Cartagena in Kolumbien

  • Liebe Freunde


    hier ist das nächste Video von Kolumbien. Damit ihr an unseren Reisen teilhaben könnt.


    Cartagena hat uns sehr gut gefallen. Sehr lebenslustig, man ist halt in der Karibik.


    Der Kommentar ist wieder eher faktisch, der eines Reiseleiters. Ab und zu mal ein wenig ironisch. Kommentare, auch kritische, sind sehr erwünscht.


    Meine Stimme ist echt, die Stimme meiner Frau ist geklont mit ElevenLabs.


    Ciao, viel Spaß beim Anschauen.

    Berthold


    PS: Warum gibt es kein Vorschaubild?


    https://vimeo.com/1153657402 

  • Lieben Gruß,
    Wolfgang


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    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Der Unterschied liegt offenbar darin, ob man über die Funktion "Teilen" geht. Da wird folgendes angehängt
    ?fl=pl&fe=sh


    Kopiert man den Link ohne dem, dann hat man nur den Link eingebettet - und nicht die Vorschau.

    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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    Der Rest ist meine Privatmeinung

  • Der Film gibt jedenfalls einen schönen Einblick in die karibische Lebensfreude, die Cartagena ausstrahlt. Es ist immer die Frage, was für einen Filmer machbar ist, wenn man in einer Reisegruppe unterwegs ist und hier, so scheint mir, hast Du Deine Möglichkeiten gut genutzt, Berthold. Die "karibische Lebenslust" aus dem Filmtitel findet sich jedenfalls im Film gut wieder.

  • ACHTUNG: Das ist meine Meinung, die zur Diskussion steht. Ich will nicht bestimmen, wie man den Film zu sehen hat.



    Es sind viele Bild - Voice-Over Verdoppelungen. Per Voice over (Audio) sagst du: Da sind Häuser. Da sind Früchte. Da sind tanzende Menschen. Im Bild sieht man Häuser, Früchte, tanzende Menschen.


    Es wird im Ton verdoppelt, was der Zuseher sowieso sieht. Das ist begleitendes Sehen, wo der Zuschauer schnell in den Standby-Modus schaltet.


    Am Beispiel der ersten drei Szenen mache ich jeweils einen Vorschlag, wie man statt einer Verdopplung des Bildes das Unsichtbare sichtbar machen könnte. Die Idee ist, die Linse der Kamera gegen die Linse der Bedeutung zu wechseln.


    ACHTUNG: Ich bin kein Kolumbien-Experte, und, die Vorschläge sollen nicht eins zu eins übernommen werden. Sie sollen die Idee zeigen, die dahinter steckt. Jeder muss seinen eigenen Voice-Over-Stil finden.



    Szene 1: Das moderne Viertel ("Little Miami"


    Voice Over Text: Wirklich? Das hier ist das Viertel der Reichen, Little Miami genannt. Dort sieht es wie in jeder modernen Großstadt aus."


    Es ist eine nüchterne Feststellung. Sie erzeugt Distanz zum Zuschauer.


    Vorschlag: "Jede Stadt hat zwei Gesichter. Dies ist Cartagenas Blick in die Zukunft – Glas, Stahl und der Puls des globalen Handels. Doch dieser moderne Herzschlag ist nur möglich, weil die alten Adern der Stadt tief in der Geschichte verwurzelt sind. Um Cartagena zu verstehen, müssen wir diese glitzernde Fassade hinter uns lassen."


    Dieser Text erzeugt Kontrast und eine Erwartungshaltung. Er beschreibt das Moderne nicht als gegeben, sondern als eine von zwei Welten, die wir erkunden werden. Es stellt eine Frage: Was ist die andere Welt?


    Schnitt zu:



    Szene 2: Die Altstadt, Architektur & Schilder


    Voice Over Text: "Hier in der Altstadt zeigt sich viel Charme und sehr viel Farbe. Die Holzgitter vor den Fenstern dienten früher der Lüftung und der Wahrung der Privatsphäre. Heute sind sie dekorative Zitate koloniale Architektur. Die Straßenschilder wirken jahrhundertealt, auch wenn sie letzte Woche neu gebrannt wurden."


