KI Künstliche Intelligenz - was denken?

  • Dies ist eine ausgelagert Diskussion aus dem Thread "Künstliche Intelligenz (KI) für Filmer?", da sie grundsätzliche Fragen der KI betrifft.


    Beste Grüße, Uli

    Künstliche Intelligenz (KI) für Filmer?

    Künstliche Intelligenz (KI) war lange Zeit nur ein Schlagwort.

    Aber leider nicht nur ein Schlagwort, sondern auch - grade durch Werbung - eine oft völlig missverstandene "Einrichtung".



    Das, was uns da meist als "AI / KI" vorgesetzt wird, insbesondere die Fliter und ähnliche Werkzeuge sind in aller Regel keine künstliche intelligenz. Denn eine echte KI müsste selbständig "lernen" können, sich also von alleine weiterentwickeln und eigene "Verknüpfungen" erstellen.


    Außerdem würde eine KI permanent auf einem eigenen Rechnersystem laufen ("leben") und müsste dort von außerehalb, also z.B. über Internet, angesprochen werden. Insoweit kommt z.B. Chat GPT dem zwar schon nahe, verwaltet aber eben auch nur vorhandene Daten.



    Diese in jetzt unseren Programmen geschaffenen "KI-basierenden" Filter und Werkzeuge tun/können das aber eben nicht. Es sind sind einfach nur sehr stark verbesserte Rechenalgorithmen, die bestimmte Faktoren in die Berechnungen einbeziehen, bzw. auf Grund (vorgegebener) Optionen "Entscheidungen" treffen..


    Und das ist schon ein erheblicher Fortschritt und bringt auch durchaus sehr viele Vorteile und Möglichkeiten.

    Aber es ist eben nicht so, dass da eine tatsächliche Intelligenz irgendwelche Gedanken machen würde und uns - quasi als beauftragte Fachkraft - Arbeiten abnehmen könnte. Doch genau das scheinen einige halt zu erwarten, wenn sie "KI" hören. Aber man benötigt halt eigenes Wissen, um die richtigen Einstellungen zuzunehmen.



    Bisher setzte ich "KI" hauptsächlich in der Audiobearbeitung ein. Dafür verwende ich als Basis die Programme Cubase, WaveLab und insbes. das für KI-gestütztes Audioprocessing entwickelte SpectraLayers. Alle jeweils in der umfassend ausgestatteten Pro-Version.


    Grade SpectraLayer liefert auch wirklich erstaunliche Ergebnisse, was die "Bereinigung" von Audiomaterial betrifft.

    Also bei Hallreduzierungen, Entfernung von Rauschen oder Störgeräuschen, und ähnlichen bisher nur meist sehr schwer behebbaren Problemen in einer Aufnahme.

    Und natürlich gibt es da auch Möglichkeiten in einer Audioaufnahme bestimmte "Trennungen" von Sprache/Gesang und Instrumenten, bzw. sogar von unterschiedlichen Sprechern vorzunehmen.


    Nur ist es eben nicht so, dass man da nur einen Knopf drücken muss, und die KI macht das allein. Sondern es gehört halt immer noch eine manuelle Anpassung/Eingriffe, und damit - wie schon gesagt - eigene Erfahrung dazu, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.


    Hier mal ein kurzes Hörbeispiel, was damit so möglich ist:


    Hämmern.mp3



    Dass ich hingegen absolut kein Freund von den leider so beliebt gewordenen Sprachgeneratoren bin, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Brauch ich also hier wohl nicht dazu sagen.




    Im Bereich Video verwende ich eine ältere Version von Topaz Video AI (eher selten) und Edius.

    Edius 11 bringt jetzt halt einige verbesserte Voraussetzungen für die Einbindung KI-basierter Prozesse mit. Hier erwarte ich in der Zukunft noch durchaus interessante Entwicklungen. Zunächst soll ja - wohl noch dieses Jahr - ein KI basierter Farbkorrekturfilter kommen.

