An American in Vienna

  • Spielfilm,15min, 2025


    Ich habe diese Woche das KI generierte Video "Der Fall Dora" ins Forum gestellt. Dabei ist dieses Video mehr aus Zufall entstanden. Während Filmarbeiten zum Film "An American in Vienna" der irgendwie am Rande auch mit Sigmund Freud zu tun hat, ist mir der Gedanke gekommen den "Fall Dora" zu machen. Im letzten halben Jahr habe ich also an zwei Filmen gearbeitet (davon zwei Wochen am "Fall Dora".

    Schaut Euch bitte meine neueste Kreation "An American in Vienna" an, ich bin neugierig auf Eure Meinung!



    Benno



  • Ein interessanter dramaturgischer Spannungsbogen, der hier aufgebaut wird. Finde ich sehr gelungen.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Ein interessanter dramaturgischer Spannungsbogen, der hier aufgebaut wird. Finde ich sehr gelungen.

    und ausserdem gefällt mir der Bild- und Tonschnitt hervorragend, auch wenn ich einige wenige anders gelöst hätte, aber es ist ja nicht mein Film.


    Der in der Eingangssequenz "vorbeirasende Railjet" fährt zwischen den Gleisen, was erstmal für Verwirrung sorgt. Absicht?

  • und ausserdem gefällt mir der Bild- und Tonschnitt hervorragend, auch wenn ich einige wenige anders gelöst hätte, aber es ist ja nicht mein Film.


    Der in der Eingangssequenz "vorbeirasende Railjet" fährt zwischen den Gleisen, was erstmal für Verwirrung sorgt. Absicht?

    Das kann nicht sein, ist eine normale Aufnahme mit meiner Canon XF105 Kamera.

  • Du hast mit „An American in Vienna“ einen Film mit einer Geschichte, ein Drama, gedreht. Das ist hier die absolute Ausnahme. Deshalb mein großer Respekt, Hut ab. :servus: Bisher haben sich nur wenige im Forum an einen Spielfilm gewagt.



    Ich gehe auf die Struktur, das Baugerüst deiner Geschichte ein: Und da hast du genau dasselbe Problem wie beim ersten Film „Dora“: Zwei nicht zusammenhängende Stränge. (KLICK).


    Mit „An American in Vienna“ hast einen Thriller und Liebesdrama: Ein Mann wird von seiner Vergangenheit mit einer Frau verfolgt. Leider wird diese Story ständig von einem nüchtern Jahreszahlen aufsagenden Reiseführer unterbrochen.


    Beispiel: "Und die Dame im roten Mantel? Ich nenne sie einfach DANIELLA." („...and the lady in the red coat? I just call her DANIELLA.“) (Spannung steigt!). Doch er fährt später fort: "Das Wiener Riesenrad ... wurde 1897 anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. errichtet." ( „The Vienna Ferris Wheel... was created in 1897 to celebrate the 50th anniversary of Emperor Franz Joseph I.“) (Spannung stirbt.). Der Zuschauer kann nicht Angst und Sehnsucht fühlen und gleichzeitig Jahreszahlen lernen.


    Dabei hast du in deinem Script einen Schatz, den du nicht hebst: Der Protagonist ist für einen Kardiologie-Kongress (Cardiological Congress) in Wien, er ist ein Herz-Spezialist. Aber sein eigenes Herz ist gebrochen. Der Mann sollte nicht über Röntgenstrahlen reden. Er sollte darüber reden, dass man ein Herz zwar operieren, aber nicht heilen kann, wenn die Erinnerung darin feststeckt.



    Einige Vorschläge, um Thriller und Liebesdrama weiter herauszuarbeiten.


    BEISPIEL 1: Das Hotel (Anfang)


    Original: „Das Stadtpalais Hotel Imperial ist ein Fünf-Sterne-Hotel mit einer großartigen Geschichte. Das Haus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut ...“ („The Stadtpalais Hotel Imperial is a five-star hotel with a great history. The house was built in the mid 19th century…


    Vorschlag: „Ich habe mir gesagt, ich komme wegen des Kardiologie-Kongresses. Um über Herz-Klappen zu sprechen. Aber als ich die Lobby des Imperial betrete – derselbe Marmor wie vor 50 Jahren, derselbe Geruch nach altem Geld – weiß ich, dass ich mich selbst belüge. Ich bin nicht wegen der Medizin hier. Ich bin hier, weil Wien mich gerufen hat. Oder Sie.“



    BEISPIEL 2: Der Stephansdom / Museum


    Original: „Der Südturm gilt als architektonisches Meisterwerk... Die Kirche wurde erstmals im 12. Jahrhundert erbaut“ („The South Tower is considered an architectural masterpiece... The church was first built in the 12th century.“)


    Vorschlag: Ich versuche mich abzulenken. Ich gehe in den Dom, suche Frieden im Stein. Aber selbst hier, im Schatten der Heiligen, sehe ich rot - einen Mantel. Ist das der Wahnsinn des Alters? Oder ist das - mein - Gewissen?