    "Charme und Farbe" ist ein Klischee. Die Erklärung der Gitter ist technisch, nicht emotional.


    Vorschlag: "Willkommen im Herzen der ummauerten Stadt – ein Labyrinth, das in den Farben der Karibik getaucht ist. Diese Mauern schützten einst Gold und Gewürze vor den Piraten. Und diese Balkone? Sie sind mehr als nur Dekoration. Sie waren die Augen der Kolonialzeit. Hinter diesen kunstvollen Gittern verbargen die spanischen Eroberer ihre Frauen und ihren Reichtum – eine Architektur der Kontrolle, die heute zur Bühne des öffentlichen Lebens geworden ist."


    Dieser Text koppelt die Architektur mit Emotionen und der Geschichte: Piraten, Gold, Kontrolle, Eroberer. Die Balkongitter werden vom Deko-Element zum Symbol einer vergangenen sozialen Ordnung.


    Schnitt zu:



    Szene 3: Simón Bolivar & Festskulpturen


    Voice Over Text: "In jeder kolumbianischen Stadt steht auf dem zentralen Platz eine Statue von Simon Bolivar... Diese übergroßen Festskulpturen werden für das Unabhängigkeitsfest Cartagenas im November aufgestellt. Sie verweisen auf afro-karibische Traditionen und erinnern an kulturellen Widerstand in der Kolonialzeit."


    Das ist, wie von dir beschrieben, ein Wikipedia- aber kein Filmtext. Auch passiv formuliert: "Verweisen auf" und "erinnern an".


    Vorschlag: "Im Zentrum jeder Stadt steht er: Simón Bolívar, der Befreier. Doch die wahre Rebellion pulsiert in den Straßen. Diese Figuren sind keine bloße Dekoration für ein Fest. Sie sind der trotzige Geist, der sich weigert zu schweigen. Cartagena war einer der größten Sklavenhäfen des spanischen Imperiums. Diese Kunst ist keine Erinnerung an Widerstand – sie "IST" der Widerstand, in Farbe und Form gegossen."


    Dieser Text benennt den Konflikt und dessen Bedeutung. Die Skulpturen sind jetzt keine Dekoration mehr, sondern Akteure einer andauernden Geschichte.


    Beste Grüße, Uli

  • Hallo Uli und alle anderen Amateur-Videoliebhaber,


    aus mehreren Gründen bin ich anderer Meinung als Uli


    1) Nach meiner Meinung habe ich keine Bild - Voice-over Verdopplungen. Das habe ich gelernt, nicht zu sagen was man eh sieht. Also wenn man den Eiffelturm zeigt zu sagen "Das ist der Eiffelturm". Im Cartagena Video wird immer meine Meinung dazugesagt. Oder Hintergrundinfo. Also: Die Innenstadt Cartagenas ist die schönste aller Kolonialstädte. Die angebotenen Früchte sind zuckersüss. Simon Bolivar steht am Hauptplatz der Stadt Kolumbiens. All das kann man nicht sehen, sondern Meinung / Info von mir.


    2) Um die Texte von Uli umzusetzen, brauche ich mehr Bildmaterial. Der Film würde länger. Das will ich nicht. Kein Film länger als 5-6 Minuten.


    3) Die Texte von Uli sind mir zu schwülstig / emotional. Ist echt nicht mein Stil.


    Aber mich würde interessieren, was die anderen denken. Und wie findet ihr meinen Film?


    Danke


    Ciao


    Berthold


    PS: Finde es klasse dass Uli so eine Diskussion anstößt. Nachdenken und sich hinterfragen ist immer nützlich.

