Eine Welle von hochkant Videos

  • Vor kurzem schütteten Freunde und Bekannte hunderte von Videoclips auf meine Festplatte, ich möge daraus ein Video schneiden. Bei Durchsicht des Materials stellte ich entsetzt fest: 85 % sind HOCHKANT. Wie bitte?!


    Doch bei der Durchsicht der Aufnahmen stellte ich überrascht fest: Hm, Hochkant-Videos können was haben. Bisweilen sogar eine ansprechende Ästhetik – hmmm....


    Warum schmeiße ich diese Zumutung nicht hochkant von der Festplatte? Erste Überlegungen:


    Inhaltliche Aspekte:

    • Authentizität: Vertikale Videos wirken oft persönlicher und unmittelbarer, da sie dem natürlichen Halten des Smartphones entsprechen.
    • Fokussierung: Der begrenzte Bildausschnitt lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf das Wesentliche.
    • Plattformgerecht: Soziale Medien wie Instagram und TikTok bevorzugen vertikale Formate, wodurch Inhalte besser zur Geltung kommen.

    Ästhetische Aspekte:

    • Neue Perspektiven: Das Hochformat eröffnet kreative Möglichkeiten für Bildkompositionen und Erzählweisen.
    • Intimität: Porträts und Nahaufnahmen wirken im vertikalen Format intensiver und näher am Zuschauer.
    • Trendbewusstsein: Die zunehmende Akzeptanz vertikaler Videos spiegelt aktuelle Entwicklungen in der Mediennutzung wider.

    Nüchterne Zahlen

    • Mobile Nutzung: 80 % des Social-Media-Traffics stammen von mobilen Geräten. 


    • Abschlussrate: Vertikale Videos weisen eine um 90 % höhere Abschlussrate auf als horizontale. 

    • Nutzerverhalten: Nur 13 % der Nutzer drehen ihr Gerät für Videos ins Querformat. 


    • Engagement: Vertikale Videos auf Facebook erzielen 28,5 % mehr Reaktionen als horizontale. 


    Starke Kritikpunkte

    • Für längere szenische Filme (bisher) nicht geeignet
    • eingeschränkte Darstellung von Landschaften
    • eingeschränkte Darstellung Action-Szenen.

    Fakt ist, hochkant setzt sich durch. Die spannende Frage ist, entwickelt sich damit auch ein andere, z. B. direktere Erzählweise? Eine eigene Ästhetik?


    So hat der Drehbuchautor und Regisseur Damien Chazelle ("Whiplash", "LaLa Land") seinem Kurzfilm "The Stunt Double" in hochkant gedreht, um die Möglichkeiten des Formats auszuloten: "A Master Class in Framing Shots for Vertical Video" (Premiumbeat - klick)


    Bitte in der Diskussion nicht lediglich erklären, dass man nie und nimmer hochkant drehen werde, weil das der Untergang des Abendlandes, der Welt und des Forums wäre.


    Quellen für die Statistiken kann ich bei Interesse gerne nachreichen.


    Beste Grüße, Uli

  • Ja, hochkant neben horizontalen Videos ist überhaupt nicht schlecht. Die vertikalen Videos dürfen aber nicht zu lang sein. Deswegen sind sie interessant, wegen der Kürze. Ich habe schon voriges Jahr im Urlaub einige Shorts gemacht und auf YouTube veröffentlicht. Die dürfen nicht länger als eine Minute sein. Beim Hochladen kann man sich direkt von YouTube die passende Musik raussuchen, die sonst urheberrechtlich geschützt ist. Ich weiß, dass viele hier im Forum davon nichts wissen wollen. Ich betrachte das aber als Ergänzung. Mir gefällt das. Das beste daran ist, dass ich beim iPhone die Shorts mit iMovie bearbeiten kann. Ein kleiner Tipp : Vor dem Importieren in iMovie müssen die Clips vorher von vertikal auf horizontal gedreht werden. Und nach der Bearbeitung wieder auf vertikal gedreht werden. Das gilt aber nur fürs iPhone.