    Und Topaz ist halt im Bereich Deinterlacing und Upscalling schon sehr gut.



    Was mir bisher als KI-basierende Filten nicht so gefällt, sind Dinge, wie der proDAD Picture Enhanzer, der (meine Meinung) eher quietschbunte Bilderchen erzeugt und nur geringe Steuerungsmöglichkeiten anbietet. Mal sehen, was dann der schon genannte Edius-Filter leisten wird.



    Aber auch beim Videoschnitt wird uns die KI durchaus sehr gute Hilfe leisten können, bzw. macht das ja in einigen Bereichen schon jetzt.



    Nur, auch wenn eben offenbar diese Erwartung weit verbreitet ist, KI heißt eben nicht, dass da man da ohne sich weitere Gedanken machen zu müssen. Solche "Träume", wie, "ich lade meine Aufnahmen rauf und die KI macht mir daraus dann einen hollywoodreifen Film à la Spielberg", werden sich (hoffentlich) nie erfüllen.


    Selber denken ist nicht gesundheitsschädlich !!! und hat bisher auch nur in den seltesten Fällen geschadet.



    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Das, was uns da meist als "AI / KI" vorgesetzt wird, insbesondere die Fliter und ähnliche Werkzeuge sind in aller Regel keine künstliche intelligenz. Denn eine echte KI müsste selbständig "lernen" können, sich also von alleine weiterentwickeln und eigene "Verknüpfungen" erstellen.

    Man muss unterscheiden:

    1. Die KI-Module in Adobe Premiere Pro laufen meist auf dem eigenen Rechner. Für Adobe Sensei wird auf externe Rechner zugegriffen. In Vegas Pro können einige Effekte Cloud basiert sein, gleichfalls Davinci. Hier gibt es Mischformen von lokalen und externen Ressourcen. Die sind bei weitem nicht so mächtig wie KI-Modelle, die auf externen Computern laufen. Brauchen sie auch nicht, da die Aufgaben meist einfacher sind.
    2. Die KI-Modelle von ChatGPT, Runway ML oder Midjourney laufen auf externen Rechnern. Diese Modelle können vom Verhalten des Nutzers lernen.

    Mit den internen KI-Modulen (Nr. 1) von Premiere und Co. wird jeder von uns seine Erfahrungen machen, sie sind leicht verfüg- und nutzbar.

    Aber es ist eben nicht so, dass da eine tatsächliche Intelligenz irgendwelche Gedanken machen würde und uns - quasi als beauftragte Fachkraft - Arbeiten abnehmen könnte. Doch genau das scheinen einige halt zu erwarten, wenn sie "KI" hören. Aber man benötigt halt eigenes Wissen, um die richtigen Einstellungen zuzunehmen.

    KI macht von sich aus garnichts. Man muss sie mit den richtigen Fragen füttern, um brauchbare Antworten zu erhalten. Das wird mit der Eingabeaufforderung, dem "Prompt" gemacht.


    Und da die KI nicht wie ein Mensch denkt, muss diese Aufforderung sehr speziell und detailliert sein. Doch trotz gut durchdachtem Prompt wirft die Ki oft seltsame Ergebnisse aus. Jetzt muss man lernen, auf welche Art von Aufforderung die KI wie reagiert, kurz: Prompt Engineering. Das geht hin und her:


    Beispiel: Prompt -> ungenaues Ergebnis -> erweiterter Prompt -> Antwort geht in die falsche Richtung -> erneut angepasster Prompt -> Antwort geht in die richtige Richtung, aber zu allgemein ....


    Ihr müsst die Prompts (wie Knetmasse) kneten, bis ein Kunstwerk (brauchbare Antwort) daraus wird. Das hört sich seltsam an, wir verbinden mit Computern exaktes und streng logisches arbeiten. Prompts sind anders. Das hat sehr viel mit ausprobieren zu tun.


