Eine Welle von hochkant Videos

  • Die relativ spontan aufgenommenen Clips zeigen, dass ganz ohne Theorie, die Filmer deutlich näher am Geschehen, authentischer aufnehmen, als vieles, was ich bei mir und anderen ambitionierten Amateuren sehe.


    Die Hochkant-Clips sind vermutlich alle mit dem Smartphone aufgenommen.


    Smartphones werden heute deutlich besser akzeptiert wie "richtige" Kameras. Sie sind allgegenwärtig und kein Fremdkörper. Daher sind damit deutlich intimere, nähere und authentische Aufnahmen möglich.


    Selbst wenn ein ambitionierter Amateur (welcher das eher distanzierte Filmen mit einer "richtigen" Kamera gewohnt ist mit dem Smartphone filmt wird er sein Verhalten nicht sofort total ändern, wird immer ein "Fremdkörpergefühl" beim filmen haben was ihn dann entsprechend handeln lässt.


    Könnte eine mögliche Erklärung sein....

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

  • weil - wie schon gesagt - eine einzelne Person eben mehr "hoch als breit" ist.Und meist ist da bei solchen Aufnahmen je irgendwie eine Person ein bildwichtiger Teil. Schau Dir doch einfach mal Portraits an, egal ob Foto oder gemalt. Die sind überwiegen "hochkant".

    Das geht völlig an meiner Frage vorbei.


    Die auf meiner Festplatte gelandeten Hochkant-Videos zeichnen sich nicht durch besonders gute Kompostionen aus. Sie sind so gut oder schlecht komponiert, wie Videos im Querformat.


    Wie ich es mehrfach hier beschrieben habe, zeichnen sie sich durch eine besondere Nähe und Spontanität aus. Ich habe immer das Gefühl, die Bilder sind authentischer, ich bin näher am Geschehen als klassisch gut komponierte Aufnahmen. So fand ich es auch in Artikeln über Hochkant-Videos beschrieben.


    Deshalb mein 1. Post mit der Beschreibung, was ich interessant finde. Ich hoffte, dass Forenmitglieder aus ihrer Praxis was dazu sagen können.


    Zumindes für den statistischen Teil haben sie ähnliches beobachtet, wie es die Zahlen hergeben.


    Inhaltlich ist das noch offen. Vielleicht sagt noch jemand was aus seiner "Hochkant-Praxis".


    Beste Grüße,Uli

  • Smartphones werden heute deutlich besser akzeptiert wie "richtige" Kameras. Sie sind allgegenwärtig und kein Fremdkörper. Daher sind damit deutlich intimere, nähere und authentische Aufnahmen möglich.


    Selbst wenn ein ambitionierter Amateur (welcher das eher distanzierte Filmen mit einer "richtigen" Kamera gewohnt ist mit dem Smartphone filmt wird er sein Verhalten nicht sofort total ändern, wird immer ein "Fremdkörpergefühl" beim filmen haben was ihn dann entsprechend handeln lässt.

    Ich denke auch, dass der Grund im psychologischen liegt. Wenn "das tödliche Auge der Kamera" mich nicht anstarrt, verhalte ich mich natürlicher.


    Nur, wie das als Filmer mit ner größeren Kamera und Mikro umsetzen?


    Ich habe vor Kurzem ein Hinter-den-Kulissen-Film eines Image-Branding-Filmers gesehen. Sein Kunde, ein 1000-Mann-Laden, hatte ökologische Produkte. Er schaffte es aber nicht, sein Konzept dem Kunden zu vermitteln.


    Als der Filmer merkte, dass auch die Angestellten des Unternehmens hinter ihrer Arbeit standen, stellte er sie in den Mittelpunkt des Filmes. Meist geht das völlig schief, weil gutwillige aber überforderte Menschen völlig Unglaubhaftes von sich geben.