    Hier ein kleiner Short von mir:

    https://youtube.com/shorts/Wll6KlVylCk?si=zFPhSuXTSxbh5xMW
    VG

  • Hochkant-Videos sind halt inzwischen dank der Verwendung von Smartphones als Wiedergabegeräte nicht mehr wegzudenken.


    Dagegen komplett verschließen und in eine komplette Verweigerungshaltung verfallen ist auch nicht gerade sinnvoll, mögen oder gar selbst aufnehmen muss man das ja nicht....


    Wobei ich zugeben muss das Hochkant auch Vorteile haben kann, gerade wenn man quasi "Video-Selfies" von sich selbst macht und diese per Social Media verschickt und das Zielgerät dann ebenfalls ein Smartphone ist.


    Das habe ich auch schon gemacht, bspw. um Geburtstagsglückwünsche zu übermitteln. Selbst gesprochen ist halt schöner wie nur Text und wenn man dann selbst zu sehen ist wird das ganze nochmals "runder" - und da ist Hochkant eben einfach praktisch.


    Dieses Video zu dem Thema dürfte denke ich ja bekannt sein (Youtube)....

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

  • Es kommt ja auf das Ziel an. Für Smartphone Nutzer ist das Hochformat auch für das Handling angenehmer. So ist Aufnahme und Betrachtung die gleiche Handhaltung. (Bei einem Gruppenfoto sagte ich einem Menschen: hier bietet ich doch das Querformat an - Nein war der Widerspruch, das Bild ist viel zu klein - weil es wurde das Smartphone eben im Hochformat gehalten.

    Nun habe ich gerade einen Film erstellt für meine Enkeltochter - zum 10. Geburtstag. Dafür habe ich auch Aufnahmen "gesammelt".

    Da waren die ersten Jahre noch "normal" sprich Querformat. Dann aber schlug WhatsApp als Medium der Bilder/Video Übermittlung zu - und dazu noch das Hochformat. Das ist dann innerhalb eines Filmes im Querformat zumindest lästig.

    Wie man das verarbeiten kann, habe ich in einem kleinen Tutorial aufgelistet.

    Da ich eher nicht für TikTok oder Instagramm was mache, muss ich damit leben. Ich fürchte aber schon, das meine Enkelkinder in 20 Jahren eher weniges an Foto/Videomaterial haben da vieles in der Cloud verschwindet.

  • Schon 15 Jahre lang lasse ich Hochformat-Motive in das 16:9 TV-Videoformat einblenden, einfliegen etc:

    DS9-Portrait.gif


    EDIUS-Collage.jpg


    E-Collage.jpg


    Für mich ist das also nichts Neues...
    Viele Motive drängen sich geradezu direkt auf im Hochformat aufgenommen zu werden.


    Bei der Präsentation kann man sich kreativ "austoben". :teufel:

  • Ich kann mit den Hochkant Videos nichts anfangen. Können gerne wieder abgeschafft werden.

  • Authentizität: Vertikale Videos wirken oft persönlicher und unmittelbarer, da sie dem natürlichen Halten des Smartphones entsprechen.
    Fokussierung: Der begrenzte Bildausschnitt lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf das Wesentliche.

    Das sind die Punkte, die mich ein Stück überzeugt haben, sehe ich auch in dem ganzen Material, das bei mir gelandet ist.


    wabu Schönes Tutorial. Zunächst habe ich es ähnlich wie du in Davinci Resolve gemacht. Dann kamen hochkant Videos mit unterschiedlichen Seitenverhältnissen rein und ich war von der Handarbeit genervt.


