Besuch in Adlershof

  • Ich wollte mal kurz über unseren gestrigen Besuch in einem der Studios in Adlershof berichten.


    Mein Sohn hat sich dort für Karten zu einer der Blind Auditions von Voice of Germany beworben und tatsächlich auch vier Karten bekommen. Da wir uns diese TV-Sendung seit Jahren gerne anschauen waren wir gespannt, mal live dabei zu sein und zu sehen, was da so passiert, denn die Fernsehsendungen sind später ja alle geschnitten.


    Ich muss sagen - wir waren alle absolut begeistert und angetan von der Veranstaltung, die fast 3,5 Stunden ohne Pausen dauerte und keine Minute langweilig wurde - weil es so viel Interessantes zu sehen und hören gab wie in kaum einer anderen Veranstaltung.


    Interessant - vor allem natürlich für Leute wie mich als ehemaligen Musiker und jetzt (Amateur)Kameramann - ganz aus der Nähe das große Team von Kameramännern, die absolute Spitzen-Band, die wirklich sehr talentierten Künstlern und die sehr sympathischen Coaches erleben zu können. Wir hatten riesiges Glück, denn wir bekamen Plätze in der dritten unteren Reihe, genau gegenüber (5...6 m) vom Coach Rea Garvey, den wir sehr mögen und Michi und Smudo von den Fantastischen Vier und neben einer Station mit vier Kameraleuten, die von dort aus ständig unterwegs und oft ganz in unserer Nähe waren. Ein riesiger Kamera-Kran mit extremer Spannweite, viele mobile und einige stationäre Kameras - die mobilen auf solchen Gimbal-Rigs (wie heißt das richtig ?) - und viele Hilfskräfte, die zwischendurch in den richtigen Momenten z.B. die Kamera-Akkus gewechselt oder andere Dinge gerichtet haben. Die Band ist eine der besten, die ich je live hören konnte - da mitspielen zu können wäre früher der Traum meines Lebens gewesen - heute wäre es der Traum, an so einer Aufzeichnung mitwirken zu können ...... kleiner Spaß, so eine Kamera mit diesem Gestell würde ich wahrscheinlich nach 15 min nicht mehr schleppen können. die Leute müssen körperlich absolut fit sein, sonst ist das gar nicht zu machen.


    Alles in allem, es war eine der interessantesten Veranstaltungen die wir je besucht haben und unsere Hochachtung an das gesamte Team, das so etwas auf die Beine stellen kann. Wir waren in der Nachmittagsveranstaltung - nach einer kurzen Pause folgte eine Abendveranstaltung (das neue Publikum stand schon im Vorraum als wir gingen) - mit dem gleichen Produktionsteam. Wir waren schon ziemlich kaputt vom Sitzen, Klatschen und Aufstehen; das Team dagegen musste am Freitag, Samstag und Sonntag je zwei solcher Veranstaltungen ausrichten. Alle Achtung unsererseits.


    LG vobe49

  • ...viele mobile und einige stationäre Kameras - die mobilen auf solchen Gimbal-Rigs (wie heißt das richtig ?) - und viele Hilfskräfte, die zwischendurch in den richtigen Momenten z.B. die Kamera-Akkus gewechselt oder andere Dinge gerichtet haben.


    Du meinst vermutlich eine Steadycam. Das sind rein mechanisch arbeitende Stabilisierungssysteme gänzlich ohne Motorunterstützung, die Kamera muss Perfekt ausbalanciert sein und der Umgang damit ist nicht einfach....


    Gab es vor der Zeit er elektronisch unterstützten Gimbals auch für Amateurkameras in kleinerem Format, wurden aber durch die elektronsichen Gimbals inzwischen komplett verdrängt weil der Umgang damit dann doch einfacher ist.


    so eine Kamera mit diesem Gestell würde ich wahrscheinlich nach 15 min nicht mehr schleppen können. die Leute müssen körperlich absolut fit sein, sonst ist das gar nicht zu machen.

    Das ist eine körperliche Herausforderung, alleine so eine Broadcast-Kamera mit Objektiv kann ohne Steadycam schon mal 7 bis 10 Kg wiegen...


