Laubfrösch zum Zweiten

  • Ich hatte ja vor einiger Zeit mal ein halbfertiges Video über Laubfrösche hier eingestellt und nun endlich mal daran weiter gearbeitet.

    Irgendwie gefällt es mir immer noch nicht so richtig, vielleicht kann ja der eine oder andere erkennen, was noch verbesserungswürdig ist.

    Das Video ist auf meinem Kanal noch nicht freigegeben, kann also nur hier übers Forum gesehen werden.


  • Hallo Hans-Jürgen,


    schöne Bilder :thumbsup:

    Ein paar Punkte sind mir aufgefallen:

    Tonübergang bei 0.22 würde ich harmonischer abmischen, klingt etwas zu abrupt.

    Bei 1.00 hast Du kurz den Ton auch zu laut gedreht. Das stört.

    Die Schwenks bei 1.58 und 2.20 sind mir etwas zu unruhig.

    Du könntest bei 2.53 und 3.01 vielleicht einen kleinen Zoom in der Post einbauen, um den Film etwas lebendiger zu machen.

    Bei 3.20 finde ich die Aufnahme mit der Bewegung sehr gelungen, leider etwas zu kurz. Vermutlich hattest Du kein Material mehr.

    Insgesamt guter Kommentar, top Sprecherin.

    Sehr schöner Naturfilm. Vielleicht hättest Du einen Sprung als Zeitlupe einbauen können, etwas mehr Kamerabewegung einsetzen können, aber das ist jammern auf hohem Niveau.


    Schöne Grüße

    Christian

  • Der Kommentar wird gesprochen wie in einem Bericht über einen Verkehrsunfall und harmoniert nicht mit den Bildern.

    Über Kopfhörer ist das Pumpen der Musik bei Sprachein- und Ausblendung nicht optimal.

  • Mir fällt unverändert ein Luminanzthema auf: gleich bei den erste Einstellungen ist die uneinheitlich. Der 2. Take wirkt sogar etwas zu flach und leicht milchig, da gehört vermutlich der Kontrast etwas erhöht, und/oder der Schwarzpunkt abgesenkt.


    Habe mir das jetzt aber nur am Handy angesehen. Das ist nicht kalibriert. Aber selbst damit ist zu erkennen, dass diese ersten Szenen noch besser relativ zueinander angepasst werden sollten. Also Anschlussschnitte mit zueinander in der Helligkeit stimmiger sein sollten.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Ich hätte mit Teilen aus 1:47-3.34 das Video begonnen, also mit der Suche nach dem Laubfrosch...
    Allerdings kürzer gefasst, kein Zoom in sondern Zoom out und zwar sehr langsam gezoomt, ggf. als NLE-Zoom.
    Schwenks ruckelfrei machen und langsamer sowie kürzer. auch hier können es NLE-Schwenks sein.
    Dann ein paar Insekten etc. bringen, folgend erst ein paar weiter entferntere Laubfrösche, dann erst zum
    Höhepunkt die Nahaufnahmen zeigen und mit der größten langsam abblendend aufhören. Man hätte
    auch gerne mal eine Wasserspiegelungen einblenden können, auch mal eine Übersichtsaufnahme aus der
    Landschaft. Einfach abwechslungsreicher das Video gestalten, nicht nur eine langweilige Aneinanderreihung
    von Ansitzaufnahmen präsentieren. Die Motive mit dem Laubfrosch haben das nicht verdient. Insgesamt
    sollte das Video kürzer gemacht werden, keine Zitterszenen!

    Musik viel leiser stellen, Die Sprecherin spricht viel zu lange und zu oft, weniger ist mehr, Geräusche aus der
    Natur einmischen auch mal die Stille in der Umgebung. Das Video-Ende kommt zu abrupt.
    Die Farbtemperatur kommt mir zu synthetisch leblos künstlich vor. Vielleicht mal mit ein paar LUTS
    ein größeres Farbenspektrum schaffen. Was stört ist das kurze hochfahren der Hintergrundmusik zwischen
    den Sprachsätzen der Sprecherin.


    Ansonsten siehe auch die konstruktive Kritik in #2.


    Im TV sieht man viele gute Natur-Dokus als Vorlagen.

  • Vielen Dank für eure Kommentare, ich werde mir alles nochmals genau anschauen und wenn möglich, korrigieren.

    Ein Problem bei diesem Video war für mich, dass die Laubfrösche wirklich nur still dasitzen und sich kaum bewegen. Daher fielen Actionaufnahmen von vornherein aus.