    MotionVFX bietet für Apple Nutzer ein kostenloses Plugin für Davinci Resolve und Final Cut Pro an. Oben auf der Seite wird in einem Film gezeigt, was es macht. Darunter sind zwei Tutorials für die beiden Programme. Das Plugin hat umfangreiche Einstellmöglichkeiten.


    mVertical (klick)


    Beste Grüße, Uli

  • Es ist auch die Frage, ob man wirklich nur das Video hochkant ausgeschnitten aufnimmt oder mit schwarzen Rändern, so das es eigentlich wieder ein Querformat ist?


    Manche Player kommen nämlich mit der Hochformaten überhaupt nicht zurecht. Da funktioniert dann nur das Querformat mit schwarzen Rändern. Genauso ist das mit den CoDecs. Manche können nur bestimmte Dimensionen.

  • Für die Videoclips, die ich mache, verwende ich gern das Hochkantformat, weil sich das für die Tanzanimation einer einzelnen Figur durchaus anbietet. Außerdem haben Shorts bei YT in meiner Erfahrung mehr Views (hatte Uli ja schon erwähnt).


    Für mehr "filmische" Clips am TV bevorzuge ich aber immer noch Widescreen. Wenn ich sowohl Widescreen als auch Hochkant haben will, muss ich meine Animationen wegen des anderen Bildauschnitts und der Brennweiten neu rendern lassen (im 3D-Programm, nicht nur in DVRS).

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.

  • Es ist auch die Frage, ob man wirklich nur das Video hochkant ausgeschnitten aufnimmt oder mit schwarzen Rändern, so das es eigentlich wieder ein Querformat ist?


    Manche Player kommen nämlich mit der Hochformaten überhaupt nicht zurecht. Da funktioniert dann nur das Querformat mit schwarzen Rändern.

    Damit die Player das Hochkant-Format erkennen, müssen schon die Master-Settings im NLE auf hochkant eingestellt werden. Dann sollte jeder vernünftige Player ein Hochkant-Video auch hochkant abspielen.


    Ändert man beim editieren ein Breitwand-Video nachträglich, indem man seitlich cropt, dann bleibt es ein Breitwand-Video, das rechts und links schwarze Ränder hat. Jeder Player wird es so abspielen. Er erkennt ja nicht, dass es eigentlich ein Hochkant-Video sein soll.


    Zu dem Codec-Problem kann ich nichts sagen.


    Beste Grüße, Uli

  • Hi,


    es ist doch genau wie in der Fotografie.


    Bestimmte Motive eignen sich halt besser für eine Hochkantaufnahme.

    Dazu gehören nicht nur Kirchtürme, sondern z.B. auch Personen, ganz einfach weil die halt "mehr hoch, als breit" sind. Bei einem Landschaftspanorama wird wohl hingegen kaum jemand das Hochkantformat bevorzugen.

    Und auch der natürliche menschliche Wahrnehmungsbereich geht halt mehr in die Breite, als in die Höhe. Denn über Jahrtausende kamen Gefahren eher von seitlich, denn von oben. Daher kommen ja auch die div. Breitbildformate, wie sie bei Spielfilmen üblich sind.


    Wieso also jetzt plötzlich Hochkantvideos?

    Neben der ja eingeübten "Telefonhaltung" bei den heute häufig verwendeten Smartphones, spielt dann eben auch eine Rolle, dass oft agierende Personen das "Ziel" sind. Insoweit konzentriert sich eine Hochkantaufnahme auch mehr auf die Person und zeigt keine unnützen Bereiche.

    Und diese Aufnahmen werden ja dann meist auch nur auf anderen Mobilgeräten betrachtet, ohne jetzt einen intensiveren Schnitt unterzogen zu werden. Hier stört also auch das Hochkantformat nicht.


    Insoweit erklärt sich für mich auch, warum es immer häufiger Hochkantvideos gibt.



    Die heimischen TV-Geräte sind aber halt normalerweise im Querformat aufgestellt, auch wenn es wohl inzwischen "drehbar" gelagerte Modelle gibt, die sich dann (ähnlich wie ja auch Monitore) auf Hochkant umschalten. Und auch die Kinos sind sogar eher für "Breitwand", als Hochkant ausgelegt.