    Neben den Spezialanwendungen wie unter Nr. 1 oben, taugen die großen KI-Modelle zum Beispiel für die Recherche zu einem Filmthema, zur Erkennung der wichtigsten Filmorte, Erstellung von Schnittlisten usw. Insgesamt kann man viel Zeit mit der KI sparen.


    Die KI wird bleiben und sich schnell entwickeln. Im Berufsleben wird die Standardfrage lauten: Können sie Prompt Engineering?


    Nebenbei, es heißt Künstliche Intelligenz, nicht Intelligenz.


    Beste Grüße, Uli

  • Man muss unterscheiden...

    Mir ist das schon bewußt.


    Nur stelle ich in Gesprächen, oder auch teilweise bei Posts hier im Forum fest, dass es nicht wenige gibt, die wenn sie "KI" hören, offenbar völlig falsche Vorstellungen haben und eben auch nicht zwischen einer KI und KI-basierenden "Werkzeugen" unterscheiden.


    Dazu tragen natürlich auch in gewissem Maße die Firmen bei, die verstärkt mit dem Trendmittel KI werben.

    Mich wundet, dass es noch kein KI-gestütztes Klopapier angeboten wird, oder habe ich da was verpasst? :gruebel:


    Einige Leute scheinen auch zuviele Hollywoodfilme gesehen zu haben, und denken an HAL aus 2001 A Space Odessey, oder C3PO.

    Soweit sind wir noch lange nicht.


    M.E. sollte man halt nur unvoreingenommen und nüchtern an die Sache gehen und weder in positver wie negativer Hinsicht Übertreiben. Aber auch das hat es wohl schon immer bei allen technischen Entwicklungen gegeben. Beispiele hats ja genug.


    KI ist gut und wird uns auch bestimmt in vielen Fällen sehr nützlich sein. Aber es ist weder eine Wundertüte, noch der Weltuntergang.

    Und wie bei allen Neuerungen, werden wir uns darauf einstellen und damit anfinden müssen.


    Und da die KI nicht wie ein Mensch denkt, muss diese Aufforderung sehr speziell und detailliert sein.

    Sorry, aber das ist doch nichts Neues, oder Spezielles einer KI. So funktionieren doch Computer von Anfang an.


    Und Flussdiagramme und ähnliche Verfahren sind - auch außerhalb der EDV - schon seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Darstellung und Organisation von Arbeitsabläufen. Auch gehören entsprechende Kenntnisse über Programiersprachen, Skripterstellung, oder wenigstens die Bedienung bestimmter Programme in nicht wenigen Berufen zum Anforderungsprofil.


    Die modernen Systeme bietet hier (auch völlig unabhängig von KI) dem Anwender halt nur einen in einfacheren Zugang, da deren Bedienung immer intuitiver wird. Z.B. durch Sprachsteuerung wie bei Alexa, Siri & Co.




    Nebenbei, es heißt Künstliche Intelligenz, nicht Intelligenz.

    Bitte den Satz richtig lesen.

    Der bezog sich ja auf eine tatsächliche Intelligenz, egal welchen Ursprungs.



    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • dass es nicht wenige gibt, die wenn sie "KI" hören, offenbar völlig falsche Vorstellungen haben und eben auch nicht zwischen einer KI und KI-basierenden "Werkzeugen" unterscheiden.

    Hm, ich ich schreibe genau gegen diese falschen Vorstellung an. Insofern ziehen wir an einem Strang.


    Sorry, aber das ist doch nichts Neues, oder Spezielles einer KI. So funktionieren doch Computer von Anfang an.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass das was völlig Neues ist.


    Ich sage lediglich, das die Künstliche Intelligenz nicht wie ein Mensch intelligent ist. Man kann ihr nicht einfach eine Frage stellen wie einem Arzt oder einem Techniker. Nach dem Motto, wird er schon verstehen und mir eine richtige Antwort geben.


