Mit Sean Baker hat ein Regisseur aus dem unabhängigen Kino in der vergangenen Nacht mit "Anora" 4 Oscars gewonnen: "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Schnitt" und "Bestes Originaldrehbuch". Einen 5. Oscar erhielt die "Anora"-Hauptdarstellerin Mikey Madison.
Baker war international bekannt geworden, als er 2015 seinen international beachteten Film "Tangerine" mit einem iPhone 5 drehte. Wir hatten im Forum mehrfach drüber diskutiert, hier z, B,: (klick).
Faz-Online schreibt "„Long live independent film!“, (Lang lebe das Independent-Kino!). Mit diesem Satz von Sean Baker endete die 97. Oscarverleihung – und er könnte als Motto für die Preisvergabe der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles dienen. Baker gewann mit „Anora“ nicht nur den Oscar als bester Film, auch für die Kategorien „Beste Regie“, „Bester Schnitt“ und „Bestes Originaldrehbuch“ durfte der 54 Jahre alte Amerikaner auf die Bühne des Dolby Theaters laufen, denn Baker ist Autorenfilmer* im klassischen Sinne: Er nimmt alle Schritte im Entstehungsprozess seiner Filme selbst in die Hand. „Anora“ sei mit einem schmalen Budget von sechs Millionen Dollar direkt vor Ort in New York gedreht worden, erzählte Bakers Co-Produzent Alex Coco, ohne Unterstützung und Einwirkung großer Verleiher oder Streamingdienste." (klick)
* "Autorenkino" bezeichnet Filme, in denen Regisseure ihre unverkennbare Handschrift zeigen. Sie verschmelzen ihre persönliche Vorstellungen mit ungewöhnlichen Bildern und erzeugen dadurch eine intensive, oft kritische Erzählweise. Sie produzieren ihre Filme unabhängig von den großen Studios und behalten die Kontrolle über Drehbuch, Regie und Vertrieb.
Beste Grüße, Uli