    In dem Fall war das anders. Im Hinter-den-Kulissen-Film wurden sie gefragt, warum kommt ihr mit all euren Ecken und Kanten so glaubhaft rüber? Eine Frau brachte es auf den Punkt. "Wir haben mit den Filmern auf Augenhöhe gesprochen und gehandelt. Wir verstanden was die Filmleute wollten, und die was wir wollten."


    Da war nichts von Anbiederung und falscher Kameraderie zu spüren. In der Situation verschwindet das "tödliche Auge" und wird einfach ein Arbeitsmittel für ein Ziel.


    Konsequenz für mich?

    • Weg von dem überhöhten Ziel: Achtung, ich mach jetzt einen Film?
    • Besser sagen, ich will ein Problem besser verstehen und lösen helfen?
    • Vorher ruhig mit den Protagonisten über ein Ziel sprechen?
    • Fragen, wie sie das Problem sehen?
    • Ihre Ansichten erst nehmen und einbauen?

    Hm, ist nichts Neues, wird aber zu oft missachtet. Weitere Ideen?


    Beste Grüße, Uli

  • Wie ich es mehrfach hier beschrieben habe, zeichnen sie sich durch eine besondere Nähe und Spontanität aus. Ich habe immer das Gefühl, die Bilder sind authentischer, ich bin näher am Geschehen als klassisch gut komponierte Aufnahmen.

    Die Gründe liegen da einerseits , in dem was MacMedia schon zu Smartphones geschrieben hat, und andereseits bestimmt auch ganz einfach an der Brennweits der verwendeten Objektive. Diese sind beim Smartphone ja eher weitwinklig, also wird da auch (Selfie-Modus) eher nah herangegangen, was dann aber in gewisser Weise zu Verzerrungen führt.

    Diese Technik wurde auch schon immer in Spielfilmen für Szenen verwendet, die z.B. eine Person seht nah und präsent machen sollte.


    Eine gleiche Wirkung würdest Du also auch mit einer anderen Kamera und entsprechender Brennweite erzielen können (evtl. sogar im Querformat).

    Nur wer möchte schon gern eine größere Kamera mit dem Objektiv kurz vor seiner Nasenspitze.



    Die Spontanität entsteht halt auch aus der Bewegung der Kamera wärend der Aufnahme.

    Auch das lässt sich natürlich mit einem Smartphone recht einfach machen. Bei einer Kamera bräuchtest Du dafür einen Gimbal, der in dieser Hinsicht aber mehr Übung beim Umgang benötigt.



    Aus meiner Sicht sind das jetzt jedenfalls keine wirklich neuen Erkenntnisse, sondern eben eher bei der Fotografie verwendete Techniken. Diese Wirkungen fallen einem halt in den Videos nur mehr auf, da sie dort seltener, oder nicht genutzt wurden.


    Wie das dann in einen Film eingebracht werden kann, ist m.E. pauschal eben nicht zu sagen. "Alle Wege führen nach Rom" könnte da vielleicht passen. Hier kommt es dann die Umstände und eigene Kreativität an.

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Aus meiner Sicht sind das jetzt jedenfalls keine wirklich neuen Erkenntnisse, sondern eben eher bei der Fotografie verwendete Techniken. Diese Wirkungen fallen einem halt in den Videos nur mehr auf, da sie dort seltener, oder nicht genutzt wurden.

    Nein, wie ich schon oft geschrieben habe, erwarte auch ich keine wirklich neuen Erkenntnisse. Mir würden schon kleine Erfolge wie eine höhere Aufmerksamkeit reichen.


    Dass bei den Hochkant-Videos spannende Aufnahmen herauskommen, liegt in diesem Fall aus meiner Sicht nicht an Brennweite und Co. Eher wie in der Antwort an MacMedia geschrieben.


    Beste Grüße, Uli

  • Ich verstehe die Diskussion nicht so recht. Nimm das Material, schneide es, schau, was du aus dem vorliegenden Material heraus bekommst. Die ganze Theorie, was ein Hochkant Format theoretisch bringen könnte, wird dir nicht beantworten, was mit dem vorhandenen Material machbar ist.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Die ganze Theorie, was ein Hochkant Format theoretisch bringen könnte, wird dir nicht beantworten, was mit dem vorhandenen Material machbar ist.

