Für viele Amateure (wie auch mich und meine Frau) ist das schon ein nicht ganz einfaches Problem, Texte locker und mit guter Betonung aufzusprechen. Ich finde das Ergebnis im Video gar nicht so schlecht (vielleicht auch weil meine Englischkenntnisse nicht so gut sind). Mich würde mal interessieren, wie das auf Deutsch klingt.
Guten Voiceover Kommentar sprechen
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Eine sehr interessante Diskussion, die sich letztlich mit einem immer wichtiger werdenden Thema für Filmer (Amateure, aber wohl bald auch Profis) befasst.
Was den Film von befe angeht, so scheint mir, da ist noch etwas Luft nach oben - besonders, was die Betonung angeht. Das haben ja vor mir auch schon andere hier festgestellt.
Ich möchte aber etwas Grundsätzliches ansprechen. Computergenerierte Kommentare können sehr wohl die Zukunft sein (wenn sie denn qualitativ noch zulegen, was aber nur eine Frage der Zeit ist. Es kann demjenigen eine Hilfe sein, der einfach eine grottenschlechte Stimme hat und deswegen Kommentare besser nicht selbst sprechen sollte.
Allerdings stellt sich mir die Frage, ob das wünschenswert ist. Nicht zufällig streiken in den USA ja Drehbuchautoren und Schauspieler.
Außerdem wird hierdurch das andere Problem beim Sprechen (und vor allem Schreiben) von Kommentaren nicht behoben: Sinnvolle, geschliffene Texte zu finden, die sich sowohl gut sprechen lassen als auch einen vernünftigen Satzbau haben - vom guten Inhalt gar nicht zu reden. Ich denke, hier haben sehr viele Amateurfilmer, die eben keine Redaktion hinter sich stehen haben, die meisten Probleme.
Lösungsansatz: "ChatGPT, sieh Dir meinen Film an und schreibe einen vernünftigen Kommentar dazu. Wenn fertig, sprich ihn!"
Bis auf Weiteres werde ich wohl meine Kommentare noch selbst sprechen - nachdem ich einen brauchbaren Text geschaffen habe ...
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Der nächste Schritt: „ChatGPT, hier ist mein footage, mach einen unterhaltsamen Film daraus. Beachte die Qualitätskriterien von VTP“
Was machen wir dann den ganzen Tag? Bespasen den Hund? Schneiden die Sträucher im Garten? Horror
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So klingt es auf deutsch
Klingt nach meinem Dafürhalten ebenso schlimm, wie die englische Version.
Bei diesem Beispiel gibt es ja jetzt auch keinen mitlaufenden Hintergrundton. Dadurch ist das, was ich mit "ein-/ausblenden" der einzelnen Worten meine, nämlich diese unnatürliche, abgehakte Sprechweise recht deutlich hörbar.
Es ist doch alles einfach nur eine furchtbare Aneinanderreihung von künstlich ausgesprochenen Worten, ohne jeden Charme, Betonung, oder Gefühl. Sowas ist ausreichend für eine Haltestellendurchsage, aber doch nicht für ein Video. Und gleich gar nicht, wenn man damit Zuschauer gewinnen will.
Und es gibt halt auch noch Fehler, wie z.B. bei 20 Sek das Wort "Back-Steinen", oder das wunderschöne "Bäckstein-go-tik" bei 33 Sek.
Aber mein Liebling ist das "Täuf-el-chen" bei 52 Sek.
Also ehrlich, das bekommt wirklich jeder auch ohne große Erfahrung besser hin. Man darf sich beim Sprechen nur nicht zu sehr unter Druck setzten.
Was beim Einsprechen auch hilft,
- immer nur einen kurzen Satz sprechen, also den Kommentar "stückeln";
- den Text möglichst nicht "auswendig lernen", sondern sich nur bewußt machen, was der Inhalt sein soll und dies dann "frei" sprechen;
- den Satz ohne Unterbrechung gleich mehrmals hintereinander einsprechen, bis man meint da wären ein, oder zwei gute dabei, das aber nicht gleich abhören, sondern zur nächsten Aufnahme übergehen (* s.u.);
- erst den kompletten "Abschnitt", also allen Text, aufsprechen und dann erst alles abhören und bearbeiten.