    Auf diesen Wiedergabemedien macht also ein Hochkantvideo eher weniger Sinn, da zuviel der vorhandenen Fläche verschenkt wird.


    Ich würde es daher davon abhängig machen,

    1. was eignet sich besser für den beabsichtigten Zweck (und das sollte auch das Hauptargument sein);
    2. wo (auf welchen Geräten) soll der Film dargestellt werden.




    Ungünstig fände ich einen stetigen Formatwechsel innerhalb eines Films.

    Deshalb sollte man sich für das Projekt von vornherein auf ein Format festlegen und dabei bleiben.


    Es kann aber durchaus auch interessant sein aus "dramatischen Gründen" einzelne abweichende Aufnahmen unterzumischen. Beispiele gibt es selbst in diversen Spielfilmen, bei denen Szenen(aussschnitte) in anderen Formaten verwendet werden, z.B. wenn Personen miteinander "telofonieren". Und Brunos Screenshots zeigen sowas ja auch sehr gut.


    "Erlaubt" ist also alles. Wichtige in meinen Augen ist halt nur:


    Man muss wissen was man tut und warum.



    Nur irgendwie sinnlos etwas nachmachen, weil es grade "schick" ist, finde ich halt nicht so gut.



    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Man muss wissen was man tut und warum.

    Nun, das gilt für jede Tätigkeit.


    Genauer will (zumindest) ich wissen, ergeben sich wirklich neue kreativen Möglichkeiten fürs Filmen? Nach den Befragungen und meiner eigenen Beobachtung nach, ein vorsichtiges Ja.


    Zu "Insoweit konzentriert sich eine Hochkantaufnahme auch mehr auf die Person und zeigt keine unnützen Bereiche."


    Wenn im Breitbandformat "unnütze Bereiche", z. B. ein Mülltonne neben der Person zu sehen sind, hat man einen unsinnigen Bildausschnitt gewählt. Die "unnützigen Bereiche" sollen im Film / Foto ja den Zusammenhang, den Kontext einer Person zu ihrer Umwelt herstellen.


    Mich interessiert ob wir, grob gesagt, hochkant mehr authentische, persönlichere und unmittelbarere Aufnahmen (siehe oben) bekommen. Kurz: Geht da Neues und mehr?


    Beste Grüße, Uli

  • Das schlechteste was man mit Hochformat-Motiven machen kann,
    ist dieses Motiv in ein 16:9 TV-Querformat genau in die Mitte
    zu stellen mit schwarzen Rändern links und rechts.

  • Bei Projektoren mit LED ist wohl kaum eine "Drehfunktion", um das Hochformat darzustellen, da die LED-Matrix nun mal eine bestimmte Lage hat, entweder senkrecht oder horizontal.

    Wo ich mir aber vorstellen kann, dass es egal wäre, ob senkrecht oder horizontal, das wäre ein Laserprojektor. Der kann ja sein Bild mit den Spiegeln in Dimensionen werfen, wie er möchte. Es kann aber auch sein, dass Hochformate überhaupt noch nicht für Laserprojektoren vorgesehen sind und damit auch noch nicht nutzbar sind. Von der Machbarkeit her sollte es aber kein Problem sein.

  • Wenn im Breitbandformat "unnütze Bereiche", z. B. ein Mülltonne neben der Person zu sehen sind, hat man einen unsinnigen Bildausschnitt gewählt. Die "unnützigen Bereiche" sollen im Film / Foto ja den Zusammenhang, den Kontext einer Person zu ihrer Umwelt herstellen.


    Mich interessiert ob wir, grob gesagt, hochkant mehr authentische, persönlichere und unmittelbarere Aufnahmen (siehe oben) bekommen. Kurz: Geht da Neues und mehr?

    Dann hast Du mich nicht verstanden…


    Genau darum geht es doch.