    BEISPIEL 3: Das Riesenrad (Prater)

    Original: „Es wurde 1897 anlässlich des 50. Geburtstags von Kaiser Franz Joseph I. geschaffen.““, („It was created in 1897 to celebrate the 50th anniversary of Emperor Franz Joseph I.“)


    Vorschlag: „Wir sind damals Riesenrad gefahren. Vor 50 Jahren. Die Welt lag uns zu Füßen. Ich dachte, ich hätte alle Zeit der Welt. Jetzt dreht sich das Rad immer noch, aber meine Zeit läuft ab. Und da ist sie wieder. In der Gondel gegenüber. Sie winkt. Winkt sie mir zu? Oder winkt sie mir zum Abschied?



    Wenn der Protagonist Daniella nicht sieht, sollt er nicht über Wikipedia-Fakten reden, er sollte seine Gefühle zeigen.


    (Ideen-)Beispiele:

    • Bis 04:55: Immer wenn er Daniella am Anfang des Filmes sieht, zeigen, dass er verwirrt ist. Er denkt z. B., es liegt am Jetlag. Er redet sich ein, alles sei normal… usw,
    • 05:35 Ab Rolltreppe: Er kann den inneren Konflikt nicht mehr leugnen.
    • 10:30 Ab „Eden Bar“: Der Flashback. Hier gibt er zu, dass er was getan hat. „I just ran away...“ – Die Frage ist WARUM? Hier könntest du im Script andeuten, was er damals getan hat, was vorgefallen ist. War er verheiratet?


    DAS ENDE

    Finde ich stark, du traust dich, es offen zu lassen. Hat er seine letzte Chance verpasst? Oder hat er endlich seinen Frieden gefunden?


    Original: „Ich kann nicht mehr denken. Ich bin so müde.“ („I can't think anymore. I'm so tired.“)


    Mach es poetischer:


    Vorschlag: „Vielleicht war sie nie hier. Vielleicht war sie nur der letzte Herzschlag einer alten Liebe, bevor das Licht ausgeht. Gute Nacht, Daniella.“


    Beste Grüße, Uli

  • Mit „An American in Vienna“ hast einen Thriller und Liebesdrama: Ein Mann wird von seiner Vergangenheit mit einer Frau verfolgt. Leider wird diese Story ständig von einem nüchtern Jahreszahlen aufsagenden Reiseführer unterbrochen.

    dem kann ich nicht zustimmen:


    Der Mann macht sightseeing in Wien und währenddessen fällt ihm nach und nach und immer häufiger eine Frau im roten Mantel auf. Die Story verlagert sich vom sighseeing in Nachdenken und leichte "Wahnvorstellungen" über die eigene Vergangenheit.

    Die Story wird also nicht unterbrochen sondern kippt von unbeschwert nach Aufregung eben über die eigene Vergangenheit.

  • Die Story wird also nicht unterbrochen sondern kippt von unbeschwert nach Aufregung eben über die eigene Vergangenheit.

    Das habe ich in meinem Vorschlag nicht verändert.


    Meine Idee ist, dass man die Zusammenhänge, wie das historische Wien, die Beschreibungen der Stadt, enger mit seiner eigenen Geschichte verbindet und dadurch beim Zuschauer mehr Interesse weckt.


    Verdichtet habe ich die Verbindung:

    Der Mann macht sightseeing in Wien (...)

    und seine offensichtlich alte und intensive Geschichte (siehe Szene "Eden Bar") mit der Frau in Rot.


    Ich finde in dem Teil der Story:

    währenddessen fällt ihm nach und nach und immer häufiger eine Frau im roten Mantel auf.

    ist noch viel Potential, das ausgebaut werden kann.


    Eine Vorlage ist ja schon da: Der Mann ist Herzchirurg aber sein eigenes Herz ist gebrochen, was er verdrängt hat aber durch seine Spaziergänge wieder aufbricht...


