Reisefilme - planbar/nicht planbar/Story dazu

  • Dazu müsste man schon vor der Entwicklung der Filmidee (oder zumindest parallel dazu) wissen, in welche Richtung die Botschaft gehen soll. Das mag bei dem hier vorliegenden Film der Fall sein, ist es aber bei Reisefilmen mitnichten immer.

    Es ist leider die Standard-Ausrede, dass man bei Reisefilme „vorher nicht wisse, was auf mich zukommt.“
    Gerade bei Reisefilmen weiß man ganz genau, was man sehen wird. Sonst hätte man die Reise ja nicht geplant/gebucht/gemacht.

    Mittels nur ein wenig Recherche per Google/Wickipedia weiß man, auf welche landschaftlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheit man treffen wird. Und daraus 1-2 Themen für den eigenen Reisefilm abzuleiten, sollte selbst für Schulkinder kein Problem sein.
    Beispiele:

    „Die Arbeit der Restauratoren/Handwerker/Reiseführer/Eisverkäufer in xyz“

    „Die Bildermaler in Paris“

    „Warum Spaghetti in Italien am besten schmecken“

    „Die geologischen Besonderheiten in Kappadokien“

    „Die Bedeutung der Touristik auf Sardinien/am Tittisee/in Tirol“


    Mit solchen (Arbeits)titeln gibt es sofort eine thematische Orientierung, die man schon zuhause vorbereiten kann. Vor Ort weiß man dann, was man filmen muss und was nicht. Filme mit Mutti vor der Kirche, die Kinder beim Baden und endlose Schwenks über die Landschaft sind mit minimaler Vorarbeit dann schnell Geschichte.

  • Gerade bei Reisefilmen weiß man ganz genau, was man sehen wird. S

    Jein,


    natürlich kann und sollte man sich da entsprechend über Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Kultur, etc. informieren.

    Und wenn man eine grundsätzliche Idee hat, mit welcher "Geschichte" man den Film evtl. angehen möchte, umso besser.


    Daraus lässt sich dann eben schon ableiten, auf was man den achten sollte, welche Szenen man "braucht" um keine Lücken im Film zu haben. Aber sollte das eben nicht dazu führen, dass man dann einfach nur eine "Liste" abarbeitet und wie mit Scheuklappen durch die Gegend läuft


    Meine Meinung ist halt, für Foto/Film benötigt man in erster Linie auch ein "Auge" für den Moment.

    Gemeint sind nicht plan-/vorhersehbare interessante Einstellungen, oder Szenen, die sich einem plötzlich bieten zu "erkennen".

    Das kann z.B. ein Straßenkünsteler, oder auch nur ein Pärchen auf einer Bank sein (wobei da natürlich die Frage der "Genehmigung" auftritt), oder auch freche Vögel, die sich in einem Straßencafé versorgen. Denn grade solche Szenen/Ereignisse machen m.E. den Film dann auch persönlich und interessant.


    Durch sowas könnte sich sogar das ursprünglich angedachte Konzept ändern und man auf eine neue Idee umschwenken.



    Gruß

    Peter

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    Rest ist private Meinung

  • Gerade bei Reisefilmen weiß man ganz genau, was man sehen wird.

    Stimmt nur mit großen Einschränkungen. Eigentlich ist das hier der falsche Thread, deshalb nur kurz: Bei meinen reisen nach Thailand und vietnam wusste ich natürlich, welche orte besucht werden, aber da es sich um geführte reisen handelt, hatt der Reiseleiter die regfie. Er sagt, wann wir wo und wie lange sein werden. Das kann große Einschränkungen bewirken.
    In Thailand wusste ich, dass ich mit der River Kwai Bahn fahren werde - deswegen habe ich mich diesbezüglich auch vorbereitet (z.B. Wahl des Sitzplatzes auf der "richtigen" Seite etc.). Das hat dann auch gut funktioniert.
    In Vietnam wusste ich, dass das Mekong Delta auf dem Plan steht - diesbezüglich habe ich mir vorher schon Ideen entwickelt. Hat insgesamt auch gut geklappt.

    TomK Bei interesse: Die Filme sind auf Youtube.

    Das gilt aber in der Form nicht grundsätzlich und für alle Ziele am Weg ...