  • Hallo Berthold, jeder Koch kocht nach eigenen Rezepte und das ist gut so. Zum Film, ein typischer BeFe Film, ich habe nichts dran auszusetzen. Ohne eure Kommentare hätte ich wahrscheinlich nach einer Minute abgeschaltet. So bleibt dein Film bis zum Ende unterhaltsam und verleiht einen guten Eindruck von Kolumbianischen Cartagena. Ich kenne nur das Spanische Cartagena, ist auch eine schöne Stadt.

    LG Theo Houben

  • 1) Nach meiner Meinung habe ich keine Bild - Voice-over Verdopplungen. (...) Im Cartagena Video wird immer meine Meinung dazugesagt. Oder Hintergrundinfo. Also: Die Innenstadt Cartagenas ist die schönste aller Kolonialstädte. Die angebotenen Früchte sind zuckersüss. Simon Bolivar steht am Hauptplatz der Stadt Kolumbiens. All das kann man nicht sehen, sondern Meinung / Info von mir.

    Aus meiner Sicht sind das zu wenig "packende" Zusatzinformationen. So hat vermutlich kein Zuschauer erwartet, dass die angebotenen Früchte sauer sind, weshalb man betonten müsste, dass sie süß sind.


    Die Zusatzinformationen sind von der emotionalen Fallhöhe zu schwach. Durch sie entsteht beim Zuschauer nicht die Frage: "Oh, das ist aber spannend, was kommt noch? Kurz: Die Zusatzinformationen erfüllen ihre Funktion nicht: Das ist der Knackpunkt, ob deine Filme gesehen werden oder man zippt weiter.


    Ich schreibe für die Situation, dass jemand deinen Film im unendlichen Angebot von YouTube oder Vimeo findet, nicht von einer Forensituation.


    Um die Texte von Uli umzusetzen, brauche ich mehr Bildmaterial. Der Film würde länger. Das will ich nicht. Kein Film länger als 5-6 Minuten.

    Hm, jain, müsste man austesten oder die Texte kürzen. So viel länger sind meine Texte nicht. Ich kenne deine 6 Stunden Material nicht, insofern ist das für mich konkret nicht einzuschätzen.


    3) Die Texte von Uli sind mir zu schwülstig / emotional. Ist echt nicht mein Stil.

    Dazu schrieb ich: "... die Vorschläge sollen nicht eins zu eins übernommen werden. Sie sollen die Idee zeigen, die dahinter steckt. Jeder muss seinen eigenen Voice-Over-Stil finden."


    Den Stil der 'Voice Over Texte muss und soll deiner sein. Aus meiner Sicht ist entscheidend, dass die Texte den Zuschauer emotional mitnehmen. Ein Buch, ein Lied oder ein Voice Over Text müssen den Lesen, Zuschauer, Zuhörer emotional fesseln. Wie du das machst, bleibt dir überlassen.


    Wenn es um die Vermittlung von Daten ging, um einen Zuschauer in den Film zu ziehen wäre ein Excel-Blatt der ideale Text.


    Wenn dir die Vorschläge zu schwülstig sind, ist das völlig ok. Wie ich ständig schreibe, die konkreten Texte musst du in deinem Stil schreiben.


    Hier 2 Vorschläge, wie die Voice Over Texte emotional anders formulieren könnte in jeweils 2 Varianten:


    Szene 1: Das moderne Viertel ("Little Miami")

    Variante A (nüchtern & informativ):

    Zitat
    "Cartagena präsentiert sich zunächst als moderne Metropole. Stadtteile wie Bocagrande, oft 'Little Miami' genannt, sind das wirtschaftliche Zentrum der Gegenwart. Doch diese Skyline ist nur die eine Seite der Stadt. Um ihre eigentliche Identität zu verstehen, muss man sich dem historischen Kern zuwenden."

    Variante B (Analytisch & Verbindend):

    Zitat
    "Der erste Eindruck von Cartagena ist oft dieser: ein internationales Finanz- und Tourismuszentrum. Der moderne Stadtteil steht in einem bewussten Kontrast zur ummauerten Altstadt. Es ist eine städtebauliche Trennung zwischen dem wirtschaftlichen Motor des 21. Jahrhunderts und dem sorgfältig konservierten Erbe der Kolonialzeit."