    Beste Grüße, Uli

  • ist noch viel Potential, das ausgebaut werden kann.

    ok, nur Potential, das ausgebaut werden kann, gibts immer.

  • Ich ändere meinen Kommentar zum Film: Alles bestens.

    :Applaus:

    Auch wenn ich mich bei diesem Thread zurück gehalten habe: Du machst sehr oft gute Vorschläge zur Verbesserung von filmen die Story / den Inhalt betreffend. Das anerkenne ich ausdrücklich. Problem ist nur, das oft der Autor (ich gehe mal von mir und meinen Reisefilmen aus) gefangen ist in seinem Matierial was er nunmal hat - oder eben auch nicht. Da prallt bisweilen der Anspruch auf die Realität. Ich lese Deine Anmerkungen mit großem Interesse und hoffe, das eine oder andere bei einem meiner Filme unsetzen zu können. Einen Versuch habe ich mal in meinem Film über das Mekong Delta gemacht, den Du Dir noch ansehen und mir dann ein entsprechendes Feedback liefern wolltest. Das würde mich auch interessieren - vor meiner nächsten Reise ...

    Es ist in meinen Augen auch ein grundsätzliches Problem schon bei der Entwicklung der Filmidee (unter Berücksichtigung der Möglichkeiten des Filmers). Welches Material brauche ich um welche Botschaft transportieren zu können? Dazu müsste man schon vor der Entwicklung der Filmidee (oder zumindest parallel dazu) wissen, in welche Richtung die Botschaft gehen soll. Das mag bei dem hier vorliegenden Film der Fall sein, ist es aber bei Reisefilmen mitnichten immer.

    Ich persönlich hoffe, Dass Du dieses Forum weiter mit Deinen (in meinen Augen sehr interessanten und auch sehr hilfreichen) Hinweisen fütterst.

  • Problem ist nur, das oft der Autor (ich gehe mal von mir und meinen Reisefilmen aus) gefangen ist in seinem Matierial was er nunmal hat - oder eben auch nicht. Da prallt bisweilen der Anspruch auf die Realität.

    Das liegt in der Natur der Sache. Ich kann erst was zu einem Film sagen, wenn er fertig ist. Dass ein fertiger Film nicht mehr groß geändert wird, ist mir klar. Das würde ich auch nicht machen.


    Deshalb sind die allermeisten Filmbesprechungen als Anregungen für den nächsten Filme zu verstehen. Da kann man sich dann überlegen, ob man was übernimmt, oder für sich abwandelt.


    Einen Versuch habe ich mal in meinem Film über das Mekong Delta gemacht, den Du Dir noch ansehen und mir dann ein entsprechendes Feedback liefern wolltest. Das würde mich auch interessieren - vor meiner nächsten Reise ..

    Oh, habe ich da geschlampt. Sorry, ich schaue in meinen Speicher.


    Es ist in meinen Augen auch ein grundsätzliches Problem schon bei der Entwicklung der Filmidee (unter Berücksichtigung der Möglichkeiten des Filmers). Welches Material brauche ich um welche Botschaft transportieren zu können? Dazu müsste man schon vor der Entwicklung der Filmidee (oder zumindest parallel dazu) wissen, in welche Richtung die Botschaft gehen soll. Das mag bei dem hier vorliegenden Film der Fall sein, ist es aber bei Reisefilmen mitnichten immer.

    Ja, gerade bei Reisefilmen liegt da ein dicker Hund begraben. In der Vorbereitung liegt aus meiner Sicht 80 % des Erfolgs eines Reisefilms. Dazu habe ich meist keine Lust und wenn der Abreisetermin näher kommt, keine Zeit. Dann komme ich mit den gleichen Bildern wie alle anderen zurück und suche sie Story in der Timeline...


    Wir schweifen ab, das ist ein Thread über Bennos Film "An American in Vienna".


    Deshalb schreibe dir heute Abend eine PM.


    Beste Grüße, Uli

  • Ich kann mit der Diskussion teils zu wenig anfangen. Liegt aber vermutlich an mir.


    Aber ich weiß nicht, was im Film störend sein sollen. Da wird mit einer eher langweiligen Handlungsebene begonnen - und dann baut sich über die Lady in Red langsam eine weitere Handlungsebene auf. Und das erfolgt sehr langsam, geschickt, fesselt, baut Spannung auf. Plötzlich will man nicht mehr abschalten. Das finde ich damit tatsächlich sehr gelungen. Und so etwas hatten wir hier noch nicht.