    Auch Naturgeräusche für den Hintergrund kann ich kaum bieten, denn dort war es zu dieser Jahreszeit immer sehr ruhig. Man hätte also nichts oder kaum etwas gehört.


    Da ich den Text ohnehin schon stark gekürzt habe, wollte ich ihn nicht noch mehr kürzen, denn was gesagt wird sollte auch hinein. Weniger wäre meiner Meinung nach nicht mehr gewesen. Aber länger sollte das Video auch nicht werden, daher wirkt es vielleicht ein wenig komprimiert.


    Zitterscenen, wie Bruno geschrieben hat, gibt es nur bei den Schwenks, und das Zittern habe ich mit Resolve nicht wegbekommen.

    Gleiches gilt für die automatische Anpassung der Lautstärke der Musik, hier muss ich wohl nochmals händisch eingreifen.


    Übersichtsaufnahmen, wie Bruno sie gefordert hat, waren einigen im Video, noch wäre wären mir zu viel gewesen.


    In meinem ersten Video wurde hier im Forum kritisiert, dass ich nicht gleich zu Beginn mit Aufnahmen der Laubfröschen angefangen habe, nun habe ich das gemacht und es wird schon wieder kritisiert. So vielseitig kann Kritik sein.

  • Schau Dir auch mal die Farben auf den Blättern genauer an, z.. bei 1:28,

    die stimme dort überhaupt nicht...

  • Ich vergaß leider zu erwähnen, dass es sich um ein HDR Video handelt.

    Von daher kann es auf den unterschiedlichen Wiedergabegeräten durchaus zu Farbverschiebungen kommen, gerade bei SDR Wiedergabe.

    Die bisherigen Rückmeldungen haben mir aber sehr weitergeholfen, damit werden ich alles noch einmal überarbeiten

    Vielen Dank nochmals.

  • Ich habe die HDR-Datei runtergeladen siehe hier:


    Laubfrosch.mkv_snapshot_01.29.jpg (3840×2160)


    Jpeg in Q= 70%

  • Der Film ist interessant, gut gefilmt, Naturliebhaber werden ihn sich vermutlich bis zum Ende ansehen.


    Auf ein paar technische Nickeligkeiten wurde schon hingewiesen.


    Für (künftige) Videos dieser Art würde ich an zwei Stellschrauben drehen:

    1. Spannungsbogen / Erzählstruktur
    2. Sprache (Voiceover)


    1 Spannungsbogen / Erzählstruktur

    Stärker den Gegensatz zwischen den schönen Fröschen und deren gefährdeten Existenz herausarbeiten.

    • Emotionaler Einstieg: Mit einer lebendigen Szene beginne, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer fesselt. Zum Beispiel eine Nahaufnahme eines Frosches, der sich in der Sonne wärmt. (Aufnahmen sind da)
    • Konflikt und Lösung: Recht schnell den Konflikt zwischen dem Lebensraum, den die Frösche brauchen, und dessen Bedrohung zeigen.
      • Dieser Haken (Hook), der den Zuschauer nicht los lässt kommt im Video zu spät. Solch ein Gegensatz macht den Zuschauer neugierig und treibt die Geschichte voran, deshalb ganz am Anfang einführen.
    • Am Ende sollte, wie klein auch immer, ein Aufruf zum Handeln stehen. Vielleicht eine kleine Erklärung, wie sich sich am Froschtümpel am besten verhält. Der Zuschauer sollte mit dem Gefühl aus dem Film gehe: "Ach, interessant, wusste ich nicht, da werde ich mal drauf achten"


    2 Sprache


    Die Formulierungen und Wörter des Voiceover Textes sind relativ distanziert, allgemein und wecken beim Zuschauer kaum Gefühle. Auch so eine Dokumentation muss ihn packen, Gefühle wecken, sonst kann er ein Lexikon lesen.


    Ich habe drei Textteile herausgenommen und jeweils zwei Alternativen drunter gestellt. Die 1. Variant is nüchterner, die 2. blumiger.


    ACHTUNG: Man muss nicht so formulieren, es geht drum, eine Spannbreite zu zeigen.


    TEXT 1:

    Original: "Es ist Spätsommer geworden im Osnabrücker Land. Wie die meisten Tiere unserer Breiten haben auch die Laubfrösche ihr Fortpflanzung abgeschlossen und können nun entspannter die letzten warmen Wochen des Jahres angehen."


    1. Variante:

    "Der Spätsommer legt sich über das Osnabrücker Land. Die Laubfrösche haben ihre anstrengende Paarungszeit hinter sich. Jetzt können sie die letzten warmen Tage genießen – ein Moment der Ruhe, bevor der Herbst beginnt."


