittlerweile oft mehr Preise ab als die klassischen Filmstudios.

    Definitiv. Weil die das eben können und inzwischen standardmäßig durchführen, und bekannterweise strenge Maßstäbe anlegen.


    Ich gehe mal davon aus, dass mit den neuen besseren Fernsehern sich dieser Trend weiter fortsetzten wird.

    Für uns auf jeden Fall eine überlegenswerte Sache.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Ich habe das ja auch mal mit dem HLG, mit rec 2020, mit meiner Lumix S5 versucht, aber das ging in die Hose, da ich keinen Monitor dafür habe. Denn muss man ja wohl haben dafür beim Bearbeiten.

    Jetzt versuche ich es mal mit V-Log. Da kommen dann schon bessere Ergebnisse raus.

    Nur gut das ich in der Lumix S5 einen Lut für die Vorschau im Sucher und auf dem Display installieren kann.

    Das ist der Lut den ich auch in der Nachbearbeitung dann einsetzte. Ohne wäre das alles sehr milchig, was ich da sehen würde. Halt farblos.

    Ich bin da ein absoluter Neueinsteiger.

  • Weiss jemand, mit welchen Einstellungen bei Netflix bei diesen Aussenaufnahem gedreht wird. Fps, Shutterspeed, Blende, Dynamikumfang usw.?

    Wie ist da der Trend und die Diskussion bei den Top-Profis?

    Dirk

  • Ich habe das ja auch mal mit dem HLG, mit rec 2020, mit meiner Lumix S5 versucht, aber das ging in die Hose, da ich keinen Monitor dafür habe. Denn muss man ja wohl haben dafür beim Bearbeiten..

    Klar, ohne stimmige Vorschau kannst Du halt bei HDR, egal ob HLG oder PQ, zu keinem vernünftigen Ergebnis kommen. Dazu ist mindestens ein HDR-fähiges TV-Gerät an der GraKa nötig. Wobei dann auch alle Einstellungen stimmen und der TV das HDR-Signal erkennen muss, was leider nicht immer der Fall ist.


    Wenn man sich einen entsprechenden Monitor leisten möchte, wird es halt teuer. Denn die wirklich brauchbaren Modelle kosten halt noch extrem viel.

    Die z.T. schon recht preiswert angeboten HDR-Monitore mit vielleicht 400 nits taugen nur für (HDR-)Videospiele, aber nicht für den Videoschnitt.


    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Ich habe das ja auch mal mit dem HLG, mit rec 2020, mit meiner Lumix S5 versucht, aber das ging in die Hose, da ich keinen Monitor dafür habe. Denn muss man ja wohl haben dafür beim Bearbeiten.

    Jetzt versuche ich es mal mit V-Log. Da kommen dann schon bessere Ergebnisse raus.

    HLG ist als Akquisitionsformat ohnedies problematisch. Das macht primär dann Sinn, wenn du das Material nur hart schneiden willst - UND dann direkt auf einem HLG-tauglichen TV anschauen willst. Jede Art der Wandlung kann schon problematisch werden.


    Mit v-log hingegen nimmst du bei der Akquisition ein sehr gutes Format. Wenn du da gut Ergebnisse bekommst, dann ist das sicherlich ein netter Anfang. Den Weg würde ich daher an deiner Stelle weiter gehen.


    Nur gut das ich in der Lumix S5 einen Lut für die Vorschau im Sucher und auf dem Display installieren kann.

    LUTs für die Vorschau sollen primär helfen zu sehen, was man da eigentlich aufnimmt. DAS ist schon gut. Aber ich würde halt das nutzen, aber zu v-log aufzeichnen wollen.


    Einzige Frage wäre, wie du eigentlich belichtest. Belichtest du auf die IRE-Werte von v-log, dann solltest du wissen ob die angezeigten Werte im z.B. Waveform Monitor oder im Zebra die Werte von v-log anzeigen, oder die von v-log nach der Anwendung des LUTs. Herausfinden läßt sich das mit einer einfachen 18% Grautafel.

    Das ist der Lut den ich auch in der Nachbearbeitung dann einsetzte. Ohne wäre das alles sehr milchig, was ich da sehen würde. Halt farblos.

    Das ist eben der Charm. Das KANN man, muss aber nicht - wenn man v-log aufgenommen hat. Natürlich ist v-log ein flaches Format, und bedarf immer des Gradings - sei es zu SDR/rec709, oder zu HDR/PQ oder HLG. Da helfen halt die automatischen Wandlungen, die heutige Color Managementsystem zur Verfügung stellen. Oder alternativ die zahllos vorhanden LUTs, die man direkt auf v-log anwenden kann - und zu zu SDR wandeln. Siehe die Diskussion über gratis LUT Libraries der Varicam.

    Ich bin da ein absoluter Neueinsteiger.

    Macht nichts. Ist doch immer eine nette Sache, so etwas dazu zu lernen. Hilfe gibt es ja etwa hier im Forum.

    Wenn man sich einen entsprechenden Monitor leisten möchte, wird es halt teuer. Denn die wirklich brauchbaren Modelle kosten halt noch extrem viel.

    Kommt darauf an, was jeder unter "teuer" versteht. Der Philipps Monitor ist unverändert für ca. 1200 Euro erhältlich - was viel ist, verglichen zu anderen SDR Monitoren. Oder wenig ist, verglichen zu HDR Monitoren.


    ABER man sollte dabei auch nicht die Frage übersehen, zu was man eigentlich graden will. Graded man zu rec709 oder SDR, dann braucht man ja keinen HDR-Monitor. So etwas wird erst notwendig, wenn du zu HDR gradest.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Weiss jemand, mit welchen Einstellungen bei Netflix bei diesen Aussenaufnahem gedreht wird. Fps, Shutterspeed, Blende, Dynamikumfang usw.?

    Wie ist da der Trend und die Diskussion bei den Top-Profis?

    Dirk

    Es gibt allgemeine Richtlinien - ob du dort was für dich brauchbares findest, musst dir halt ansehen:

    Guiding Principles - German – Netflix | Partner Help Center (netflixstudios.com)

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Jede Art der Wandlung kann schon problematisch werden.

    Davon steht nichts in den Kamerabeschreibungen von Sony.

  • Davon steht nichts in den Kamerabeschreibungen von Sony.

    Ja klar, kannst dich gerne weiter unwissend stellen.


    Keine weitere HLG Grading Diskussion hier.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Du fängst doch damit immer wieder an, ich kann das nicht akzeptieren.
    Wo reden wir weiter über das HLG-Grading?

  • Könnte man für das Grading nicht auch einen Kompromiss eingehen?


    Man nimmt einen normalen großen Fernseher für die Schärfekontrolle und für das Grading beispielsweise einen Atomos Shogun7? Der hat entsprechend notwendige 2000 NITs. Das ist nicht das gelbe vom Ei, aber vielleicht ein günstiger Kompromiss für den ambitionierten Amateur-Filmer.

  • Atomos Shogun7

    Mit so einem Mini-Bildschirm würde ich auf dem Schnittplatz nicht arbeiten.