    So eine Kamera auf der Schulter über längere Zeit "schleppen" zu müssen kann anstrengend werden, hat aber den Vorteil das eben Masse die Kamera auch stabilisiert.


    Mitsamt Steadycam schleppt so ein Kameraoperator sicherlich um die 20-25kg rum...


    ....das Team dagegen musste am Freitag, Samstag und Sonntag je zwei solcher Veranstaltungen ausrichten. Alle Achtung unsererseits.


    Wenn man das beruflich macht wird das weniger stressig wie es aussieht. Klar, die körperliche Anstrengung bleibt - und wenn es nur das lange Zeit stehen ist - aber es ergibt sich bei sowas eine gewisse Routine.


    Zudem kommt dazu das ein Studio-Kameramann sich i.d.R. bspw. nicht um die korrekte Belichtung oder Weißabgleich o.ä. kümmern muss. Die Kamera wird da komplett aus der Regie ferngesteuert und eingestellt, der Kameramann muss sich nur auf Schärfe und Bildausschnitt konzentrieren.


    Abgesehen davon herrschen in einem Studio ja absolut kontrollierbare Bedingungen was Licht usw. angeht....


    Wir hatten riesiges Glück, denn wir bekamen Plätze in der dritten unteren Reihe, genau gegenüber (5...6 m) vom Coach Rea Garvey, den wir sehr mögen...


    Rea Garvey ist ein sehr symphatischer Musiker und seine Musik kann man auch gut hören. Und er kann Geschichten mitreißend erzählen...

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  • Cool, das hätte mich auch interessiert. Aufnahmen waren bestimmt verboten, oder?


    Werden da Aufnahmen auch wiederholt oder wird nur was vorgefunden wird, geschnitten? Werden die Einstellungen vom Kamerakran live gesteuert oder sind das programmierte Kamerafahrten, wo die Interpreten an vorbestimmten Positionen stehen müssen, damit die Kamerafahrt funktioniert?

  • Danke MacMedia für die interessanten Infos.


    Zu deinen Fragen homer1: wenn du eine solche Veranstaltung besuchen willst unterschreibst du erst mal eine Erklärung, in der du alle Rechte an dem von dir ggf. gemachten Bild- und Tonmaterial an den Veranstalter abtrittst und du darfst nichts, aber auch gar nichts mit in den Saal nehmen - keine Kameras, keine Handys, sogar SmartWatch-Uhren nicht. Du wirst vor dem Eintritt in den Sicherheitsbereich wie auf dem Flughafen gescannt; die Sachen kannst du an der Garderobe abgeben und da sind diese versichert.


    Man sitzt dann schon eine reichliche Stunde vor Beginn auf dem Platz - aber es wird nicht langweilig, weil ein locker flockiger Animateur die Leute erstmal vorbereitet - immer nach dem Motto, "wir üben mal ein bisschen, was ihr wann und wozu so machen sollt" - also wann und wie klatschen, aufstehen, winken, trampeln. Erstaunlicherweise macht dieser Typ das so lustig und locker, dass Einem das nicht mal nervt - die Leute rundherum sind lustig und kommunikativ und machen lustig mit - ganz anders als sonst im tristen Deutschland :-) . Am Schluss weist er sogar darauf hin, dass wir einige der Szenen nochmal mit laufenden Kameras wiederholen - "damit wir notfalls was in der Reserve haben". Material also für Zwischenschnitte - naja, ich mogle ja auch oft genug bei meinen Videos :-)


    Interessant war das alles nicht nur für mich; man war eine und dann nochmal 3,5 h damit beschäftigt, den Kameramännern zuzusehen, die Band und Coaches zu beobachten, mit den tollen Kandidaten mitzufiebern, mit anderen Zuschauern zu plaudern und die Licht- und Toneffekte wirken zu lassen. Man hatte echt zu tun, nichts zu verpassen - vor allem sich die Talente zu merken die dran waren - denn wenn man die bei der Fernsehsendung später dann sieht ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, sich selbst im Fernsehen zu sehen :-)


    LG vobe49