    2. Variante:

    "Der Spätsommer zaubert goldenes Licht über das Osnabrücker Land. Nach einem aufregenden Frühling voller Liebesgesänge und Nachwuchs können unsere grünen Freunde, die Laubfrösche, endlich durchatmen. Jetzt genießen sie die letzten kostbaren Sonnentage des Jahres in vollen Zügen."



    TEXT 2

    Original: "Laubfrösche bevorzugen Lebensräume inmitten einer reich strukturierten Landschaft mit vielen sonnenexponierten Kleingewässern Gebüschen und Hecken."


    1. Variante:

    "Laubfrösche fühlen sich in lebendigen, vielfältigen Landschaften wohl – mit sonnigen kleinen Gewässern, umgeben von dichten Büschen und schützenden Hecken. Hier finden sie alles, was sie brauchen, um zu leben und zu überleben."


    2. Variante

    "Was das Herz eines Laubfrosches höher schlagen lässt? Ein wahres Naturparadies aus glitzernden Wassertümpeln, die sich in der Sonne wärmen, umgeben von einem Labyrinth aus schützenden Büschen und verwunschenen Hecken. Hier fühlen sich diese faszinierenden Kletterkünstler zuhause."


    TEXT 3

    Original: "Aber auch das weitere Umfeld dieser Tümpel sollte den Anforderungen der Laubfrösche entsprechen und strauchreiche Flächen geschaffen werden. Hier eignen sich besonders Hecken mit Brombeersträuchern, da sich in diesen die Frösche besonders wohl und sicher."


    1. Variante

    "Doch damit Laubfrösche wirklich sicher sind, brauchen sie mehr als nur die Tümpel. Das Umfeld muss passen: Strauchreiche Flächen und Hecken, besonders mit Brombeeren, bieten ihnen Rückzugsorte, Schutz und ein Gefühl von Geborgenheit."


    2. Variante

    "Doch damit diese Amphibien überleben können, brauchen sie mehr als nur Tümpel. Sie sehnen sich nach einem grünen Dschungel aus Sträuchern und Hecken. Besonders die dornigen Ranken der Brombeeren sind ihr heimliches Versteck - hier finden sie Schutz, Geborgenheit und ihr kleines Stück vom Paradies."


    Beste Grüße, Uli



  • Wobei "1 Spannungsbogen / Erzählstruktur" (klick) am wichtigsten ist.


    Wenn du beim Zuschauer nicht in den ersten fünf Sekunden Interesse weckst, dann hilft dir auch die tollste Voiceover-Stimme nichts, die hört er garnicht mehr. Er hat schon weiter gezippt.


    Zu Spannungsbogen / Konflikt


    Viele sind davon genervt. "Konflikt? Das ist doch aufgebauscht. Die Frösche sitzen halt, soll'n die sich kloppen?"


    Konflikt und Spannungsbogen bedeutet:

    1. Am Anfang zeigt man eine Frage. Diese Unklarheit erzeugt beim Zuschauer Neugier. Er will wissen, wie geht es aus?
      1. Diese Frage oder Unklarheit nicht mit großen Konflikten verwechseln! Das kann eine Kleinigkeit sein. Sie muss nur eine Bedingung erfüllen: Der Zuschauer muss sich unbewusst fragen: Wie geht es weiter?
        1. In deinem Film wäre es das kleine Gegensatzpaar: Schöne Frösche - immer weniger Lebensraum.
        2. Du hast zu sowohl gute Froschbilder, wie auch Aufnahmen die eine nicht so tolle Landschaft zeigen.
        3. Wenn du per Voiceover das Gegensatzpaar zum Thema machst, wird das Video etwas spannender. Du kommst damit auch über den unschönen Fakt hinweg, dass deine Frösche nur dösend auf Zweigen sitzen.
      2. Das Video funktioniert auch, wenn man die Bilder aneinander reiht. Dann werden aber nur Naturliebhaber reinschauen und recht schnell weiter zippen. Motto: Einen grünen Frosch gesehen, alle grünen Frösche gesehen. Um mehr ginge es dann ja (leider) nicht.
    2. Dieses Problem, dass mein Film nur ein netter Bilderbogen ist, kenne ich aus meinen Reisebildern. Ich habe hier Tonnen an Aufnahmen. Alle ganz nett, aber viele andere haben vom selben Ort noch bessere Einstellungen.
      1. Spiel ich die einfach chronologisch ab - "zuerst war ich hier, dann dort" - wird schnell weiter gezippt. Denn, irgendwo hat man das alles schon gesehen.
        1. Deshalb mache ich oft ganz kurze Videos, die einfach einen Ort oder Landschaft zeigen. Wer überlegt, da hinzufahren, wird sich's vielleicht ansehen.
      2. Soll ein Video mehr Eindruck machen, muss man sich leider vorher überlegen, was man sagen will. Man muss nachsehen, was ist spannend, wo sind interessante Gegensätze.
        1. Ja, das macht Arbeit :)

    Beste Grüße, Uli

  • Der Kommentar wird gesprochen wie in einem Bericht über einen Verkehrsunfall und harmoniert nicht mit den Bildern.