* Meine Kommentare nehme ich mit Cubase als Stacked Recording auf. Dazu wird der Bereich in dem die Aufnahme stattfinden soll als "Schleife" festgelegt, die im Aufnahmemodus bis zum Abbruch endlos wiederholt wird. Die einzelnen Durchläufe sind hinterher als Unterspuren erfasst. Aus diesen Unterspuren kann dann die beste Aufnahme ausgewählt werden, oder ein Zusammenschnitt aus einzelne Bereichen unterschiedlicher Unterspuren erzeugt werden.
Sowas ist auch in vielen anderen Audioprogrammen und sogar in einigen NLEs möglich.
Gruß
Peter
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Außerdem wird hierdurch das andere Problem beim Sprechen (und vor allem Schreiben) von Kommentaren nicht behoben: Sinnvolle, geschliffene Texte zu finden, die sich sowohl gut sprechen lassen als auch einen vernünftigen Satzbau haben - vom guten Inhalt gar nicht zu reden. Ich denke, hier haben sehr viele Amateurfilmer, die eben keine Redaktion hinter sich stehen haben, die meisten Probleme.
Auch viele "Fernsehprofis" haben keine Redaktion welche die Texte schreibt. Das macht meistens der Filmautor selbst.
Von einem solchen Autor habe ich zum Thema Texte schreiben den Tipp bekommen möglichst einfache Texte zu nehmen. Kurze, prägnante und einfache Sätze, keine "Satzwürmer" bauen. Keine Schriftsprache.
Solche Texte lassen sich deutlich besser lesen bzw. sprechen und der Zuschauer kann dem gesprochenen Wort besser folgen.
Also nicht so:
Das Fahrzeug ist ein Sportwagen welcher rein elektrisch angetrieben, aus einer 100KW-Batterie eine Reichweite von 300Km generiert und der mit einem Schnellader innerhalb von 20 Minuten von 20 auf 80% seiner Batteriekapazität aufgeladen werden kann was natürlich gerade bei weiteren Strecken von Vorteil ist.
Sondern eher so:
Der Sportwagen wird rein elektrisch angetrieben. Dazu ist eine 100KW starke Batterie verbaut. Das ermöglicht eine Reichweite von 300Km. Wenn die Batterie auf 20% entladen ist kann sie in 20 Minuten geladen werden. Dann sind wieder 80% Kapazität verfügbar. Das ist gerade bei weiten Wegstrecken ein Vorteil.
Beim ersten Satzbeispiel bekommt man beim Sprechen unweigerlich irgendwann Atemnot. Der Text ist zwar gut lesbar, beim zuhören muss man sich aber konzentrieren.
Das zweite Satzbeispiel ist einfach lesbar und auch einfach zu sprechen. Und man muss beim zuhören nicht so konzentriert wein weil die Information eher häppchenweise kommt, der Zuschauer kann sich mehr auf das Bild konzentrieren.
Der Informationsgehalt ist bei beiden Versionen der gleiche....
Einfach mal beim Texte schreiben ausprobieren - was natürlich immer noch schwierig sein kann ist die Informationsbeschaffung bzw. der Inhalt des Textes - was gibt es für (nützliche) Informationen welche das Bild ergänzen.
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Von einem solchen Autor habe ich zum Thema Texte schreiben den Tipp bekommen möglichst einfache Texte zu nehmen. Kurze, prägnante und einfache Sätze, keine "Satzwürmer" bauen. Keine Schriftsprache.
Kann ich nur unterstreichen....
Wobei man sich halt m.E. auch möglichst nicht sklavisch an eine getreue Wortfolge klammern sollte, sondern sich nur bewusst werden muss, was in diesen einen Satz reingehört. Man kann den Satz also beim Sprechen durchaus auch etwas variieren.Das kling dann natürlicher.
Dazu ja eben auch der o.a. Tipp den Satz ohne Unterbrechnung mehrmals hintereinder aufzunehmen.
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Eine mögliche Lösung: erzählt die Geschichte eurem Partner oder Partnerin, ohne schriftliches Konzept, höchstens Stichworte, in freier Rede, besser Video laufen lassen und den Recorder einschalten.