  • Mal in ein eigenes Thema verschoben.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Für mich besteht schon eine gewisse Planbarkeit, auch bei Reisefilmen. Ich plane ja immerhin die Reise. Details sind natürlich offen. Und der Rest erfolgt beim Schnitt. Genauer gesagt, im Kommentarton - wo man die Story passend zum vorhandenen Film- und Foto-Material entwickelt. Auf Besonderheiten eingeht, die man rein zufällig gefilmt hat. Und dann das Bildmaterial passend zur Story des Offs montiert. Funktioniert ganz gut. Das Verhältnis zwischen Filmmaterial und späterer Länge dürfte bei zirka 1:3 liegen, damit das gut funktioniert.


    Damit bekommt man eine gute Story, und eine erträgliche Länge des Films.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Mal in ein eigenes Thema verschoben.

    Danke, ist besser so.



    Für mich besteht schon eine gewisse Planbarkeit, auch bei Reisefilmen. Ich plane ja immerhin die Reise.

    Das kommt jetzt auf die Reise an. Meine letzten beiden Reisen waren Fernreisen über Reiseveranstalter. Da plane ich selbst fast gar nichts. Man weiß natürlich im Vorfeld, an welchem Tag man an welchem Ort sein wird und man weiß auch, was dort für "Attraktionen" besucht werden. Gegebenenfalls kann man sich darauf auch im Vorfeld vorbereiten. Man kann aber in keiner Weise bestimmen, wann (Tageszeit/Licht) man dort wie lange sein wird. Das sind Dinge, die man vom Reiseleiter beim Aussteigen aus dem Bus erfährt. Wenn man Glück hat, kommt dann eine Ansage wie "Ihr habt jetzt noch eine Stunde Zeit, Euch hier selbständig umzusehen." Ist aber nicht die Regel.

    Was man beeinflussen kann, ist die Gruppengröße. Ich war in Thailand und Vietnam mit kleinen Gruppen (<12 Personen) unterwegs. Das entspannt die Sache auch aus Filmersicht. 30 Personen sind wie Hühnerhof - jeder will was anderes.

    Das alles ändert aber nichts daran, dass bei geführten Reisen die Reiseleitung letztlich die Regie hat und die Dauer des jeweiligen Aufenthalts bestimmt.

    Aus dem Alter, selbst nach eigenem Gusto als Backpacker durch andere Länder zu ziehen, bin ich raus ...:pfeifen:

  • Meine Meinung ist halt, für Foto/Film benötigt man in erster Linie auch ein "Auge" für den Moment.

    Gemeint sind nicht plan-/vorhersehbare interessante Einstellungen, oder Szenen, die sich einem plötzlich bieten zu "erkennen".

    Das kann z.B. ein Straßenkünsteler, oder auch nur ein Pärchen auf einer Bank sein (wobei da natürlich die Frage der "Genehmigung" auftritt), oder auch freche Vögel, die sich in einem Straßencafé versorgen. Denn grade solche Szenen/Ereignisse machen m.E. den Film dann auch persönlich und interessant.


    Das ist für mich ein wichtiger Punkt. Interessante Szenen überhaupt zu erkennen und dann auch noch ins richtige Bild zu setzen.


    Da hilft Übung, Übung, Übung, das eigene filmische Auge trainieren - und natürlich mit offenen Augen und einer großen Portion Neugierde auf spontane Situationen die Umgebung zu "scannen" und zu beobachten.


    Wobei man trotzdem wenn möglich eine gewisse Vorbereitung und Vorplanung braucht - was erwartet mich am Drehort, welche Bedingungen herrschen dort (Wetter, Einschränkungen, Filmverbote...) und was sind die üblichen Highlights dort.


    Reiseberichte, Reiseblogs oder auch Zeitungsartikel und/oder Reiseführer sind da eine gute Informationsquelle. Oder auch eine Anfrage bei ChatGPT oder ähnlichen KIs.


    Klar, geht nicht immer. wenn man sich bspw. auf einem Roadtrip oder einem Backpacker-Trip befindet und eher spontan das kommende Reiseziel heraussucht. Da funktioniert eine vorbereitende Recherche zu Hause eher schlecht bis gar nicht.


    Um so wichtiger ist dann aber eine gewisse Flexibilität und ein sehr gutes Auge für den Moment !

    Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar

  • Klar, geht nicht immer. wenn man sich bspw. auf einem Roadtrip oder einem Backpacker-Trip befindet

    Da möchte ich teilweise widersprechen, MacMedia. Erstens kann man sich auch unterwegs informieren - im Zeichen von eSIMs für fast die ganze Welt geht das prinzipiell, zweitens aber hat man als Einzelreisender unter den von Dir angesprochenen Bedingungen (Backpacker / Einzelreisender) keine Reiseleitung und keine Reisegruppe im Nacken sitzen, die filmerische Aktivitäten durchaus bremsen können - nicht aus böser Absicht, aber die normative Kraft des geplanten Verlaufs kann erheblichen Druck verursachen. Wenn man dann nicht gerade in einer speziell für Filmer / Fotografen organisierten Reisegruppe ist, hat man sehr wohl bisweilen Rahmenbedingungen, die in gewisser Weise "Akkordarbeit" verlangen. Das hat der Einzelreisende eher nicht. Der kann sich vor Ort stundenlang umsehen, was bisweilen einer Vorbereitung zu Hause sogar im Prinzip vorzuziehen ist, weil man sich dann an den momentan herrschenden örtlichen Bedingungen (von zu Hause nicht immer vorhersehbar) orientieren kann.

  • Man weiß natürlich im Vorfeld, an welchem Tag man an welchem Ort sein wird und man weiß auch, was dort für "Attraktionen" besucht werden.

    Genau aus dem Grund sind wir Individual-Reisende. Da gestalten wir den Tagesablauf selbst, so wie es uns am besten passt. Außerdem hat man den Vorteil, dass man leicht umdisponieren kann, wenn vielleicht mal das Wetter nicht passt oder etwas anderes dazwischen kommt. Gerade in Vietnam ist es mit GRAB absolut einfach zu jeder Zeit von A nach B zu kommen.


    Aus dem Alter, selbst nach eigenem Gusto als Backpacker durch andere Länder zu ziehen, bin ich raus ... :pfeifen:

    Individualreise heißt doch nicht gleich Backpacker. Den Flug bucht man, wie eine Bahnkarte, und besorgt sich (sofern erforderlich) sein Visa. Hotels und Unterkünfte kann man genauso problemlos von zu Hause aus buchen - wo ist das Problem?

  • old_det Kein Problem ... Ich bin aus Gewohnheit mehr für Gruppenreisen. Wenn etwas nicht klappt (was auch immer), hat der Reiseveranstalter ein Problem, ich nicht. Wenn Dir z.B. ein Flug gestrichen wird, musst Du Dich selbst kümmern. Ich nicht ...

    Aber im Prinzip hast Du natürlich Recht. Man kann in den meisten Ländern auch individuell weiterkommen.

  • Wenn Dir z.B. ein Flug gestrichen wird, musst Du Dich selbst kümmern.

    Ja, das ist richtig - aber es ist noch nie passiert; auch buchen wir grundsätzlich Unterkünfte mit kostenlosen Rücktritt 24h vor Ankunft - das Risiko ist also extrem gering.

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    Planen tue ich im Übrigen nichts groß, was die Filmerei anbelangt. Es sind aber auch keine öffentlichen Reisefilme/Dokus, sondern rein private "Urlaubsfilme" und der Urlaub als solcher steht im Vordergrund, Filmen ist sozusagen mit dabei. :)

  • Es sind aber auch keine öffentlichen Reisefilme/Dokus, sondern rein private "Urlaubsfilme" und der Urlaub als solcher steht im Vordergrund, Filmen ist sozusagen mit dabei. :)

    Das ist bei mir insofern anders, als ich von solchen Reisen auch immer viel Material für Filme mitbringen möchte. Einerseits zur Erinnerung für 'später', wenn ich vielleicht mal nicht mehr reisen kann oder will, andererseits auch, weil Filmen Teil des Spaßes ist, den ich unterwegs habe.

    Im Herbst plane ich eine Chinareise zusammen mit meiner Frau (sie ist Chinesin). Da wird sie dann die 'Reiseleitung' übernehmen, was vom Ergebnis her Deiner Art zu reisen nahe kommen dürfte. Ziel dann u.a. Shanghai, Hangzhou und Suzhou, die 'Gartenstadt'. Mal sehen, was dabei herauskommt ...

  • Man wählt sich mit der Form der Reise auch das Setting. Ich habe bisher etwa bisher nur einmal eine Gruppenreise gewählt - bei einer Nilkreuzfahrt. Weil es uns damals zu viel Aufwand war, das selbst zu organisieren. Aber ansonsten bin ich persönlich bei Gruppenreisen eher skeptisch, wegen der Einschränkungen in Zeit die man hat.

    Minigruppen mit einem Fahrer waren auch gut - wenn man klar weiß wohin es geht.