    Und Flussdiagramme und ähnliche Verfahren sind - auch außerhalb der EDV - schon seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Darstellung und Organisation von Arbeitsabläufen. Auch gehören entsprechende Kenntnisse über Programiersprachen, Skripterstellung, oder wenigstens die Bedienung bestimmter Programme in nicht wenigen Berufen zum Anforderungsprofil.


    Die modernen Systeme bietet hier (auch völlig unabhängig von KI) dem Anwender halt nur einen in einfacheren Zugang, da deren Bedienung immer intuitiver wird. Z.B. durch Sprachsteuerung wie bei Alexa, Siri & Co.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig interpretiere. Du nennst hier Organisationsabläufe, Programmiersprachen, Skripterstellung, die auch für einen Beruf notwendig sind. Was nicht berücksichtigt wird:


    Der grundsätzliche Unterschied zwischen Systemen, die nach festen Regeln funktionieren (traditionelle Computerprogramme z.B.) und Systemen, die ohne feste Vorgaben des Menschen selbst Muster und Regeln finden. Die sich selbstständig anpassen und dadurch eine maschinelle Intelligenz haben.


    Nachfolgend äußerst vereinfacht:


    Das wird durch Neuronale Netze möglich. Neuronen werden softwareseitig durch mathematische Operationen dargestellt, die miteinander verbunden sind. Das Netzt besteht aus mehreren Schichten. Ein Neuronales Netz wie ChatGPT-3 hat etwa 175 Milliarden Parameter, gewichtete Verbindungen. Es ähnelt dem menschliche Gehirn.


    Es gibt eine Eingabeschicht, verborgene Schichten und eine Ausgabeschicht. Die verborgenen Schichten, in denen die eigentliche Berechnungen und Transformationen der Daten ausgeführt werden, sind besonders.

    Wissenschaftler sind kaum in der Lage zu jedem Zeitpunkt zu sagen, was in diesen verborgenen Schichten mit Milliarden an Verbindungen genau passiert. Black-Box-Problematik.


    Dem Netz werden zum Beispiel riesige Mengen von Hunde- und Katzenbildern gezeigt. Daren lernt das Netz, wie die Tiere aussehen. Je nachdem wie richtig oder falsch es liegt erhalten die Neuronen bestimmte Gewichtungen, die sich bei jedem Lernfortschritt verändern.


    Mit Programmen, die auf Regeln basieren, wäre eine schnelle und genaue Sprach-Übersetzung nicht möglich. Für jeden Einzelfall müsste eine Regel festgelegt werden.


    Neuronale Netze lernen dagegen, wie Sprachen funktionieren, wie Wörter und Sätze in Verbindung stehen. Deshalb funktioniert auch Google Translate oder Deepl recht gut. Auch das autonome Fahren ist nur mit KI möglich. Man kann keinesfalls für alle Fahrsituationen einzelne Regeln erstellen.


    KI hat allerdings kein eigenes Bewusstsein, sie hat keine Emotionen, sie kann keine Information verstehen. Sie arbeitet auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten.


    Und weil sie so besonders sind, unterscheiden sich die Prompts und wie man sie aufbaut auch sehr von Regeln, wie sie es z. B. in Organisationsdiagrammen oder Programmiersprachen gibt.

    Bitte den Satz richtig lesen.

    Der bezog sich ja auf eine tatsächliche Intelligenz, egal welchen Ursprungs.

    Damit warst nicht du gemeint. Mit dem "nebenbei" wollte ich das von dem Antworttext absetzen.


    Eine Kritik lautet , das Künstliche Intelligenz nicht intelligent sei. Wenn man genau schaut, dann heist der Begriff "Künstlich Intelligenz" und bedeutet eben nicht "menschliche Intelligenz". Das vergisst man leicht.