    Szene 2: Die Altstadt, Architektur & Schilder

    Variante A (nüchtern & informativ):

    "Innerhalb der Stadtmauern zeigt sich das koloniale Erbe Cartagenas. Die farbenfrohen Fassaden und Holzbalkone sind typisch für die spanische Kolonialarchitektur in der Karibik. Die Gitter an den Fenstern hatten eine Doppelfunktion: Sie ermöglichten die Luftzirkulation im tropischen Klima und dienten gleichzeitig als Sichtschutz, der die Privatsphäre der Bewohner wahrte."


    Variante B (analytisch & verbindend):

    "Die Architektur der Altstadt ist eine direkte Antwort auf ihre Geschichte. Als einer der wichtigsten Häfen des spanischen Imperiums musste die Stadt Reichtum und Menschen schützen. Die berühmten Holzbalkone sind daher nicht nur schmückendes Element, sondern Teil eines sozialen und klimatischen Konzepts. Sie spiegeln die damalige Gesellschaftsordnung wider und sind zugleich eine funktionale Anpassung an die tropischen Bedingungen."


    Wie gesagt, es geht mir nicht um die Formulierungen, sondern um die Wirkung der Voice Over Texte.


    Beste Grüße, Uli

  • Aber mich würde interessieren, was die anderen denken. Und wie findet ihr meinen Film?

    Hi,


    den Film fand ich interessant und von der Länge her auch ausreichend passend.


    Die Kommentare empfand ich jetzt auch nicht als Bild-Verdoppelung, sondern informativ.

    Wobei mir halt auch der von Dir gewählte Stil des Textes durchaus zusagt. Der Stil der alternativ vorgeschlagenen Texte wäre für mich jedenfalls eher nervig, als unterhaltsam.

    Das liegt natürlich auch immer am persönlichen Geschmack. Aber wenn man sich mal professionelle TV-Dokus anschaut (ZDF, BBC, National Geografiks), so wird da i.d.R. auch eher ein informativer Stil bevorzugt und auf (m.M.) künstlich herbeigeredete emotionale Bezüge oder "Konflikte" verzichtet.



    Ggü. früheren Filmen sind Deine Frau und Du beim Sprechen der Kommentare auch schon viel "entspannter" geworden. Trotzdem klingt es doch noch immer etwas "vorgelesen". Man bemerkt eure Anspannung beim "korrekten Aufsagen" des festgelegten Textes.


    Setzt euch da nicht so unter Druck. Bleibt ruhiger und stellt euch dabei doch einfach vor, ihr würdet einem guten Bekannten von eurem Urlaub erzählen, oder beim Bäcker Brötchen kaufen.

    Wichtig ist doch den Inhalt der "Nachricht"zu vermitteln. Die dafür verwendete Formulierung ist eher zweitrangig und sollte möglichst eurer Persönlichkeit / eurem Empfinden entsprechen. Das mag auch etwas Übungssache sein, aber ihr sprecht dann "freier" und es klingt natürlicher. Was dann letztlich auch die Zuschauer mehr anspricht.



    Was die eigentliche Aufnahme betrifft, so ist es meist hilfreich den Text dabei gleich ohne "Pause" mehrfach hintereinander zu wiederholen. Hierbei ergeben sich dann auch schon unterschiedliche Betonungen.

    Da die meisten NLEs leider nicht die Möglichkeit einer VoiceOver "Aufnahmeschleife" mit erhalt von Unterspuren bieten, kann man sich auch damit behelfen im NLE die Vorschau der ausgewählten Szene als Loop laufen lassen. Die Audioaufnahme erfolgt dann separat und parallel in einem Audioprogramm, oder mit einem Audiorekorder als .wav-Datei.


    Aus dieser durchgehende Aufnahme wird dann das Passende ausgewählt, oder sogar durch Schnitt zusammengestellt und in das NLE importiert, dort entsprechend verwendet.

