Wer zur Freude von Apple, Samsung und Co. sich so etwa alle 2 Jahre ein neues Smartphone gönnt, wird über die folgenden Zeilen vermutlich weitgehend verständnislos den Kopf schütteln, kann aber evtl. helfen und nicht nur die.
Ich gehörte fast bis Ende 2023 zu den inzwischen eher seltsamen Kreaturen, die sich Smartphones verweigert haben. Mein Siemenshandy CFX 65 von 2007 (!!) funktionierte bis dahin reibungslos. Mehr als unterwegs zu telefonieren und das Empfangen von SMS brauchte ich nicht. Der Versand von TANs auf diesem Weg für Onlinebanking erschien mir ohnehin sicherer.
Ich bin seit Jahrzehnten durch und durch PC-Freak. Da mir Laptops irgendwann aber auf Reisen zu umständlich und schwer wurden. Habe ich mir 2017 ein Tablet für Reisen zugelegt. Das funktionierte durch meist freies WLAN in Hotels oder Terminals wunderbar. Zu tief bin ich aber in die Androidwelt nicht eingestiegen, weil mein Blutdruck sich dann meist erhöhte wegen der wenig intuitiven Bedienung und manchmal fehlender Funktionen z.B. zum Löschen. Auch bin ich kein großer Freund der Touchbedienung und dem Tippen mit großen Fingern dort.
Im letzten Jahr riet mir aber meine Hausärztin zur Anschaffung einer Smartwatch um endlich mal meine gelegentlichen Herzrhythmusstörungen zu dokumentieren. Zur Auswahl hatte ich hier eine Diskussion angestoßen. Die bei Amazon bestellte Withings 2 wurde es dann aber nicht, weil die (vermutlich) vom Fahrer unterschlagen wurde. Immerhin bekam ich mein Geld schnell zurück. Daher habe ich dann bei Samsung direkt die Galaxy Watch 6 classic bestellt. Die scheint gut zu arbeiten, hat aber den Nachteil, dass man zur Auswertung von EKG-Ergebnissen weder ein Smartphone eines anderen Herstellers (HTC U11 von meiner Frau) noch mein Tablet nehmen kann, obwohl das auch von Samsung ist.
Also hatte ich zunächst eins der neueren Klappsmartphones von Samsung bei Amazon bestellt, weil ich mir durch das vergrößerte Display ein leichteres Arbeiten vorgestellt hatte. Leider wurde auch das auf dem Versandweg entwendet. Jetzt dauerte die Rückerstattung schon einen Monat und war mit einigen Mühen verbunden.
Da unsere nächste Reise für Ende Februar gebucht war, passte es gut, dass mir Samsung vorab als registriertem Kunden ein günstiges Angebot für das neue S24 machte. Da die Foto- und Filmeigenschaften zudem vielversprechend klangen, habe ich das angenommen. Die Zusendung mit DHL klappte einwandfrei. Ebenso erhielt ich schnell eine neue SIM-Karte von Aldi. Bei denen hatte ich 17 Jahre mit Prepaid gearbeitet und inzwischen 160 € Guthaben angehäuft.
Auf der Reise habe ich mich verhalten wie immer. Wenn es freies WLAN in einem Terminal gab, habe ich mich eingeloggt und vor allem meine e-mails gescheckt. Die einzige Ausnahme war ein Anruf zum Nachbarn von Guadeloupe aus, was aber zu Frankreich gehört.
Als ich direkt vor Ostern mal auf die Idee kam in mein Aldi-Talk zu gehen, sah ich zu meinem großen Erstaunen, dass von dem Guthaben von 160 € nur noch 45 € übrig waren. Eine Beschwerde bei Aldi brachte zur Antwort, dass ich die mobilen Daten hätte ausschalten sollen, und die Anleitung der Hersteller hätte lesen sollen.
In der Anleitung von Samsung steht zu dem Thema kein Wort drin. Daher meine Frage: Kann es wirklich sein, dass es zumindest bei Android eine extrem kundenfeindliche Grundeinstellung gibt, die die teurere Variante beim Datenverbrauch bevorzugt?
Ein Beispiel: Am Berliner Flughafen BER gibt es rund um die Uhr kostenloses WLAN. Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich das als meine Verbindung vor unserem Abflug ausgesucht habe, weil wir noch einige Stunden Zeit hatten. Trotz freiem WLAN wurden mir dafür 33 € in Rechnung gestellt, wie ich dem Einzelverbindungsnachweis mit genauer Uhrzeit entnehmen konnte. Leider habe ich das nicht gleich runtergeladen, sondern nur notiert. Nach Ostern war dieser Nachweis plötzlich verschwunden, und es gab den Hinweis im Aldischreiben, dass ich das angeblich nicht aktiviert hätte. Jetzt gab es nur noch Summen von Inland und Ausland.
Inzwischen habe ich mobile Daten natürlich ausgeschaltet, weil auch bei uns im Haus trotz WLAN-Verbindung weiter Gebühren abgebucht wurden - wenn auch nicht in der grotesken Größenordnung wie für die Zeit am BER.