    Herrgott, es ist doch keine Theorie.


    Auf meiner Timeline liegen ganz praktisch hunderte von Hochkant-Videos. Ich habe beschrieben, dass sie für mich in der Praxis rpt Praxis überraschend gut sind, "persönlicher", "authentischer", siehe oben.


    Ich habe danach nochmal geschrieben, dass ich darauf hoffte, dass diejenigen, die Hochkant-Videos aufnehmen und oder verarbeiten, was aus ihrer Praxis dazu sagen. Haben sie auch und zumindest die Statistischen Daten in etwa bestätigt. Die inhaltliche Debatte ist noch offen.


    Was ist da nicht zu verstehen?


    Beste Grüße, Uli

  • Tut mir leid, ich sehe hier keinerlei praxisbezogenen Ansatz. Wo soll den der liegen? Da wird schon im Eingangsposting über

    • inhaltliche Aspekte
    • ästhetische Aspekte
    • nüchterne Zahlen
    • starke Kritikpunkte

    gesprochen. Keinen einzigen dieser Punkte kannst du mit dem dir vorliegenden Material verändern. Freunde oder Bekannte haben dir das Material gegeben, die z.B. Inhalte im Ausgangsmaterial stehen damit fest. Keiner hier kann schauen, weil er das Material gar nicht hat, was man aus dem Material jetzt herausholen kann.


    Sorry, für mich ist das eine Diskussion die am eigentlichen Ziel - dem Schnitt von vorhandenen Material - einfach vorbei geht. Keine abstrakte Diskussion nimmt dir die Schnittarbeit vom vorhandenen Material ab. Was ist daran nicht zu verstehen?


    Schneide mal ein wenig, stell das hier rein, dann können dir die Leute hier schon eher dazu was Konkretes sagen. Das wäre mal mein Zugang.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Ich sehe es exakt genauso wie wolfgang .


    Hinzu kommt auch noch, daß ja nicht einmal klar ist, was Du denn mit Deinem Film überhaupt beabsichtigst. Sprich, was Dein Film überhaupt zeigen oder „ausdrücken“ soll.


    Das musst Du doch erstmal für Dich selbst entscheiden, und dann schauen, welche Aufnahmen dazu passen könnten.


    Wobei ich halt auch den Weg - „ich habe Material, was mache ich jetzt daraus?“ - auch insgesamt für recht unglücklich halte.

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Diese Plug-in für Resolve ist sehr simpel gestrickt nimmt das Motivbild, vergrößert es
    und es kann unscharf eingestellt werden. Ich animiere dieses Hochformat viel mehr.
    z,B, durch Bewegung und Rahmen mit Schatten also mit 3D-Effekt.

  • Meine Beobachtungen und Fragen dazu können die beantworten, die mit solchem Material arbeiten. Was ja auch geschehen ist.


    Beste Grüße, Uli

    Wie können andere deine Beobachtungen beantworten? Ist mir einfach unklar.


    Wie man mit so einem Material arbeitet, ist einfach - in der NLE die passenden Einstellungen vornehmen und schneiden.


    Ich würde das Material sichten, mir dazu überlegen was ich machen will, vor dem Hintergrund der Zielsetzung - und los geht der Schnitt. Aber das muss ja nicht dein Weg sein.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


    Grüne Kommentare sind aus der Admin-Funktion geschrieben
    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Hinzu kommt auch noch, daß ja nicht einmal klar ist, was Du denn mit Deinem Film überhaupt beabsichtigst. Sprich, was Dein Film überhaupt zeigen oder „ausdrücken“ soll.

    Diesen Film bekommt hier niemand zu sehen. Der ist für eine geschlossene Gruppe.


    Ich fand, wie beschrieben, dass Hochkant bisweilen eine interessante Nähe erzeugt. Das haben auch andere so gesehen und fragte hier in der Gruppe, ob das Hochkant-Filmer -Editeure auch so erleben oder sehen.