    Das mag jetzt zunächst aufwändiger klingen, als VoiceOver einfach direkt im NLE aufzunehmen, Aber wenn man das einmal erfolgreich durchgespielt hat, erkennt man schnell die Vorteile dieser Methode.



    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Der Film ist ein „typisches“ Produkt von Berthold - mir gefällt es.

    Wenn er die Texte hier verwenden würde -?es wäre nicht echt- es wäre kein befe Film

  • auf (m.M.) künstlich herbeigeredete emotionale Bezüge oder "Konflikte" verzichtet.

    Wenn man "Konflikt" nicht als herbeigeredet, sondern als Triebkraft hinter jeder Entwicklung sieht, macht das mehr Sinn.


    Hier reagieren viele allergisch den Begriff "Konflikt". Wird vermutlich oft als irgendwas krawalliges verstanden, das zu allem Überfluss noch willkürlich auf einen Film aufgesetzt wird, um den Streifen aufzuplustern.


    Meine These: Konflikt ist die Triebkraft von allem, wenn man Konflikt als Unterschied, oder Differenz versteht.


    Beispiele Differenz / Konflikt


    Individuell: Berthold fährt nach Kolumbien um eine Differenz auszugleichen, nämlich den Unterschied zwischen seinem damaligen Wissen über Kolumbien und dem was er dann tatsächlich gesehen und erlebt hat. Sein Film zeigt, dass er jetzt deutlich mehr über das Land erfahren hat. Er empfiehlt auch, sich das selber anzuschauen. Die Differenz, den Konflikt hat er ausgeglichen, indem er sich das Land anschaut.


    Gesellschaftlich:

    Der Grund warum Berthold das Denkmal von Simon Bolivar in Cartagena filmen konnte, ist ein massiver gesellschaftliche Konflikt. Bolivar ist die entscheidende Figur im Kampf um die Unabhängigkeit der spanischen Kolonien in Südamerika. Wäre er nur ein Bauer gewesen, hätte Berthold sein Standbild nicht filmen können.


    Also wenn man Konflikt als etwas versteht, das einem Film willkürlich aufgesetzt wird, dann macht es keinen Sinn. Sieht man Konflikt als Differenz, die ausgeglichen wird, sollte man es in (s)einem Film nutzen.


    Noch zur Erinnerung: Ich schreibe meine Kritiken mit dem Blickwinkel, dass sich das Video im großen Meer von Youtube oder Vimeo durchsetzen muss, wo niemand Berthold kennt.


    In unserem Forum funktioniert sein Film völlig anders: Auch wenn ihn viele nicht persönlich kennen, ist er als Mensch präsent, seine Beiträge und sein Filmstil kennen alle, er gehört zum Laden.


    Beste Grüße, Uli

  • 1) Hallo Berthold, jeder Koch kocht nach eigenen Rezept und das ist gut so.

    2) Zum Film, ein typischer BeFe Film, ich habe nichts dran auszusetzen.

    3) ... bleibt dein Film bis zum Ende unterhaltsam und verleiht einen guten Eindruck von Kolumbianischen Cartagena.

    ad 1) Sehe ich auch so. Wenn jeder "poetische Dokumentationen" produzierte, wäre die dem Hobbyfilmer immanente Individualität Geschichte.

    ad 2) "nehmt alles nur in allem..." - ich freue mich über seine Filme, komme ich in solche Länder doch nicht hin.

    ad 3) Ja, "passt schon". "Hollywoodreife" Filme zu produzieren ist vielleicht nicht jedem Hobbyfilmer gegeben bzw. auch gar nicht gewollt.


    rod: Alle Anregungen gehörten irgendwie, eigentlich in ein entsprechendes Buch (oder pdf-Datei). Wäre doch vielleicht eine Überlegung wert? Oder wenn schon nicht Buch, dann ein bis n-mal pro Jahr eine Art "Video-Aktiv" für Drehbuch, Kommentar & Co.?