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Man darf sich beim Sprechen nur nicht zu sehr unter Druck setzten.
Genau das ist meine Erfahrung - man hat nach vielen Mühen den Film endlich fast fertig; bis auf die Kommentare eben. Und da wird man dann schnell auch mal schlampig, weil man nun wirklich endlich fertig werden will. Lieber Textpassagen in Ruhe nochmal sprechen oder sich Tage aussuchen, wo man von Hause aus sowieso etwas "lockerer" ist. Es ist eben alles nicht so einfach wenn man's doppelt nimmt.
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Lieber Textpassagen in Ruhe nochmal sprechen
Ich spreche ohnehin jeden Satz doppelt und suche mir dann den besseren raus. Im 1. Jahr mit Kommentar von mir habe ich es sogar 3x gemacht. Da gibt es oft deutliche Unterschiede.
Da ich manchmal etwas langsam spreche, beschleunige ich gelegentlich in der Bearbeitung. Wenn man da übertreibt, dann klingt es aber ähnlich wie bei KI.
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Ich nehme die Kommentare immer Abschnittsweise und als kurze wav-Dateien mit dem MAGIX-Programm Cleaning Lab 2013 auf. Nach der Aufnahme höre ich mir sofort die Aufnahme an, schneide die leeren Anfänge und Enden sowie zu lange Pausen weg, korrigiere die Lautstärke und verbessere ggf. mit Effekten (Equalizer, Kompressor). Die Kommentare notiere ich vorher in einer Excel-Tabelle. Jeder Abschnitt bekommt eine fortlaufende Nummer als Namen und die Zeit, wo er im Projekt gesetzt werden muss.
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So allmählich sind wir in einem anderen Thema. "Wie mache ich den optimalen Kommentar" Ein Moderator kann das alles vielleicht verschieben?
Habe vor 3 Jahren mal ein Tutorial gemacht, wie ich den Kommentar mache. Ist im großeen Ganzen noch immer gültig.
https://www.magix.info/de/tuto…ines-kommentars--1249648/
Der wesentliche Unterschied heute: Am Schluss schicke ich die .wav Datei durch "Auphonic", was die Stimme noch mal deutlich verbessert.
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Ich nehme inzwischen die Kommentare mit dem Rode Go2 auf - das klappt ganz gut. Dann wird das in Audacity bearbeitet.
Ich spreche mich vorher warm indem ich den Film halblaut kommentiere - da merke ich Fehler in der Text Bild Synchronisierung.
Das fließt in den Text.
Beim einlesen habe ich mit verhaspeln keine Mühe, ich setze ggf 4 mal an.
das ist eine ganze wav Datei die ich dann im Magix Programm aufteile
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Computergenerierte Kommentare können sehr wohl die Zukunft sein
Ich habe damit ein bischen weiter gesucht und probiert und ja - es gibt inzwischen sehr gute TTS* - Sprecher/Sprecherinnen, auch mit entsprechender (richtiger) Betonung. Das Ergebnis ist durchaus schon recht gut und ein weiterer Vorteil besteht darin, daß es keine "versprecher" o-ä. gibt und man den zu sprechenden Test ohne großen Aufwand anpassen/ändern kann.
Das Sprecher irgendwann dadurch ihren Job verlieren, ist die Kehrseite der Medaille.
TTS* - TextToSpeech
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Probiert mal auphonic. Kostet nichts und verbessert deutlich.
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Ein Off-Kommentar hat immer zwei Ebenen: Den Text und das Sprechen.
Zum Texten gab es schon verschiedene nützliche Hinweise wie kurze Sätze, wenige/keine Zahlen, kein Schriftdeutsch, Verben statt Substative, keine Beschreibung des Bildinhalts, zusätzliche Infos zum Bild usw. Diese Erfordernisse kann jeder Film-Autor mit mehr oder weniger Mühe selbst erfüllen ohne fremde Unterstützung.