    Beste Grüße, Uli

  • Man kann ihr nicht einfach eine Frage stellen wie einem Arzt oder einem Techniker.

    Naja, genau daran wird aber gearbeitet.


    Es geht bei dem gesteckten Ziel der KI ja eben genau darum, dass diese ganz nomal angesprochen werden kann, ohne dass der Nutzer spezielle Kenntnisse benötigt, bzw. dass eine möglichst "natürliche" Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI stattfinden kann


    Und es gibt ja auch schon Systeme, bei denen die Spracherkennung sehr gut klappt. Es ist nicht mehr so wie am Anfang, dass man eine genaue Wortfolge einhalten muss. Alexa & Co. sind da inzwischen sehr flexibel geworden.


    Auch gibt es schon experimentelle "Online-Ärzte" die ihre Diagnosen auf Grund von Fragen erstellen. Und auch im Supportbereich werden die heutigen menschlich besetzten Callcenter weitgehend durch KI ersetzt werden. Da wird es dann nur noch einige Supervisor geben, die eingreifen, wenn die KI dann nicht weiterkommt.



    Wir liegen ja auch von den Ansichten nicht weit auseinander.

    Und meine Bemerkungen zu Flussdiagrammen usw. bezogen sich auf Deinen Satz

    Im Berufsleben wird die Standardfrage lauten: Können sie Prompt Engineering?

    und war so gemeint, dass für bestimmte berufliche Zwecke schon immer auch spezielle Kenntnisse gefordert wurden.


    Es ging da nicht um einen Vergleich menschliche <-> künstliche Arbeits-/"Denk-"weise.





    KI hat allerdings kein eigenes Bewusstsein, sie hat keine Emotionen,

    :):):) Hollywood behautet da was anderes,.... :teufel:

    ... und viele glauben das sogar, oder haben zumindest die Bilder im Kopf, wenn sie "KI" hören :panic:



    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Dem Netz werden zum Beispiel riesige Mengen von Hunde- und Katzenbildern gezeigt. Daren lernt das Netz, wie die Tiere aussehen. Je nachdem wie richtig oder falsch es liegt erhalten die Neuronen bestimmte Gewichtungen, die sich bei jedem Lernfortschritt verändern.

    1) // Der Satz gilt zumindest für Backpropagation-Netze. Die gab es zwar schon vor zig-Jahren; doch war damals iW noch die Performance der Hardware ein limitierender Faktor, der in der Praxis zu sehr langen Rechenzeiten führen konnte. Aber wir hatten selbst damals (natürlich auf sogenannten Großrechnern) zB Forecast betreiben können. Verglichen mit den heutigen Einsatzmöglichkeiten - ein gewaltiger Sprung vorwärts.


    2) // Man könnte (mit den heutigen Wissenschaftern) auch sagen: Von einer "intelligenten" KI darf man emergentes Verhalten erwarten (Algorithmen, die auf gestellte Fragen (für uns) "unerwartete", "selbständig" gefundene Lösungen präsentieren können).


    rod, Peter: Im übrigen finde ich Eure Diskussion nicht nur interessant und notwendig - ich lese sie auch mit Interesse und Vergnügen gerne. Und halte sie - aus den dort genannten Gründen - für wichtig :yes::respekt::beer:


    Gruß kurt

    WIN-10/64 PRO (22H2-19045-2364)

    RESOLVE-21.0.00040 Studio; EDIUS-11.50.20977-WG

  • Naja, genau daran wird aber gearbeitet.


    Es geht bei dem gesteckten Ziel der KI ja eben genau darum, dass diese ganz nomal angesprochen werden kann, ohne dass der Nutzer spezielle Kenntnisse benötigt, bzw. dass eine möglichst "natürliche" Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI stattfinden kann

    Das ist richtig. Das sind Systeme, die genau für diese spezielle Art von Kommunikation gebaut werden.