    Gruß kurt

    WIN-10/64 PRO (22H2-19045-2364)

    RESOLVE-20.3.20009 Studio; EDIUS-11.40.19830-WG

  • 2) Um die Texte von Uli umzusetzen, brauche ich mehr Bildmaterial. Der Film würde länger. Das will ich nicht. Kein Film länger als 5-6 Minuten.

    Das ist aus meiner Sicht kein guter Grund, nicht mehr Informatioenen zu liefern. Ob der Film nun 5 bis 6 oder 9 bis 10 minuten lang ist, sollte kein Kriterium für die Auswahl von Textinformation werden. Problematischer ist schon eher, dass man eventuell zu Huase fetstellt, dass für die Menge an möglichen Informationen zu wenig Bildmaterial vorhanden ist.

    Aus meiner Sicht sind das zu wenig "packende" Zusatzinformationen. So hat vermutlich kein Zuschauer erwartet, dass die angebotenen Früchte sauer sind, weshalb man betonten müsste, dass sie süß sind.

    Ein Problem der Formulierung von Voice Over Texten, das ich auch kenne. Was soll man sagen ... Es dauert auch bei mir bisweilen eine ganze Weile, bis ich einen Text so hinbekomme, dass er nicht das Sichtbare wiederholt - und es gelingt nicht immer ... Aber da muss man eben üben, üben, üben ...

    Der Film ist ein „typisches“ Produkt von Berthold - mir gefällt es.

    Wenn er die Texte hier verwenden würde -?es wäre nicht echt- es wäre kein befe Film

    Dem stimme ich ohne Einschränkung zu! Jeder hat seinen eigenen Stil beim Produzieren von Filmen und hier sehen wir einen typischen befe Änderungen an diesem eigenen Stil sind nie ohne Risiko und sollten, wenn überhaupt, nur behutsam angegangen werden. Es ist aber immer so, dass man sich auch verbessern kann. So gesehen sind die Vorschläge von rod in meinen Augen durchaus eine wertvolle Anregung. Man kann ihnen folgen, muss aber nicht. Ich jedenfalls lese sie immer mit Interesse.

  • Bei uns im Verein wurde jeder Film über die besagten 5-6 Minuten in der Luft "zerfetzt".

    Ich lesen Eure Meinungen mit großem Interesse und kann eigentlich jedem zustimmen.

    Jede Antwort hat ein Fünkchen Wahrheit...


    Danke

  • Meine These: Konflikt ist die Triebkraft von allem, wenn man Konflikt als Unterschied, oder Differenz versteht.

    Das ist ja ok,


    und halt eine mögliche herangehensweise. Nur kann ich damit nichts anfangen.


    Die Suche und Herausstellung von Unterschieden/Differenzen mag ja in einigen Fällen durchaus passend und angebracht sein. Aber es als allem übergeordnetes und ständig verwendetes Konzept zu betrachten ist auf die Dauer auch nicht das Gelbe von Ei, läuft sich halt auch irgendwann tot. Zumal, wenn der Unterschied/Konflikt nur des Effektes wegen herbeigeredet wird.



    Interesse erweckt man m.E. durch Individuallität.

    Dazu gilt es also seine eigenen Stärken, Vorlieben und "Handschrift" zu finden und diese dann zu kultivieren (im Sinne von ausbauen/verbessern). Nicht irgendwelchen grade aktuellen Trends nachzujagen, Effekte, oder fremde Stile zu kopieren, aber halt auch nicht einmal gefundene "Kochrezepte" ewig zu wiederholen.


    Dazu gehört eben grade bei solchen Reisefilmen sich vom Moment leiten zu lassen und das, was grade passiert aufzunehmen (hier sogar wörtlich gemeint). Daraus etwas zu entwickeln, was einen selbst bewegt ist (m.E.) die Kunst dahinter. Das macht dann den Unterschied zu den 1.000 andern Filmen, die den gleichen Ort zeigen und fesselt die Zuschauer.