    So wie bei einem Foto erhält man bei Hochkant einen völlig andern Bildausschnitt.

    Z.B. ist es damit möglich eine stehende Person in voller Größe abzubilden, ohne dabei auch die bei einem Querformat nunmal (sinnvoll oder nicht) seitlichen vorhandenen Bereiche ausfüllen zu müssen.

    In einem Hochkantbild ist die Person in dem Fall präsenter.


    In der Fotografie wird ja deshalb auch je nach Motiv mit ganz unterschiedlichen Bildformaten gearbeitet. Neben unterschiedlichen Seitenverhältnissen kann das durchaus auch quadratisch, oder oval sein. Und ich kenne sogar Fotografien, die auf eine unregelmäßige Fläche belichtet wurden.


    Ziel ist es ja dabei eben ein authentischeres, persönlicheres, unmittelbareres, oder einfach gesagt interessanteres Bild zu schaffen.
    Das ist also in der Fotografie ein sehr oft und stark genutztes gestalterisches Mittel.



    Film und Fotografie sind ja eng verwandt.

    Warum sollte das also nicht auch im Film funktionieren?


    Nur muss man damit halt auch umzugehen verstehen. Insoweit sind Leute, die eher von der Fotografie her kommen, oder sich zumindest mit dieser intensiver beschäftigt haben sicherlich im Vorteil.


    Nur zäumst Du das Pferd m.E. von hinten auf. Nämlich, was kann ich mit dem Format sinnvoll gestalten, statt wie gestalte ich das Bild sinnvoll um die von mir gewünschte Aussage zu erhalten.


    Das ist es auch was ich mit dem Wann und Warum meinte.


    Ich hatte ja auch schon mal in anderem Zusammenhang geschrieben, dass irgendwelche theoretischen gestalterischen oder künstlerischen Diskussion ohne einen korrekten Bezug aus meiner Sicht keinen Sinn machen. Da gibt es eben auch keine allgemeinen Richtlinien.

    Man kann (m.E.) eben nur anhand eines konkreten Beispiels, also eines genauen angestrebten Ziels, Ideen entwickeln, wie dieses am deutlichsten dargestellt werden kann.

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • In #5 habe ich drei Bilder gezeigt.
    Im mittleren Bild habe ich z.B. mit übereinander gelegten Videospuren
    die drei Motive hintereinander eingeblendet, Das erste Motiv steht dort
    am längsten. Für den Betrachter ist das nicht langweilig weil er dem
    Bildaufbau folgen kann von links nach rechts und noch Zeit bekommt
    zum ersten Motiv zu schauen. Der Betrachter wird sozusagen an der
    Hand geführt in dieser Szene.

  • Ich hatte ja auch schon mal in anderem Zusammenhang geschrieben, dass irgendwelche theoretischen gestalterischen oder künstlerischen Diskussion ohne einen korrekten Bezug aus meiner Sicht keinen Sinn machen.

    Nun, zumindest ich habe den Bezug zur Praxis. Auf meiner Timeline liegen hunderte von Clips, die meist hochkant aber auch quer von etwa zehn Filmern aufgenommen wurden.


    Die relativ spontan aufgenommenen Clips zeigen, dass ganz ohne Theorie, die Filmer deutlich näher am Geschehen, authentischer aufnehmen, als vieles, was ich bei mir und anderen ambitionierten Amateuren sehe.


    Deshalb zäume ich das Pferd von dieser Praxis her auf und überlege, was können wir da mitnehmen?


    Beste Grüße, Uli

  • Der Betrachter wird sozusagen an der Hand geführt in dieser Szene.

    Genau darum geht es auch.

    Und deshalb sind Deine Beispiele ja auch sehr anschaulich.


    Bei Dir sind jetzt dazu eben mehrere hochkantige Aufnahmen in einem Querformat eingepasst.

    Aber grundsätzlich würde das dann - in veränderter Form - auch auf ein generell hochkant gehaltenes Video zutreffen.