    Um weiterführende, überraschende und "neue" Antworten von einer KI zu bekommen, muss man - zumindest heute - nach wie vor einiges an Gehirnschmalz in die Fragen investieren.


    Und vor allen mehrere Fragerunden drehen (hier beschrieben). Darin auch Kontrollfragen stellen und, Quellen "per Hand / selbst" überprüfen. Mir gerade wieder passiert, dass eine KI für vier aktuelle Kameras teilweise falsche Maßangaben auswarf.


    KI hat mit einfachen Fragen (heute) oft mehr Schwierigkeiten, als bei der Beantwortung komplizierter Probleme. Darauf weist auch der Informatiker & Mathematiker Stephen Wolfram hin. Seine Suchmaschine "Wolfram Alpha" wird u. a. in Bing und Siri verwendet.


    Wer sich für die Hintergründe von KI interessiert, der findet in seinem Buch "Das Geheimnis hinter ChatGPT - Wie die Ki arbeitet und warum sie funktioniert" (Klick) eine interessante Einführung - man muss sich aber auf seinen Hosenboden setzen. Mir ist da erstmals klar geworden, wie anders die KI in ihrem Inneren tickt.


    Bisher war ich davon ausgegangen, dass man bei einem Gerät oder einer Software letztlich jeden Prozessschritt nachvollziehen kann: Diese winzige Schraube hat den Unfall ausgelöst, diese Programmzeile(n) verursachte(n) die Ungenauigkeit. Das ist bei einem Neuronalen Netzt nicht mehr möglich. Was beunruhigend ist, man verliert ein gewisses Maß an Kontrolle.


    Gleichzeitig sind Neuronale Netze aufgrund ihrer inneren Lernfähigkeit in der Lage, Krebszellen zu erkennen, die sich ständig verändern. Regelbasierte Programme erfassen diese Veränderungen nicht. Neuronale Netze passen sich den verändernden Bedingungen automatisch an und finden diese Zellen, die ansonsten nicht entdeckt worden wären.


    1) Vorschlag/Frage: ... erhalten die Verbindungen zwischen den Neuronen bestimmte Gewichtungen,... (? die in den Neuronen dann als deren Gewichtung berechnet werden)


    2) // Der Satz gilt zumindest für Backpropagation-Netze. Die gab es zwar schon vor zig-Jahren; doch war damals iW noch die Performance der Hardware ein limitierender Faktor, der in der Praxis zu sehr langen Rechenzeiten führen konnte.

    Puh, da laufe ich auf dünnem Eis. Soweit ich das verstanden habe lernen die meisten Neuronalen Netze im Training durch Selbstoptimierung (Backpropagation). Ihnen wird durch ein Zahl gesagt, wie weit sie sich bei jedem Rechendurchgang dem Ziel genähert haben oder nicht. Entsprechend passen sie die Gewichtungen in den Verbindungen der Neuronen an.


    Die Gewichte befinden sich in den Verbindungen zwischen den Neuronen, nicht in den Neuronen selbst. Aber wie gesagt, da habe ich wenig Ahnung von.


    Beste Grüße, Uli

  • Die Gewichte befinden sich in den Verbindungen zwischen den Neuronen, nicht in den Neuronen selbst. Aber wie gesagt, da habe ich wenig Ahnung von.

    1) Ich hatte den Punkt 1) schon wieder rausgenommen. Denn eines ist ja wohl klar: Wenn man entsprechend tief in die zB Backpropagation einsteigt, dann merkt man sehr schnell, dass dass man da noch allerhand viel erklären könnte. Aber für die meisten Anwender ist es mE wichtig, sie nicht mit der Mathematik wissenschaftlich zu erschlagen, sondern eben - wie das bisher sehr geschickt läuft - durch entsprechend sensible Informationsreduktion dem Problem grundsätzlich näherzubringen.