    Über Kopfhörer ist das Pumpen der Musik bei Sprachein- und Ausblendung nicht optimal.

    Genau das ist mir auch aufgefallen. Die Sprecherin leiert ihren Text herunter, die Musik klimpert so vor sich hin. Das macht das Zusehen etwas ... mühsam.

  • Auch Naturgeräusche für den Hintergrund kann ich kaum bieten, denn dort war es zu dieser Jahreszeit immer sehr ruhig.

    Ich haben dafür früher das kostenlose "Atmosphere Lite" eingesetzt.
    Dann habe ich noch einige CDs mit Naturgeräuschen für die Nachvertonung.


    Der kennt das auch noch:

    ComWeb.de Atmosphere Lite - Die Natur- und Tierwelt nach Hause holen! - ComWeb.de

  • Ich habe mal das Video leicht überarbeitet (dank eurer Hinweise).

    Falls noch jemand grobe Fehler entdeckt, bitte mir mitteilen.

    Ansonsten werde ich das obere Video bals löschen und dieses auf YouTube für alle freigeben.

    (4k und HDR Bearbeitung kann noch etwas dauern, ich weiß nicht, wie schnell YouTube da ist.)


  • Das hört sich besser an.


    Um eine gestelzte Sprache zu vermeiden, frage ich mich: Würdest ich mit diesem Worten einem Freund am Kaffeetisch was über Laubfrösche erzählen? Wenn nicht, umschreiben.


    Thematisch geht es

    • bei der Eröffnung des Filmes um die Ruhe der Frösche, die sie nach der anstrengenden Paarungszeit benötigen.
    • Dann um die Frage, ob sie sich oben auf den Gräsern nur sonnen, oder höher fliegende Insekten fangen? Diese Frage ist eher für Spezialisten spannend.

    Alternative: Ich würde mit den schönsten Froschbildern aufmachen und dann fragen, warum der Laubfrosch auf die rote Liste der bedrohten Tiere in Deutschland gesprungen ist? Hat mich selbst überrascht.


    Idee Voiceover dazu:

    Im Osnabrücker Land ist der Laubfrosch eine beeindruckende Erscheinung. Versteckt in Teichen und Büschen bringen sie mit ihren unterschiedlichen Grüntönen einen weiteren Farbtupfer in die Landschaft.


    Doch trotz seiner Schönheit landete der Grüne Laubfrosch auf der Roten Liste der bedrohten Arten in Deutschland. Wie konnte das passieren?


    Zu den wichtigsten Faktoren gehören der Verlust von Lebensräumen durch die Landwirtschaft und die Ausdehnung der Städte, die Wasserverschmutzung durch Pestizide und die Auswirkungen usw. ..."


    Das ist nur ein schneller Vorschlag für den Einstieg, der aber eine größer Fallhöhe hat. Ist aber nicht ausgearbeitet.



    Du hast eine kleine Text-Bild-Schere (klick). "... die jungen Laubfrösche ... neben Alttieren sitzen sehen kann." Man sieht sie aber nicht nebeneinander sitzen. Entsprechend umformulieren,



    Technischer Kram:


    - Du hast Farb- und Kontrastsprünge von Aufnahme zu Aufnahme. Beim Ton wäre es so, als ob sich die Lautstärke schlagaartig ändert, das stört.

    00:51, 00:57, 01:21, 01:29, o1:51, gibt noch mehr.


    - In einigen Einstellungen fallen die Farben aus dem "Rahmen" der anderen Bilder: Beispiele: 01:24, 01:26, . Korrigieren, rausnehmen?


    - Ich weiß nicht, ob es an der Youtube-Kompression liegt, einige der hellen Reflektionslichter, vor allem auf den Körpern der Frösche, sehen überbelichtet aus.


    Beste Grüße, Uli

  • Danke für deinen Kommentar. Das Anpassen der Farbe gestaltet sich äußerst schwierig, da die Aufnahmen unter den verschiedensten Bedingungen gemacht wurden. Von daher werde ich das so lassen.