Zum Sprechen gibt es bei Filmamateuren sehr oft den merkwürdigen Ehrgeiz, selbst sprechen zu wollen. In einigen wenigen Fällen gibt es dabei auch gelungene Beispiele. In der Regel klingt es jedoch furchtbar. Entweder wird abgelesener Text ins Mikrofon geleiert, genuschelt, atemlos hektisch gesprochen oder steif gekünstelt falsch betont.Dieser Drang der Film-Amateure, selbst sprechen zu wollen, ignoriert völlig, dass auch richtiges Sprechen mit umfangreicher Sprachausbildung jahrelang gelernt sein muss. Zum Haarschneiden geht man in der Regel zum Frisör, zur Zahnbehandlung zum Zahnarzt - eben zu „Spezialisten“, die das jeweiligen Tun aufgrund einer Ausbildung beherrschen.
Es gibt keinen Grund, beim Sprechen von Off-Kommentaren auf Professionalität zu verzichten. Der Ton ist so genauso wichtig wie das Bild, aber mit einem amateurhaften Kommentar machen viele Filmautoren die beste Story mit den schönsten Bildern schnell zum Ärgernis für den Zuschauer.
Viele professionelle Sprecher - männliche wie weibliche - bieten ihr Können im Internet günstig und einfach zu handhaben an. Ob ChatGPT eines Tages den Inhalt und die Sprache genauso gut hinbekommen ist fraglich. Aktuell ist es keine Alternative.
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Deswegen versuchen sich viele Videoproduzenten gerne an Trailern. Da brauchen sie nur Stichwörter in den Clip streuen und pompöse Musik im Hintergrund abspielen. (Da will ich mich nicht ausschließen)
Oft ist es ja auch nur der Spaß am Kreativen und man will nicht über die Zeit hinaus auch noch Geld investieren.
Es gibt aber auch schlechte Beispiele in Sachen gelernt ist gelernt. Das trifft auf den Bereich Schönheits-Chirurgie zu. Nicht jeder ist da Facharzt für rekonstruktive Chirurgie oder ästhetische Chirurgie und doktert trotzdem an Leuten rum. Hauptsache „Metzger“.
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TomK Das sehe ich ziemlich anders. Aber jedem das Seine. Wenn professionelle Sprecher eingesetzt werden, wird der Film eindeutig besser. Keine Frage. Aber für mich ist es kein Amateurfilm mehr. Auf Wettbewerben wird das immer wieder eingesetzt, warum wird es zugelassen? Wir nehmen doch auch keinen professionellen Kameramann... Keinen professionellen Beleuchter.... All das macht den Film besser. Aber dann ist es ein Profifilm. Eine andere Kategorie. Warum sind professionelle Sprecher zugelassen. Da ist für mich ein Bruch in den Regeln.
Sorry, meine private Meinung.
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TomK Das sehe ich ziemlich anders. Aber jedem das Seine. Wenn professionelle Sprecher eingesetzt werden, wird der Film eindeutig besser. Keine Frage. Aber für mich ist es kein Amateurfilm mehr. Auf Wettbewerben wird das immer wieder eingesetzt, warum wird es zugelassen? Wir nehmen doch auch keinen professionellen Kameramann... Keinen professionellen Beleuchter.... All das macht den Film besser. Aber dann ist es ein Profifilm. Eine andere Kategorie. Warum sind professionelle Sprecher zugelassen. Da ist für mich ein Bruch in den Regeln.
Sorry, meine private Meinung.
Da hat er eindeutig Recht. Auf der einen Seite sagen wasch mir den Buckel, aber mach mich nicht nass. Warum auf der einen Seite Profi und auf der anderen Seite nur Hobby?
Wasser predigen und Wein trinken.
Und noch viele weitere Sprüche, die den "Bruch" in der Philosophie beschreiben.
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Wir nehmen doch auch keinen professionellen Kameramann... Keinen professionellen Beleuchter.... All das macht den Film besser. Aber dann ist es ein Profifilm. Eine andere Kategorie.
Das wollte ich auch schon fragen. Warum keinen professionellen Kameramann nehmen, der wird das Bild und damit den Film auch besser machen. Und einen professionellen Beleuchter. Und einen professionellen Cutter. Und einen professionellen Redakteur.
Man gibt dann einfach einen Film beim Profi in Auftrag......
(Ganz nebenbei, das Sprechen kann man durchaus lernen. Man wird vielleicht nicht so gut werden wie ein Profi, aber ausreichend gut um damit seine Hobbyfilme selbst zu sprechen.)