    2) Unlängst habe ich zB einen Film im TV gesehen, bei der eine Informatikprofessorin (Uni weiß ich jetzt nicht mehr) mit Prof. Lesch über dieses Thema diskutierte. Und dabei hat sie u.a. erwähnt, dass die internen Berechnungen in neuronalen Netzen quasi ausschließlich aus Addition und Multiplikation bestehen. Was natürlich im großen und ganzen stimmt:


    3) Bei der Backpropagation werden zunächst die Gewichte der Verbindungen der Neuronen untereinander so adaptiert, dass die nächste Iteration des Rechenprozesses eine Verbesserung des Ergebnisses erwarten lässt. Die bei einem Neuron einlangenden Verbindungsgewichte und Eingaben-"Neuronenwerte" werden dann iW durch * und + verrechnet und ergeben einen neuen Neuronenwert usw. bis zu den Ausgabeneutronen.

    // Dass in diesem Prozess auch noch andere Funktionen zum Tragen kommen (zB die Sigmoid-Funktion), kann man sich unschwer vorstellen.


    4) Was aber für den Designer eines Neuronalen Netzes mindestens ebenso von Bedeutung ist, sind (beispielhaft) folgende Überlegungen:

    - Wieviele Eingangsneutronen soll man definieren.

    - Wieviele Zwischenschichten (zwischen Eingangs- und Ausgangsschicht) soll man definieren.

    - Wieviele Neuronen sollen für jede Schicht vorgesehen werden.

    - Wie sollen welche Parameternormierungen (meist auf das Intervall [0,1] ) vorgenommen werden.

    - Welche sonstigen Funktionen sollen wie/wo benutzt werden.


    5) Ein Beispiel dazu, warum diese Fragen 4) wichtig sind: Bei unpassenden Werten könnte ein Neuronales Netz (Backpropagation) den zur Verfügung gestellten Input (Katzenbilder etc.) auswendig lernen und bei allen anderen Katzenbildern falsche Resultate liefern.


    Wer Lust hat, in dieses Gebiet tief(er) einzusteigen: Neuronale Netzwerke programmieren (mit Python). Allerdings wird man dann vielleicht kaum mehr zum Filmen kommen :teufel:.


    PS:

    Soweit ich das verstanden habe lernen die meisten Neuronalen Netze im Training durch Selbstoptimierung (Backpropagation). Ihnen wird durch ein Zahl gesagt, wie weit sie sich bei jedem Rechendurchgang dem Ziel genähert haben oder nicht. Entsprechend passen sie die Gewichtungen in den Verbindungen der Neuronen an.


    Die Gewichte befinden sich in den Verbindungen zwischen den Neuronen, nicht in den Neuronen selbst.

    Das ist es, worauf es ankommt. Völlig OK :thumbsup:.

    mfG kurt :beer:

    WIN-10/64 PRO (22H2-19045-2364)

    RESOLVE-21.0.00040 Studio; EDIUS-11.50.20977-WG

  • In dem DOCMA-Artikel "Meta AI-Feed: Der algorithmische Angriff auf kreative KI-Kompetenz" (KLICK) wird beschrieben, wie die Unternehmen - ich mach ma - die Faulheit der Menschen nutzen:


    "Statt Nutzer zum eigenständigen Umgang mit künstlicher Intelligenz zu befähigen, schafft der Konzern eine neue Abhängigkeit: den kuratierten KI-Feed. Die Botschaft dahinter ist problematisch: Du kannst KI nicht selbst bedienen, also konsumiere passiv, was andere damit machen – gefiltert durch Metas Algorithmen. (...)


    Für Bildprofis gilt daher: Die Zukunft gehört nicht denen, die KI-Inhalte passiv konsumieren, sondern jenen, die die Werkzeuge souverän beherrschen und eigenständig einsetzen." (Quelle: DOCMA - Fotomagazin)


    DOCMA setzt stark auf KI, allerdings mit einer angemessenen Skepsis und viel Fachwissen.


    Beste Grüße, Uli