    Aber egal was man sich wählt, wenn man ernsthaft filmen will muss man das dann unter den Bedingungen der gewählten Reiseform eben zusammen bringen. Ob das Filmen dann klappt oder nicht, muss jeder selbst beurteilen. Dort, wo wir selbst die Besichtigungen geplant haben, und uns zumindest mit den Sehenswürdigkeiten und dem Weg dorthin aktiv befasst haben, hat das zu zweit eigentlich immer gut geklappt.

    Man muss sich halt Reiseführer beschaffen. Heute mit der KI etwa eine Route erarbeiten. Und auch aufzeichnen, wo man überhaupt war (ich vergesse solche Details oft gerne, und dann ist es schwer das für den Schnitt im Nachhinein nochmals zu eruieren). Aber das ist eben gezielte Vorbereitung, und das ist eben Arbeit.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • wolfgang Na ja, Du hast einen der Gründe gegen Individualreisen spricht, schon genannt. Der Aufwand ...

    Was das Filmen an sich angeht, komme ich in der (kleinen!) Gruppe in der Regel auch gut klar. Gemeckert hat noch nie jemand.

    Den Ablauf habe ich ja durch den Gedachten Verlauf, den der Veranstalter verschickt.

    Wesentliche Hilfe ist dann noch (ich nutze zwei Kameras, eine AX700 und eine insta X4), dass beide Kameras synchron auf die lokale Zeit eingestellt sind. Das hilft zu Hause enorm, wenn man die Ergebnisse der Bemühungen sortiert. Bei der Sony geht das nur manuell (darf man nicht vergessen), sie insta koppelt sich ja mit der App auf dem Smartphone, in der ich eine örtliche SIM/eSIM habe.

  • Aber mal eine Frage an die Reisefilmer: Wie haltet Ihr es denn mit der Sicherung der Ergebnisse Eurer Bemühungen?

  • Kurze Antwort wie ich es mache: während der Reise gar nicht. Das BRAW Material liegt auf den SSDs relativ sicher. Und daheim wird es auf das NAS überspielt.


    Aber jeder wie er mag.


    Ich filme auch eher nur mehr bei interessanten Reisen. Etwa bei Marrakesch 2022, samt Rundfahrt in die Umgebung. Kleinere Reisen filme ich kaum mehr.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Da sind wir schon zwei. Ich sichere unterwegs auch nicht, müsste ich doch sonst noch einen Laptop oder dergleichen mitnehmen. Allerdings verteilen ich meine Aufnahmen auf mehrere SD Karten. Faustregel für die Sony: Alle zwei Tage eine neue Karte, auch wenn noch reichlich mehr Material draufpassen würde.

    Im Prinzip kann ich über USB von der Kamera auf eine externe Festplatte kopieren, dieser Vorgang ist aber so laaangsam, dass ich das nicht weiter verfolgt habe.

  • Meine Reisefilme sind Tagebücher über die Reisen meiner Frau und mir. Und das ist auch die Botschaft: Erinnerungen festhalten. Zum Thema Sicherung: i.d.R. habe ich auf unseren mehrwöchigen Rundreisen einen Laptop dabei und die Aufnahmen werden regelmäßig aus 2 SSD gesichert. Wenn Zeit ist, z.B. bei schlechtem Wetter, beginnen ich schonmal mit Sichtung und Rohschnitt.

  • Ja, das ist ach mein Ziel: eine Reisedokumentation von unserer Reise. Primär für uns selbst.


    Und dafür kann ich auch meine Frau Susanne begeistern. Denn sie bekommt nochmals eine umfassende Doku von der Reise - was wir alles gemacht/gesehen haben. Ich entwickle den Kommentarton unterstützt unf überprüft von KI - und lasse sie das dann einsprechen. Einfach, weil Sie ein viel größeres Sprech- und Sprachentalent ist als ich. Und dann wird nach dem Kommentarton die Sache montiert.

    Das Ergebnis überzeugt mich durchaus. So habe ich eine (für mich) geeignete Länge, da die durch den entwickelten Kommentarton in etwa feststeht. Ich bekomme halbwegs einen roten Faden hinein. Und die Sache wird herzeigbarer. Arbeit bleibt es aber genug.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • Sicherung: Ich nehme mit dem internen Speicher der Kamera auf und kopier den Inhalt auf eine SD-Karte. I.d.R. reicht der interne Speicher für einen Urlaub, wenn nicht, wird der Inhalt auf 2 SD-Karten überspielt. Beides wird wohl nicht kaputt gehen. Zu Haue kommen die Daten auf mein NAS.