    Sowas lässt sich halt bei einer organisierten Gruppenreise aus verständlichen Gründen eher nur schwer umsetzen, geht aber im gewissen Rahmen durchaus auch zu machen. Letztlich ist es halt immer ein Abwägen zwischen seinen Ansprüche und den vorliegenden Gegebenheiten.




    Gruß

    Peter

    Als Moderator verfasste Beiträge sind durch grüne Schrift erkennbar.

    Rest ist private Meinung

  • Wahre Worte, gurlt Die Kunst des Reisefilmers (besonders in der Gruppe) besteht darin, seine eigenen (am Besten bereits im Vorfeld entwickelten) Ideen und Ansprüche an die Wirklichkeit der Reise vor Ort anzupassen. Dabei wird oft der Wunsch auf die Realität treffen. Retten kann man vielleicht das eine oder andere zu Hause mit einem guten Kommentar.

  • Interesse erweckt man m.E. durch Individuallität.

    Dazu gilt es also seine eigenen Stärken, Vorlieben und "Handschrift" zu finden und diese dann zu kultivieren ...

    Genau so sollte es meiner Meinung nach gehen. Natürlich kann sich jeder Filmer verbessern, aber dann sollte er seinen Stil beibehalten und sich nicht danach richten, was andere für richtig oder besser halten.

  • Die Suche und Herausstellung von Unterschieden/Differenzen mag ja in einigen Fällen durchaus passend und angebracht sein. Aber es als allem übergeordnetes und ständig verwendetes Konzept zu betrachten ist auf die Dauer auch nicht das Gelbe von Ei, läuft sich halt auch irgendwann tot. Zumal, wenn der Unterschied/Konflikt nur des Effektes wegen herbeigeredet wird.

    Sehe ich anders. Es lässt sich immer anwenden und läuft sich auch nicht tot.


    In der Praxis: Du nimmst auf einer Gruppenreise "was Interessantes" auf, z. B. die Statue von Simon Bolivar. Vor Ort ist aber keine Zeit zu klären, was das genau ist.


    Beim editieren auf der Timeline fragst du dich: "Was sehe sich?". Du schlägst nach und schreibst: "Mindestens eine Skulptur des berühmten kolumbianischen Künstlers Botero muss sein. Andere Figuren stellen das frühere Leben in der Stadt dar."


    Verschiebst du aber die Frage zu "warum steht das da?", dann fragst du nach dem Prozess hinter der Statue von Simon Bolivar.


    Warum fühlten sich irgendwann Menschen bemüssigt, Simon Bolivar zum ehren? In diesem Fall kommst du auf sehr viele Unterschiede und Differenzen. Sie per Voice Over zu beschreiben macht den Film spannender, als rein die Fakten aufzuzählen.


    Z. B.: "Auf dem Platz treffen zwei Geschichten aufeinander. Die Statue von Simón Bolívar repräsentiert die offizielle Staatsgründung und die Unabhängigkeit von Spanien. Die Festfiguren erzählen eine andere Geschichte: die des kulturellen Widerstands und der afrikanischen Einflüsse, die Cartagena als ehemaligen Sklavenhafen fundamental geprägt haben."


    Dass die Frage nach dem "Warum" Effekthascherei sein soll, ist eine Behauptung ohne Belege.


    NACHTRAG: Dass du mit meinen Vorschlägen nichts anfangen kannst, ist völlig ok. Ich schreibe meine Sicht der Dinge und das ist sicher nicht für jeden nützlich.


    Beste Grüße, Uli

  • Genau so sollte es meiner Meinung nach gehen. Natürlich kann sich jeder Filmer verbessern, aber dann sollte er seinen Stil beibehalten und sich nicht danach richten, was andere für richtig oder besser halten.

    Falls du meine Beiträge meinst: Liest du an irgendeinem Punkt meiner Beiträge, dass ich mich gegen einen eigenen Stil ausspreche, oder dass man sich nach dem richten muss, was ich schreibe?


    Oder bezieht sich deine Bemerkung auf jemand anderes?


    Beste Grüße, Uli