    Betrachtet wir z.B. das Bild in der letzten Reihe ganz rechts, das mit dem Kirchturm.

    Durch das gewählte Format wird der Zuschauer auf den Turm als das wichtigstes Bildelement gelenkt, die Aufmerksamkeit also sofort darauf konzentriert.

    In einem querformatigen Bild würde der Turm bei gleicher Perspektive nicht so deutlich herausstechen, würde im Bild vermutlich eher untergehen. Anders ließe sich aber der Turm nicht in einem Bild in seiner vollen Höhe darstellen.


    Ich weiß, das klingt jetzt banal und jeder wird sagen, ja das weiß ich selbst und ist das nunmal so.

    Aber genau darum geht es doch, diese Zusammenhänge zu verstehen und damit "arbeiten" zu können.


    Und das hat eigentlich noch nicht einmal mit hoch oder quer zu tun, sondern ist halt die Grundlage jeder Bildgestaltung.



    Gruß

    Peter



    Die relativ spontan aufgenommenen Clips zeigen, dass ganz ohne Theorie, die Filmer deutlich näher am Geschehen, authentischer aufnehmen, als vieles, was ich bei mir und anderen ambitionierten Amateuren sehe.

    Ja,


    weil - wie schon gesagt - eine einzelne Person eben mehr "hoch als breit" ist.Und meist ist da bei solchen Aufnahmen je irgendwie eine Person ein bildwichtiger Teil. Schau Dir doch einfach mal Portraits an, egal ob Foto oder gemalt. Die sind überwiegen "hochkant".


    Ich wette, wenn es unter den Aufnahmen ein Panorama z.B. einer kargen Wüstenlandschaft gäbe, bei der eben nur die Landschaft selbst abgebildet wäre, würdest Du diese im Vergleich zu einer (vielleicht sogar Superbreitbild) Aufnahme nicht als interessanter, oder näher am Geschehen empfinden.


    Wie gesagt, ich halte es für ein gestalteerisches Mittel, dass man auch einsetzen kann.

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Aber grundsätzlich würde das dann - in veränderter Form - auch auf ein generell hochkant gehaltenes Video zutreffen.

    Genauso ist es. :yes:
    Ich finde das Smartphone liefert uns - vor allem mit der neuesten Technik - erweiterte
    Gestaltungsmöglichkeiten als Videofilmer. Im Inneren der Kirche ist es ebenfalls sinnvoll
    Hochformat-Motive aufzunehmen, Wie viele von diesen Motiven mit welcher Animation
    man in ein 16:9 Video einbaut muss ein jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich finde das gut, ich kann das so auch bei HDR(HLG)- oder HDR(PQ) - Projekten so machen.

  • Hallo,

    ich habe auch gelegentlich mit Fremdmaterial zu tun was hochkant aufgenommen wurde. Da wir klasisch Quer in 16:9 streamen passt das erst mal nicht sooo gut rein. Aber man kann sich durchaus behelfen.

    Das schlechteste was man mit Hochformat-Motiven machen kann,
    ist dieses Motiv in ein 16:9 TV-Querformat genau in die Mitte
    zu stellen mit schwarzen Rändern links und rechts.

    Sehe ich durchaus auch so. Man kann z.B. den Hochkantclip mehmals kopieren und mit einem Weichzeichner-Filter versehen. Dann den Clip hinter dem Hauptclip immer so weit verschieben das es noch gut aussieht. Man muss die Hintergrundclips auch nicht zwingend bis ganz an den Rand raus ziehen. Dann evtl. noch einen leichten Schlagschatten anbringen um den HAuptclip ein wenig vom Hintergrung abzuheben.

    Hochkant_in_16-9.jpg

    Bei mir sieht das dann z.B. so aus. Wobei die schnörkelige Rostbraune Umrandung nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Mir hat es aber gefallen. ;)

    Grüßle, Steve