    Gratulation zum Film.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Und so etwas hatten wir hier noch nicht.

    Eben.

    // Und was die Unterstützung durch eine der besten Führerinnen durch Wiens "Highlights" betrifft - war ein langjähriger Glücksfall für Benno (daher auch die Widmung ganz zum Schluss).

    Gratulation zum Film.

    Ja, schöner kann man es (auch mit meinem Backgroundwissen) kaum ausdrücken.

    WIN-10/64 PRO (22H2-19045-2364)

    RESOLVE-21.0.40005 Studio; EDIUS-11.51.21463-WG

  • wie ich schon schrieb:

    und ausserdem gefällt mir der Bild- und Tonschnitt hervorragend, auch wenn ich einige wenige anders gelöst hätte, aber es ist ja nicht mein Film.

  • Das liegt in der Natur der Sache. Ich kann erst was zu einem Film sagen, wenn er fertig ist. Dass ein fertiger Film nicht mehr groß geändert wird, ist mir klar. Das würde ich auch nicht machen.


    Deshalb sind die allermeisten Filmbesprechungen als Anregungen für den nächsten Filme zu verstehen. Da kann man sich dann überlegen, ob man was übernimmt, oder für sich abwandelt.


    Diese filmische Weiterentwicklung - oder auch nur andere Meinungen zum eigenen Film zu hören, andere Sichtweisen auf das Thema kennzenzulernen - das ist wertvoller Input für weitere Filmprojekte.


    Es gibt viele Wege und Möglichkeiten eine Story filmisch umzusetzen. Und jeder wird hoffentlich das ganze ein bisschen anders anpacken und seinen eigenen Filmstil entwickeln. Das macht die Sache ja so interessant.


    Zum Film selbst, ich fand ihn am Anfang zwar bildlich gut erzählt, aber von der Story her eher langweillig. Diese Langeweile löst sich dann immer mehr auf, ein für Youtube recht ungewöhnlicher Ansatz, zählt doch hier das Publikum am Anfang mit einer starken Story und kräftigen Bildern zu ködern...


    Insofern kein massenkompatibler 08/15-Film, sondern etwas besonderes!

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

  • So ist es. Langweile, die sich auflöst und der Spannung weicht - na das ist doch mal eine sehr gelungene Abwechslung.


    Was nicht bedeutet, dass jetzt jeder solche Spielfilme drehen muss. Aber natürlich kann, wenn er will.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Eben.

    // Und was die Unterstützung durch eine der besten Führerinnen durch Wiens "Highlights" betrifft - war ein langjähriger Glücksfall für Benno (daher auch die Widmung ganz zum Schluss).

    Ja, schöner kann man es (auch mit meinem Backgroundwissen) kaum ausdrücken.

    WIDMUNG AN MEINE fRAU; DIE LEIDER VON UNS GEGANGEN IST

  • So ist es. Langweile, die sich auflöst und der Spannung weicht - na das ist doch mal eine sehr gelungene Abwechslung.


    Was nicht bedeutet, dass jetzt jeder solche Spielfilme drehen muss. Aber natürlich kann, wenn er will.

    Icch habe gerade den Film "Tod auf dem Nil" mit Ustivov gesehen, monumental, die ersten 30 Minuten zum Einschlafen, so ist es eben

  • Ein interessanter Beitrag, den ich auch bis zum Ende geschaut und mich gefreut habe, dass ich - obwohl nur mäßig der englischen Sprache mächtig - fast alles verstanden habe. Interessant ist der Film für mich zum einen wegen der Stadtführung durch Wien - die Stadt die ich leider nur zwei mal und viel zu kurz besuchen konnte - und wegen der Geschichte mit der "verflossenen Liebe" :-). Reflektierend stellt man mit zunehmendem Alter fest, dass die Erinnerungen an "alte Zeiten" immer öfter durchdringen. Interessant finde ich dabei immer den Gedanken daran, welchen Weg das eigene Leben wohl genommen hätte, wenn man "an der einen oder anderen Stelle" anders abgebogen wäre - z. B. wenn man damals die - oder doch die andere Freundin geheiratet hätte. Es gab viele solcher "Entscheidungspunkte" im Leben, für uns Ostdeutsche vielleicht noch einige mehr - und noch in der Mitte des Lebens.

    Schöner Beitrag; danke fürs Zeigen !

    LG vobe49