    Wenn wir filmische Fragen nur an konkreten Beispielen diskutieren wollen, dann fände ich das gut. Nur, dann würden hier 90 % der Beiträge wegfallen, weil hier kaum jemand was zeigt.


    Noch zu der Kritik von Peter und Wolfgang, dass ich immer zu allgemein, zu abstrakt bleibe.


    Ich habe mehr als 30 Videos hier hochgeladen - ganz praktisch, nicht theoretisch. Daran konnte und kann man sich konkret abarbeiten.


    Und wenn ihr euch meine bisherigen Filmbesprechungen anschaut, dann geht es dort um konkrete Kritiken mit vielen sehr ausführlichen praktischen Vorschlägen von mir.


    Ich habe diese Besprechungen in jüngerer Zeit zurückgefahren. Ich habe einmal andere Verpflichtungen. Zudem habe ich mit den Besprechungen am Nerv des Forum vorbeigeschrieben. Ausführliche inhaltliche Besprechungen sind hier kein Thema.


    Beste Grüße, Uli

  • Beiträge zu fehlerhafter Post nach OT verschoben

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Nicht nur für Hochformat-Aufnahmen:


    Workflow-Hochformat.jpg

  • Mein obige Workflow ist auch für die Produktion von HDR-Videos geeignet.

  • Hier kommt noch mehr der geschätzten "Theorie".


    Einige, die mit Hochkant-Material gearbeitet haben, bemerkten bisweilen eine größere Unmittelbarkeit in einigen Aufnahmen.


    Neben anderen wies MacMedia darauf hin, dass ein Smartphone eher akzeptiert wird, keine große Barriere zwischen Filmer und Gefilmten aufbaut, mehr Nähe schafft - (klick). Daher fallen die Aufnahmen auch natürlicher aus. Ein psychologisches Argument, das viel hat!


    Ich hatte dann überlegt, was ich daraus für meine Filmerei schließen könnte. (Bitte den verlinkten Beitrag lesen)


    (Uli): "Konsequenz für mich?

    • (...) Besser sagen, ich will ein Problem besser verstehen? (...)"


    Bisher gehe ich so vor:

    1. Ich informiere mich über das Thema, z. B. Temeschwar / Timisoara, Rumänien
    2. Fahre hin und versuche die Highlights und B-Roll vor die Linse zu kriegen
    3. Hoffe, dass ich in der Nachbearbeitung was spannendes finde.
    4. Mit Glück finde ich schöne Bilder, die den Zuschauer max. 15 Sekunden im Film halten. Dann zippt er weiter.

    Gehe ich nach dem Motto "Ich will ein Problem besser verstehen", also mehr Nähe, mehr Unmittelbarkeit suchen,


    Dann müsste ich - ganz grob - mein Vorgehen so ändern

    1. Vor dem druck auf den Auslöser muss ich wissen, gibt es überhaupt ein Problem beim Filmthema, gibt es was zu erzählen, z. B. über Temeschwar / Timisoara? Also muss ich gründlich recherchieren und eine Strategie entwickeln, nicht nur informieren.
      1. Den Film "Nix los in Heiligenmoos" will keine Sa. sehen
    2. Mir aus den "Problemen" ein (Haupt)Thema heraussuchen.
    3. Schauen, ob ich das Hauptthema anhand einer Hauptfigur zeigen kann. Muss ich sehen, wie ich das bei meinen Reiseeindrücken machen kann. Meine Hauptfigur ist meist eine Stadt oder Landschaft
    4. Aus Problem, (Haupt)Thema und Hauptfigur eine Geschichte bauen.

    Gehe ich so vor, verlagert sich die Arbeit in die Vorbereitung.


    Blicke ich auf meine bisherigen Reise-Aufnahmen, dann habe ich viele Bilderbögen, aber kaum was spannendes.


    So, das wars an "Theorie" von mir.


    Ach ja, dazu kann ich momentan weder Aufnahmen zeigen, noch ist es was ganz Neues.


    Beste Grüße, Uli